217 Aufzucht und Spermaproduktion bei Jungbullen unter Stationsbedingungen in Finnland U. Uusisalmi und M. Kallio Institut fiir Haustierziichtung, Universität Helsinki, Finnland G. Klautschek Sektion Tierproduklion, Universität Rostock, DDR M. Varo Institut fiir Haustierziichtung, Universität Helsinki, Finnland Eingegangen am 28. 11. 1972. Performance testing results and semen production in young A. I. bulls Unto Uusisalmi and Marja Kallio University of Helsinki, Department of Animal Breeding Gunter Klautschek Sektion Tierproduktion, Universität Rostock, DDR Mikko Varo University of Helsinki, Department of Animal Breeding Abstract. A study was made of the growth fo young A. I. bulls of Ayrshire and Finn- cattle breeds at performance testing stations during the first year and, subsequently, of the quantity and quality of their semen production at A. I. stations in the second year. The heritabilities of semen production characteristics, and the correlations between results of performance testing and characteristics of semen production were determined. 47 Ayrshire bulls (progeny of 10 sires) were reared at the Humppila Performance Testing Station, and 17 Finncattle bulls (progeny of 5 sires) at the Maunula Performance Testing Station, in 1967 69. The bulls were weighed at intervals of 30 days from the age of one month to the age of one year. Five different body measurements were also taken, at the age of 180 days and at the age of 365 days. Their semen production cha- racteristics were measured at A. I. stations (Salpausselkä und Uusimaa & Kymi) from the age of 12 months to the age of 24 months. The data on semen production for at least 8 months were required for each bull. The following characteristics were recorded: semen production per month; approved semen per month, per collection day and per ejaculate: aproved semen per collection day and per ejaculate; semen density: approved semen in percentages per month; approved semen in percentages per collection day. The following results were obtained for the values corrected for age, number of collection days and number of ejaculations. There were no statistical differences in the https://www.c-info.fi/en/info/?token=jj9mqRlEA3U_zc0L.7ooJU3e0CY_7Vv2l9atl1w.7uZEBoWScwZRnDY-VWslNB_Ck4eRMNhsMAFJBxPcqsZYX3Vr4uUM4lL3Ryyn0AmXl3mCCnOa8Qr8cGYiSZboEgWBR7MwMcl34zYznWtbSbuBDUYpECPPtEjVsCo0YDDuPT7tXt991_OYUAZrQpjvy5djS-ldlPb3L8WDn11S4_LLHoSWw6ORC92HFPLByHjm1jHVGWaZwOsLMLpOfg 218 quantity and quality of semen between the two breeds (Ay and Fc). The semen production of the progeny groups of the sires differed very significantly in every individual characteristic pertaining to semen production. The individual young bulls likewise differed significantly or very significantly from one another in their semen production. It is thus possible to improve semen production by means of selection. The Ayrshire breed gave the h 2 value of 0.42 for semen production per month, 0.40 for semen pro- duction per collection day, and 0.47 for semen production per ejaculate The weight development, the growth rate and the bodily measurements of the per- formance testing phase correlated positively with the semen production. The young bulls that did well at the performance testing stations {weight development and growth rate good) also produced a great deal of semen during the test phase. Thus a selection based on growth results indirectly leads to improved semen production of the bull. Aufzucht, Fiitterung und Haltung iiben einen grossen Einfluss auf die Fruchtbarkeit und Spermaproduktion der Zuchtbullen aus. Dies wurde mit der Einfuhrung der kiinstlichen Besamung (A. 1.) besonders aktuell (Schaetz, 1963, Liebenberg und Sighting, 1971). Die Beurteilung der zweckmässigsten Aufzucht und Ernährung der Bullen wird in zunehmendem Masse von den Reproduktionsleistungen der Zuchtstiere bestimmt. Da nur eine Mindestmenge Sperma fiir die Besamung der Zuchtktihe von jedem Bullen benötigt wird, ist es vorteilhaft, wenn die Jungbullen mit einer hohen Spermaproduktion einsetzen. Dadurch werden die Verweildauer und die Kosten fiir die Haltung der Zuchtbullen in der Besamungsstation geringer. Die Qualität und Quantität des Spermas ist, wie jede andere Leistungseigen- schaft, von Erbanlage und Umwelt abhängig (Eibel 1959). Darum ist es naheliegend, die Abhängigkeit der Spermaproduktion von der Aufzucht der Bullen zu untersuchen. Unter modernen Zuchtbedingungen werden die Jungbullen in Stationen aufgezogen. Diese zentrale Haltung der Tiere ermöglicht eine Priifung der Eigenleistung in den Masteigenschaften und einen Ständigen visuellen Vergleich der Körperform wahrend der Entwichtig der Bullen. Über die Ergebnisse der Eigenleistungspriifung der Jungbullen in Finnland berichtete Lindström (1972) ausfiihrlich. Ein Anliegen der Stationen ist es, die Fiitterung und Haltung so zu gestalten, dass die Spermaproduktion der Zuchtbullen ständig verbessert wird. Mudra, Gunther und Wilke (1969) untersuchten den Einfluss der Fiitterungsintensität auf die Sexualentwicklung von Jungbullen, und fanden eine deutliche Abhängig- keit des Zeitpunktes der ersten Nutzung der Jungbullen in der Besamung von den Aufzuchtbedingungen. Sie berichten übereinstimmend mit Leidl und Biegert (1967) und Jonova (1968), dass bei den nur Zeit iiblichen Stations- bedingungen eine Zuchtbenutzung der Bullen mit einem Jahr möglich ist. Die Ftitterung und Haltung in den Stationen muss so gestaltet werden, dass die Entwicklung der Keimdriisen nicht nur eine rechtzeitige Zuchtbenutzung der Bullen ermöglicht, sondern, auch eine hohe Spermaproduktion in der ge- samten Absamperiode begrlindet. Die Keimdriisen entwickeln sich im Verlaufe der Aufzucht und bestimmen den Ablauf der Spermiogenese. In der vorliegenden Arbeit werden die Beziehungen zwischen der Aufzucht und der Spermaproduktion bei Jungbullen unter Stationsbedingungen unter- sucht. 219 Material und Methodik Die Untersuchungen wurden mit Bullen der Ayrshirerasse und der Finnischen Rasse durchgefiihrt. Die Ayrshirebullen wurden in der Eigenleistungspriif- station Humppilan Kasvatusasema in den Jahren 1967—69 aufgezogen und anschliessend von den Besamungsstation Salpausselkä und Uusimaa & Kymi iibernommen. In der Besamungsstation Salpausselkä konnten gleichzeitig mit den Ayrshirebullen einige Bullen der Finnischen Rasse auf ihre Samenproduktion gepriift werden. Die Bullen der Finnischen Rasse wurden in Maunula auf ihre Eigenleistung gepriift. In die Auswertungen konnten 47 Ayrshirebullen von 10 Vätern und 17 Bullen der Finnischen Rasse von 5 Vätern einbezogen werden. Während der Aufzucht wurden die Tiere alle 30 Tage gewogen, wobei mit 60 Tagen begonnen wurde. Ausserdem wurden die Jungbullen am 180. Tag und am 365. Tag gemessen. Es wurden der Brustumfang, die Körperlänge, die Widerristhohe, die Kreuzbeinhöhe, der Keulenumfang, die Beckenbreite und die Brustbreite festgestellt. Auf der Besamungsstation wurden mehrere Merkmale erfasst. Es wurde die Spermaproduktion vom 12. bis zum 24. Lebensmonat beobachtet, wobei nur Bullen zur Auswertung kamen, die mindestens 8 Monate abgesamt wurden. Die einzehnen Merkmale sind die, in der Besamung routinemässig registrierten; Samenmenge pro Monat, Menge des verwertbaren Spermas pro Monat, Spermamenge pro Sprungtag, Spermamenge pro Sprung, Menge des verwertbaren Spermas pro Sprungtag, Menge des verwertbaren Spermas pro Sprung, die Dichte des Spermas mit dem Photometer gemessen, Anteil des verwertbaren Spermas in %, Anteil des verwertbaren Spermas je Sprungtag in %. Die Auswertung erfolgt mit Hilfe mathematisch-statistischer Methoden. Es wurden Varianzanalysen (nach Harvey 1966), Korrelationanalysen und Faktorenanalysen berechnet nach den iiblichen Modellen. Ergebnisse Korperentwicklung Die Entwicklung der Lebendmasse der 47 Ayrshirebullen ist in der Abbildung 1 dargestellt. Mit Abschluss des 1. Lebensjahres wogen die Bullen im Durch- schnitt 445 kg. Dieser Körpermasse entspricht eine durchschnittliche tägliche Zunahme von 1228 g bei einer Standardabweichung von 83 g. Die tägliche Zunahme ist fiir die einzelnen 30-Tage-Abschnitte in Abbildung 1 gezeigt. Der Riickgang bei der täglichen Zunahme im Alter von 150—180 Tagen beruht auf einer Umstellung der Bullen in der Station. Diese Erscheinung tritt zwar bei der Mehrzahl der Tiere auf, aber nicht bei alien. 220 Die Entwicklung der Tiere spegelt sich nicht nur in der Gewichtszunahme wieder, sondern wird auch durch die Körpervergrösserung deutlich. Die Kör- permessungen am 180. und 385. Tag zeigen das Wachstum. In der Tabelle 1 sind die wichtigsten Masse aufgeflihrt. Tabelle 1. Körpermasse der wachsenden Zuchtbullen. Körpermasse in cm am 180. Tag am 365Merkmal am 365. Tag x S x S Brustumfang 141 4.1 181 4.1 Körperlänge 108 3.5 134 3.4 Widerristhohe 105 2.5 120 3.5 Kreuzbeinhöhe 110 3.1 125 4.6 Keulenumfang 41 2.5 52 1.4 Beckenbreite 35 1.8 46 1.9 Brustbreite 36 1.9 46 2.1 Wahrend sich die mittleren Masse im Verlaufe des Wachstums deutlich vergrössern, verändert sich die Standardabweichung wenig. Nur in der Höhe sind die Unterschiede zwischen den Tieren grosser geworden. In Salpausselkä wurden zusammen mit den Ayrshirebullen 17 gleichartige Bullen der Finnischen Rasse aus Maunulan Kasvatusasema eingesetzt. Mehrere qualitative und quantitative Eigenschaften der Samenproduktion wurden bestimmt. In der Tabelle 2 sind die Mittelwerte und Standardab- weichungen fur die zwei untersuchten Rassen getrennt ausgewiesen. Abbildung 1. Wachstum der Bullen in der Priifstation. Kuva 1. Nuorien sonnien lisäkasvu ja painonkehitys yksilökokeessa. 221 Tabelle 2. Qualitative und quantitative Eigenschaften der Samenproduktion bei den Bullen der Finnischen Rasse und den Ayrshire Ayrshire Finnisches Rind Merkmal S h 3 x Sx Sperma pro Monat cm 3 23.5 5.9 0.42 22.5 4.8 Verwertbares Sperma pro Monat cm 3 14.6 5.9 0.14 14.7 5.2 Sperma pro Sprungtag cm 3 6.0 1.4 0.40 5.8 1.2 Sperma pro Sprung cm 3 2.8 0.6 0.47 2.8 0.6 Verwertbares Sperma pro Sprungtag cm 3 3.7 1.5 0.10 3.7 1.3 Verwertbares Sperma pro Sprung ... cm 3 1.7 0.7 0.09 1.8 0.7 Verwertbares Sperma in % 60.0 19.3 0.02 64.3 20,4 Verwertbares Sperma pro Sprungtag in % 62.6 7.4 0.06 64.3 6.1 Die Rassen unterscheiden sich in keinem Merkmal signifikant. Die Differ- enzen zwischen den Mittelwerten sind auffallend gering. Mit Hilfe der Varianz- analyse konnten zwischen den Nachkommengruppen und den einzelnen Bullen gesicherte Unterschiede errechnet werden. Um die einzelnen Leistungen der Bullen vergleichen zu können, wurden die Merkmalswerte nach dem Alter der Bullen bei der Absamung, nach der Zahl der Absamtage pro Jahr und nach der Zahl der Spriinge pro Jahr korrigiert. Die Sicherung der Unterschiede ist in der Tabelle 3 angegeben. Sie ist in den angegebenen Merkmalen fur beide Rassen gleich. Tabelle 3. Unterschiede zwischen den Rassen (Ay und F), den Nachkommengruppen und den Bullen bei den Merkmalen der Spermaproduktion Unterschied zwischen den den den Merkmal Rassen Nachkommen- Uulien gruppen Sperma pro Monat cm 3 � +� *** ••• *� *�*Verwertbares Sperma pro Monat cm 3 Sperma pro Sprungtag cm 3 Sperma pro Sprung cm 3 *** *** Verwertbares Sperma pro Sprungtag cm 3 Verwertbares Sperma pro Sprung cm 3 Fotoraetrische Zahl Verwertbares Sperma % »* = hoch signifikant *•* = sehr hoch signifikant Von den Ayrshirebullen warden die Beziehungen zwischen der Aufzucht und der späteren Spermaproduktion ermittelt. Dabei ist die Abhängigkeit zwischen dem Jugendwachstum und den quantitativen Eigenschaften des Sper- mas grosser als zu den qualitativen. Die wesentlichen Korrelationswerte sind in der Tabelle 4 angegeben. Zwischen der Entwicklung der Jungbullen und den iibrigen gemessenen Spermaeigenschaften konnten keine gesicherten Bezieh- ungen gefunden werden. Tabelle 4. Phänotypische Korrelation zwischen den Wachstum der Bullen und ihrer späteren Spermaproduktion Samen pro Monat cm3 Verwertbares Sperma pro Monat cm3 Sperma pro Sprungtag cm3 Sperma pro Sprung cm3 Verwertbares Sperma pro Sprungtag cm3 Verwertbares Sperma pro Sprung cm3 Geburtsmasse der Bullen kg 0.26 60 Tage Masse kg 0.23 90 Tage Masse kg 0.28 120 Tage Masse kg 0.32* 150 Tage Masse kg 0.36* 180 Tage Masse kg 0.36* 210 Tage Masse kg 0.30* 240 Tage Masse kg 0.32* 270 Tage Masse kg 0.30* 300 Tage Masse kg 0.30* 330 Tage Masse kg 0.32* 365 Tage Masse kg 0.31* Tägliche Zunahme der Bullen in g/Tag 121.-150. Tag 0.23 60.-180. Tag 0.29* 60.-365. Tag 0.26 0.25 0.27 0.29* 0.26 0.26 0.34* 0.25 0.24 0.35* 0.38** 0.37** 0.28 0.25 0.37** 0.37** 0.28 0.30* 0.27 0.26 0.25 0.40** 0.38** 0.33* 0.38** 0.36* 0.34* 0.37** 0.30* 0.32* 0.28 0.28 0.31* 0.27 0.27 0.23 0.26 0.35* 0.28 0.25 0.22 0.27 0.33* 0.28 0.26 0.23 0.28 0.37** 0.32* 0.29* 0.26 0.28 .038** 0.32* 0.30* 0.27 0.30* 0.41** 0.35* 0.34* 0.33* 0.40** 0.31* 0.25 0.41** 0.36* 0.26 0.30* 0.22 0.24 0.19 0.24 0.38** 0.32* 0.29* 0.28 Zwischen der Körpergrösse und den Spermaeigenschaften gibt es bei den Jungbullen nur sehr geringe Zusammenhänge. Der Brustumfang, die Körper- höhe, die Körperlänge am 365. Lebenstag gemessen und die Körperbreite zeigen keinen Einfluss auf die Spermaproduktion. Die friihe Jugendentwicklung der Bullen und die quantitativen Spermaeigenschaften zeigen signifikante Zusammenhänge. Der Brustumfang, die Körperbreite und die Kreuzbeinhöhe am 180. Lebenstag gemessen sind gesichert korreliert mit der späteren Sperma- erzeugung der Bullen. Die Körperlänge und Wiederristhohe hatten in diesem Alter keinen nachweisbaren Einfluss auf die Samenproduktion. In der Tabelle 5 werden diese Zusammenhänge in Zahlen angegeben. Diskussion Die untersuchten Jungbullen zeigten ein normales Wachstum. Ihre Ent- wicklung war besser als die von Maijala (1969) fur Ayrshire beschriebenen 222 Tabelle 5. Phänotypische Korrelation zwischen der Körpergrösse der Bullen und ihrer Sperma- produktion. Samen pro Monat cm8 Yerwertbares Sperma pro Monat cm3 Sperma pro Sprungtag cm3 Sperma pro Sprung cm3 Yerwertbares Sperma pro Sprungtag cm3 Yerwertbares Sperma pro Sprung cm3 Körpermasse am 180. Tag in cm Brustumfang 0.35* Körperlänge 0.15 Wklerristhohe 0.28 Kreuzbeinhöhe 0.38** Beckenbreite 0.21 Brustbreite 0.21 0.39»* 0.37** 0.36* 0.37** 0.34* 0.13 0.23 0.27 0.17 0.21 0.17 0.29* 0.30* 0.17 0.18 0.35* 0.39** 0.40** 0.33* 0.34* 0.27 0.29* 0.31* 0.27 0.21 0.27 0.30 0.36* 0.27 0.22 Leistungen in den Aufzuchsstationen Finnlands. Die Bullen erreichten nach 12 Monaten eine vorziigliche Zuchtkondition. Die Körpermasse und die Jährlings- masse von 445 kg weisen auf eine rahmige Entwicklung der Tiere. Das Wachstum ist bei jungen Tieren starker umweltabhangig als bei älteren. Lindström (1972) untersuchte fiir Ayrshirebullen Wachstums. Er fand folgende Werte: der Priifstation die Erblichkeit des h* Geburtsgewicht 24 ± 10 % 180 Tage Gewicht 35 ± 13 % 365 Tage Gewicht 65 ± 18 % Tägliche Zunahme 60.-180 Tag 25 ± 9% 60.-365 Tag 64 ± 17 % Diese Tatsache beeinflusst auch die phänotypischen Zusammenhänge der Aufzucht der Bullen und der späteren Spermaproduktion. Erst mit der Ein- ftihrung der kiinstlichen Besamung begann man sowohl beim Finnenrind als auch bei den Ayrshire die Bullen nach ihrer Spermaproduktion zu selektieren. In der durchgefuhrten Untersuchung, siehe Tabelle 2, konnten keine Unter- schiede zwischen den Rassen nachgewiesen werden. Die gesicherten Unter- schiede zwischen den Nachkommengruppen oder Vätern sind ziichterisch von Bedeutung. Es ist möglich, die Spermaeigenschaften durch Selektion von Generation zu Generation zu verbessern. Diese Aussage wird durch die h - Schatzwerte untermauert. Bei den Ayrshire wurde h 2 fiir die Spermamenge pro Monat mit 0.42 fiir die Spermamenge je Sprungtag mit 0.40 und fiir die Sperma- menge je Sprung mit 0.47 errechnet. Die iibrigen Spermaeigenschaften wiesen 223 224 eine niedrigere Heritabilität auf. Die gesicherten Unterschiede zwisc en den Bullen weisen gleichfalls auf erhebliche Differenzen unter den Bullen hin. Eine Auswahl der Bullen nach ihrer Spermaproduktion erscheint erfolgversprechend. Bei zukiinftigen Untersuchungen gentigt es nicht, nur die Spermamenge der Bullen zu erfassen, sondern es muss die Anzahl der Tiefgefrierpellets je Bulle ausgewertet werden. Die Qualität und Quantität des Spermas ist von der Erbanlage und der Umwelt abhängig. Eine angemessene Aufzucht der Bullen bildet die Grundlage fur die spätere Spermaproduktion. Sowohl eine zu reichliche Ernährung als auch eine Mangelernährung, besonders einseitige Er- nährung, setzen die Geschlechtsleistung der Bullen herab. An den unter einheitlichen Bedingungen in der Station autgezogenen Bullen konnten Bezieh- ungen zwischen Jugendwachstum und Spermaproduktion nachgewiesen werden. Aus der Entwicklung der Korpermasse und dem Brustumfang sowie der Kreuzbeinhöhe am 180 Tag gemessen, lassen sich Aussagen iiber die zukiinftige Spermaquantität machen. Die Korrelationswerte um 0.3 deuten darauf hin, dass Bullen, die eine bessere körperliche Entwicklung während der Aufzucht zeigen, zu einer vermehrten Spermaerzeugung fähig sind. Die Ergebnisse der Untersuchungen beweisen, dass es noch ziichterische Reserven zur Steigerung von qualitativ hochwertigem Sperma gibt. Durch die Selektion der Jungbullen nach ihrem Wachstumsvermogen wird die Sperma- erzeugung bei den Zuchtbullen verbessert. Zusammenfassung Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Aufzucht und Spermaproduktion bei Jungbullen. Von 47 in der Eigenleistungspriifstation aufgezogenen finnischen Ayrshire- bullen wurden lebendmasseentwicklung und Korpermasse kontrolliert. Mit 12 Monaten wurden die Bullen in die Besamungsstationen iibernommen und ihre Spermaproduktion wurde registriert. Gleichzeitig mit den Ayrshirebullen wurde die Spermaerzeugung von 17 Bullen des Finnenrindes erfasst. Die beiden Rassen unterschieden sich weder in den qualitativen noch in den quantitat- tiven Spermaeigenschaften. Zwischen den Nachkommengruppen gibt es offenscihtliche Unterschiede bei den ein- zelnen Spermaeigenschaften. Auch die einzelnen Bullen unterscheiden sich gesichert voneinander bei der Spermaproduktion. Damit ist es dem Ziichter möglich, die Sperma- eigenschaften durch Selektion zu verbessern. Zwischen dem Jugendwachstum und der Spermaproduktion warden positive Kor- relationen gefunden. Bullen, die eine bessere körperliche Entwicklung wahrend der Auf- zucht zeigten, erzeugten eine grössere Spermamenge im Untersuchungsweitraum auf der Besamungsstation. Durch die Auswahl der Jungbullen nach ihrer Eigenleistung Zunahme und Körpergrösse wird die Spermaerzeugung bei den Zuchtbullen verbessert. 225 LITERATURNACHWEIS Eibl, K. 1959. Lehrbuch der Rinderbesamung. S. 485. Hamburg, Berlin. Harvey, W. R. 1966. Least-squares analysis of data with unequal subclass numbers. ARS 20 28. July 1960. Reprinted with corrections April 1966. Agric. Res. Service U.S. Dept, of Agric. Jonova, A. G. 1968. O vosproisvoditelnoj funkcii molydych byckov. Dokady TSCh A, H. 23. Leidl, W. & Biegert, W. 1967. Pubertät und Zuzhtreife bei Höhenfleckvieh. Tierärztl. Wochenschr. H. 18. Berlin, Munchen. Liebenberg, O. & Sighting, P. 1971. 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Jena. 226 Selostus Nuorien keinosiemennyssonnien kasvukoetulokset ja spermantuotanto Unto Uusisalmi ja Marja Kallio Helsingin yliopisto, Kotieläinten jalostustieteen laitos Gunther Klautschek Sektion Tierproduktion, Universität Rostock, DDR Mikko Varo Helsingin yliopisto, Kotieläinten jalostustieteen laitos Tarkasteltiin ayrshire- ja suomenkarjarotuisten nuorien keinosiemennyssonnien kehittymistä kasvatusasemilla niiden ensimmäisenä ikävuotena ja sen jälkeen niiden siementuotannon mää- rää ja laatua keinosiemennysasemilla toisena ikävuotena. Määriteltiin spermantuotanto- ominaisuuksien periytyvyydet sekä kasvukoetulosten ja spermantuotanto-ominausuuksien väliset vuorosuhteet. 47 ayrshiresonnia (10 isän jälkeläisryhmät) kasvatettiin Humppilan kasvatusasemalla ja 17 suomenkarjansonnia (5 isän jälkeläisryhmät) Maunulan kasvatusasemalla vuosina 1967 69: Sonnit punnittiin kuukauden iästä vuoden ikään saakka 30 päivän välein. Lisäksi niistä otettiin 5 eri ruumiinmittaa sekä 180päivän että 365 päivän iässä. Keinosiemennysasemilla (Salpausselkä ja Uusimaa & Kymi) mitattiin niiden spermantuotanto-ominaisuuksia 12 kk:n iästä 24 kk:n ikään. Kultakin sonnilta vaadittiin vähintään 8 kk:n tiedot spermantuotannosta. Seuraavat ominaisuudet rekisteröitiin: siementä kk:ta kohti, hyväksyttyä siementä kk;ta kohti, siementä ottokertaa ja hyppyä kohti, hyväksyttyä siementä ottokertaa ja hyppyä kohti, siemenen ti- heys, hyväksyttyä siementä kk:ssa %, ja hyväksyttyä siementä ottokertaa kohti %. Tuloksiksi saatiin sonnien iän, ottokertojen ja hyppykertojen perusteella korjatuista arvoista seuraavaa: Rotujen (ay ja sk) välillä ei o[lut tilastollisia eroja siemenen määrässä ja laadussa. Isäsonnien jälkeläisryhmien spermantuotanto erosi erittäin merkitsevästi kussakin yksityisessä siemenen tuotantoa kuvaavassa ominaisuudessa. Samoin yksityiset nuoret sonnit erosivat merkitsevästi tai erittäin merkitsevästi toisistaan spermantuotannossaan. Siten on sperman- tuotantoa mahdollista valinnalla parantaa. Ay-rodulla saatiin h2-arviot: siementuotannolle kk:ssa 0.42, siementuotannolle ottokertaa kohti 0.40 ja siementuotannolle hyppykertaa kohti 0.47. Sonnien kasvukoejakson painonkehitys, kasvukyky ja ruumiinmitat korreloitavat positii- visesti sperman tuotantoon. Nuoret sonnit, jotka kasvatusasemilla kehittyivät hyvin (painon- kehitys ja lisäkasvu olivat hyvät), tuottivat myös runsaasti spermaa koejakson aikana. Näin kasvutuloksiin perustuva valinta johtaa välillisesti sonnien siementuotannon paranemiseen.