ÜBER EINIGE ÖKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN VON WIESENSCHWINGELSTÄMMEN. Onni Fohjakallio. Pflanzenzüchtungsabteilung der Landwirtschaftlichen Versuchsanstalt Jokioinen. Eingegangen am 18. 11. 1944. Nach Knoll und Baur (1) kommt der Wiesenschwingel (Festuca pratensis Huds.) wild in ganz Europa bis Südlappland vor. In Süd- europa ist er jedoch nur in den Gebirgen anzutreffen. Sein Verbrei- tungsgebiet umfasst ausserdem ausgedehnte Flächen in Westasien bis Persien, im Altai, Ural, am Baikalsee und in Sibirien. Auch tritt der Wiesenschwingel in Chile auf, aber nicht in Australien. In Nord- amerika und auf Hawaii ist er eingeführt worden. Als Kulturpflanze kennt man den Wiesenschwingel in vielen ver- schiedenen Ländern, und durch Pflanzenzüchtung hat man von ihm sowohl für die Mähwiesen als auch für die Weiden veredelte Sorten geschaffen. Die Zuchtsorten unterscheiden sich voneinander in der Winterhärte (9, 10), Kronenrostresistenz (4, 7), Resistenz gegen Weissährigkeit (3, 5,6), Dürreresistenz (8), Hochwasserresistenz (1), im Entwicklungsrhythmus (1, 7), Blätter- und Halmreichtum (2, 3,5, 7), Nährstoffgehalt (1, 10), in der Menge des Samenertrages (9), im Nachwuchs (7) und in vielen anderen Eigenschaften (vgl. 1). Auch in der Gesamtmenge des Futterertrages bestehen zwischen den einzelnen Wiesenschwingelstämmen grosse Unterschiede, die jedoch von den Anbauverhältnissen stark abhängig sind (8). Bei den in Finnland ausgeführten Versuchen hat derWiesenschwin- gel sowohl quantitativ als auch qualitativ wenigstens ebenso gute Futtererträge geliefert wie Timothee, die wichtigste Grasart der Mäh- wiesen (7, 8, 10). Trotzdem ist der Anbau des Wiesenschwingels in Finnland nur ganz gering. Eine wichtige Ursache der geringen An- bauweite des Wiesenschwingels ist zweifellos die mangelhafte Kennt- https://c-info.fi/en/info/?token=WH1_UNHfyjwgY9ns.7sxW4FonkwE2EAgoh-qFvw.ThojYs2cRx8lAe18dLDKxnXubvzFXM1OvKxmqkJGbya9Zu4OOUr5Fhn4FTjKkRhHPIzmGVjtN3Tv609jy3VsLOzEOWXIc4UkBY4DQY4AnqIvVUI7bCnKBDFpyq-DtYYOEPGnZaxNKKwvq_qqmuXGIaGRjfWoVDWlIFJ1t45T 34 ONNI POHJAKALLIO nis seiner Eigenschaften als Kulturpflanze. Unter anderem über seine soziologische Anpassung, z. B. sein Gedeihen in Mischbeständen, liegen zuwenig Angaben vor. Ausserdem ist die Eignung des Wiesen- schwingels für den Beschattungs- u. a. Einfluss von Decksaat unter finnischen Verhältnissen vorläufig durch nur spärliche Versuchser- gebnisse beleuchtet; sie weisen darauf hin, dass der Wiesenschwingel die Wirkung von Decksaat nicht ebenso gut wie Timothee verträgt (8). Die geringe Bedeutung des Wiesenschwingels im finnischen Wiesenbau mag jedoch hauptsächlich auf seinen verhältnismässig ungünstigen Samenbaueigenschaften beruhen. Der finnische Wiesen- schwingel ist nämlich halmarm, und der Anbau halmreicher auslän- discher Wiesenschwingelstämme ist durch ihre unsichere Überwin- terung unter finnischen Verhältnissen beschränkt (10). Besonders in trockenen Sommern bildet der finnische Wiesenschwingel nur wenig Rispen und gibt dadurch einen spärlichen Samenertrag. Gleich- zeitig bleibt auch der Futterertrag niedrig. In dieser Hinsicht bestehen Zwischen den verschiedenen Wiesenschwingelstämmen jedoch grosse Unterschiede. Im folgenden werden Feldversuche beschrieben, die in den Jahren 1933—1943 in der Pflanzenzüchtungsabteilung der Landwirtschaftlichen Versuchsanstalt in Jokioinen (60°48' n. Br. und 23° 30' ö. L.) ausgeführt worden sind und das Verhalten derverschie- denen Wiesenschwingeltypen und -stamme insbesondere zu den im Vorsommer bestehenden Feuchtigkeitsverhältnissen in den Mähwie- sen beleuchten. Die Schwankungen in den Witterungsverhältnissen des Sommer- anfangs waren in den Jahren 1933—1943 gross (Tabelle 1). In den Jahren 1933 und 1939—1941 war der Juni besonders trocken, und auch 1934 war die Niederschlagsmenge gering. Dagegen in den Jahren 1938, 1942 und 1943 war die Niederschlagsmenge im Juni verhält- nismässig reichlich. Doch war im Sommer 1942 auch die geringe Niederschlagsmenge der Sommer 1939—1941 an den Feuchtigkeits- verhältnissen des Bodens beteiligt; das Grundwasser stand am An- fang des Sommers 1942 viel niedriger als normalerweise. Anderseits war der ausgehende Sommer 1942 niederschlagreich, und auch im Mai 1943 traten reichliche Niederschläge ein, unter anderem regnete es Ende Mai im Verlaufe eines einzigen Tages (nebst Nacht) über 50 mm, so dass der Boden im Juni 1943 feuchter war, als lediglich auf Grund der Niederschlagsmenge und Temperatur des Juni geschlossen werden könnte. Zieht man diese Bemerkungen in Betracht und berücksichtigt man zugleich neben der Niederschlagsmenge auch ÜBER EINIGE ÖKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN 35 Tabelle i. Die Witterungsverhältnisse im Vorsommer, Rispenschieben und Mähzeit des Wiesenschwingels in den Jahren 1933-— 1943- a Begann die Rispe zu schieben L g #? -2 g - I „ . . Später Früher Mähtag uj, s k "+2 Tammisto ..., „ .... j-. Om c n ojJS von Svalof von Svalof T a v>r « 'S cd 0 -? *=-- 8§ ~c e ö ö c c c a ö ö d ä~Janr o » 1935, 1936, 1937 3 = feuchte » » » » 1938, 1942, 1943 Doch ist es zugleich offenbar, dass der Sommeranfang selbst in »feuchten» Jahren mit Rücksicht auf die Ertragsmenge des Wiesen- schwingels nicht zu feucht gewesen ist. Der Wiesenschwingel begann 1937 schon Anfang Juni die Rispe zu schieben und wurde am Ende desselben Monats gemäht. Danach zu schliessen, hatte die in der zweiten Maihälfte gefallene Nieder- So wenig Rispen, dass das Schieben nicht beobachtet werden konnte. ONNI POHJAKALLIO36 schlagsmenge, die relativ reichlich (38 mm) war, einen verhältnis- mässig beträchtlichen Anteil an der Ertragsmenge des Wiesenschwin- gels, was auch aus den in Tabelle 2 dargestellten Ertragszahlen her- vorgeht. Der Niederschlag des Mai hat jedoch auf das Wachstum der frühen Wiesenschwingelstämme einen grösseren Einfluss aus- geübt als auf das der späten. Im grossen ganzen war der Sachverhalt derselbe auch 1936, als das Rispenschieben früher als durchschnittlich eintrat und die Niederschlagsmenge der zweiten Maihälfte reichlich (50 mm) war. Früher als durchschnittlich war das Rispenschieben des Wiesenschwingels auch in den Jahren 1933, 1934 und 1943. Im Jahre 1942 dagegen, als der Sommeranfang kühl war, begann das Rispenschieben des Wiesenschwingels erst um die Wende Juni— Juli. Die Mähzeit wechselte in den verschiedenen Jahren je nach dem Rispenschieben von Ende Juni bis Mitte Juli (Tabelle 1). Alle unter- suchten Wiesenschwingelstämme wurden im Rahmen jeder Versuchs- reihe untereinander gleichzeitig gemäht, nachdem auch bei den spä- testen die volle Rispe zum Vorschein gekommen war. In strengen Dürrejahren haben allerdings die spätesten Wiesenschwingelstämme überhaupt keine Rispen gebildet, wobei die Mähzeit auf Grund der Entwicklungsstufe der übrigen Wiesenschwingelstämme festgesetzt wurde. Die Feldversuche wurden auf schwerem Tonboden (pH ca. 5.5) ausgeführt, dem alljährlich eine ziemlich reichliche Volldüngung in Form von Kunstdüngemitteln zugeführt worden war. Die Aussaat ging im Frühjahr als Reihensaat vor sich; als Decksaat hat frühes Sommergetreide gedient. Bei den in Tabelle 2 wiederzugebenden Versuchen, mit denen die in Tabelle 1 dargestellten Rispenschieb- und Mähzeiten verbunden sind, hat die Grösse der Versuchsparzellen 10 m 2 und die Anzahl der Wiederholungen 4—5 betragen, abgesehen von der 1940 gesäten Versuchsreihe, bei der sich die Anzahl der Wie- derholungen auf nur zwei und die Grösse auf 5 m 2 belief. Bei den in Tabelle 3 zu berichtenden Versuchen betrug die Grösse der Versuchs- parzellen 5 m 2 und die Anzahl der Wiederholungen 3, und bei den Versuchen von Tabelle 4 war jeder Wiesenschwingelstamm auf 4x5 m 2 gesät. Die Untersuchungen wurden auf den Hauptertrag be- schränkt; dem Nachertrag wird in diesem Zusammenhang keine Auf- merksamkeit zugewandt. Die untersuchten Wiesenschwingel waren der frühe und der späte von Svalöf (Schweden), der von Tammisto (Pflanzenzüchtungs- anstalt Tammisto der Zentralgenossenschaft Hankkija, Finnland) und Tabelle 2. Die Abhängigkeit der Ertragsmenge des Wiesenschwingels von den Feuchtigkeits- verhältnissen des Sommeranfangs. Frischertrag (Sval. Spä- v| i Relativer Frischertras Rispenmenge t6r 71 h TTftO £ S fsvaTV Späfer = 000) %= "^ durchschn. o -« ; v y ' lieh RispenW II ! kg/ha B so Tammisto Sval. Früher Jahr e o cT~ +j «■ — 0 et c a 0 ä~ 2*lftS' <» <" v B <ü to m tn to.S rv : P5 2 rt rt rt •* rlt rt aj rt rt rt rt 3 £< .n mm « rt rt #— rtrtrtrtrtrt| w & 'm II ü ü b 'S 0 b b b b "-< '-' d SJ 'U :Cfl rt g rt :rt :ai Kö :ni :rt rjn £ rb o T 'T T fe S T "■?t) P, H ■Tv) CO ro I rt «m' CO rt* (M - co' | 1933 1 3865 1 82.2 97.6 1939 2 7205 5469 3401 1 84.0 74.3 51.4 80.3 67.4 13 2 1940 2 5050 7580 3269 1 50.2 94.5 68.4 40.1 94.7 13 1934 2 3890 9414 1 76.8 86.2 69.1 88.8 1941 3 7375 8495 7160 1 56.9 96.0 82.8 97.1 1935 3 8620 9995 7043 2 99.1 102.1 86.4 105.3 86.6 83.6 13 4 1936 4 14715 9040 2 95.9 90.4 83.4 85.7 2 4 4 1942 4 8069 16225 7550 3 95.6 114.9 94.8 81.1 2 3 5 1937 4 10769 14185 2 90.4 90.4 96.4 108.9 1938 4 13732 13632 3 95.8 83.7 65.2 94.9 3.5 4 5 1943 4 17550 13625 3 130.9 157.1 5 4 Durchschnittlich 81.2 97.6 91.3 78.9 88.5 86.9 Durchschnittlich abgesehen von 1.- jähr. Rasen in den Jahren 1940,1934 und 1941, als die Saat Schaden erlitt 91. 21 97.6 91.3 91.1 88.5 86.9 eine Menge Zuchtsorten (Fe) der Pflanzenzüchtungsabteilung der Landwirtschaftlichen Versuchsanstalt (Jokioinen, Finnland). Die Wiesenschwingelstämme überwinterten in allen Versuchsjahren so gut, dass die Unterschiede in der Winterhärte an den in diesem Zu- sammenhang darzustellenden Versuchsergebnissen nicht nennens- wert beteiligt sind. Aus den in Tabelle 1 angegebenen Versuchsergebnissen geht hervor, dass der frühe Wiesenschwingel von Svalöf 1933—1942 durchschnitt- lich am 14,3. 6., der späte von Svalöf am 17,0. 6. und der Wiesen- schwingel von Tammisto am 20,1. 6. seine Rispe vorgeschoben hat. In einer Versuchsreihe, die auch Mimer von Weibulisholm (Schweden) und den dänischen Wiesenschwingel Lungby umfasst, hat der frühe Wiesenschwingel von Svalöf auch früher als diese seine Rispe gescho- 1 Vgl. S. 35. 37ÜBER EINIGE ÖKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN ONNI POHJAKALLIO38 ben und sich dadurch unter den in Jokioinen untersuchten Wiesen- schwingelstämmen als am allerfrühesten erwiesen. Der Wiesenschwin- gel von Tammisto dagegen ist ein typischer später Wiesenschwingel, wenngleich einige andere finnische Wiesenschwingelstämme als noch etwas später erkannt worden sind. Der Wiesenschwingel von Tammisto hat im allgemeinen verhält- nismässig spärlich Halme gebildet, und nach den früheren Beob- achtungen hat es geschienen, als ob zwischen der Frühzeitigkeit und dem Halmreichtum des Wiesenschwingels eine positive Korrelation bestünde. Auch die in Tabelle 2 dargestellten Beobachtungsergeb- nisse bestätigen im allgemeinen diese Auffassung. Doch stellt es sich zugleich heraus, dass es sich hauptsächlich in trockenen Sommern so verhalten hat. In Jahren, deren Sommeranfang feucht gewesen, ist der Unterschied im Halmreichtum des späten Wiesenschwingels von Tammisto und der ihm gegenüber früheren Wiesenschwingel von Svalöf gering geblieben. Sogar 1943, als der Standboden besonders infolge der Ende Mai eingetretenen reichlichen Niederschläge erheb- lich feuchter als gewöhnlich war, fiel die Halmzahl des Wiesenschwin- gels von Tammisto unverkennbar grösser als die des Wiesenschwin- gels von Svalöf aus (die Halmzahl je Reihenmeter: Svalöfs Später 256 Halme, Tammisto 310 Halme). Auch im allgemeinen war die Halmzahl der späten Wiesenschwingelstämme im Sommer 1943 be- trächtlich gross, und sie gaben auch sehr reichliche Erträge. Aus Tabelle 2 geht ausserdem hervor, dass der Ertrag des Wiesenschwin- gels von Tammisto in trockenen Jahren viel geringer gewesen ist als der des späten Wiesenschwingels von Svalöf, aber in Regensommern hat sich dieses Verhältnis beträchtlich verändert. Die sehr spärlichen Frischerträge in den Jahren 1934, 1940 und 1941 beruhen indes teil- weise auch darauf, dass die Saat des Wiesenschwingels von Tammisto infolge der strengen Dürre des Aussaatsommers (1933, 1939 und 1940) verhältnismässig licht geblieben ist. Aus demselben Grunde hat auch der frühe Wiesenschwingel von Svalöf in den Jahren 1934 und 1940 im 1.-jährigen Rasen besonders geringe Erträge geliefert. Die in anderem Zusammenhang (8) dargestellten Versuchsergebnisse erwei- sen denn auch, dass die Resistenz gegen die Trockenperiode der jun- gen Saat des frühen Wiesenschwingels von Svalöf und des von Tam- misto verhältnismässig schwach ist. Sieht man ab von den Versuchs- ergebnissen, an denen das Zugrundegehen der Saat merklich beteiligt ist, so ist in dem Verhalten des frühen Wiesenschwingels von Svalöf und des späten von Svalöf zu den Feuchtigkeitsverhältnissen kein ÜBER EINIGE ÖKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN 39 Tabelle 3. Zeitigkeits- und Ergiebigkeitsverhältnisse einiger Wiesenschwingelzuchtsorten im Vergleich zu dem späten Wiesenschwingel von Svalöf. Frischer Hauptertrag (1941, 2.- Wiesenschwingel- jähr. Rasen = 100.0) , durchschn.stamm i 04.0 42 1940 1941 1942 Fe. 20 3.3/7 17.8 100.0 80.1 Fe. 15 3.3/7 30.0 100.0 82.6 Fe. 3 3.3/7 24.9 100.0 73.7 Fe. 4 J 3.3/7 28.2 100.0 73.4 Fe. 2 2.7/7 33.5 100.0 70.8 Fe. 7 2.0/7 31.0 100.0 71.8 Sval. Später 1.0/7 44.7 100.0 58.0 Fe. ß 29.7/6 38.2 100.0 51.1 deutlicher Unterschhied festzustellen. Dagegen hat sich der Wiesen- schwingel von Tammisto den feuchten Sommeranfang mehr zunutze gemacht als der späte Wiesenschwingel von Svalöf. Nach diesen Versuchsergebnissen erinnern der frühe Wiesenschwingel von Svalöf und der von Tammisto insofern aneinander, als beide im jungen Saatstadium dürreempfindlich sind; doch sind sie dadurch voneinan- der unterschieden, dass im späteren Entwicklungsstadium der Feuch- tigkeitsanspruch des Wiesenschwingels von Tammisto grösser ist. Die Erscheinung, dass > lie Resistenzverhältnisse gegen die Trocken- periode der Wiesenpflanzen je nach ihrer Entwicklungsstufe wech- seln können, hat auch bei den Vergleichen der verschiedenen Wiesen- pflanzenarten festgestellt werden können (8). Weiteren Aufschluss über das Verhalten der Wiesenschwingel- stämme zu den bestehenden Feuchtigkeitsverhältnissen liefern die Ergebnisse einiger vorbereitenden Feldversuche. Bei diesen Ver- suchen wurden die Zuchtsorten (Fe) der Pflanzenzüchtungsabteilung der Landwirtschaftlichen Versuchsanstalt mit dem späten Wiesen- schwingel von Svalöf verglichen. Aus Tabelle 3 sind die Ergebnisse einer 1939 gegründeten Versuchsreihe zu ersehen. Aus den Ergeb- nissen geht hervor, dass die spätesten Wiesenschwingelstämme in dem feuchten Jahre 1942 verhältnismässig am ertragreichsten, die frühesten Stämme wiederum am ertragärmsten gewesen sind. In dem für den Wiesenschwingel den Feuchtigkeitsverhältnissen nach ungünstigsten Jahr 1940 war das Verhältnis ganz umgekehrt. Im ONNI POHJAKALLIO40 grossen ganzen entsprechend war auch das Verhältnis der absoluten Erträge der verschiedenen Zeitigkeitsgruppen des Wiesenschwingels in diesen Jahren. Besonders deutlich zeigte sich die vorteilhafte Wirkung günstiger Feuchtigkeitsverhältnisse auf die Ertragsmenge des späten Wiesen- schwingeltyps in den Ergebnissen einiger 1941 gegründeten Versuche (Tabelle 4). Je später der Wiesenschwingelstamm war, einen um so reichlicheren Ertrag gab er im allgemeinen im Jahre 1943. Die ein- zigen deutlichen Abweichungen von dieser Richtung bilden die Wie- senschwingelzuchtsorten Fe. 1 und Fe. 10. Von diesen ist Fe. 1 die in der Landwirtschaftlichen Versuchsanstalt erzielte wertvollste Wie- senschwingelzuchtsorte, die sich auch in trockenen Sommern als deutlich ertragreicher als der späte Wiesenschwingel von Svalöf er- wiesen hat. Fe. 10 wiederum ist eine neue Zuchtsorte, deren Anbau- wert in anderen Versuchen nicht genügend geklärt, aber offenbar ver- hältnismässig schwach ist. Es ist denn auch natürlich, dass die Er- giebigkeitsverhältnisse der Wiesenschwingeltypen unter verschie- denen Feuchtigkeitsbedingungen nicht einzig von ihren Zeitigkeits- verhältnissen abhängig sind, wenngleich sie mit den Feuchtigkeits- verhältnissen eng zusammenhängen. Was wiederum die Wiesen- schwingeltypen angeht, die früher als der späte Wiesenschwingel von Svalöf sind (der frühe von Svalöf und Fe. 6), so sind sie gleichwohl nicht typischere Pflanzen eines trockenen Sommers als der späte Wiesenschwingel von Svalöf gewesen; da aber die Versuche nur zwei früheste Wiesenschwingelstämme umfasst haben, so können auf deren Grundlage keine allgemeinen Schlüsse gezogen werden. Das Rispenschieben des späten Wiesenschwingels von Svalöf ist in einigen noch unveröffentlichten Feldversuchen, in denen er zu- sammen mit Timothee behandelt worden ist, ungefähr gleichzeitig oder vielleicht etwas später als das des schwedischen Timothees Bott- nia. Da der Timothee Bottnia in der Zeitigkeitseigenschaft stark an die in Finnland allgemein angebauten Timotheestämme erinnert, kann man schliessen, dass der späte Wiesenschwingel von Svalöf in dieser Hinsicht gut geeignet ist, mit Timothee zusammen angebaut zu werden. Dagegen ist die Entwicklung des finnischen Rotklees erheblich langsamer, so dass der zwischen Rotklee anzubauende Wie- senschwingel eher etwas später als der späte Wiesenschwingel von Svalöf zu sein hätte. Somit sind die allerfrühesten Wiesenschwingel- typen für die finnische Mähwiese im allgemeinen nicht geeignet, und die Hauptaufmerksamkeit ist mit Rücksicht auf die finnischen Mäh- ÜBER EINIGE ÖKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN 41 Tabell 4. Das Verhältnis zwischen Zeitigkeit und Ergiebigkeit der Wiesenschwingel- stämme in dem feuchten Sommer 1943. Mittleres Datum Frischertrag (Juni) 9/7 AYiesenschwingel- stamm. Begann die | Rispe zu Mit voller kg/ha Svalöf-Spä- schieben R,S P e ter = 10° ° Fe. 12 21.5 25.3 33800 159.1 Fe. 17 20.3 25.0 32775 154.2 Fe. 10 19.3 24.5 25825 121.6 Fe. 4 17.3 24.3 32650 153.6 Fe. 7 15.5 21.0 30450 143.3 Fe. 13 15.5 20.8 30675 144.4 Fe. 16 15.3 20.0 26975 126.9 Fe. 14 13.0 18.1 24400 114.8 Sval. Später 117 16.3 21250 100.0 Fe. 1 11.8 16.0 27525 129.5 Fe. 6 11.0 15.0 21800 102.6 wiesen also den Wiesenschwingeltypen zuzuwenden, die wenigstens ebenso spät oder noch später als der späte Wiesenschwingel von Sva- löf sind. Wenn sich die Betrachtung auf diese Wiesenschwingeltypen beschränkt, ist es im Lichte der oben dargestellten wie auch der früher beschriebenen Untersuchungen (7, 10) wahrscheinlich, dass unter finnischen Verhältnissen, in denen der Sommeranfang im all- gemeinen trocken ist, die spätesten Typen in ihrer Ergiebigkeit durch- schnittlich nicht mit den zeitigeren Wiesenschwingeltypen zu kon- kurrieren vermögen. In feuchten Jahren scheint der späteste Typ jedoch besonders reichliche Erträge zu geben. Da er ausserdem in seinem Entwicklungsrhythmus am besten für den Anbau mit Klee geeignet ist, so ist er im Wiesenschwingelbau von Bedeutung. Man kann annehmen, dass das sicherste Ergebnis im Mähwiesenbau von Wiesenschwingel erreicht wird, wenn man zwei Wiesenschwingelty- pen zusammen anbaut, von denen der eine ungefähr ebenso früh wie der späte Wiesenschwingel von Svalöf, der andere wiederum bedeu- tend später ist, ebenso spät oder vielleicht später als der Wiesen- schwingel von Tammisto. Der Samenbau, besonders eines späten Typs, wäre auf feuchten Böden anzustellen. Auf Grund alles dessen, was oben dargestellt worden ist, können folgende Schlüsse gezogen werden: ONNI POHJAKALLIO42 1) Zwischen den verschiedenen Wiesenschwingelstämmen beste hen grosse Zeitigkeitsunterschiede. 2) Die spätesten Wiesenschwingeltypen bilden in trockenen Som- mern nur sehr spärlich Rispen und liefern dabei in den Mähwiesen verhältnismässig geringe Erträge. In feuchten Sommern ist ihre Rispenbildung dagegen reichlich und sind sie im allgemeinen zugleich ertragreicher als die früheren Wiesenschwingeltypen. 3) Aus diesem Grunde ist zu erwarten, dass man das sicherste Ergebnis im Mähwiesenbau von Wiesenschwingel erreicht, wenn zwei in ihrer Zeitigkeit verschiedene Wiesenschwingelstämme miteinander vermengt angebaut werden. LITERATUR. (1) Knoll, J. G. und Baur, G. 1942. Festuca-Arten. Handbuch der Pflanzenzüch- tung, herausgegeben von Th. Roemer und W. Rudorf 111, p. 357— 369. Berlin. (2) Lundblad, Karl 1934. Svenska Mosskulturföreningens Tidskrift 48, p. 3—lB p. 95—104, p. 203—236 und p. 253—269. (3) Pohjakallio, Onni 1930. Eräiden nurmiheinien kokonaisvalkotähkäisyydestä (Über die Totahveissährigkeit einiger Wiesengräser). Hankkijan Siemen- julkaisu 1930, p. 138—151). Helsinki. (4) .—»— 1932. Sokerien merkityksestä eräiden ruostesienien ravintoaineena (Über die Bedeutung der Zuckerarten als Nahrungsmittel für einige Rostpilze). Acta Agralia Fennica 25. (5) —»— 1936. Valkotähkäisyystutkimuksia Jokioisissa kesällä 1935 (Unter- suchungen über die Weissährigkeit, ausgeführt in Jokioinen im Sommer 1935). Valtion maatalouskoetoiminnan julkaisuja 77. (6) —»— 1936. Untersuchungen über die Weissährigkeit des Wiesenschwingels Maataloustieteellinen Aikakauskirja 8, p. 242—250. (7) ■—)>— 1938. Tuloksia maatalouskoelaitoksen kasvinjalostusosastolla vuosina 1932—1937 suoritetuista nurmiheinien vertailevista kantakokeista (Er- gebnisse der mit Wiesengräsern angestellten vergleichenden Stammver- suche, ausgeführt in den Jahren 1932—1937 in der Pflanzenzüchtungs- abteilung der Landwirtschaftlichen Versuchsanstalt). Valtion maatalous- koetoiminnan julkaisuja 100: (8) —» — 1941. Nurmen perustamistavan ja nurmikasvien kuivuudenkestävyy- den vaikutuksesta niittonurmien tiheyteen ja sadon määrään (Über den Einfluss der Gründungsweise der Mähwiesen und der Trockenresi- stenz der Wiesenpflanzen auf die Bestandesdichte und Ertragsmenge der Mähwiesen). Valtion maatalouskoetoiminnan julkaisuja 114. ÜBER EINIGE ÖKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN 43 (9) Valle, Otto 1933. Tammistossa suoritetun nurmikasvien jalostustyön tähän- astisista tuloksista. Agronomisen yhdistyksen yleisiä julkaisuja 7, p. 44—57. (10) •—»— 1935. Nurmikasvit (Wiesen- und Weidepflanzen). Hankkijan Siemen- julkaisu 1935, p. 67—89, 91— 92. SELOSTUS NURMINATAKANTOJEN ERÄISTÄ EKOLOGISISTA OMINAISUUKSISTA. Onni Pohjakallio Maatalonskoelaitohsen kasvinjalostusosasto , Jokioinen Nurminatakantojen röyhylletulon aikaisuudessa, kortevuudessa ja satoisuudessa on huomattavia eroavaisuuksia. Kortevuus- ja satoisuuseroavaisuudet ovat kuiten- kin suuresti alkukesän kosteussuhteista riippuvaiset. Myöhäisintä tyyppiä olevat nurminatakannat muodostavat poutakesinä hyvin niuksti korsia ja antavat tällöin niittonurmissa suhteellisen pieniä satoja. Kosteina kesinä ne sen sijaan muodostavat korsia runsaasti ja tuottavat suurempia satoja kuin niitä aikaisemmat nurminata- tyypit. Kun Suomen alkukesä on yleensä poutainen, ovat suhteellisen aikaiset nurmi- natatyypit täällä keskimäärin satoisimmat. Nurminadan viljelyksessä niittonurmissa päästäneen kuitenkin parhaaseen tulokseen kylvettäessä kahta aikaisuudeltaan eri- laista nurminatakantaa toistensa sekaan. Aikaisinta Suomen niittonurmiin sovel- tuvaa nurminatatyyppiä edustaa Svalöfin myöhäinen nurminata, verrattain myö- häistä tyyppiä taas Tammiston nurminata. Maatalouskoelaitoksen kasvinjalostus- osastolla Jokioisissa on molempien tyyppien, mutta erityisesti aikaisemman tyypin jalostuksessa tähänastisten koetulosten mukaan saavutettu lupaavia tuloksia.