ÜBER DIE RESISTENZ DER IN FINNLAND ANZUBAUENDEN GETREIDESORTEN GEGEN WEIZENSTEINBRAND UND HAFERFLUGBRAND. E. A. Jamalainen. Landwirtschaftliche Versuchsanstalt, Abteilung für Pflanzenkrankheiten, Tikkurila. Eingegangen am 16. V. 1946 In der Landwirtschaftlichen Versuchsanstalt, Abteilung für Pflanzenkrank- heiten, sind über die Resistenz von aus finnischen Pflanzenzüchtungsanstalten erhaltenen Sommerweizenlinien gegen Steinbrand [ Tilletia caries (DC.) TUL.] Ver- suche angestellt worden, deren Ergebnisse im folgenden wiedergegeben werden. Zugleich werden die in der Abteilung für Pflanzenkrankheiten in den Jahren 1937 1938 ausgeführten Versuche veröffentlicht, in denen die Resistenz verschiedener Hafersorten gegen Ustilago avenue (PERS.) JENS, erforscht wird. Die Steinbrandversuche mit Sommerweizensorten. Die in der Abteilung für Pflanzenkrankheiten in Tikkurila früher ausgeführten Versuche (1) erweisen, dass alle in Finnland allgemeiner angebauten Sommerweizen- sorten steinbrandanfällig sind. Die Versuche umfassten damals auch einige aus der Pflanzenzüchtungsabteilung der Landwirtschaftlichen Versuchsanstalt in Jokioinen sowie aus der Pflanzenzüchtungsanstalt Tammisto von Hankkija erhaltene Som- merweizenlinien, von denen sich der Sommerweizen Kimmo (Linie 05910) als beachtlich widerstandsfähig gegen Steinbrand erwies. Bei den in den Jahren 1943—45 fortgesetzten mit Sommerweizen angestellten Steinbrandversuchen, bei denen mehrere Zehner von Sommerweizenlinien aus Jokioinen und Tammisto zu prüfen waren, war die Versuchsanordnung ähnlich wie bei den früheren Versuchen der Abteilung für Pflanzenkrankheiten (1, p. 10). Von jeder Sorte wurden 60 Körner in 2—4 Kästen gesät. Der Samen wurde vor der Aussaat mit trockenen Steinbrandsporen infiziert. Der bei der Infektion benutzte Steinbrandstamm (Tilletia caries) stammte aus Tikkurila. Die Getreide liess man erst in kühler Temperatur, bei etwa -f- 10° C, auflaufen und verpflanzte sie dann auf den Acker. Die Versuchsergebnisse sind in Tabelle 1 dargestellt. https://c-info.fi/en/info/?token=XY7wD1OawfRyxbUv.YmfvRbprXzAvoTBvO1xtVA.1uwv7N622udaUSWukw-1jN094CvT9XIMEgdYCve879eo_HpqKT_EPbX3fEy7VNyBhhUMHSJ-WdxO6zpuVBjge-SzEaWHpZkH2Jgt31SLQ_raesG6mgZz1l86_G3DAw7GjVUkg10rDfonCVGJscSTWqC1v-QJ8REkwp3MHfoE Tabelle i. Steinbrandversuche mit Sommerweizensorten in den J. 1943—45 Individuen insgesamt StWeizen 1 1943 1944 1 1945 0787 Aurore x Garnet, Jo j 146 05042 Aurore x Garnet, Jo j '< 93 08295 Aurore x Hopea, Jo | 143 100 08297 Aurore X Hopea, Jo | 99 167 02325 Aurore X Hopea, Jo | - 166 0172 Aurore X Pika, Jo | 111 ■—■ 159 05001 Aurore X Pika, Jo | 167 07405 Aurore X Sopu, Jo j - 145 153 Diamant, Schweden t 137 121 178 Diamant 11, Schweden I 129 131 201 0946 Diamant x Hopea, Jo 118 141 197 08632 Diamaift x Hopea, Jo 153 111 180 02471 Diamant x Hopea, Jo 108 189 01974 Diamant x Hopea, Jo 191 01991 Diamant x Hopea, Jo 213 01879 Garnet x Pika, Jo —■ 184 Hopea, Jo ; 136 182 08226 Hopea X Aurore, Jo j 147 02052 Hopea x Aurore, Jo 88 07713 Hopea X Garnet, Jo 155 95 07720 Hopea x Garnet, Jo 95 07940 Hopea x Garnet, Jo 130 07527 Hopea x (Sorte Hankkijan ruskea X Jo- kioinen-Winterweizen) Jo • 127 07549 Hopea (Sorte Hankkijan ruskea X Jokioi- nen-Winterweizen) Jo 112 07600 Hopea X Diamant, Jo 149 01751 Hopea X Diamant, Jo 142 03453 Hopea X Diamant, Jo —■ 124 07682 Hopea X Diamant, Jo 214 04359 Hopea x Reward, Jo 133 01858 Janetzky x Diamant, Jo 186 03510 Janetzky x Diamant, Jo - 182 0123 Kanadisch, Jo 116 172 Kimmo, Ta 132 157 165 0985 Renrew x Sopu, Jo 156 133 Sopu, Jo 130 201 0612 Sopu, Jo 128 09010 Sopu x Diamant, Jo 139 98 187 07477 Sopu X Diamant, Jo 88 192 02903 Sopu X Diamant, Jo - 171 08040 Sopu X Diamant, Jo 168 180 07637 Sopu X Pika, Jo 89 205 08651 Sopu X Pika, Jo 204 Tammi, Ta 155 129 a 2498, Ta 164 a 752, Ta 168 a 1917, Ta 171 a 2115, Ta 165 a 2982, Ta 166 1 Jo = Sorte aus Jokioinen, Finnland; Ta Sorte aus Tammist Brandkranke Individuen % 1943 1944 1945 37.7 2.9 11.9 7 13.2 76.5 12.6 5.7 2.4 1.5 2.0 45.3 12.1 30.3 20.1 12.1 37.6 57.4 36.5 16.2 59.3 53.4 34.3 45.1 71.448.5 64.6 17.7 61.0190 51.6 22.0 16.6 65.4 1 2 5 00.7 9 44.9 3.0 9 9 32.0 15.225.0 0.7 47.4 9.9 42.3 40.8 58.6 23.547.5 0 53.98 16.4 15.(530 46.318.9 45.1 35,5 29,0 30.6 28.1 27.9 48.2 Finnland 35.6 13.3 57 58.2 2.9 ÜBER DIE RESISTENZ DER IN FINNLAND ANZUBAUENDEN GETREIDESORTEN 47 In den Versuchen von 1943 erkrankten am Steinbrand am schwächsten die aus Jokioinen erhaltenen Linien 08295 Aurore x Hopea und 0172 Aurore x Pika. Von den übrigen Sorten zählte der Weizen Kimmo neben dem Weizen Diamant II zu den am leichtesten infizierten, aber auch sie umfassten 25 und 20 % von Stein- brand befallene Individuen. Bei den übrigen Weizen war die Infektion sehr stark. Die Versuche von 1944 litten darunter, dass der Standort infolge der in der Vegetationsperiode reichlich gefallenen Niederschläge durch Wasser beeinträchtigt war. Ein Teil der Individuen ging völlig ein, und die Steinbrandinfektion war schwach. Die Ergebnisse bieten jedoch Vergleichspunkte für die Versuche des vorausgegangenen Und des nachfolgenden Jahres und erweisen, dass der Weizen Kimmo am allerschwächsten infiziert war und dass bei den Linien der Gruppe Aurore (05042 Aurore x Garnet, 08297 Aurore x Hopea und 07405 Aurore x Sopu) die Infektion geringer war als bei den übrigen. Schwach erkrankt war auch die aus Jokioinen herrührende Linie 04359 Hopea x Reward. Bei den Versuchen von 1945 war die Steinbrandinfektion bei dem grössten Teil des Versuchsweizens sehr stark. Um so bedeutender ist die gute Resistenz gewisser Linien gegen Steinbrand. Auch diesmal waren die meisten Linien der Gruppe Aurore sowie ausserdem solche, bei denen bei der Kreuzung die deutsche Sorte Janetzky (Janetzky Früh) als Partnerin gedient hatte, gegen Steinbrand sehr resistent. Der Weizen Kimmo reihte sich nicht den besten Sorten an, erwies sich aber auch jetzt als bedeutend resistenter als die meisten übrigen in die Versuche einbezogenen Sorten. Auf Grund der dargestellten Versuche lässt sich die Steinbrandresistenz ein- zelner Linien nicht endgültig festlegen. Doch mögen sie Fingerzeige für die fort- gesetzte Züchtungsarbeit zur Erlangung steinbrandresistenter Sommerweizen geben. Flugbrandversuche mit Hafersorten. Die Flugbrandresistenz der in Finnland angebauten Hafersorten ist früher von Kitunen (2) untersucht worden, der durch Infektionsversuche nachgewiesen hat, dass in der Flugbrandanfälligkeit der verschiedenen Hafersorten beträchtliche Unterschiede bestehen. Selbst bei den am schwächsten infizierten Sorten ist jedoch durchschnittlich über 30 Prozent Steinbrand aufgetreten, so dass man nicht sagen kann, das Versuchsmaterial habe in dieser Hinsicht Material für Züchtungsarbeit geboten. Später hat Pohjakallio (3 und 4) erwiesen, dass einige Hafersorten und -linien keineswegs oder nur sehr schwach von Haferbrand infiziert worden sind. Solche sind gewesen Lichower Frühhafer, Petkuser Gelbhafer, 094 (Präsident) Jokioinen, Pflugs Frühhafer, Alaska, Primus, Cartier sowie einige in Jokioinen aus Kreuzungen geschaffene Linien, deren eines Elter ein steinbrandresistenter Hafer wie Petkuser Gelbhafer, Präsident oder Alaska gewesen ist. Bei den übrigen Sorten und Linien ist die Infektion beträchtlich, mehrere Zehner Prozent stark gewesen. Über den Anbauwert der als resistent erkannten Linien liegen noch keine hinrei- chenden Angaben vor, vermutlich aber wird ihnen bei der sich fortsetzenden Züch- tungsarbeit Bedeutung zukommen. Die in die Versuche aufgenommenen auslän- E. A. JAMALAINEN48 Tabelle 2. Flugbrandversuche mit Hafersorten in den J. 1937—38 Individuen Brandkranke insgesamt St Individuen %Hafer 1937 1938 1937 1938 32.4Engelbrekt, Schweden 37 Engelbrekt 11, Schweden 51 90 33.3 41.1 Esa, Tammisto, Finnland 58 99 91.4 84.8 Fennia 11, Deutschland 34 83 75.5 94.0 Fyris, Schweden 57 99 5.3 25.3 Guldregn, Schweden 30 104 43.? 76.0 Guldregn 11, Schweden 45 114 68.9 71.1 Jo 0392, Jokioinen, Finnland 44 119 40.9 66.4 Jo 01466, Wermfändischer, Jokioinen, Finnland 97 50.5 Klock, Schweden 72 2.8 Klock 111, Schweden 58 99 19.0 47.5 Kytö, Tammisto, Finnland 31 111 G1.3 92.8 Landshafer aus Ylitornio, Finnland 55 60.0 Leichtenberger Weisshafer, Deutschland 47 96 72.3 C3.6 Orion 11, Schweden 37 90q n 64.9 96.7 Osmo, Tammisto, Finnland 85 95.3 Pellervo, Tammisto, Finnland 33 113 63.6 78.8 Pelso, Tammisto, Finnland 33 108 51.5 88.9 Petkuser Gelbhafer, Deutschland 103 0 Pflugs Frühhafer, Deutschland 57 101 1.8 5.0 Primus, Schweden 88 14.8 Seger, Schweden 41 68 75.6 96.1 Simo, Landwirtschaft. Versuchsanstalt, Finnland 37 95 43.2 72.6 Sirius, Schweden 40 90.900 57.ö Stjärn, Schweden 31 103 C1.3 80.6 Ta 06017, Tammisto, Finnland 57 119 63.7 72.3 77.4Ta 09034, Tammisto, Finnland 53 100 86.0 Tammi, Tammisto, Finnland 56 112 55.4 85.7 Örn, Schweden 65 110 23.1 70.9 dischen Sorten, die auch nach dem Schrifttum (vgl. 5) gegen viele pathogene Rassen des Haferbrandes resistent sind, taugen wegen ihrer Anbaueigenschaften nicht für den Landbaü in Finnland. Die in den Jahren 1937—38 angestellten Versuche der Abteilung für Pflanzen- krankheiten umfassten die am meisten in Finnland angebauten Hafersorten, dar- unter viele, über deren Brandresistenz in Finnland zuvor Angaben fehlten. In den- selben Versuchen wurden auch einige Haferlinien von Jokioinen und Tammisto geprüft. Die Versuche wurden unter Anwendung der REEDschen Methode angeordnet (5, p. 3G5). Der Samen wurde entspelzt und danach infiziert mit trockenem Ustilago avenae aus Tikkurila. Die Versuchshafer liess man auflaufen in Erde, deren Wasser- kapazität etwa 25 % der vollen Wasserkapazität betrug. Das Schossen ging im La- boratorium in einer Temparatur von etwa -|-18 0 C vor sich. Als die Keimlinge die ÜBER DIE RESISTENZ DER IN FINNLAND ANZUBAUENDEN GETREIDESORTEN 49 Erdoberfläche erreicht hatten, erhielten sie Normalbewässerung und wurden nach 14 Tagen auf den Acker verpflanzt. Die Versuchsergebnisse (Tabelle 2) erweisen, dass die gegenwärtig in Finnland allgemein anzabauenden Hafersorten stark haferbrandanfällig sind. Das Infek- tionsprozent belief sich 1938 bei den meisten Hafersorten auf mehr als 50 %. Bei den Sorten Klock, Klock 111, Engelbrekt und Engelbrekt II sowie Fyris zeigte sich der Brand schwächer als bei vielen in Finnland allgemeiner angebauten Hafern. Ebenso verhielt es sich auch in den Versuchen von Kitunen (2, p, 74) mit den Ha- fern Fyris und Klock 111. Die Infektion war sehr schwach bei den Sorten Pflugs Frühhafer und Primus. Bei dem Petkuser Gelbhafer trat kein Brand auf. Die Haferlinien aus Jokioinen und Tammisto waren stark brandanfällig. KIRJALLISUUTTA (1) Jamalainen, E. A. 1941 Über die Steinbrandanfälligkeit verschiedener Weizensorten in Finn- land. Valt. maatalouskoet. julk., 115, p. 1—27. (2) Kitunen, E. 1922 Tutkimuksia kauran nokisienistä ja eri kauralaatujen alttiudesta nokitartun- nalle. Ref. Untersuchungen über den Haferbrand und die Brandanfälligkeit der ver- schiedenen Hafersorten. Suomen maanviljelys-taloudellisen koelaitoksen tiet. julk., J5, p. 1—126. (3) Pohjakallio, O. 1938 Resistensförädling mot Ustilago hos havre. Beretning fra N. J. F:s Kongress i Uppsala, Juli 1938, p. 516—525. (4) —»— 1939 Über die Brandresistenzzüchtung von Hafer. Maataloustiet. Aikakausk., 11, p. 97—107, (5) Roemer, TH., Fucks, W. H. & Isenbeck, K. 1938 Die Züchtung resistenter Rassen der Kultur- pflanzen, p. 1 427 T 2 Taf. Berlin 1938. SELOSTUS SUOMESSA VILJELTÄVIEN VILJA JALOSTEIDEN KESTÄVYYDESTÄ VEHNÄN HAISUNOKEA JA KAURANNOKEA VASTAAN. E. A. Jamalainen Maatalouskoelaitoksen kasvitautiosasto, Tikkurila Maatalouskoelaitoksen kasvitautiosastossa vv. 1943—45 suoritetut kokeet kevätvehnäjalosteiden haisunoen [Tilletia caries (DC.) TUL.] kestävyydestä osoittavat (taulukko 1), että lievimmin saastu- neita olivat eräät Maatalouskoelaitoksen kasvinjalostusosaston linjat, joiden risteytyksessä oli käytetty Aurore- ja Janetzky-kevätvehnälajikkeita sekä TammistonKimmo-kevätvehnää, Kauralla vv. 1937—38 suoritetut kokeet (taulukko 2), osoittivat, että Suomessa yleisesti viljellyt kaurajalosteet ovat voi- makkaasti alttiita Vstilago aveuae (PERS.) JENS -noelle.