OBER DIE MÖGLICHKEITEN DER ZUCHTUNGSARBEIT IN LAUFSTÄLLEN Mikko Vako Zentrale fiir landwirtschajtliche Forschung, Ahteilung fiir Haustierziichtung, Tikkurila Eingegangen October 29, 1958. Einleitung Nach dem landwirtschaftsstatistischen Monatsbericht Nr. 3/1958 des Statisti- schen Biiros der Landwirtschaftsvenvaltung gab es in Finnland im Winter 1956/57 269 Kontrollherden mit einem Laufstall. Die Mänge ist im Vergleich mit der Gesamt- zahl der Kontrollherden gering, aber es ist möglich, dass die billige Bauweise der Laufställe und ihr geringer Arbeitsaufwand je Tierhaltungseinheit (Gutachten 11955 des Ausschusses fur Kuhställe, 8) in Zukunft zu ständiger Verhäufigung des Laufstallsystems fiihren werden. Insbesondere diese Sachverhalte sind bei grösseren, mit fremder Arbeitskraft gepflegten Herden von Bedeutung. Da das Laufstallsystem somit Voraussetzungen fiir das Fortbestehen grosser Herden unter den heute fur sie recht schwierigen Verhältnissen zu schaffen vermag, interessiert das Laufstallsystem insbesondere auch den Viehziichter, fiir den die Möglichkeiten des Gelingens seiner Arbeit bei grossen Herden besser sind als bei kleinen. Aber auch an sich ist die Verhäufigung des Laufstallsystems ebenfalls vom Standpunkt der Ziichtungsarbeit aus von Belang, da der Laufstall sogar in mancher Hinsicht eine neuartige Um- gebung fiir die Milchkiihe bedeutet. Es ist daher natiirlich, dass das Problem der Beibehaltung des Laufstallsystems auch mit dem Auge des Viehziichters zu betrachten ist, und deswegen ist es in der nachstehenden Untersuchung darauf angekommen, eine Antwort zu erhalten auf die Frage, welchen Einfluss der Lauf- stall auf die Erfolgsmöglichkeiten der Ziichtungsarbeit ausiibt. Die bisherigen Untersuchungen iiber den Laufstall haben ausschliesslich der Fattening, der Pflege, dem Gedeihen und dem Gesundheitszustand der Tiere, der Bauweise und den Baukosten, der Milchhygiene und ähnlichen Sachverhalten gegolten. Doch lassen sich auch aus ihren Ergebnissen schon einige Schlusse über eine etwaige Bedeutung des Laufstallsystems fur die Ziichtungsarbeit ziehen. Da die Erfolgsmöglichkeiten der Zuchtwahl durch die Gleichmässigkeit der Umgebung https://www.c-info.fi/en/info/?token=nBwY9ME11Oa9pulw.zapp8-R2Lapdq5UlASuAEw.zuh7dW1Ony73L9UEm3K3cur0awLsZMZ_QMSL9jor6Lk7rWnKc9zuGXEby4KFTct08s3xmlsLmALROYT6mRGusmegUUTERMhp41Yu0mIMhYGMnjuwtgPDnEFdR7fSoiyVp0wwUTYL4iSpdylHGRw-hB6HiIO6cGnz 68 beträchtlich gesteigert werden, wäre anzunehmen, das freie Fiitterungssystem des Laufstalles triige dazu bei, dass sich, die individuellen Neigungen der Tiere besser auswirken könnten als bei der Einzelfiitterungsweise der VVarmställe. Bedeutet doch das freie Erhalten des wichtigsten Grundfutters zweifellos Gleichmässigkeit der Umgebung. Wie aber Poijärvi (9) bemerkt, setzt Gleichmässigkeit geniigend reichliche Futtermengen voraus, damit die schwächeren und auch die unterdriickten einzelnen Tiere ihren Anteil an den verschiedenen Futtermitteln bekämen. Ausser dem Ausgleichen der Umwelt kann auf die Möglichkeiten der Zucht- wahl auch der offenbar giinstige Einfluss des Laufstalles auf Gesundheit, Frucht- barkeit und Behaglichkeit der Tiere hebend einwirken, auf Umstände, die die Beurteilungsmöglichkeiten der Produktionsneigungen mittelbar steigern können. Bei den von Witzeland und Heizer (16) veröffentlichten Laufstalluntersuchungen in der Versuchswirtschaft der Universität Wisconsin ist festgestellt worden, dass viele Krankheiten u.a. Euterentziindungen, wie auch Verletzungen beim Hinuber- wechseln zum Laufstall zuriickgegangen sind. Insbesondere bösartige Fälle sind in Laufställen selten gewesen. Schropp und Lohner (13) erwarten sogar ein Ver- längem des Nutzungsalters als Folge eines guten Gesundheitszustandes und guter Fruchtbarkeit. Eine vorteilhafte Wirkung des Laufstalles auf die Gesundheit der Tiere haben auch Schneider und Rosenhahn (12) dargestellt, obgleich sie wegen der kurzen Dauer der Versuche eine endgiiltige Schlussfolgerung fiir verfriiht halten. Heizer u.a. (4) haben erkannt, dass der Laufstall Verletzungen stark herabsetzt und auch die Gesundheit in Laufställen besser als inWarmställen gewesen ist, obschon sie nicht annehmen, dass das Stallsystem an sich signifikant auf das Erscheinen von Krankheiten hinwirke. Nicht in alien Fällen sei ein Unterschied in Gesundheits- zustand der Tiere bei den verschiedenen Kuhstallsystemen wahrgenommen worden (3). Dagegen hat Hansen Larsen (3) festgestellt und dieselbe Beobachtung hat man auch bei den Versuchen in Wisconsin gemacht —, dass das Erkennen der Brunst im Laufstall leichter als im Warmstall ist. Doch ftihrt das nach Hansen Larsen nicht zu Trächtigkeitsunterschieden zwischen den verschiedenen Kuhstall- typen. Aber besonders die neuere Laufstallforschung ist grösstenteils recht allge- mein zu den Schlussfolgerungen gekommen, dass der Laufstall sich in der Abnahme der Verletzungen, der Gesundheit und Fruchtbarkeit der Tiere gunstig auswirkt, was aus der Literaturubersicht von Angus und Barr (1) hervorgeht. Und des wei- teren betonen auch die einheimischen praktischen Beobachtungen wenn auch auf Grund nicht langer Erfahrung —, insbesondere die gute Gesundheit und Frucht- barkeit der Tiere (2). Die im allgemeinen vielleicht etwas zuriickhaltende Einstellung der Viehziichter gegeniiber dem Laufstallsystem mag grossenteils darauf beruhen, dass das Erreichen kilogrammässiger Spitzenerfolge im Laufstall schwieriger als unter den kontrollierten Fiitterungsverhältnissen des Warmstalles sein durfte. Unter den in Finnland all- gemein herrsschenden Futterungsverhältnissen verursacht jedoch das Übergehen zum Laufstallsystem an sich vvohl kein Zuruckgehen der Leistungen. Bei den weiter oben angefuhrten L'ntersuchungen an der Universität Wisconsin hat derartiges zum mindesten nicht beobachtet werden können. Auch die einheimischen Unter- suchungen (10 und 11) weisen in dieselbe Richtung. Nach der Statistik des oben- 69 genannten Monatsberichtes der Landwirtschaftsverwaltung scheint das Leistungs- niveau der Laufställe auch annähernd gleich hoch wie das der Kontrollherden durch- schnittlich. Der beobachtete kleine Unterschied von 69 Milchkilogramm kann nämlich darauf beruhen, dass zum Laufstallsystem Kontrollherden mit geringerer als durchschnittlicher Leistung iibergegangen sind. Es scheint also, dass der gegen- wärtige Leistungsstand bei Laufställen trotz geringer Zunahme des Futterverbrauchs beibehalten werden kann (16 und 11). Der Sachverhalt wiederum, dass fiir das Erreihen von Spitzenleistungen in den Laufställen weniger Möglichkeiten als im Warmstall bestehen, ist vom Standpunkt des Gelingens der Ziichtungsarbeit aus nicht wichtig, da das Auffinden wertvoller Zuchttiere bei Anwendung der heutigen relativen Beurteilungsweise auch bei mittelmässigem, ]a sogar bei unterdurch- schnittlichem Leistungsstand möglich ist (15). Material Als Untersuchungsmaterial sind Leistungen von 129 Kiihen benutzt worden, fiir die Leistungsangaben von wenigstens zwei regelmässigen Erzeugungsjahren beiderseits des Jahres, in dem sich der Übergang zum Laufstall vollzogen hat, zur Verfiigung gestanden haben. Von den Kiihen gehörten 76 zu der Ayrshirerasse und 53 zu dem finnischen Landvieh. Die Ayrshirekiihe verteilen sich auf 17 und die finnischen Landkiihe auf 21 Herden, so dass an untersuchten Tieren je Herde durchschnittlich bei jener Rasse 4.5 und bei dieser 2.5 vorhanden waren. Die Kiihe hatten während der Warmstallzeit zusammen 393 oder im Mittel je Kuh 3.0 Lei- stungen und wahrend der Laufstallzeit entsprechend zusammen 328 und im Mittel 2.5 Leistungen. Zweck der Untersuchung ist es gewesen, durch Berechnen des Anteils der zwischen den Individuen bestehenden Varianz an der Gesamtvarianz der Leistungen fiir dieselben Tiere, einerseits im Warmstall und anderseits im Laufstall, herauszustellen, ob sich die Individuen ungleichwertiger Produktions- fähigkeit im Laufstall ebenso deutlich wie im Warmstall voneinander unterscheiden. Die Kiihe sind beim Übergehen in den Laufstall durchschnittlich 8.6 Jahre alt gewesen, aber die verschiedenen Tiere haben im Alter sehr stark gewechselt. Die jiingste Kuh war im Übergangsjahr fiinf Jahre alt, wahrend die ältesten Kiihe fiinfzehnjährig waren. Das mittlere Alter betrug in der Warmstallzeit 6.8 und im Laufstall 10.6 Jahre. Bei Berechnung der zwischen den Individuen bestehenden Varianz befinden sich die Laufstall]ahre in ungiinstigerer Lage, da die Tiere damals viel älter als bei ihrem Aufenthalt im Warmstall gewesen sind. Da Unregelmässig- keit und Anfälligkeit fiir mancherlei Krankheiten mit dem Alter stark zunehmen, ist es als zweckmassig angesehen worden, die unregelmässigen Jahre von den Be- rechnungen auszuschliessen. Infolge der Ungleichaltrigkeit der Kiihe im Augen- blick des t)bergangs ist es auch als notwendig erachtet worden, in den Berech- nungen fiir die Milchleistungen korrigierte Werte anzuwenden, in denen man die durch die Ungleichaltrigkeit verursachte innerhalb des Individuums bestehende Varianz auszugleichen versucht hat, damit beim Vergleich der Ergebnisse wirklich nur der etwaige Einfluss des Übergangs in den Laufstall hervorträte. Fiir den 70 Zweck haben keine fertigen Berichtigungszahlen zur Verfiigung gestanden, da die von Lonka (5 und 6) berechneten Koeffizienten nur fiir den Ausgleich der Jugend- jahre zu den Leistungen des vollen Alters ausreichen. Bei dem jetzt zu bearbeitenden Material von Riihen hat dagegen das Alter im Warmstall zwischen 3 und 14 und im Laufstall zwischen 6 und 19 Jahren gewechselt, trotzdem versucht worden ist, in sehr hohem Alter gegebene Leistungen dadurch zu vermeiden, dass aus der Lauf- stallzeit höchstens fiinf Leistungen in die Untersuchung einbezogen worden sind. Auch der Sachverhalt, dass Lonkas Koeffizienten auf die Anzahl der Kalbungen gegriindet sind und bei dem jetzt in Rede stehenden Material das Alter der Tiere häufiger bekannt ist als die Anzahl der Kalbungen, zwang dazu, zu neuen, auf das Alter gegriindeten Koeffizienten zu greifen. Da der Vergleich der Individuen in der Untersuchung, wie bei uns auch in der Viehkontrolltätigkeit, mit prozentualen relativen Leistungen vor sich gegangen ist, sind als Berichtigungszahlen folgende zwischen den relativen Leistungen bestehende Unterschiede angewandt worden, die auf die Leistungen zugesetzt diese ausgleichen, so dass die den Leistungen neun- jähriger Kiihe entsprechen. Diese Berichtigungszahlen griinden sich auf die Mittel- werte der Leistungen von 31 342 ungleichaltrigen Ayrshire- und 17 156 finnischen Landkiihen. Alter 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 Av 19 1->Ijj- " "6 3 2 10 1 2 5 8 12 15 18 21 25 29 Es ist zuzugeben, dass die Berichtigungszahlen der höheren Altersklassen un- gönau sein mögen, da die Anzahl der Individuen dieser Altersklassen gering gewesen ist. Trotzdem ist es nicht erwiinscht gewesen, auch nur so alte Tiere von dem ge- ringen Untersuchungsmaterial auszuschliessen. Da es der Zweck der Untersuchung ist, nur die Beurteilungsmöglichkeiten der- selben Tiere, einerseits beim Laufstall und anderseits beim Warmstall, zu ver- gleichen, und da die Untersuchung mit relativen Leistungen vor sich geht, ist das Material als Ganzheit behandelt worden, ohne der Rasse der Tiere Aufmerksamkeit zuzuwenden. Dies ist auch darum möglich gewesen, weil das Untersuchungsmaterial nur zwei Mischherden enthält und weil sich unsere heiden Rassen mit Ausnahme des Leistungsstandes sehr wenig voneinander unterscheiden. Doch sind zur Über- priifung dieses Sachverhaltes einige Ergebnisse auch nach Rassen berechnet worden. Das Eliminieren der Umweltunterschiede wiederum ist unter Anwendung der relativen Leistungen am besten geschehen, da in das Material auch Herden ein- gehen, von denen nur ein Tier in die Untersuchung einbezogen worden ist. Ergebnisse Das in Tabelle 1 dargestellte Ergebnis der Varianzanalyse erweist, dass der Anteil der zwischen den Riihen bestehenden Varianz mit sehr grosser statistischer Zuverlässigkeit beim \\rarmstall 52.3 und beim Laufstall 53.8 % von der Gesamt- yarianz der Leistungen ausgemacht hat. Der Ebergang in den Laufstall hat somit 71 Tabelle 1. Varianzanalyse iiber die zwischen den Individuen bestehende Varianz der relativen Milch- leistungen beim Warm- und Laufstall. Frei- I'rsache der Varianz heits- Varianz Mittelwert Streu- grade 96.4 » » » 97.6 » »11 » » » 84.6 » » » 95.1 » » 12 » )> » 90.0 » » » 97.7 » ’) Zuverlässigkeit folgendermassen angegeben: P < 0.001 = (3); P < 0.01 = (2); P < 0,05 = (i) 72 Bei jeder Altersklasse ist die Regelmässigkeit im Laufstall besser als im Warm- stall gewesen. Der durchschnittliche Unterschied der Regelmässigkeitsprozentsätze in den Leistungen dieser Altersklassen belief sich auf 6.1 2.6 %, so dass der Unterschied zugunsten des Laufstalles so gross wie der doppelte mittlere Fehler ist. Er ist also nicht ganz signifikativ, weist aber doch auf die Möglichkeit hin, dass der Laufstall einen positiven Einfluss auf die Regelmässigkeit der Tiere aus- iiben mag, mit anderen Worten auf normales Trächtigwerden und einen guten Gesundheitszustand hinwirken kann. Diese Auffassung lässt sich ferner dadurch stiitzen, dass auch noch bei diesem Material das Durchschnittsalter beim Laufstall etwas höher als beim Warmstall war, nämlich bei jenem 9.9 und bei diesem 9.3 Jahre ausmachte. Das weiteren sei angefiihrt, dass, während das Durchschnittsalter der Tiere zur Zeit der regelmässigen Leistungen beim Warmstall 6.7 und beim Laufstall 10.5 Jahre betrug, ihr durchschnittliches Alter in unregelmässigen Jahren beim Warmstall 8.6 und beim Laufstall 12.4 J. ausmachte. Diese erweist, dass die LTnre- gelmässigkeit wirklich recht stark mit dem Alter zunimmt. Da die Regelmässigkeit trotzdem beim Laufstall, wie oben festgestellt, sogar besser als beim Warmstall gewesen ist, trotz dem um vier Jahre höheren Durchschnittsalter, weist auch dies auf die positive Wirkung des Laufstalles in der in Rede stehenden Beziehnng hin. Gerade die grössere Regelmässigkeit der Tiere im Laufstall gegeniiber dem Warm- stall mag eine der mittelbaren Ursachen dessen sein, dass auch die Beurteilungs- möglichkeit der Neigung zur Milchproduktion beim Laufstall wenigstens gleich gut wie beim Warmstall ist. Um die Bedeutung der obendargestellten Zahlen fiir die Regelmässigkeit der Tiere im Warmstall und im Laufstall noch anschaulicher zu machen, seien ver- gleichshalber einige Zahlen dargestellt, die erweisen, dass bei einigen Ay-Herden, die Kiihe von 50 Tonnen hervorgebracht haben, die Zahl der unregelmässigen Leistungen mit zunehmendem Alter steigt. Bei einem Vergleich des Anteils der unregelmässigen Leistungen an alien in einem Alter von höchstens neun Jahren hervorgebrachten Leistungen mit der relativen Unregelmässigkeit der oberhalb der genannten Altersgrenze gelegenen Leistungen war zu erkennen, dass die Unre- gelmässigkeit der jungen Jahre insgesamt 13 901 Leistungen 9.97 % und die der älteren Jahre insgesamt 5 879 Leistungen 17.79 % ausmachte. Der Unterschied 7.8 0.6 % ist sehr signifikant und verleiht als Vergleichsgrund den oben dargestellten Zahlen, die den giinstigen Einfluss des Laufstalles auf die Regel- mässigkeit spiegeln, eine recht starke Stiitze. Die Verteilung der Leistungen dieses Materials auf eine Gruppe von höchstens neunjährig und auf eine andere von mehr als neunjährig hervorgebrachten Leistungen entspricht annähernd der Verteilung der Leistungen auf die Gruppen der ungleichaltrig erreichten Leistungen im Warm- stall und im Laufstall. Der Altersunterschied der Gruppen wird hier jedoch grosser und das Ergebnis in seiner Gesamtheit klarer, als es bei dem Untersuchungsmaterial möglich ist. Die Wirkung des Übergangs in den Laufstall auf die Beurteilungsmoglichkeiten des Fettgehaltes der Milch ist ebenfalls untersucht worden, und zwar auf Grund des relativen Fettgehaltes, d.h. des Unterschiedes zwischen dem Fettprozent des 73 Taholle 2. Varianzanalyse iiber die zwischen den Individuen bestehende Varianz des Fettgehaltes beim Warmstall und beim Laufstall I'rsache der Varianz Krei- Varianz Mittel- Streuung heits- wert grade ) 2.82 innerhalb der Individuen III!» 3.136 28.28 1.77 Einzeltieres und dem durchschnittlichen Fettprozent der Herde. Dabei ist es aber nicht als notwendig angesehen worden, zum Ausgleich der auf der LTngleichaltrig- keit beruhenden Unterschiede Berichtigungen vorzunehmen, da der Fettgehalt der Milch sich mit zunehmenden Alter recht geradlinig und wenig verändert (5). Das aus den Fettgehalten berechnete Ergebnis der Varianzanalyse ist aus Tabelle 2 zu ersehen. Wahrend die zwischen denselben Individuen bestehende Varianz beim Warmstall, aus den als Zehntel des Fettprozentsatzes ausgedriickten relativen Prozentsätzen berechnet, 63.87 % betrug, machte sie beim Lausftall 71.72 % der Gesamtvarianz des Fettgehaltes aus. Die guten und die schlechten Tiere unter- scheiden sich voneinander also im Laufstall wenigstens ebenso gut wie im Warm- stall. Scheint es doch, dass das Ausgleichen der Umwelt beim Übergang zum Lauf- stall sogar zur Erleichterung und Sicherung der Zuchtwahl fiiren kann. Aus den Mittelwerten fiir die Fettgehalte der Warm- und der Laufstallzeit ist zu ersehen, dass das Abnehmen des Fettgehaltes durchschnittlich nur 0.142 % ausgemacht hat. Diese Veränderung ist in Anbetracht der Gesamtstreuung wie auch der zwischen den Individuen bestehenden Streuung recht gering, und sie durch Berichtigung auszugleichen, ist aus den friiher angegebenen Griinden somit nicht notwendig gewesen. Auch nach getrennter Berechnung fiir beide Rassen ist der Anteil der zwischen den Individuen bestehenden Varianz an der Gesamtvarianz beim Laufstall wenig- stens ebenso gross wie beim Warmstall gewesen. Bei den Ayrshirekiihen belief er sich beim Warmstall auf 58.5 % und beim Laufstall auf 72.2 %. Bei den finnischen Landkuhherden waren die entsprechenden Zahlen 70.6 und 71.9%, so dass die durch den Übergang zum Laufstall verursachte Veränderung bei der finnischen Landherde geringer als bei der Ayrshireherde scheint. Ferner erhebt sich die Frage, ob sich wohl die einzelnen Individuen gegeniiber der auf den Übergang zum Laufstall folgenden Wandlung der Umwelt auf ver- schiedene Weise erhalten. Mit anderen Worten, könnte es möglich sein, dass die Kangordnung der Individuen im Laufstall eine andere als im Warmstall wäre, da die verschiedenen Neigungen unter so andersartigen Verhältnissen auf das Gedeihen 74 Tabelle 3. Die Varianz der Einzeltiere beim Warm- und La ufstali. Ursache der Varianz Freiheits- Varianz grade Milchleistung Fettprozent ') ai % ai % Gesamtvarianz 515 322.04!» 100.0 10.783 100.0 zwischen den Individuen 128 133.201 41.4 ( 3) 5.912 54.8 (*) zwischen den Kuhställen I 1.413 13.1 ('■') Wechselwirkung 128 26.881 8.3 (>) 0.177 1.6 (°) innerhalb der Klassen 258 161.967 50.3 3.281 30.4 *) Nur zwei Leistungen in der Klasse. der Individuen im gegenseitigen Wettbewerb einwirken können. Die Bedeutung dieses Sachverhaltes ist durch Berechnen der Korrelation der Mittelwerte fiir die im Warmstall und die im Laufstall erzielten Leistungen beurteilt worden. Als Wert dieser Korrelation ergab sich bei Berechnung aus den relativen Milchleistungen r == 0.48 und bei Berechnung aus den relativen Fettprozentsätzen r = 0.68. Da bei theoretischer Berechnung in Anbetracht dessen, dass es im Warmstall je Tier etwa 3 und je Laufstall etwa 2.5 Leistungen gegeben hat, die Korrelationen etwas grosser, bei den Milchleistungen von der Grössenordnung 0.7 und beim Fettgehalt von einer solchen wie 0.8, hätten sein solien, kann angenommen werden, dass die Rangordnung der Tiere im Laufstall einigermassen andere als im Warmstall wäre. Ein etwaiges verschiedenes Verhalten der einzelnen Tiere gegeniiber den ver- schiedenen Kuhstalltypen ist auch durch eine Varianzanalyse des gesamten Mate- rials, deren Ergebnis in Tabelle 3 wiedergegeben ist, ebenfalls untersucht worden. Es scheint, als reagierten die verschiedenen Individuen in Hinsicht auf die Milchleistungen wirklich auf verschiedene Weise auf die durch den Übergang zum Laufstall verursachte Wandlung der Umwelt. Zwischen den einzelnen Tieren sind wirkliche LT nterschiede im Gedeihen festzustellen, aber ihre Rangordnung kann bei den verschiedenen Kuhstalltypen einigermassen verschieden sein. Da jedoch die Ursache dessen, dass das Gedeihen der Kiihe bei den verschie- denen Stalltypen verschieden ist, auch eine auf verschiedener Entwicklung der einzelnen Tiere beruhende Veränderung der Rangordnung mit zunehmendem Alter Tabelle 4. Entwicklung der Durchschnittsleistungen der Herden beim Übergang zum Laufstall. Warmstalljahre Übergangs- Laufstalljahre Das voi- Das jahr Das Das letzte letzte erste zweite Milch 3530 3.341 3662 3457 3540 Fettprozent 4.31 4.36 4.'IT 4.33 4.37 Lebendgewkht 409 4111 42K 430 434 75 sein kann (14), ist eine griindlichere Darlegung dieser an sich interessantenund auch wichtigen Frage bei dem gegenwärtigen kleinen Material nicht als notwendig erachtet worden. Endlich sei Tabelle 4 iiber die Entwicklung der Durchschnittsleistungen der Herden beim Übergang zum Laufstall dargestellt. Aus ihr ist zu ersehen, dass das Hiniiberwechseln zum Laufstall keinen deutlichen Einfluss auf die durchschnitt- lichen Leistungen ausgeiibt hat. Die gesamte Anzahl der Kiihe der Herden belief sigh in der Warmstallzeit auf 701 und beim Laufstall auf 630. Schlussfolgerungen Die Wirkung des Übergehens zum Laufstallsystem auf die Möglichkeiten zur Beurteilung der Produktionsneigungen der Kiihe wurde bei 129 zu 36 Herden gehörenden Kiihen untersucht, fiir die ganzjährige Leistungsangaben aus wenigstens zwei dem Übergangsjahr vorausgegangenen Kontrolljahren der Warmstallzeit und aus wenigstens zwei Jahren der darauffolgenden Laufstallzeit verfiigbar gewesen Avaren. Die Untersuchung erfolgte durch Berechnen des Anteils der zwischen den Individuen bestehenden Varianz an der Gesamtvarianz sowohl der relativen Milch- leistungen als der relativen Fettgehalte gesondert fiir die im Warmstall und fiir die im Laufstall erzielten Leistungen der regelmässigen Jahre. Die Milchleistungen Avurden durch Koeffizienten auf den Leistungsstand 9jähriger Tiere ausgeglichen. Das Alter der Kiihe belief sich im Übergangsjahr durchschnittlich auf 8.6 Jahre, wobei die jiingste 5 und die älteste 15 Jahre alt war. Im Warm- stall wechselte das Alter zwischen 3 und 14 und im Laufstall zwischen 6 und 19 Jahren. Der Anteil der zwischen den einzelnen Tieren bestehenden Varianz an der Gesamtvarianz der Milchleistungen betrug im Warmstall 52.3 und im Laufstall 53.8 % und entsprechend an der Gesamtvarianz des Fettgehaltes im Warmstall 63.9 und im Laufstall 71.7 %, so dass der Übergang zum Laufstall die Beurteilungs- möglichkeiten fiir die Leistungen der Kiihe wenigstens nicht verschlechtert hat. Der Anteil der regelmässigen Jahre mit anderen Worten, der Jahre, in denen das Tier gesund gewesen ist und in Zwischenraumen von höchstens 15 Muna- ten gekalbt hat an alien Jahren belief sich beim Warmstall auf 95.3 i 1.1 und beim Laufstall auf 96.7 i 1.0. Da das durchschnittliche Alter der Kuhe beim Warmstall 6.8 und beim Laufstall 10.6 Jahre betrug, kann die Regelmässigkeit beim Laufstall als sehr gut angesehen werden. Bei den Altersklassen B—l2,8 —12, zu denen Tiere sowohl in der Warmstall- als in der Laufstallzeit gehören, war die Regel- mässigkeit im Laufstall um 6.1 J 2.6 Prozenteinheiten besser als im Warmstall. Aus den Ergebnissen kann wohl geschlossen werden, dass das Übergehen zum Laufstallsystem die Möglichkeiten der Zuchtwahl gegenuber dem Warmstallsystem nicht erschwert, sondern eher vielleicht verbessert. Die Rangfolge einer und derselben Tiere kann im Laufstall eine andere als im Warmstall sein. Bei den untersuchten Herden ist der Leistungsstand im Laufstall derselbe wie im Warmstall geblieben. 76 literaturvf:rzf:ichnis (1) Angus, R. C. & Barr, W. L. 1955. An appraisal of research literature dealing with loose and con- ventional dairy cattle housing: A Review. J. dairy Sci. 38: 391 —406. (2) Björkenheim, L. 1955. Parsinavetasta pihattoon. Helsinki 1955. (3) Hansen-Larsen, L. 1956. Forsog med bäsestalde og 1osdriftsstaide 195 U 1956, 294. beretning fra forsogslaboratoriet, Kobenhavn 1956. Ref. Zuchtungskunde 29: 139—140. (4) Heizer, E. E., Smith, V. R., and Zehner, C. E. 1953. A Summary of Studies comparing stanchion and loose housing barns. J. Dairy Sei. 36: 281 —292. (5) Lonka, T. 1943. Lypsykarjan siitosvalinnasta eri ikäkausina, Ref, Über die Zuchtwahl des Milch- viehs in den verschiedenen Altersperioden. Acta agr. fenn. 54: 1 172. (6) -—»— 1945. Lypsykarjan siitosarvostelusta poikkeuksellisen huonoissa ruokintaoloissa. Ref. Über die Zuchtwahl des Milchviehs unter ungewohnlich schlechten Futterungsverhält- nissen. Valt.maatal.koetoim. julk. 125: 1—47. (7) Maataloushallitus, tilastotoimisto 1958. Maataloustilastollinen kuukausikatsaus N:o 3: 44—45. (8) Navettatoimikunnan mietintö I 1955. Pihattojärjestelmä ja parsinavetan muuttaminen pihatoksi. Helsinki 1955. (9) Poijärvi, 1., 1952. Eräistä pihatto- eli karsinanavettajärjestelmän välttämättömistä edelly- tyksistä. Karjatalous 28: 371—374. (10) —*— 1953. Pihattojärjestelmän tarkastelua koetulosten valossa. Ibid. 29: 379—384 & 419—424. (11) —»— 1955. Rehunkulutuksesta sekä tuotannosta pihatossa ja parsinavetassa. Ibid 31: 81—86. (12) Schneider, F. & Rosenhahn, W. 1955. Der Freiluftstall in seiner Bewährung. Zuchtungskunde 26: 70—81. (13) Schropp, W. & Lohner, J. 1957, Vorläufige Betrachtungen der bisherigen Offenstallversuchs- ergebnisse bei Milchvieh auf dem Veitshof. Zuchtungskunde 29: 105—115. (14) Varo, M. 1952. Tutkimuksia karjanjalostuksen tehostamismahdollisuuksista erityisesti sonnien valintaa silmälläpitäen. Ref. Untersuchungen über die Steigerungsmöglichkeiten der Viehziichtung unter besonderer Berucksichtigung der Bullenauslese. Acta agr. fenn. 77: 1—156. (15) — »— 1958. Über die Brauchbarkeit unserer Bullenwerte auf den verschiedenen Leistungsstufen. Ibid. 89, 4: I—3l. (16) Witzeland, S. A. & Hkizer, E. E. 1953. Loose housing or stanchion type barns for dairy cattle? Agricultural experiment station, University of Wisconsin, Madison, Bull. 503, 1953, 1—24. SELOSTUS: JALOSTUSVALINNAN MAHDOLLISUUKSISTA PIHATOISSA Mikko Varo Kotieläin jalostuslaitos, Tikkurila Pihattojärjestelmään siirtymisen vaikutusta lehmien tuotantotaipumusten arvostelumahdolli- suuksiin tutkittiin 36 karjaan kuuluvalla 129 lehmällä, joilta oli saatavissa koko vuoden tuotostiedot vähintään kahdelta tarkkailuvuodelta siirtymisvuotta edeltäneeltä parsinavetta- ja sitä seuranneelta pihattokaudelta. Tutkimus suoritettiin laskemalla yksilöidenvälisen muuntelun osuus sekä suhteellisten maitotuotosten että suhteellisten rasvapitoisuuksien kokonaismuuntelusta erikseen parsinavetassa ja pihatossa säännöllisten vuosien tuotoksista. Maitotuotokset tasoitettiin korjausluvuin 9-vuotiaiden tuotoksia vastaaviksi. Lehmien ikä siirtymisvuonna oli keskimäärin 8.6 vuotta nuorimman ollessa viisi-, vanhimman viisitoistavuotias. Parsinavetassa oli iän vaihtelu 3—14 ja pihatoissa 6—19 vuotta. Lehmienvälisen 77 muuntelun osuus maitotuotosten kokonaismuuntelusta oli parsinavetassa 52.3 ja pihatossa 53.8 %, ja vastaavasti rasvapitoisuuden kokonaismuuntelusta parsinavetassa 63.9 ja pihatossa 71.7 %, joten pihattoon siirtyminen ei ole ainakaan huonontanut lehmien taipumusten arvostelumahdollisuuksia. Säännöllisten vuosien toisin sanoen vuosien, jolloin eläin on ollut terve ja poikinut enintään 15 kuukauden väliajoin osuus kaikista vuosista oli parsinavetassa 95.3 i 1.1 ja pihatossa 96.7 1.0. Kun lehmien keski-ikä parsinavetassa oli 6.8 ja pihatossa 10.6 vuotta, voidaan säännöllisyyttä piha- tossa pitää erittäin hyvänä. Ikäluokissa B—l2, joihin kuului eläimiä sekä parsinavetta- että pihatto- kaudella, oli säännöllisyys pihatossa 6.1 i 2.6 prosenttiyksikköä parempi kuin parsinavetassa. Tuloksista voitanee päätellä, että pihattojärjestelmään siirtyminen ei vaikeuta, vaan pikemmin- kin ehkä parantaa, jalostusvalinnan mahdollisuuksia parsinavettajärjestelmään verrattuna. Samojen eläinten arvojärjestys saattaa olla pihatossa jossakin määrin toinen kuin parsinavetassa. Tutkituissa karjoissa on tuotostaso pysynyt pihatossa samana kuin parsinavetassakin.