DIE ENTWICKLUNG DER RATIONALISIERUNG DER LAND- WIRTSCHAFT IN DEN LETZTEN 15 JAHREN IN FINNLAND 1) Martti Sipilä Työtehoseura (Verein zur Rationalisierung der Arbeit), Helsinki Die Periode vom Beginn der 50er Jahre bis heute wurde für die finnische Land- wirtschaft durch eine intensive Suche nach neuen Linien gekennzeichnet. Sie war zugleich ein Vormarsch der industriellen Gesellschaft, wodurch die Landwirtschaft genötigt wurde, auch ihre künftigen Möglichkeiten festzulegen. Wesentlich für diesen Zeitabschnitt waren intensive Mechanisierung, sinkende Zahl der Landbe- völkerung, Streben nach intensiverem Anbau, Überproduktion an tierischen Produk- ten, in ersten Linie an Milch, preispolitische Lenkung der Produktion unter Berück- sichtigung der Gesamtproduktion des Landes und auch regionaler Gesichtspunkte, sowie Neigung zu einer kräftigen Betonung des Beratungswesens, in den letzten Jahren vornehmlich einer wirtschaftlichen und die kombinierte Land- und Forst- wirtschaft als ein Ganzes sehenden Beratung. Die Mechanisierung der Landwirtschaft ist einer der wesentlichsten Züge der Entwicklung der letzten Jahrzehnte. Sie beginnt oft mit der Änderung der Zug- kraft. Die Zahl der Pferde in der Landwirtschaft hat abgenommen und die der Schlepper entsprechend zugenommen. Pferde Insgesamt Arbeitspferde Schlepper 1950 409 000 347 000 15 000 1955 313 000 288 000 45 000 1960 244 000 225 000 85 000 1964 207 300 186 900 120 000 'Vortrag, gehalten in Bad Kreuznach, BRD, 1965. https://www.c-info.fi/en/info/?token=bymKcr0klI59GsEB.-DUFdkQaBXdbjYYViKbW-Q.4jn9vKX4_hmfeaancpVSicSnJ1eZwgfVga_bH8IkeeGysu4ggM3Wj0thl7smWLJNJpOHsWYhla2wuU-5BLStDYBkcjm03qL7x15cWwC4qa1VO8d7X0qFqfW5dSTPyU5gADTGMcuaek5gtrSTl9_ouxAzMepVGuc379y7vOosHRg 132 Diese Zahlen lassen erkennen, dass die Inbetriebnahme eines neuen Schleppers nur etwa 1,6 Arbeitspferde ersetzt hat. Berücksichtigt man ferner die Steigerung der Schlepperleistung um etwa 40 - 50 %, so kann man feststellen, dass die Zug- kraft allzu kräftig zugenommen hat. Das geht auch daraus hervor, dass die je Pferd und Schlepper berechneten jährlichen Arbeitsstunden unwirtschaftlich niedrig sind. Die durchschnittlichen jährlichen Arbeitsstunden der Pferde und Schlepper in Buchführungsbetrieben je Hektar Ackerland macht nachstehende Tabelle er- sichtlich: Pferd Schlepper Gesamte Landwirtsch. Gesamte Landwirtach. Arbeit laufende Arb. Arbeit je laufende Arb. je Pferd je ha Schlepper je ha 1950/51 1034 88 1.8 1955/50 857 50 473 10.9 1959/60 773 34 500 16.0 1962/63 748 23 521 20.0 Der Anteil der Pferdearbeit je Hektar ist somit etwa auf ein Viertel und die je Pferd berechnete Arbeit etwa auf drei Viertel gesunken. In den kleinsten Be- trieben gibt es auf Grund des niedrigen Grades der Mechanisierung natürlich am meisten Pferdearbeit je Hektar, während die Jahresleistung der Pferde von der Grösse des Betriebes unabhängig ist. Die Jahresleistung des Schleppers ist in grösse- ren Betrieben umfangreicher als in kleinen, der Aufwand je Hektar jedoch gleich, obwohl die Benutzung des Schleppers in grösseren Betrieben vielseitiger ist und effektivere Arbeitsmaschinen und Verfahren auf grösseren Parzellen angewandt werden. Im Einzelfall sind die Unterschiede selbstredend gross, und auch Nebenver- dienstarbeiten vermögen diese nicht auszugleichen. Dieser Unterschied spiegelt sich deutlich wider in den je Stunde berechneten Kosten, die in kleineren Betrieben ca 25 % höher sind als in den grösseren. Zur Zeit entfallen in Finnland im statistischen Landesdurchschnitt auf ca. 22 ha Acker ein landwirtschaftlicher Schlepper und auf ca. 180 ha ein Mähdrescher. Die Entwicklung des Bestandes an Maschinen, die für die Mechanisierung der Land- wirtschaft von grosser Bedeutung sind, zeigen nachstehend die Zahlen der vor- handenen Mähdrescher. Getreidetrockner und Melkmaschinen: ISmO 1953 1959 1!)02 1904 Mähdrescher - 1100 3 500 11000 15 000 Getreidetrockner 26 000 26 000 26 000 27 000 32 000 Melkmaschine 4 200 15 000 28 700 45 000 48 000 Die Entwicklung der landwirtschaftlichen Nutzfläche und der Zahl der Be- triebe wird in Finnland durch das besondere politische Schicksal nach dem zweiten Weltkrieg geprägt, das die Ansiedlung vieler aus dem Osten vertriebener Bauern erzwang. 133 Ackerfläche und Zahl der Betriebe sind auf nachstehender Tabelle dargestellt: 1(138 1041 1960 195!) 11)64 Ackerfläche Mill, ha ' 2.6 2.3 2.4 2.6 2.7 Anzahl der Betriebe über 2 ha 235 650 207 380 261 750 284 780 285 000 üurchnittl. Grösse je Betrieb in ha 10.7 8.8 8.9 8.9 Die Zahlen zeigen, dass die Betriebsgrösse seit 1950 fast unverändert ist. Regional gesehen weist das Land, das in Nord-Süd-Richtung mehr als 1.000 km misst, selbstredend erhebliche Unterschiede auf. In Nordfinnland, das als in- ternes Entvvicklungsgebiet bezeichnet werden kann, führt man im Anschluss an die Ansiedlungsarbeit fortwährend umfassende Neuordnungsunternehmen durch, und die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe nimmt kräftig zu. So erhöhte sich in den 50er Jahren die Zahl der über 2 ha grossen Betriebe Nordfinnlands um ca. 30 %, während in der Zahl der Betriebe in den südlichsten Teilen des Landes ein Rückgang zu verzeichnen ist. Die durchschnittlichen Betriebsflächen im Süden des Landes betragen 12 bis 14 ha, in Nordfinnland 5 bis 7 ha. Diese Betriebsgrössen setzen der rationellen Ausnutzung von Arbeit und Maschinen allein in der Land- wirtschaft gewisse Grenzen. Der Anteil der Betriebe mit mehr als 20 ha Acker, in denen sich die heute als fortschrittlich angesehenen Verfahren wirtschaftlich an- wenden lassen, betrug im Jahre 1950 7.8 % der mehr als 2 ha grossen Betriebe und im Jahre 1959 7.1 %, bei einer etwa gleichbleibenden Zahl der Betriebe. Die Zahl der im Bereiche der Landwirtschaft tätigen Bevölkerung hängt zu einem gewissen Grad von der Zahl der Betriebe ab. Doch daneben wirkt sich der Einfluss der Mechanisierung und der technischen Entwicklung erheblich auf die Zahl der in der Landwirtschaft Beschäftigen aus. Eine allgemeine Erscheinung ist der stärkere Rückgang der bezahlten Fremdarbeitskräfte gegenüber den Familien- arbeitskräften. Seit 1950 sind in den Betrieben über 2 ha folgende Verschiebungen im Arbeits- aufwand eingetreten: (in 1.000 Arbeitstagen): 1950 1959 Rückgang Rückgang (%) (%) je gesamt Betrieb Bauernfamilie, Männer 83 700 76 900 8.1 —15.6 » insges. 192 400 181 200 5.8 -13.5 Lohnarbeitskräfte, Männer 16 800 9 500 —43.5 —48.4 » insges. 30 200 15 700 —49.1 —52.6 Anteilder Lohnarbeit am Arbeitseinsatz 13.6 8.0 —41.2 Gesamter Arbeitseinsatz 222 600 196 900 —11.6 —lB.B Die laufenden Arbeiten der Landwirtschaft haben um 1,2 % jährlich abge- nommen oder je Jahr und Hektar um ca. 1.9 %. Die Erneuerungsarbeiten haben abgenommen und werden zum grossen Teil ausserhalb vergeben. Auch die Arbeiten 134 für die Forstwirtschaft und die Hauswirtschaft haben abgenommen, die Fremd- arbeit (Nebenverdienst!) aber dermassen zugenommen, dass im gesamten Arbeits- einsatz nur ein Rückgang von 2.8 % zu verzeichnen ist. In den kleineren und überwiegend auf Viehzucht eingerichteten Betrieben liegt der Arbeitsaufwand höher, und die praktische Anwendung neuer, besserer Arbeitsverfahren verläuft langsamer als in den Betrieben des südlichen Landes. Die jährliche Abnahme des Arbeitsaufwandes seit 1960 wird auf 1.6 % geschätzt bei einem Rückgang der Landwirtschaftsbevölkerung von 578.000 auf 534.000 in der Zeitspanne 1962 - 1967. Die Abnahme könnte stärker sein, sofern andere Er- werbszweige imstande wären, die in der Landwirtschaft freigesetzte Arbeitskraft aufzunehmen. Ein besonders aufschlussreiches Bild von dem Gefüge der Bevölkerung in den kombinierten land- und forstwirtschaftlichen Betrieben Finnlands vermittelt ein Vergleich der Altersgliederung seit 1956. Am grössten ist der Rückgang gerade in den arbeitsfähigsten Jahrgängen, während in den älteren sogar ein Anstieg zu verzeichnen ist. Die stärkste Abnahme hat die Altersgruppe der 20- bis 24jährigen. Die Entwicklung der Gesamtbevölkerung als Folge einer normalen Umwandlung von einem ausgeprägten Landwirtschaftsland in eine gradweise industrialisierte Gesellschaft zeigt die nachstehende Zusammenstellung: Prozentuale Gliederung der Bevölkerung nach Erwerbstätigkeit Bevölkerung der Land- u. Forst- Industrie Verkehr Handel Andere wirtsch. 1910 67.2 11.4 2.9 2.2 16.3 1920 66.4 13.5 3.3 3.4 13.4 1930 61.4 15.1 3.8 4.3 15.4 1940 54.5 18.0 4.6 5.1 17.8 1950 41.5 29.2 6.0 6.9 16.4 1960 31.7 30.9 6.7 8.8 21.9 Der Anteil der eigentlichen forstwirtschaftlichen Bevölkerung beträgt ca. 6 %. Das Anbauverhältnis auf dem Ackerland zeigt keine grösseren Veränderungen: Die gesamte Getreidefläche ist etwas grösser, die Grasflächen und Brachen sind etwas kleiner geworden. Von den einzelnen Getreidearten ist der Anteil des Roggens stets gesunken, mit Ausnahme des letzten Jahres, während die Weizenfläche je nach den Preisverhältnissen und dem Wetter der Erntezeit häufiger schwankt. Die Erträge des Ackerbaus zeigen gegen Ende der 30er Jahre einen besonders kräftigen Anstieg,was im wesentlichen günstigenWitterungsverhältnissen zuzuschrei- ben ist. Während der Kriege ging die Gesamternte um ca. 30 bis 40 % zurück, teils wegen sinkender Hektarernten, teils wegen der (etwa 10%) geringeren Ackerfläche. Erst gegen Ende der 50er Jahre wurde die Ertragshöhe der Jahre 1938—39 wieder erreicht. 135 Erträge verschiedener Kulturpflanzen in dz/ha Winter- Sommer- Kar- weizen weizen Roggen Gerste Hafer toffel Heu 1936—40 15.87 16.38 14.57 14.83 15.53 153.07 28.47 1941—45 13.57 12.55 11.58 11.63 12.25 119.77 22.49 1946—50 16.87 14.19 13.40 13.70 14.47 141.39 25.29 1951—55 17.49 15.28 14.77 16.18 16.42 138.78 29.78 1956—60 18.42 17.14 15.04 16.74 17.45 159.93 30.52 1960 18.54 20.83 16.81 20.70 22.62 198.62 34.42 1962 17.40 14.50 12.40 13.20 13.50 129.00 35.40 1963 20.30 16.40 16.30 18.80 18.50 159.40 32.20 Seltsam und verwunderlich ist, dass die Erträge heute kaum höher als 1938—39 sind, was allerdings aus der Tabelle nicht so deutlich hervorgeht. Die Verwendung von Düngemitteln hat kräftig zugenommen (siehe Tabelle), Sorten und Anbauver- fahren sind besser geworden, aber ihre Wirkung ist kaum ersichtlich. Ob die Ur- sache in den Witterungsverhältnissen oder sonst irgendwo zu suchen ist, ist vorläu- fig ungeklärt. Verwendung von Handelsdüngern Stickstoff Phosphor Kali kg/ha kg/ha kg/ha 1936—40 2.5 12.5 4.9 1951—55 10.7 29.7 17.6 1960 23.1 38.1 26.9 1964 28.6 43.3 33.9 Auf Grund des für Futterbau günstigen Klimas und der geringen Betriebs- grösse war die tierische Produktion für die Landwirtschaft Finnlands immer von grosser Bedeutung. Durschnittlich 3/4 vom Gesamtertrag der Landwirtschaft bestehen aus dem Ertrag der Tierhaltung, wovon 3/4 auf die Viehzucht entfallen. Der Viehbestand von 1938 - 1964 (in Tausenden) Kiihe Schweine Hühner Schafe 1938 1367 530 2765 605 1950 1110 445 3381 670 1954 1158 452 3876 484 1960 1153 432 3457 186 1962 1182 570 3871 148 1964 1185 551 3865 116 136 Seit Beginn der 50er Jahre sind keine bemerkenswerten Änderungen ein- getreten ausser dem Rückgang des Schafbestandes auf rund ein Fünftel. Die tie- rischen Erträge hingegen weisen einen überaus kräftigen Anstieg auf. Der Milchertrag je Kuh hat sich wie folgt geändert (Durchschnitt aller Kühe): 1938/39 1980 kg 1959/60 2 907 kg 1944/45 1 584 kg 1962/63 3 079 kg 1950/51 2 389 kg 1963/64 3 273 kg 1954/55 2 457 kg Seit 1950 ist somit eine Zunahme von mehr als 33 %, gegenüber dem Vorkriegs- stand eine solche von mehr als 60 % erfolgt. Die weitere Rationalisierung der Viehhaltung ist in Finnland schwierig, weil wegen der geringen Betriebsgrösse auch die Viehbestände klein sind. Im Jahr 1959 betrug der Anteil der Viehbestände von mehr als 10 Kühen an der Gesamtzahl der finnischen Viehbetriebe nur 2.7 %, während ein Viehbestand von 3 bis 4 Kühen die Regel war. Aus dem Ackerbau lässt sich als Beispiel für die Produktivitätssteigerung die Heuernte anführen. Sie wurde vor 15 Jahren noch überwiegend mit Menschen- und Pferdearbeit durchgeführt. Dabei wurden für etwa 100 Futtereinheiten 5 Men- schenarbeitsstunden und 1 Pferdearbeitsstunde benötigt. Mit den heutigen Ver- fahren können 100 Futtereinheiten Silage in 0.5 Menschenarbeitsstunden und 0.4 Schlepperarbeitsstunden geerntet werden; die menschliche Arbeitsleistung wurde verzehnfacht. Auch die Getreideernte wurde durch den Mähdrescher entscheidend rationali- siert. Obgleich man in Finnland vor etwa 15 Jahren auch Bindemäher benutzte, so war dennoch das Verfahren, nach dem das Getreide mit einer gewöhnlichen Mähmaschine gemäht, zum Trocknen auf Stangen gehängt und mit einer Dresch- maschine gedroschen wurde, vorwiegend verbreitet. Der Arbeitsaufwand nach die- sem Verfahren betrug 85 Menschenarbeitsstunden und 35 Pferdearbeitsstunden je Hektar. Heute beansprucht die gleiche Arbeit mit dem Mähdrescher 4 Menschen- arbeitsstunden und 1 Schlepperarbeitsstunde. Der menschliche Arbeitsaufwand in der Getreideernte sank also auf 1/20 des Aufwandes vor etwa 15 Jahren. Die landwirtschaftlichen Gebäude, vor allem die Viehställe, waren in Finnland während der letzten 10 Jahre einer bemerkenswerten Entwicklung unterworfen, so dass die für die Pflege der Tiere benötigte Zeit dank dadurch möglicher Rationali- sierung erheblich kürzer geworden ist. Als Beispiel sei angeführt, dass der Arbeits- zeitaufwand in rationellen Ställen je nach dem Mechanisierungsgrad der Fütterung nur noch 13-55 sec/Schwein beträgt. Die Gründe für die so verschiedene Entwicklung der finnischen Landwirtschaft lassen sich schwer im einzelnen definieren. Im Gesamtergebnis wirken sich Witterungsverhältnisse, Pflanzen- und Tierzucht, Schwankungen in der Ver- wendung von Dünge- und Futtermitteln und Änderungen der Produktionsrichtun- gen und Produktionsverfahren aus. Die Entwicklung des landwirtschaftlichen Einkommens seit Beginn der 50er Jahre zeigt nachstehende Tabelle (1951/52 = 100): 137 Ertrag Aufwand Pflan- Vieh- Krtrag Han- Moto- Löhne Maschi- Auf- Landw. zen- hal- insg. dels rennen u. wand Ein- bau tung dünger Brenn- Geräte insg. kommen Stoffe 1951/52 10Ü Hm 100 100 100 100 100 100 100 1953/54 110 Idä 100 123 131 81 121 98 110 1955/50 90 107 104 120 221 73 139 119 94 1957/58 87 111 100 144 293 65 149 111 103 1959 00 12:.' 119 118 180 355 56 173 127 113 1961/62 147 129 130 188 457 48 210 135 128 1962/63 119 131 128 188 511 45 223 155 112 1903 04 136 139 137 234 551 39 232 151 129 Insgesamt gesehen haben sich die Kosten etwas steiler erhöht als der Ertrag. Die als »Rentabilitätskoeffizient» (landwirtschaftliches Roheinkommen di- vidiert durch den Lohnanspruch der bäuerlichen Familie und den Zinsanspruch auf das in der Landwirtschaft gebundene Kapital) angegebene Entwicklung der Rentabilität der Landwirtschaft war in den Buchführungsbetrieben folgende: 1950/51 0.76 1952/53 0.71 1954/55 0.67 1956/57 0.73 1959/60 0.94 1960/61 1.01 1961/62 0.78 1962/63 0.72 Die landwirtschaftliche Produktivität Produktion je Arbeitskraft hat sich ungefähr in gleichem Tempo wie in der Industrie erhöht, jedoch mit grossen regionalen Unterschieden. Der Unterschied zwischen der Produktivität der Industrie und derjenigen der Landwirtschaft, der bereits zu Beginn der 50er Jahre erheblich war, ist jedoch nicht kleiner geworden, obgleich die Produktivität der Landwirt- schaft am Ausgangspunkt niedrig war. Die Investitionen der Landwirtschaft waren sehr gross, in manchen Jahren annähernd 50% der Investitionen der Industrie. Erst in den letzten Jahren hat sich der Anteil der Landwirtschaft auf ein Ausmass eingeschränkt, das für ein in der Industrialisierung begriffenes Land als normal zu betrachten ist. Beim Vergleich der finnischen Landwirtschaftsbetriebe mit denen der meisten anderen Ländern Europas vergisst man öfter den Anteil der Forstwirtschaft, die in Finnland mit der Landwirtschaft eng verbunden ist. Die mittlere Betriebswald- grösse in Finnland beträgt ca. 30 ha; seine Bedeutung für den Arbeitsausgleich und das Einkommen ist somit recht erheblich. Andererseits ist es für die finnische Forstwirtschaft von grosser Bedeutung, dass diese in der Landwirtschaftsbevöl- kerung über eine vorzügliche Arbeitsreserve für die oft kurzfristigen Waldarbeiten verfügt. In der Rationalisierung der finnischen Landwirtschaft liegen noch grosse Ar- beitsaufgaben vor. Mittel zur Betriebsvergrösserung wurden bisher noch nicht gefunden, die Betriebsvereinfachung steht erst am Anfang, vor allem das Problem der Arbeitsplätze für aus der Landwirtschaft ausscheidende Personen konnte noch nicht genügend gelöst werden. 138 Die Jahre von 1950 bis heute haben, wenigstens in keinem nennenswerten Umfang, eine Steigerung in der Produktivität der Landwirtschaft und offensichtlich auch keine Besserung des wirtschaftlichen Ergebnisses herbeigeführt. Nichts desto weniger können sie einer noch ungünstigeren Entwicklung vorgebeugt haben. Das bedeutet jedoch nicht, dass die positiven Folgen der Mechanisierung nicht binnen kurzem deutlich hervortreten können. Da die Epoche einer intensiveren Mechani- sierung in Finnland erst zu Beginn der 50er Jahre einsetzte, bildet das erste Jahr- zehnt natürlicherweise eine Übergangsperiode, in der die Wirtschaft sich weder der Benutzung der Maschinen, noch den dadurch bedingten Änderungen im ganzen genügend anpassen konnte. Das ist umso begreiflicher, als der unmittelbare Zweck der Mechanisierung, Arbeitsersparnis, vorläufig noch nicht zu seinem Recht kommt, weil ein grosser Teil der landwirtschaftlichen Betriebe Familienanwesen sind mit einer eigenen, verhältnismässig festen und schon im Hinblick auf die bisherigen Verhältnisse übergrossen Arbeitskapazität. Auch ungünstige Witterungsverhält- nisse haben dazu beigetragen, dass der Ertrag der Landwirtschaft sich nicht in dem Umfang erhöht hat, wie die Zunahme der Produktionsmittel es hätte erwarten lassen. Auch hier scheint somit noch nicht ausgenutzte Produktionskraft zu stecken, die zusammen mit der Mechanisierung und sonstiger Rationalisierung eine erhöhte Produktivität ergeben kann, wenn Voraussetzungen hierzu vorhanden sind und die Umstellungsschwierigkeiten überwunden werden. MAATALOUDEN RATIONALISOINNIN KEHITYS VIIDENTOISTA VIIME VUODEN AIKANA SUOMESSA Martti Sipilä Työtehoseura, Helsinki Kausi 1950-luvun alusta nykypäiviin on ollut maataloudessamme voimakasta uusien linjojen etsinnän aikaa. Se on ollut samalla teollisen yhteiskunnan esiinmarssia, mikä on pakottanut maa- talouden määrittämään omat mahdollisuutensa myös tulevaisuudessa. Tälle jaksolle on ollut oleellista voimakas koneistuminen, maatalousväestön määrän väheneminen, pyrkimys voimaperäisempään vil- jelyyn, karjataloustuotteiden lähinnä maidon ylituotanto, tuotannon hintapoliittinen ohjaus, myös alueelliset näkökohdat huomioon ottaen sekä pyrkimys neuvonnan, viime vuosina varsinkin taloudel- lisen ja maatilatalouden kokonaisuutena näkevän neuvonnan, voimakkaaseen korostamiseen. Koneellistaminen on maatiloillamme tapahtuneen kehityksen olennaisimpia piirteitä. Vetovoi- massa on tapahtunut muutoksia siten, että traktorien määrä on lisääntynyt kahdeksankertaiseksi ja yhden uuden traktorin käyttöönotto on korvannut n. 1.3 hevosta. Maatalouden juoksevaa traktori- työtä oli v. 62/63 hehtaaria kohti 20 t. ja hevostyötä 23 t. Keskim. käyttömäärä traktoria kohti oli 521 t. Tällä hetkellä on maataloudessa toimivaa traktoria kohti peltoa 22 ha ja leikkuupuimuria kohti 180 ha. Sotien seurauksena menetettiin n. 1/10 maamme peltoalasta, mutta voimakkaan asutustoiminnan seurauksena uutta on raivattu niin, että sodan edellinen pinta-ala on saavutettu. Yli 2 ha:n tilojen määrä on 1950 luvusta lähtien lisääntynyt n. 10 %:11a, keskipinta-ala pysynyt likimain samana, 8,9 ha, alueellisia eroavuuksia on kuitenkin runsaasti. Ihmistyön käytössä on tapahtunut 1950-luvulla suuria muutoksia varsinkin palkkaväen ja avus- vien perheenjäsenten kohdalla. Palkkaväen suorittamien työpäivien määrä putosi yli 50 %, koko 139 työpanoksen pienenemisen ollessa 18.8 %. 1960 luvulla jatkuu työpanoksen pieneneminen n. 1.6 %:n vuosivauhtia. Eniten on vähentymistä tapahtunutikäluokassa 17 34. Pellon käytössä ei ole tapahtunut suurempia muutoksia, viljan osuus on jonkin verran lisääntynyt, rukiin määrässä on kuitenkin tapah- tunut vähentymistä. Lannoitteiden käyttö on lisääntynyt 1950-luvun alusta n. 3-kertaiseksi, ja viljelys- menetelmät ovat parantuneet. Satotasossa ei kuitenkaan ole tapahtunut odotettua parannusta. Osa- syynä tähän ovat olleet 1950-luvun lopun ja 1960-luvun alun keskimääräistä huonommat sääsuhteet, 1950-luvulla on satotaso kohonnut, mutta vasta nyt on saavutettu vuosien 1938 —39 taso. Kotieläintuotossa on tapahtunut huomattavaa nousua. Maidontuotos on kohonnut ennen sotia vallinneesta tasosta n, 60 % ja v. 1950 lähtien n. 35 %. Rationalisointitoiminnan ja yleensä tuotanto- menetelmien kehittäminen on kuitenkin oloissamme kotieläintaloudessa erittäin vaikeaa johtuen pie- nestä tilakoosta ja pienistä karjayksiköistä. V. 1959 oli yli 10 lehmää käsittävien karjojen osuus koko karjatilamääristämme ainoastaan 2.7 %, yleisimmän karjakoon ollessa 3 4 lehmää. Maatalouden tuotto on noussut v. 1951/52 lähtien käytettäessä kiinteitä hintoja n. 38 %, kustannukset n. 51 %. Suhteellisesti eniten ovat kohonneet nestemäisten polttoaineiden, väkilan- noitteiden ja kaluston hinnat, kun taas palkkamenot ovat pienentyneet, vaikka palkkataso on kohonnut, palkkaväen määrän pienentymisen johdosta.