













































200 
 

Das menschliche Gesicht der 
Großstadtdämonen 
Wie Kulturkritik durch die sprachliche Bildlichkeit des 
Expressionismus zum Ausdruck gebracht wird 
 
 
Romy Durda 
Philipps-Universität Marburg 
 
 
Abstract 
Dieses Paper zeigt exemplarisch auf, dass expressionistische Lyrik als eine zeitgenössische 
ökologische Reflexion und Klage über Bedingungen des menschlichen Daseins gelesen 
werden kann. Gegenstand dieser Reflexion ist nicht nur die Verfasstheit des individuellen 
Ich, sondern auch seine Beziehung zur großstädtischen Umwelt: Das lyrische Ich erkennt 
seine prekäre Situation inmitten der Häuserschluchten, die nicht mehr Behausung, sondern 
nur noch Bedrohung sind. In close readings verschiedener expressionistischer Gedichte 
stellt sich allerdings heraus, dass dieses Leiden unter den Bedingungen des modernen 
Großstadtlebens nicht allein – wie in der Expressionismusrezeption oft vorgetragen – auf 
die dämonisch-mystisch metaphorisierte Großstadt zurückzuführen ist. Vielmehr ergeben 
sich aus einer textimmanenten Auseinandersetzung mit ihren sprachlichen Bildern 
deutliche Hinweise auf eine tiefgehende Kulturkritik, die in der Expressionismusrezeption 
bislang vernachlässigt wurde. 
 
So wurden beispielsweise dämonisierende und dynamisierende Metaphern in der 
Auseinandersetzung mit Werken von Georg Heym und Alfred Lichtenstein vielfach als eine 
unheilvolle, mystische Animierung der Umgebung mittels übernatürlicher Wesen 
interpretiert. Wie meine Analyse verschiedener expressionistischer Stadtgedichte zeigen 
wird, verbirgt sich hinter dieser dämonischen Gestalt jedoch ein viel bekannteres, ein allzu 
menschliches Gesicht. 
 
Eine eingehende Untersuchung dieser Metaphern macht deutlich, dass den personifizierten 
Großstädten Merkmale zugeschrieben werden, die klare Gemeinsamkeiten zu 
menschlichen Eigenschaften aufweisen. Folglich werden die mit der Urbanisierung im 
Zusammenhang stehenden existentiellen Leiderfahrungen als Konsequenzen des 
menschlichen Schaffens dargestellt und reflektiert. Indem die sprachliche Gestaltung der 
analysierten Werke auf den wahren Urheber großstädtischer Leiderfahrungen aufmerksam 
macht, zeigt sie den Menschen als Schöpfer dieser zweiten Natur, die uns nicht länger 
lebensdienlich ist. 
 
In ihren eindrücklichen Metaphern malen österreichische und deutsche DichterInnen ein 
düsteres Bild des großstädtischen Lebensraumes, das auch hundert Jahre später noch von 



201 
 

großer Relevanz für uns hier und heute ist: angesichts zunehmender Verstädterung und 
Metropolenbildung ist die Zeit längst reif für die Auseinandersetzung mit der ökologischen 
und kulturkritischen Perspektive expressionistischer Großstadtlyrik. 
 
 
This article examines how expressionist poetry gave rise to an ecological reflection on the 
condition of the self and how it relates to its urban and social environment. Based on an 
analysis of the ambivalent relationship between the self and the emerging big cities, which 
was of particular significance to German and Austrian poets, I argue that ecological 
implications in expressionist imagery have mostly been overlooked. For example, 
numerous critics have identified and reaffirmed the significance of “demonizing” and 
“dynamizing” metaphors in Georg Heym’s and Alfred Lichtenstein’s poetry. The dominant 
reading is to interpret their poetic depictions of the metropolis as supernatural entities 
imbued with a sinister sense of agency, recklessness, and hostility. Through the close 
readings of various expressionist city poems, I show that there is another, more familiar 
face behind the demonic mask: a very human one. The big city’s features as well as its 
characteristics do not only point to demonic entities, but they also draw attention to 
unmistakably human characteristics. Accordingly, expressionist poems illustrate that the 
existential dread and misery experienced by the self in the metropolis converge into a 
suffering of our own human making. In my close readings of poems by Heym, Lichtenstein, 
Lichnowsky, and others, the most “demonic” aspect of the metropolis is the 
acknowledgement that we as humans have created a second nature that no longer sustains 
us. This article therefore presents expressionist city poetry as intriguing and insightful 
meditations on how human ecology responded to the challenges of urbanization and 
acceleration. In their haunting and emphatic metaphors, Austrian and German 
expressionist poets paint a dark picture of our human dwelling, which is still relevant for us 
today: As our cities today are ever-expanding and growing into megacities and supercities, 
it is the perfect time to rediscover—and reconsider—the ecological implications of 
expressionist city poetry. 
 
 
Article 
In sprachlichen Bildern, die eine verfremdete Realität zu zeigen scheinen, weil sie nicht der 
Abbildung einer äußeren sondern einer inneren Wirklichkeit dienen, offenbart sich die 
Seele expressionistischer Dichterinnen und Dichter, mit dem Ziel ihr Leiden an der 
großstädtischen Umgebung zum Ausdruck zu bringen. Angesichts des überwältigenden 
Chaos’ einer selbstgeschaffenen Außenwelt stellen Angst und Ohnmacht, sowie der Verlust 
von Identität und Individualität Gefühle dar, mit denen sich bereits in der Literatur zu 
Beginn des 20. Jahrhunderts vermehrt auseinandersetzt wurde. 
 
Aus dem lateinischen Wort für Ausdruck (expressio) hervorgehend, bezeichnet der Begriff 
Expressionismus eine Bewegung in Literatur, Musik und bildender Kunst, welche sich 
zeitlich in die Jahre von 1905 bis 1925 einordnen lässt. Mit ihren Werken verfolgten die 
Expressionisten das maßgebliche Ziel der Epoche, die Empfindungen der Seele zum 
Ausdruck zu bringen und Bilder zu erschaffen, die folglich nicht der Abbildung einer 
objektiven Realität, sondern der Darstellung einer subjektiven Gefühlswelt dienen. Diese 



202 
 

innere Wirklichkeit war insbesondere zu Beginn des Expressionismus geprägt von 
Leiderfahrungen, die mit dem Leben in der Großstadt in unmittelbarem Zusammenhang 
standen. Im Vorwort zu seiner Anthologie Menschheitsdämmerung erklärt Kurt Pinthus 
dazu: 
 

Das Chaotische der Zeit, das Zerbrechen der alten Gemeinschaftsformen, 
Verzweiflung und Sehnsucht, gierig fanatisches Suchen nach neuen Möglichkeiten 
des Menschenlebens offenbart sich in der Dichtung dieser Generation mit gleichem 
Getöse und gleicher Wildheit wie in der Realität.1 

 
Neben dem Herannahen des ersten Weltkrieges bezieht sich diese „Realität“, von welcher 
bei Pinthus die Rede ist, vor allem auf den Problemkomplex der Urbanisierung, der für den 
Expressionismus von prägender Bedeutung war. 
 
Unter dem Begriff Urbanisierung versteht man sowohl die Ausbreitung der Städte im 
geographischen Sinne, als auch die Veränderungen und Anpassungen in persönlichem und 
sozialem Verhalten durch eine „Herausbildung und Verbreitung der urbanen Lebensform.“2 
Der rasante Anstieg des Städtewachstums zwischen dem 19. und dem 20. Jahrhundert war 
Ursache einer erheblichen Beeinträchtigung des Lebensgefühls und Auslöser seelischer 
Leiden, über die selbst die Vielfalt der städtischen Vergnügungskultur nicht 
hinwegtäuschen konnte. Zahlreiche technische Innovationen und soziale Faktoren stellten 
drastische Umstellungen dar, an die sich die Menschen in dieser Zeit der sich 
beschleunigenden Großstadtentwicklung gewöhnen mussten: 

 
Die Expansion und Beschleunigung des Verkehrs, die Zeitrhythmen der 
Fabrikarbeit, (…) die Enge der Wohnverhältnisse, die Kommerzialisierung von 
Versorgung und Dienstleistungen, die Anonymität des Lebens.3 
 

In seiner ungewohnten Schnelllebigkeit wird der städtische Alltag zum Verursacher 
existentieller Ängste, die kombiniert mit den Freuden und Vergnügen der Metropole eine 
ambivalente Auffassung der Großstadt erzeugen. Die Zerrissenheit des Verhältnisses 
zwischen dem Menschen und seinem Lebensraum offenbart sich in den 
expressionistischen Werken, wobei insbesondere die Lyrik mit ihrer sprachlichen 
Gestaltung auf die kritische Haltung gegenüber der selbstgeschaffenen Außenwelt 
verweist. Sowohl in den sozialen Beziehungen der Großstädter untereinander als auch in 
Anbetracht der Beziehung der Menschen zu ihrer räumlichen Außenwelt lassen sich in 
zeitgenössischen Werken Hinweise auf deutliche Spannungen finden. Indem die 
expressionistische Literatur diese Verhältnisse zum Ausgangspunkt einer 
Auseinandersetzung mit der menschengemachten zweiten Natur macht, bringt sie eine 

 
1 Kurt Pinthus, „Vorwort zur Menschheitsdämmerung,“ in Lyrik des Expressionismus, hg. Thomas Kopfermann 
(Stuttgart: Klett, 2007), 121. 
2 Clemens Zimmermann, Die Zeit der Metropolen: Urbanisierung und Großstadtentwicklung (Frankfurt am 
Main: Fischer, 1966), 11. 
3 Tobias Becker und Johanna Niedbalski, „Die Metropole der tausend Freuden: Stadt und Vergnügungskultur 
um 1900,“ in Die tausend Freuden der Metropole: Vergnügungskultur um 1900, hg. Tobias Becker, Anna 
Littmann, Johanna Niedbalski (Bielefeld: transcript, 2011), 17. 



203 
 

Kritik zum Ausdruck, die sich insbesondere gegen den destruktiven Fortschrittsdrang des 
Menschen richtet. Die Ableitung dieser Kulturkritik aus dem Außenweltbezug des 
Individuums weist Gemeinsamkeiten mit dem wissenschaftlichen Ökologiebegriff auf und 
kann daher auch als ökologische bzw. dem ecocriticism nahestehende Perspektive 
theoretisiert werden. Der Biologe Ernst Haeckel definiert die Ökologie als „die gesamte 
Wissenschaft von den Beziehungen des Organismus zur umgebenden Aussenwelt, wohin 
wir im weiteren Sinne alle ‚Existenz-Bedingungen‘ rechnen können. Diese sind theils 
organischer, theils anorganischer Natur.“4 Indem sie die Totalität des Außenweltbezuges 
zu ihrem Untersuchungsgegenstand macht, sei die Ökologie Haeckel zufolge auch die 
Wissenschaft von „den Wechselbeziehungen der Organismen unter einander.“5 Neben dem 
räumlichen Außenweltbezug ist demnach auch der soziale Bezug zur Außenwelt im 
Blickfeld der Ökologie. 
 
In seinem Streben nach Fortschritt schafft sich der Mensch eine zweite Natur, mit deren 
Schnelllebigkeit seine eigene Entwicklung nicht ohne Weiteres schritthalten kann. Die 
Großstadt wird damit zu einer Umgebung, welche insbesondere für die Seele ihrer 
BewohnerInnen keinen schützenden Lebensraum mehr darstellt, sondern deren 
Verfassung zu gefährden droht. Darauf basierend wird der Expressionismus im Kontext 
dieser Arbeit als Strömung betrachtet, die sich kritisch mit den Veränderungen im 
räumlichen und sozialen Außenweltbezug des Individuums auseinandersetzt. Diese 
ökologische Komponente, die den Werken der Großstadtlyrik innewohnt, wurde in der 
bisherigen Auseinandersetzung mit dem Expressionismus häufig vernachlässigt. 
Tatsächlich handelt es sich bei den als charakteristisch-expressionistisch erkannten 
Stilmitteln der dämonisierenden und dynamisierenden Metapher, sowie dem Reihungsstil 
nicht nur um stiltypologische Merkmale. Sie verweisen ebenso auf die negative Beziehung 
des Individuums zu seiner selbstgeschaffenen Außenwelt, der zweiten Natur, und lassen 
sich aus einer ökologischen Perspektive als Ausdruck einer Kritik an Kultur und Fortschritt 
deuten.  
 
Die dämonisierende Metapher – Der Urheber großstädtischen Unheils in seiner 
wahren Gestalt 
Eines der eindrücklichsten Bilder der zeitgenössischen Lyrik ist, insbesondere wenn man 
die Stadtgedichte von Georg Heym betrachtet, die unheilvolle Belebung der Umgebung, die 
vor allem mithilfe von dämonisierenden Metaphern erfolgt.6 Aufgabe der dämonisierenden 
Animierung der Großstadt ist es laut Kurt Mautz, „das rätselhaft Unheimliche und die 
übermächtige, blind wirkende Gewalt einer dem Menschen entfremdeten gesellschaftlichen 
Wirklichkeit“ zu veranschaulichen.7 Das Individuum fühlt sich, so geht aus Mautz‘ 
Ausführungen hervor, von der bedrängenden Fülle und der chaotischen Dynamik seiner 

 
4 Ernst Haeckel, Generelle Morphologie der Organismen: Allgemeine Grundzüge der organischen Formen-
Wissenschaft, mechanisch begründet durch die von Charles Darwin reformierte Deszendenz-Theorie. Allgemeine 
Entwickelungsgeschichte der Organismen (Berlin: Reimer, 1866), 286. 
5 Haeckel, Morphologie der Organismen, 236. 
6  vgl. Silvio Vietta, „Erkenntniszweifel im Expressionismus,“ in Expressionismus: Sozialer Wandel und 
künstlerische Erfahrung, hg. Horst Meixner und Silvio Vietta (München: Wilhelm Fink Verlag, 1982), 48. 
7  Kurt Mautz, Mythologie und Gesellschaft im Expressionismus. Die Dichtung Georg Heyms (Frankfurt am Main: 
Athenäum, 1961), 86-87. 



204 
 

großstädtischen Umgebung unterdrückt und bedroht, so dass ihm diese in seiner 
subjektiven Wahrnehmung als undurchschaubares, lebendiges Wesen erscheint und als 
solches in der Lyrik dargestellt wird. Die Dämonisierung der Außenwelt wird hierbei in 
erster Linie über die metaphorischen Mittel der Personifizierung und Beseelung erzeugt, 
welche zugunsten einer spannungsvollen, bedrohlichen Stimmung häufig mit 
Vergrößerungen kombiniert werden.8 
 

Jedoch sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass die expressionistische Lyrik die 
Großstadt nicht ausschließlich in der Gestalt eines übernatürlichen Dämons zum Leben 
erweckt, sondern ihr durch das Personifizieren Merkmale verleiht, die bei näherer 
Betrachtung deutliche Gemeinsamkeiten zu dem Erbauer der Städte aufweisen und uns als 
solche weitaus weniger fremd erscheinen sollten.  Die Rede ist hierbei von erkennbaren 
Rückverweisen auf den Menschen selbst, der sich mit der Erschaffung der Städte als 
Urheber des Leidens am urbanen Lebensraum verantworten muss. Das Verhältnis des 
Menschen zu der von ihm erschaffenen Umgebung wird damit zu einer zentralen Thematik 
der Großstadtlyrik. Szenen, die die Überwältigung der Individuen durch personifizierte, 
übermächtige Städte beschreiben, machen deutlich, dass die Beziehung zwischen dem 
Menschen und seiner eigenmächtig erbauten Außenwelt von Angst und Zerstörung geprägt 
ist. Exemplarisch lässt sich dies an dem Werk „Die Dämonen der Städte,“ aus der Feder des 
Autors Georg Heym, aufzeigen.  
 
In dem Gedicht „Die Dämonen der Städte“ wird der Untergang beziehungsweise die 
Destruktion der Stadt und seiner BewohnerInnen in der belebten Gestalt von dämonischen 
Wesen zum Ausdruck gebracht. Bereits zu Beginn des Gedichtes zeichnet Heym mit seinen 
Worten eine eindrücklich unbehagliche Szene, indem er insbesondere in den ersten 
Strophen auf die bedrohliche Größe der vermeintlichen Dämonen aufmerksam macht:  

 
Wie Schifferbärte stehen um ihr Kinn  
Die Wolken schwarz vom Rauch und Kohlenruß. 
Ihr langer Schatten schwankt im Häusermeer 

[…] 
Den einen Fuß auf einen Platz gestellt,  
den anderen gekniet auf einen Turm,  
ragen sie auf, wo schwarz der Regen fällt9 

 
Heyms Verse erwecken hier den Eindruck, es handle sich um riesige Gestalten, deren 
gewaltige Größe die Gebäude der Städte bis in den Himmel überragt. Ein genauerer Blick 
auf die Beschreibung der bisweilen vorschnell als Dämonen identifizierten Wesen zeigt 
allerdings, dass mit dieser Feststellung ein wichtiger Aspekt vernachlässigt wird. Die Rede 

 
8  vgl. Kurt Ludwig Schneider, Der bildhafte Ausdruck in den Dichtungen Georg Heyms, Georg Trakls und Ernst 
Stadlers: Studien zum lyrischen Sprachstil des deutschen Expressionismus (Heidelberg: Carl Winter 
Universitätsverlag, 1954), 78. 
9 Georg Heym, „Die Dämonen der Städte,“ in Lyrik des Expressionismus, hg. Silvio Vietta (Tübingen: Niemeyer, 
1990), V. 3-5 und 9-11, 39-41. 



205 
 

ist hierbei von dem erkennbaren Bezug zum Menschen, den Heym in seinen Metaphern 
gleichfalls schafft. 
 
Neben der gigantischen Größe der Dämonen lassen sich in den genannten Versen Verweise 
auf anatomische Merkmale finden, die Gemeinsamkeiten zum menschlichen Körper 
aufweisen. So ist in Heyms Gedicht beispielsweise die Rede vom „Kinn,” „Fuß“ und “Arm” 
der Dämonen.10 Auch gleichen ihre Bewegungen denen der Menschen: sie „wandern“ und 
„schwank[en]“, während sie sich „langsam vorwärts [tasten] Haus für Haus.“11 In die 
Bewegungen und das Aussehen der vermeintlichen Dämonen ist das Menschliche stets 
eingeschrieben und mitgedacht, sodass Heyms Verse einen Zusammenhang zwischen dem 
Unheil und dem Wesen des Menschen herstellen und damit dessen (selbst-)zerstörerische 
Macht zum Ausdruck bringen.  
 
Doch nicht nur dem herrschenden Elend wird eine beseelte, menschliche Gestalt verliehen, 
auch die Großstadt selbst wird durch Personifikationen zum Leben erweckt. Wenn sich die 
Städte in Heyms Gedicht unter dem Fuß der Dämonen „ducken“12, wenn in Vers 29 „Der 
Städte Schultern knacken“ oder „durch der Städte Schoß“13 ein Erdbeben donnert, dann 
tritt erneut die menschliche Seite der Großstadt hervor, die ihr als ein von Menschen 
geschaffenes Werk innewohnt. 
 
Im Gegensatz dazu entsteht in der sechsten Strophe eine Depersonifikation des Menschen. 
Durch das Bild, welches in den Versen 21 bis 23 erzeugt wird, werden die Menschen mit 
einer Gruppe wehrloser Tiere assoziiert:  
 

Sie [die Dämonen der Städte] lehnen schwer auf einer Brückenwand  
und stecken ihre Hände in den Schwarm  
der Menschen aus.  

 
Heym nimmt den Menschen in seinem Gedicht nicht nur ihre Stellung als überlegenes 
Lebewesen, er geht in den Versen 23 und 24 sogar noch weiter:  
 

wie Faune, die am Rand  
der Sümpfe bohren in den Schlamm den Arm  

 
Indem er die Menschen mit “Schlamm” vergleicht, werden diese im Gedränge der 
Großstadt mit einer leblosen, undifferenzierten Masse gleichgesetzt und somit nicht nur 
ihrer Individualität und Identität, sondern vor allem ihrer Beseeltheit beraubt. 
 
Wie anhand dieses Beispiels beobachtet werden kann, gehen Personifikationen und 
dämonisierende Metaphern oft mit einer Verdinglichung des Menschen einher. Laut Silvio 
Vietta dient die Verbindung dieser beiden Stilmittel dem Zweck, die „erdrückende 

 
10 Heym, „Die Dämonen der Städte,“ V. 3, 9 und 24, 39-41. 
11 Heym, „Die Dämonen der Städte,“ V. 1, 5 und 8, 39-41. 
12 Heym, „Die Dämonen der Städte,“ V. 2, 39-41. 
13 Heym, „Die Dämonen der Städte,“ V. 47, 39-41. 



206 
 

Eigendynamik der Objektwelt literarisch äquivalent zu gestalten.“14 Eigendynamik meint 
mit Blick auf Heyms Gedicht: Die vom Menschen erbaute städtische Umgebung hat sich 
dessen Kontrolle entzogen und wirkt nun mit einer solchen Übermacht an Fremdheit und 
Aufdringlichkeit auf das Individuum ein, dass sie von diesem als dauerhafte Bedrohung 
angesehen wird. Von seinen Ängsten überwältigt, steht es dem, in seiner Wahrnehmung 
herrschenden Schrecken der Stadt hilflos und ohnmächtig gegenüber. Das eigentlich 
menschliche Individuum wird zum „willenlosen, orientierungslosen Objekt,“15 verliert als 
solches an Identität und ist nun, um auf Heyms Gedicht zurückzukommen, nur noch Teil 
eines Menschenschwarms, welcher dem personifizierten, selbstgeschaffenen Grauen 
widerstandslos ausgeliefert ist.  
 
Dass in der von Mautz und Schneider beschriebenen dämonisierenden Metapher nicht nur 
eine Dämonisierung, sondern vor allem eine Vermenschlichung der Großstadt erkannt 
werden kann, ist ein generell zu beobachtendes Phänomen und lässt sich in ähnlicher 
Weise an einem Werk von Armin T. Wegner feststellen. Das Gedicht „Der Zug der Häuser“ 
thematisiert die Ausbreitung der Städte, wobei auch hier schnell deutlich wird, dass diese 
Verstädterung mit Zerstörung gleichgesetzt wird:  
 

Wir [die Städte] wälzen den plumpen steinernen Leib darüber,  
Die Dörfer, die Felder, die Wälder, wir nehmen sie mit!16 

 
Ähnlich wie Heyms Dämonen zeigen sich Wegners Städte in der personifizierten Gestalt 
eines unaufhaltsamen, erbarmungslosen Ungeheuers, dessen Äußeres bei näherer 
Betrachtung Ähnlichkeiten zum Menschen aufweist. Die anatomischen Gemeinsamkeiten 
zum menschlichen Körper offenbaren sich vornehmlich in den Versen 28 bis 31:  

 
Hinein in der Städte pochendes Herz. 
Ob lebend, ob tot, wir halten sie fest 
An unsere steinernden Brüste gepreßt. 
Bis unsere Stirnen die Sterne berühren 

 
Abgesehen von dem „pochende[n] Herz,“ den „Brüsten“ und „Stirnen“ wird hier auch das 
Verhalten der großstädtischen Häuser anthropomorphisiert. Wenn sie die Menschen nicht 
loslassen wollen und sie fest an sich drücken, dann stellt dies ein zutiefst menschliches 
Verhalten dar, das Schutz bieten und einen drohenden Verlust verhindern soll. In dieser 
beschützenden, menschlichen Geste lässt sich noch der lebensdienliche Zweck der 
Großstädte erahnen, doch zeigt das Gedicht insgesamt, wie das bereits verselbstständigte 
Städtewachstum („bis unsere Stirnen die Sterne berühren“) in gleichgültiger Weise alles 
Leben dem Wachstum und der Ausbreitung unterordnet. In diesem zerstörerischen 

 
14 Silvio Vietta, „Großstadterfahrung,“ in Lyrik des Expressionismus, hg. Silvio Vietta (Tübingen: Niemeyer, 
1990), 31. 
15 Hermann Korte, Georg Heym (Stuttgart: Metzler, 1982), 55. 
16 Armin Theophil Wegner, „Der Zug der Häuser,“ in Deutsche Großstadtlyrik vom Naturalismus bis zur 
Gegenwart, hg. Wolfgang Rothe (Stuttgart: Reclam, 1973), V. 12-13, 135-136. 



207 
 

Streben spiegeln die Städte wiederum den modernen Menschen, der dieses Verhalten 
zeigen kann, indem auch er alles Leben dem bedingungslosen Fortschritt unterwirft.  
 
Des Weiteren verweisen Personifizierungen wie „Hohläugig glotzen die Häuser“ und „Alle 
verschlingt unserer Mauern zermalmender Mund“ auf das menschliche Gesicht der 
destruktiven, städtischen Übermacht.17 Die Animierung der Großstadt zeigt sich jedoch 
nicht nur in der ihr verliehenen Gestalt, sie wird ebenso durch die Verwendung der 
wörtlichen Rede in der zweiten und dritten Strophe zum Ausdruck gebracht. Der Ausruf 
„Gebt Raum! Gebt Raum / Unserm Schritt“, betont in den Versen 10 bis 11 außerdem die 
Fähigkeit zur selbstständigen Fortbewegung, infolge derer sich die Großstadt unaufhaltsam 
bis zum „Saume der Meere“ und „Haupte der Berge“ erstreckt.18 
 
Der unnachgiebige städtische Drang nach Wachstum und Ausbreitung, der jede Zerstörung 
gleichgültig hinnimmt, steht auch hier kontrastierend zu der aus Unterlegenheit 
resultierenden Willenlosigkeit der Menschen:  

 
Und die Menschen, aus ihrer Qual sich zu retten, […]  
Gebeugte Männer, verzweifelte Frauen   
Ziehen dahin in schwarzen Ketten19  
 

Der Mensch hat in diesen Versen nicht nur an Kontrolle und Handlungsfähigkeit verloren, 
die übermächtige Großstadt hat ihn zudem seiner Freiheit und Individualität beraubt. 
Infolge dieser Verluste steht er seiner Schöpfung als entmenschlichter Teil der „schwarzen 
Ketten“ gegenüber und ist angesichts der Vermenschlichung seiner Umgebung selbst zum 
Objekt geworden. In dieser Gegenüberstellung offenbart sich das selbstzerstörerische 
Verhalten des Menschen, denn genau wie bei Heym, zeigt sich in der menschlichen Seite 
der Städte der Urheber von urbanem Leid. Indem das städtische Unheil in der Gestalt 
seines Schöpfers in Erscheinung tritt, wird deutlich, dass die geschaffene 
Lebensfeindlichkeit der Umgebung auf den blinden Fortschrittsdrang und die destruktive 
Macht des Menschen zurückzuführen ist. 
 
In Anbetracht der Tatsache, dass die Verantwortung für die Errichtung der Städte allein in 
menschlichen Händen liegt, verweist das in Heyms und Wegners Gedichten geschilderte 
städtische Unheil auf eine kritische Haltung gegenüber dem menschlichen Streben nach 
Zivilisation und Kultur.  Der eigentliche Zweck von kulturellem Fortschritt besteht laut 
Arnold Gehlen darin, die unberührte Natur, in welcher die Überlebensfähigkeit des 
Menschen stark beeinträchtig wäre, zu einer lebensdienlichen Umgebung umzugestalten: 
 

Der Mensch ist, um existenzfähig zu sein, auf Umschaffung und Bewältigung der 
Natur hin gebaut, und deswegen auch auf die Möglichkeit der Erfahrung der Welt 
hin: Er ist handelndes Wesen, weil er unspezialisiert ist, und also der natürlich 

 
17 Wegner, „Der Zug der Häuser,“ V. 8 und 34, 135-136. 
18 Wegner, „Der Zug der Häuser,“ V. 35 und 37, 135-136. 
19 Wegner, „Der Zug der Häuser,“ V. 24 und 26-27, 135-136. 



208 
 

angepassten Umwelt entbehrt. Der Inbegriff der von ihm ins Lebensdienliche 
umgearbeiteten Natur heißt Kultur, und die Kulturwelt ist die menschliche Welt.20 

 
Eben diese Lebensdienlichkeit wird nun jedoch mit der Thematisierung des destruktiven 
Verhältnisses zwischen Mensch und Großstadt infrage gestellt. Geborgenheit und 
Sicherheit der eigenen großstädtischen Behausung sind durch Entwicklungen des 
technischen Fortschritts verloren gegangen, so dass sich der Mensch nun in einem 
Lebensraum wiederfindet, der ihm nicht länger ein Gefühl von schützender Zivilisation, 
sondern von Bedrohung und Fremdheit vermittelt. Seine gefahrvolle Eigendynamik 
entzieht sich dem Einwirken der menschlichen Hand. Der Verlust von Kontrolle offenbart 
sich in den Werken von Georg Heym und Armin T. Wegner mit der Gegenüberstellung von 
großstädtischer, lebendiger Übermacht und der Verdinglichung des Menschen. Diese zeigt 
sich, wenn die Menschen in Heyms und Wegners Gedichten als „schwarz[e] Ketten“ oder 
„Schlamm“ dargestellt werden. Indem dem Individuum seine Menschlichkeit aberkannt 
wird, verliert es seine Fähigkeiten zur kulturellen Anpassung seiner Außenwelt und ist 
dieser schutzlos ausgeliefert. In seiner Machtlosigkeit hat es somit einen Wendepunkt 
erreicht, an welchem Zivilisation und Fortschritt in Rückschritt und Zerstörung 
umschlagen.  
 
Die Kritik an dem selbstzerstörerischen Charakter von Kultur und Fortschritt ist in 
ähnlicher Weise in einem der bekanntesten Werke der expressionistischen Großstadtlyrik 
auffindbar. In den Versen seines Gedichtes „Der Gott der Stadt“ verweist Autor Georg Heym 
erneut auf den Menschen als Schöpfer des großstädtischen Leids. Dabei zeichnet er ähnlich 
wie in „Die Dämonen der Städte“ das Bild einer düsteren Stadt, in welcher ein vermeintlich 
dämonischer Herrscher sein Unwesen treibt. Jedoch geben auch hier bereits die äußeren 
Merkmale dieses Wesens Grund zu der Annahme, dass sich hinter dem „Gott der Stadt“ ein 
menschliches Gesicht verbirgt. Die Gestalt der unheilvollen Kreatur besitzt neben einer 
„Stirn“ und einem „Bauch“ auch „Haupthaar“ und „Augenbrauen“ und zeichnet sich damit 
optisch durch ihre Ähnlichkeit zum menschlichen Körper aus.21 Weiterhin offenbaren sich 
diese Verweise auf den Menschen in den Versen 17 bis 20:  
 

Er streckt ins Dunkel seine Fleischerfaust.  
Er schüttelt sie. Ein Meer von Feuer jagt  
Durch eine Straße. Und der Glutqualm braust  
Und frißt sie auf, bis spät der Morgen tagt. 

 
Die Fähigkeit des Menschen, Feuer erzeugen und beherrschen zu können, ebnete den Weg 
zum Aufbau von Zivilisation und Kultur. Folglich zeigt sich in der letzten Strophe, wenn der 
„Gott der Stadt“ ein „Meer von Feuer“ hervorruft, nicht nur die Parallele zum menschlichen 
Schaffen von kulturellem Fortschritt, sondern auch eine Kritik an diesem. Das erzeugte 
Feuer wird mit dem Vers „der Glutqualm braust / Und frißt sie auf“ in den Kontext von 
Destruktion und Bedrohung gesetzt und die Macht des Menschen dadurch als eine 
selbstzerstörerische charakterisiert. Zudem lässt sich angesichts der Verse elf bis zwölf, 

 
20 Arnold Gehlen, Der Mensch: Seine Natur und seine Stellung in der Welt (Frankfurt: Klostermann, 2016), 38. 
21 Heym, „Der Gott der Stadt,“ V. 2, 5 und 16, 112-113. 



209 
 

wenn Heym „Der Schlote Rauch“ und die „Wolken der Fabrik“ beschreibt, ein Bezug 
zwischen dem Erzeugen von Feuer und der im unmittelbaren Zusammenhang mit der 
Industrialisierung und Urbanisierung stehenden Arbeit in den Fabriken herstellen. 
Insbesondere in Anbetracht dieser Verknüpfung verweist die negative Verwendung der 
Feuermetaphorik darauf, dass Kultur und Fortschritt als menschengemachtes Unheil 
angeklagt werden.  

 
Die dynamisierende Metapher: Die verhängnisvolle Eigendynamik der menschlichen 
Schöpfung 
Häufig treten Dämonisierungen in Verbindung mit der dynamisierenden Metapher auf. 
Diese hat den Effekt, Gegenständen, die zu einer tatsächlichen Bewegung gar nicht fähig 
wären, Handlungen und Aktionen zu zuordnen, oder bereits vorhandene 
Bewegungsvorgänge zu intensivieren.22 Mithilfe dieser neu übertragenen oder 
umgedeuteten Dynamik werden die auf das Individuum einflutenden Impressionen der 
Großstadt verdeutlicht. 
 
Ein ähnlicher Effekt dynamisierender Metaphorik lässt sich im Gedicht „Punkt“ Alfred 
Lichtensteins erkennen:  

Die wüsten Straßen fließen lichterloh 
Durch den erloschenen Kopf. Und tun mir weh. 
Ich fühle deutlich, daß ich bald vergeh – 
Dornrosen meines Fleisches, stecht nicht so. 
 
Die Nacht verschimmelt. Giftlaternenschein 
Hat, kriechend, sie mit grünem Dreck beschmiert. 
Das Herz ist wie ein Sack. Das Blut erfriert. 
Die Welt fällt um. Die Augen stürzen ein.23 
 

Das beschriebene Geschehen wird metaphorisch schnelllebig, unbeständig und 
unaufhaltsam gestaltet und gibt damit Einblicke in das Innere eines großstädtischen 
Menschen, der sich inmitten eines permanent auf ihn einwirkenden Chaos‘ gefangen fühlt 
und glaubt, an diesem zugrunde zu gehen. Bereits in den ersten Versen des Gedichtes wird 
diese überwältigende Ruhelosigkeit der Großstadt bildhaft dargestellt. Wenn “Die wüsten 
Straßen (…) lichterloh / Durch den erloschenen Kopf [fließen]”, verleiht ihre 
Dynamisierung der Umgebung eine zerstörerische Eigendynamik. Deren Bedrohlichkeit 
wird zudem durch die Gegenüberstellung der kontrastierenden Begriffe “lichterloh” und 
“erloschen” hervorgehoben, die den Gegensatz zwischen städtischer Übermacht und der 
Ohnmacht des lyrischen Ichs kennzeichnen. Während die Straßen der Großstadt 
“lichterloh” erstrahlen, ist der Kopf bereits “erloschen”. Neben der zum Ausdruck 
gebrachten Überwältigung des Menschen durch seinen selbstgeschaffenen Lebensraum 
wird mit der hier genutzten Feuer- bzw. Brandmetaphorik die Lebensfeindlichkeit der 

 
22 Schneider, Der bildhafte Ausdruck in den Dichtungen Georg Heyms, Georg Trakls und Ernst Stadlers, 71. 
23 Lichtenstein, „Punkt,“ 35. 



210 
 

Stadt betont.24 Zu Beginn der zweiten Strophe zeigt sich der Verlust von Kontrolle über die 
eigene Schöpfung erneut:  
 

Die Nacht verschimmelt. Giftlaternenschein   
Hat, kriechend, sie mit grünem Dreck beschmiert. 
 

Genau wie bei den fließenden Straßen, lässt sich auch an der Dynamisierung des 
kriechenden Giftlaternenscheins beobachten, wie dem Geschehen mithilfe der 
dynamisierenden Metapher eine Selbstständigkeit zugeschrieben wird, die sich über den 
menschlichen Willen hinwegsetzt.  Indem sich die künstlich erbaute Umgebung dem 
Einfluss ihres Schöpfers entzieht und diesem Schaden zufügt, folgt der großstädtische 
Lebensraum in Lichtensteins Gedicht nicht länger dem Zweck des Lebensdienlichen. Aus 
der eigenmächtigen Beschleunigung geht eine Lebensfeindlichkeit der Umgebung hervor, 
in deren Folge kultureller Fortschritt seinen eigentlichen Sinn verliert und in Zerstörung 
umschlägt. Verweise auf diese Rückkehr zu einem dem Menschen feindlichen Lebensraum 
können in Lichtensteins Werk in der wiederholten Verwendung von Naturassoziationen 
gefunden werden. Wenn Lichtenstein im vierten Vers von den “Dornrosen meines 
Fleisches” schreibt und in den Versen fünf bis sechs die Nacht durch den “grünen Dreck” 
des Giftlaternenscheins wie verschimmelt aussieht, kommen mit „Dornrosen“ und „Nacht“ 
Naturphänomene zum Vorschein, die gleichfalls in den Kontext von unabwendbarem Leid 
gestellt werden. Der Verselbstständigung der Großstadt unterlegen, findet sich der Mensch 
inmitten eines ungebändigten Lebensraumes wieder, in dem er der Bedrohung seiner 
Existenz entgegensehen muss. “Ich fühle deutlich, daß ich bald vergeh”, klagt das lyrische 
Ich und betont damit das destruktive Verhältnis des Individuums zu seiner 
selbstgeschaffenen Umgebung. Noch eindrücklicher wird der Verfall menschlichen Lebens 
infolge der städtischen Lebensfeindlichkeit in den letzten Versen geschildert, in denen „das 
Blut erfriert,“ „die Welt [um]fällt“ und die „Augen [ein]stürzen“. Die zerstörerische 
Beziehung zwischen dem Menschen und der Großstadt findet ihren abschließenden 
Höhepunkt hier in einem gänzlichen Zusammensturz, von dem ein handlungsunfähiges 
lyrisches Ich mitgerissen wird. 
 
Eine konträre Darstellung von menschlicher Ohnmacht und städtischer Übermacht wird 
auf ähnliche Weise von dem Dichter Ernst Wilhelm Lotz mithilfe der dynamisierenden 
Metapher geschaffen. „Die Nächte explodieren in den Städten“25 schreibt Lotz in einem 
gleichnamigen Gedicht, um die ungestüme Gewaltsamkeit der Sinneseindrücke innerhalb 
der Großstadt, hier insbesondere im Hinblick auf das lebhafte städtische Nachtleben, zum 
Ausdruck zu bringen. Der Ruhelosigkeit des Stadtgeschehens wird mittels dieser 
Dynamisierung ein bedrohlicher, zerstörerischer Charakter verliehen, dessen Wirkung im 

 
24 Dass Großstadt und Feuer dergestalt metaphorisch miteinander verbunden werden, lässt sich mit Blick auf 
ihre in ähnlicher Weise ambivalenten Rollen für die zivilisatorische Entwicklung des Menschen erklären. 
Während sie einerseits das zivilisatorische Fortkommen befördern, bedrohen sie es andererseits durch die 
Möglichkeit ihres Umschlagens in Leid und Zerstörung. Dieser dialektische Zusammenhang wurde nicht 
zuletzt von Herbert Marcuse anhand des feuerbringenden Menschenfreundes und Kulturstifters Prometheus 
demonstriert (Eros and Civilisation: A Philosophical Inquiry into Freud [Boston: Beacon, 1955], 81). 
25 Ernst Wilhelm Lotz, „Die Nächte explodieren in den Städten,“ in Lyrik des Expressionismus, hg. Silvio Vietta 
(Tübingen: Niemeyer, 2010), V. 1, 36. 



211 
 

zweiten Vers “Wir sind zerfetzt vom wilden, heißen Licht” noch verstärkt wird. In ihrer 
Vehemenz bestätigt diese Metaphorik erneut das Bild einer überwältigenden, 
eigenmächtigen Umgebung, der das lyrische ich unterlegen ist. Verdeutlicht wird diese 
Unterlegenheit durch die Gegenüberstellung des wilden, einnehmenden Stadtgeschehens 
und der dazu im Kontrast stehenden Zurückhaltung des lyrischen Ichs, die sich in den 
Versen sieben bis acht zeigt:  
 

Wir flammten schon. Und suchen leise zu verglimmen,   
Weil wir noch furchtsam sind vor eigner Glut.  
 

Das Individuum ist der neuen, herausfordernden Macht seiner Umgebung noch nicht 
gewachsen und kann mit deren Schnelllebigkeit nicht mithalten:  
 

Und unsre Nerven flattern, irre Fäden 
Im Pflasterwind, der aus den Rädern bricht.  
In Kaffeehäusern brannten jähe Stimmen   
Auf unsre Stirn und heizten jung das Blut26 
 

Das lyrische Ich macht hier deutlich, dass die Beziehung zu seinem städtischen Lebensraum 
von Nervosität und Aufregung geprägt ist. Sein Inneres wird, äquivalent zu dem Chaos 
seiner äußeren Umgebung, von einer Unruhe geleitet, die ihm selbst Unbehagen und Furcht 
bereitet. Bezwungen von seiner Außenwelt, hat der Mensch seine Machtposition gegenüber 
der eigenen Schöpfung verloren. Er ist nicht länger Herrscher und Gestalter der Großstadt, 
sondern wird von dieser beherrscht. Des Weiteren äußert sich dieses Fehlen von Kontrolle 
in dem Verlust von Agens:  
 

Wir haben uns dem Tage übergeben   
Und treiben arglos spielend vor dem Wind27 
 

Die hier dargestellte Passivität des lyrischen Ichs lässt sich als Ausdruck einer 
Machtlosigkeit, die angesichts des übermächtigen Stadtgeschehens empfunden wird, 
deuten. Verstärkt wird dieser Eindruck noch durch die Polysemie des Wortes „treiben,“ da 
es die menschliche Betriebsamkeit („treiben“ als „etwas tun“) mit Passivität und 
Ausgeliefertheit an den Wind kontrastiert („treiben“ als „fortbewegt werden“). Die 
dynamische Gewalt der Außenwelt bereitet dem lyrischen Ich, wie exemplarisch an den 
Gedichten von Lotz und Lichtenstein gezeigt wurde, Gefühle von Furcht und Ohnmacht. 
Karl Ludwig Schneider bezeichnet die charakteristische Metaphorik expressionistischer 
Lyrik daher als „Gefühlsmetaphern,“ welche „auf eine innere Verfassung schließen [lassen], 
die durch fieberhafte Unruhe, Aktionsdrang, durch einen nicht mehr einzudämmenden 
Andrang von Angstgefühlen gekennzeichnet ist.“28 Unter Betrachtung des Verlustes von 
Agens und Handlungsfähigkeit, der sich anhand des lyrischen Ichs in „Die Nächte 

 
26 Lotz, „Die Nächte explodieren in den Städten,“ V. 3-6, 36. 
27 Lotz, „Die Nächte explodieren in den Städten,“ V. 13-14, 36. 
28 Schneider, Der bildhafte Ausdruck in den Dichtungen Georg Heyms, Georg Trakls und Ernst Stadlers, 78. 



212 
 

explodieren in den Städten“ zeigt, lässt sich der von Schneider beschriebene Aktionsdrang 
als Erscheinung deuten, die kompensatorisch zu der empfundenen Machtlosigkeit auftritt.    
Darüber hinaus lässt sich die Angst vor der Außenwelt und ihrer bedrohlichen Dynamik 
wie bereits bei der von Mautz und anderen beschriebenen „dämonisierenden“ Metapher 
um eine weitere Ebene der Deutung erweitern. Wenn in Lotz‘ Gedicht die „Nächte 
explodieren“ und wenn Lichtenstein die „wüsten Straßen fließen“ lässt, dann intensivieren 
sich bedrohliche Bewegungen und Vorgänge nicht zuletzt durch die umfassende 
Verselbstständigung der Großstadt. Die Angst kann hier nicht nur in einen Zusammenhang 
mit dem Überfluss an Reizen gestellt werden; sie muss gleichfalls im Verbund mit der 
gesteigerten Eigendynamik der Stadt betrachtet werden, die in den lyrischen Texten 
deutlich wird. In Lichtensteins und Lotz‘ Metaphern wird der Großstadt eine eigene 
Dynamik zugeschrieben, die von menschlichem Agens und menschlichen Zwecken 
entkoppelt ist. Sie verselbstständigt sich dergestalt, dass sie plötzlich – im Unterschied zur 
„dämonisierenden“ Metapher – nicht mehr die Zeichen und Eigenschaften ihrer 
menschlichen Erschaffer trägt.  
 
Indem die dynamisierende Metapher auf das entfremdete Verhältnis zwischen dem 
Menschen und der Großstadt verweist, enthält sie abermals Kritik an dem blinden, 
zerstörerischen Streben nach technischem Fortschritt. Der Mensch selbst ist es, der der 
Natur ihren stetigen Lauf nimmt und die Außenwelt zugunsten von Zivilisation und 
Fortschritt beschleunigt. Ohne sich der Konsequenzen seines Handelns bewusst zu sein, 
läuft er dabei jedoch Gefahr, durch die künstlich intensivierte Beschleunigung seiner 
Umgebung die eigenen Lebensbedingungen zu verschlechtern. Die vom Menschen 
vorangetriebene Schnelllebigkeit der Außenwelt wirkt sich damit rückschrittlich auf die 
Beziehung des Menschen zu seinem Lebensraum aus.  
 
In seiner Eigendynamik kann die urbane Behausung ihren Bewohnern nicht länger Schutz 
bieten. Der Fortschritt verfehlt somit seinen Zweck, dem menschlichen Leben zu dienen 
und wird von diesem stattdessen mit Unbehagen empfangen. Motivgeschichtlich und 
topologisch knüpft die Großstadtlyrik des Expressionismus damit an einen Zusammenhang 
an, der auch Goethes “Zauberlehrling” prägt: der Mensch verliert die Kontrolle über seine 
Schöpfung und anstelle ihrer Dienlichkeit zeigt sich ab diesem Moment des Umschlagens, 
wie sie ihm zum Verhängnis wird. 
 
Der Simultanstil – Die fragmentarische Wahrnehmung einer zersplitterten 
Außenwelt 
Die erdrückende Impressionsflut der großstädtischen Eigendynamik spiegelt sich häufig 
nicht nur im Inhalt zeitgenössischer Gedichte, sondern auch in deren Form wider. Um der 
“dissoziierenden Vielfalt der Eindrücke in der Großstadt einen formal äquivalenten 
Ausdruck zu verleihen“ wird häufig das Stilmittel der Simultantechnik, auch bekannt als 
Reihungsstil, verwendet.29 Hierbei erfolgt eine Aneinanderreihung verschiedener 
Sinneseindrücke, welche meist durch bildliche Darstellungen veranschaulicht werden, 
jedoch in keinem direkten Bezug zueinander stehen.   

 
29 Thomas Anz, Literatur der Existenz. Literarische Psychopathographie und ihre soziale Bedeutung im 
Frühexpressionismus (Stuttgart: Metzler, 1977), 75. 



213 
 

 
Die großstädtische Reizüberflutung, welche Georg Simmel als „rasche Zusammendrängung 
wechselnder Bilder, de[n] schroffe[n] Abstand innerhalb dessen, was man mit einem Blick 
umfaßt, die Unerwartetheit sich aufdrängender Impressionen“ beschreibt,30 dient dieser 
Technik als Vorbild. Als einer der Gründungstexte der Großstadtsoziologie macht Simmels 
Aufsatz Die Großstädte und das Geistesleben auf die besondere Problematik des 
großstädtischen Alltags aufmerksam und erklärt, diese beginne mit der seelischen 
Belastung, die die Aufregung der Stadt mit sich bringt: Das Leben in der Großstadt führe 
laut Simmel zu einer erheblichen Beanspruchung der Nerven, was sowohl das 
unaufhörliche Intermittieren äußerer Reize als auch die darauf erfolgenden inneren 
Reaktionen einschließt.31 

 
In seiner Eigendynamik hat sich der großstädtische Lebensraum der Kontrolle durch den 
Menschen entzogen und ist zu einem Ort geworden, der seinem Erschaffer so fremd und 
unvorhersehbar erscheint, dass er von diesem nicht mehr in seiner Kohärenz erfasst 
werden kann. Wahrnehmbar bleiben folglich nur noch Myriaden von Bruchstücken einer 
bis zur Unkenntlichkeit zersplitterten Außenwelt. Die Unmöglichkeit, die Großstadt 
sinnlich als ein Ganzes wahrzunehmen, findet im Reihungs- bzw. Simultanstil seinen 
poetologischen Ausdruck. 
 
Der Simultanstil weist somit zwar auf eine sinnesphysiologische Überforderung hin, deutet 
allerdings auch über sie hinaus. Bezogen auf das Verhältnis des Menschen zu seiner 
selbstgeschaffenen zweiten Natur drückt sich in diesem Stil ein Kohärenzverlust aus. 
Nichts hält die Großstadt mehr zusammen: Sie ist in den untersuchten lyrischen Texten 
weder ein einheitlicher Entwurf noch ist in ihr ein vereinheitlichender Zweck der 
Lebensdienlichkeit zu erkennen, den Gehlen der menschlichen zweiten Natur zuschreibt.32 
In der bloßen Aufzählung und Nennung der Dinge zeigt sich der Abbruch eines 
existentiellen Außenweltbezugs. Anstatt seine großstädtische Behausung in den 
aneinandergereihten Dingen zu erkennen, platzieren die untersuchten Gedichte den 
Menschen inmitten einer zusammenhanglosen und fragmentarischen Umgebung. Selbst 
der ästhetisierende Prozess des Dichtens bietet keine Aussicht, die Dinge zum Ganzen 
zusammenzufügen und zu ordnen. 
 
Diese Zusammenhänge lassen sich beispielsweise konkret in dem Gedicht „Weltende“ von 
Jakob van Hoddis nachvollziehen. Wie der Titel des Gedichtes bereits vorwegnimmt, wird 
in diesem der Untergang der Welt thematisiert. Ereignisse, die mit dieser Katastrophe 
einhergehen, werden aneinandergereiht geschildert und erzeugen dadurch die Wirkung, 
dass es sich bei den Geschehnissen um einzelne Fragmente eines chaotischen Elends 
handelt, dessen vollständiges Ausmaß nicht umfassend zu überblicken ist und dessen 
Zusammenhänge nicht mehr erkannt werden können: 
 

 
30 Georg Simmel, „Die Großstädte und das Geistesleben,“ in Georg Simmel: Aufsätze und Abhandlungen 1901-
1908 Bd. 1, hg. Rüdiger Kramme und Angela Rammstedt (Berlin: Suhrkamp, 1903), 117. 
31 Simmel, „Die Großstädte und das Geistesleben,“ 116. 
32 vgl. Gehlen, Der Mensch, 38. 



214 
 

Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut, 
In allen Lüften hallt es wie Geschrei. 
Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei 
Und an den Küsten – liest man – steigt die Flut33 

 
Aufgrund ihrer Reihung und der Möglichkeit ihrer Gleichzeitigkeit können diese Ereignisse 
weder in einen kausalen noch in einen chronologischen Zusammenhang gebracht werden. 
Auch eine angemessene Reaktion auf diese unverbundenen und wechselhaften 
Impressionen ist nicht ersichtlich. Denn wie bereits diese erste Strophe zu erkennen gibt, 
werden desaströse Ereignisse wie Überschwemmungen in einer ihrer Dramatik 
unangemessenen Neutralität und lakonischen Distanziertheit geschildert und in eine Reihe 
mit Banalitäten wie dem wegfliegenden Hut gestellt. Ein erneuter Blick auf Simmels 
Ausführungen zu der großstädtischen Überreizung bietet eine mögliche Deutung, welche 
Ursache hinter dieser distanzierten Wiedergabe der Katastrophen stecken könnte. Gemeint 
ist hiermit, dass die vermeintliche Gleichgültigkeit in Jakob van Hoddis‘ Gedicht ebenso wie 
das von Simmel beschriebene Versagen der Reaktionsfähigkeit als Folge der unablässigen 
Belastung der Nerven interpretiert werden kann. Indem das Großstadtleben mit seinem 
Überfluss an Eindrücken unnachgiebig auf das Individuum einwirkt, nimmt es ihm die 
Fähigkeit, „auf neue Reize mit der ihnen angemessenen Energie zu reagieren“34 und die 
einzelnen und disparaten Teile zu einem Weltganzen oder wenigstens zu einem 
kohärenten Ausschnitt der Welt zusammenzufügen.35 Nicht nur van Hoddis‘ „Weltende“ 
gibt einen Eindruck davon, wie typisch der Verlust von Kohärenz im Außenweltbezug des 
lyrischen Ich ist. Dieser Kohärenzverlust zeigt sich ebenfalls in dem Gedicht „Berliner 
Abend,“ wenn Paul Boldt schreibt:  
 

Der Asphalt dunkelt und das Gas schmeißt sein  
Licht auf ihn. Aus Asphalt und Licht wird Elfenbein.  (…)  
Autos, eine Herde von Blitzen, schrein36 
 

Die bloße Wiedergabe des visuell und auditiv Wahrgenommenen macht deutlich, dass das 
Reflektieren aufgenommener Reize aufgrund deren Vielzahl nicht länger möglich ist. 
 
Das erschlagende Gewicht dieser geschilderten Eindrücke nimmt dem Individuum damit 
nicht nur die Fähigkeit das zusammenhängende Ganze der Außenwelt zu überblicken, 
sondern beeinträchtigt das Verhältnis zwischen Individuum und Umgebung auch insofern, 
als dieses keine emotionale Verbindung zum Geschehen seiner Außenwelt mehr herstellen 
kann. Das Individuum nimmt seine Außenwelt nüchtern, lakonisch und distanziert zur 
Kenntnis. Seine ausdrückliche Unbetroffenheit führt uns nicht nur die Unempfänglichkeit 
für die einzelnen Dinge der Außenwelt vor Augen, sie zeigt uns gerade in Form des 

 
33 Jakob van Hoddis, „Weltende,“ in Lyrik des Expressionismus, hg. Silvio Vietta (Tübingen: Niemeyer, 1990), V. 
1-4, 93.  
34 Simmel, „Die Großstädte und das Geistesleben,“ 121. 
35 vgl. Simmel, „Die Großstädte und das Geistesleben,“ 121. 
36 Paul Boldt, „Berliner Abend“, in Deutsche Großstadtlyrik vom Naturalismus bis zur Gegenwart, hg. Wolfgang 
Rothe (Stuttgart: Reclam, 1973), V. 2-3 und 5, 175-176. 



215 
 

Reihungsstils, dass in der Außenwelt auch keine Einheit mehr vernommen werden kann, in 
der die einzelnen Dinge behütet sind. 
 
In dem Verlust der Sensibilität für die individuellen Besonderheiten der Umgebung erkennt 
Georg Simmel eine wesentliche Eigenschaft des städtischen Lebensstils, die dem Zweck 
dient, die Gewalt der wechselnden Impressionen abzuschwächen und den Prozess ihrer 
Verarbeitung weniger kräftezehrend zu gestalten. Diese seelische Anpassungserscheinung 
wird von Georg Simmel als Blasiertheit bezeichnet: Er beschreibt die Blasiertheit als eine 
indifferente Disposition, die aus der Apathie gegenüber der Ungleichheit und Vielfalt von 
Dingen hervorgeht.37 Indem Unterschiede zwar wahrgenommen, ihr jeweiliger Wert 
jedoch als unwesentlich angesehen wird, kommt es zu einem Bedeutungsverlust von 
Individualität, der keine Möglichkeit für angepasste Reaktionen bietet. In Weltende wird 
dieses Verhalten vornehmlich durch die neutrale Aneinanderreihung von Banalitäten und 
Katastrophen zum Ausdruck gebracht:  
 

Die meisten Menschen haben einen Schnupfen.  
Die Eisenbahnen fallen von den Brücken.38  
 

Hoddis’ Verse verdeutlichen somit, dass den einzelnen Impressionen der Außenwelt keine 
individuelle Bedeutung mehr beigemessen werden kann. 
 
An diesem Punkt zeigt sich das eigentümliche Verhältnis, in dem das Ich und seine 
großstädtische Außenwelt nun zueinander stehen: In der seelischen und sinnlichen 
Entbehrung der Blasiertheit sucht das Ich Schutz gegen eine städtische Außenwelt, die 
durch die überwältigende Vielfalt an Reizen weder als kohärent noch als Schutz bietende 
Behausung wahrgenommen wird. Zunehmend wird die Großstadt durch ihre gewaltvolle 
Wirkung auf das lyrische Ich (wie in Gedicht Punkt von Lichtenstein gezeigt wurde) sogar 
als feindlich wahrgenommen. Um sich vor der beschriebenen Gewalteinwirkung der 
Außenwelt zu schützen, richtet das Ich Gewalt gegen sich selbst, indem es einen Teil seiner 
selbst von der Außenwelt abscheidet. In seelischer und sinnlicher Hinsicht ist der neue, an 
die großstädtische Umgebung angepasste Außenweltbezug demnach nichts anderes als ein 
Beziehungsabbruch, der erahnen lässt, dass die großstädtische Behausung in einen 
modernen locus terribilis umschlägt. Genau dieses Kippmoment im Verhältnis des Ichs zur 
Großstadt, das von großer Bedeutung für die expressionistische Lyrik war, eröffnet 
Deutungsmöglichkeiten, die den theoretischen Perspektiven der Kulturkritik und Ökologie 
verwandt sind. 
 
Wie seelische Anpassungen an das Großstadtleben die Beziehung zwischen 
Individuum und sozialer Außenwelt beeinträchtigen  
Die emotionale Indifferenz in der Wahrnehmung äußerer Eindrücke sowie die damit 
verbundene Entwertung ihrer spezifischen Eigenschaften beziehen sich nicht 
ausschließlich auf die städtische Objektwelt, sondern zeigen sich auch in Anbetracht des 
sozialen Umgangs der GroßstädterInnen. Ähnlich wie die Reizüberflutung durch eine 

 
37 vgl. Simmel, „Die Großstädte und das Geistesleben,“ 122-123. 
38 van Hoddis, „Weltende,“ V. 7-8, 93. 



216 
 

Vielzahl von Sinneseindrücken, beansprucht auch der Kontakt mit anderen Menschen ein 
hohes Maß an Nervenkraft. Die Fülle an täglichen, kurzweiligen Begegnungen ist einerseits 
der hohen Bevölkerungsdichte geschuldet und andererseits eine Folge der Schnelllebigkeit 
des großstädtischen Alltags, in welchem man schon beim Verlassen des Hauses, sowohl auf 
der Straße als auch in öffentlichen Verkehrsmitteln, mit stetig wechselnden Gesichtern 
konfrontiert wird. Im Vergleich mit dem Leben auf dem Land oder in der Kleinstadt, wo 
meist alle miteinander vertraut sind und es durch häufigere, längere Aufeinandertreffen 
viel einfacher ist, sich ein Bild von der anderen Person zu machen, wird deutlich, dass die 
Großstadt, aufgrund ihrer Dimensionen, eine höhere soziale Verschlossenheit nicht nur 
gegenüber der Außenwelt im Allgemeinen, sondern auch gegenüber den Mitmenschen 
erfordert.39 Da der Versuch einer individuellen Beurteilung und ein Abwägen nach 
Sympathie bei der Menge an neuen Eindrücken laut Simmel zu einer unerträglichen 
Reizüberflutung führen würde, nivellieren sie die Impressionen der eigentlich vielfältigen, 
jedoch unzählbaren Begegnungen und wählen für alle dasselbe kräftesparende Verhalten 
der Reserviertheit. Die Veränderungen im Verhältnis zur unmittelbaren großstädtischen 
Außenwelt, die oben anhand verschiedener expressionistischer Großstadtgedichte 
beschrieben wurden, betreffen Simmel zufolge demnach auch das Verhältnis zu 
Mitmenschen. 
 
Die Konsequenzen, die sich aus dem großstädtischen blasierten Verhalten und der daraus 
resultierenden Distanz zur belebten und unbelebten Außenwelt ergeben, scheinen auf den 
ersten Blick nicht ausschließlich negativ zu sein, denn obwohl die Großstadt dem 
Individuum durch seelische Anstrengung und Beschwerlichkeiten Unbehagen bereitet, 
öffnet sie ihm auch eine Grenze, welche in weniger weitläufigen Dimensionen 
unüberschreitbar bleiben würde. Die Rede ist hier von der Erweiterung der Möglichkeiten 
zur persönlichen Entfaltung. Um zu verdeutlichen, wie das Leben in den Großstädten 
Einfluss auf diese Steigerung der Freiheit nimmt, zieht Georg Simmel einen Vergleich zu 
einer kleineren, in sich abgeschlossenen Gemeinschaft, deren Zusammenhalt und Resistenz 
eine starke Anpassung und Eingliederung der Mitglieder nötig macht und wenig Platz für 
das Ausleben individueller Bedürfnisse bietet.40 Da in der Großstadt allerdings jeder in 
gewisser Weise auf sich selbst gestellt ist und somit nicht länger dazu genötigt wird, sich 
als das passende Teil einer Gruppe zu definieren, offenbart sich den GroßstädterInnen die 
Gelegenheit, die Schranken, die ihnen zuvor die Individualität versagten, hinter sich zu 
lassen. Doch wie bereits angedeutet, hat auch dieser vermeintliche Vorteil der Großstadt 
seine Schattenseiten. In Anbetracht der zeitgenössischen Werke des Expressionismus fällt 
auf, dass dem Individuum in der Großstadt zwar die Option zur Entfaltung der eigenen 
Individualität gewährt wird, diese Auslebung jedoch auch hier nicht klaglos möglich ist:  
 

 
39 vgl. Simmel, „Die Großstädte und das Geistesleben,“ 122-123. 
40 vgl. Simmel, „Die Großstädte und das Geistesleben,“ 124. 



217 
 

Wir sind, die im Freien einzeln, dunkel stehen.  
Warum klagen wir, die wir im Freien stehen?  
An den Lampen scheint es hell und lebt sich hart41  
 

Das von Dichterin Mechthilde Lichnowsky verfasste Werk Außensteher 1 weist in seinen 
Versen bereits daraufhin, dass die persönliche Freiheit, die aus der Entrücktheit von der 
Außenwelt resultiert, von den damaligen KünstlerInnen keineswegs als Erleichterung des 
großstädtischen Lebens angesehen wurde: Zwar stehen sie „im Freien,“ doch mischt sich in 
den pathetischen Ton der Selbstbehauptung eines kollektiven „Wir“ auch der trübe Klang 
des „dunkel,“ durch den die Selbstbehauptung in eine Klage umschlägt, die selbst dem 
kollektiven „Wir“ noch rätselhaft ist („Warum klagen wir“). 
 
Um tatsächlich, wie es Lichnowskys Gedicht beschreibt, „im Freien“ zu stehen und der 
eigenen Individualität Freiraum zu verschaffen, ist wenigstens teilweise eine Loslösung von 
gesellschaftlichen Normen erforderlich, was zugleich in einem unweigerlichen 
Zusammenhang mit der Abwendung von dem Leben in einer Gemeinschaft steht. Dies führt 
dazu, dass man sich laut Simmel im Tausch für seine Unabhängigkeit „unter Umständen 
nirgends so einsam und verlassen fühlt, als eben in dem großstädtischen Gewühl.“42 Hier 
zeigt sich bereits, dass mit den neuen Möglichkeiten zur Auslebung der eigenen 
Individualität gleichzeitig auch die Angst vor der Entfremdung von der Gesellschaft 
einhergeht. 
 
Dass eine Entscheidung zugunsten der persönlichen Entfaltung nicht ohne soziale Folgen 
bleibt, wird vornehmlich deutlich, wenn Lichnowsky in der ersten Strophe schreibt: 
 

Tore sind und breite Treppen uns verschlossen,  
Spät nach Mitternacht bewegt uns unverdrossen  
Menschenscheu rasch unser letzter Gang  
Über Straßenleere, die man frisch begossen,  
An den vollen Häusern dieser Stadt entlang.43 
 

Die Treppen und Tore lassen sich als bildhafte Darstellung der Integration in ein soziales 
Umfeld deuten. Sie bieten Zugang zu dem Leben in einer Gemeinschaft, hier mit den “vollen 
Häusern dieser Stadt” zum Ausdruck gebracht.  Der Zutritt zu diesen bleibt dem lyrischen 
Ich jedoch verwehrt. In seinem Streben nach der Auslebung seiner individuellen Freiheit 
kann es den Preis der Angepasstheit, den die Integration in ein soziales Umfeld fordert, 
nicht aufbringen. “Menschenscheu” wandelt es über “Straßenleere” und muss infolge seines 
Individualitätsdranges zusehen, wie es die Berechtigung zur Teilnahme an einem 
gemeinschaftlichen Leben verliert. Als Konsequenzen der uneingeschränkten 
Selbstentfaltung lassen sich somit die Gefahren der gesellschaftlichen Isolation, sowie die 
fortschreitende Entfremdung von der großstädtischen Gesellschaft feststellen. Die 

 
41 Mechthilde Lichnowsky, „Außensteher 1,“ in In roten Schuhen tanzt die Sonne sich zu Tod: Lyrik 
expressionistischer Dichterinnen, hg. Hartmut Vollmer (Hamburg: Igel, 2014), V. 21-23, 90-92. 
42 Simmel, „Die Großstädte und das Geistesleben,“ 126. 
43 Lichnowsky, „Außensteher 1,“ V.1-5, 90-92. 



218 
 

nachfolgenden Verse betonen jedoch, dass das Leiden an der Einschränkung des eigenen 
Selbst zugunsten gesellschaftlicher Akzeptanz für das lyrische Ich eine weitaus größere 
Bedrohung darstellt. “Einer Stadt wie dieser sieht es niemand an, / Daß die Häuser Grüfte 
sind mit Folterkammern”44, klagt es zu Beginn der zweiten Strophe. Hier wird deutlich, 
dass die mit dem Betreten der “vollen Häuser” einhergehende Beengung durch 
gesellschaftliche Normen und Zwänge von dem lyrischen Ich als qualvolle Unterdrückung 
der Persönlichkeit angesehen und mit dem Tod der Individualität gleichgesetzt wird.  
 
Lichnowskys Verse bringen eine Aversion gegenüber der großstädtischen Gesellschaft zum 
Ausdruck, die auf das angespannte Verhältnis des Individuums zu seinen Mitmenschen 
verweist und so zu erkennen gibt, dass nicht nur die räumliche Außenwelt der Großstadt, 
sondern ebenso die soziale als Bedrohung empfunden wird. Es zeigt sich demnach, dass die 
häufig thematisierten Gefühle der Einengungs- und Entfremdungsangst sowohl die 
Beziehung zum selbsterschaffenen Lebensraum als auch den zwischenmenschlichen 
Umgang der GroßstädterInnen prägen. 
 
Unter Betrachtung des Kapitels Entfremdung als Erfahrung und Denkform im 
Expressionismus, welches der Literaturwissenschaftler Thomas Anz in seinem Werk 
Literatur der Existenz veröffentlichte, wird der Zusammenhang zwischen der 
Entfaltungsthematik und der Leiderfahrung von Fremdheit und Einsamkeit noch präziser 
thematisiert. Anz erklärt, dass gesellschaftliche Integration und die vollständige 
Bewahrung der eigenen unangepassten Persönlichkeit dem Individuum unvereinbar 
erscheinen, so dass es sich vor die Wahl gestellt sieht, zwischen zwei miteinander 
kollidierenden „Existenzformen“ entscheiden zu müssen.45  Eine Entscheidung zugunsten 
der bürgerlichen Existenz und die damit verbundene Anpassung an die Gesellschaft, würde 
sich einschränkend auf die Entfaltungsfreiheit des Individuums auswirken und den 
„drohenden Verlust der Individuation“ bedeuten.46 Neben den Auswirkungen, die die 
Blasiertheit der GroßstädterInnen auf das soziale Verhalten hat, macht Thomas Anz das 
Streben nach Individualität und Souveränität und die damit verbundene Angst, sein eigenes 
Wesen in der übermächtigen Bevölkerung zu verlieren, dafür verantwortlich, dass es dem 
Individuum in der Großstadt kaum möglich ist, Vertrauen und Bindungen zu seiner 
sozialen Außenwelt aufzubauen.47 

 
Die daraus resultierende Einsamkeit bleibt nicht das einzige Problem, mit dem die sozial 
isolierten GroßstädterInnen infolge der Desintegration zu kämpfen haben, denn laut Anz 
hat die Entscheidung zugunsten der persönlichen Entfaltung negative Auswirkungen auf 
die Art und Weise wie Mitmenschen innerhalb flüchtiger Begegnungen wahrgenommen 
werden, „sie bilden einen dem Ich in seiner Andersartigkeit fremden oder gar feindlichen 
Bereich, in dem es sich selbst als Fremdling sieht.“48 Es zeigt sich somit abermals, dass es 
nicht nur die räumliche Umwelt ist, die dem Menschen in der Großstadt durch Überreizung 

 
44 Lichnowsky, „Außensteher 1,“ V. 6-7, 90-92. 
45 vgl. Anz, Literatur der Existenz, 116. 
46 Anz, Literatur der Existenz, 90. 
47 vgl. Anz, Literatur der Existenz, 91. 
48 Anz, Literatur der Existenz, 85. 



219 
 

und Schnelllebigkeit fremd und unheimlich erscheint, sondern auch die soziale. Sowohl der 
Gesellschaft als auch der Objektwelt misstrauisch und verloren gegenüberstehend, findet 
sich das Individuum in der Rolle des Ausgestoßenen wieder. Diese Position existentieller 
Verlorenheit zwingt es zu einem Gefühl kontinuierlicher Fremdheit, welches sich durch 
seine Allgegenwärtigkeit zwangsweise irgendwann auf die eigene Identität überträgt und 
infolgedessen bewirkt, dass sich die GroßstädterInnen selbst als „fragwürdig, unerklärlich, 
undurchschaubar, chaotisch und fremd“ wahrnehmen.49 Verstärkt wird das Leid dieser 
Selbstentfremdung zudem durch das blasierte Verhalten, das nicht nur der Umgebung, 
sondern auch der eigenen Persönlichkeit entgegengebracht wird und diese dadurch 
„unvermeidlich in ein Gefühl gleicher Entwertung hinab zieht.“50 Die Abstumpfung 
gegenüber äußeren Reizen und der daraus resultierende Mangel an Empfindungen weiten 
sich auf die Selbstwahrnehmung aus und sind Ursachen einer inneren Taubheit, die dem 
Tod des Innenlebens gleichkommt. Ein Teil des eigenen Wesens ist für das Individuum 
lautlos und dadurch rätselhaft geworden und führt aufgrund seiner Unverständlichkeit zur 
Entfremdung beziehungsweise zur Gespaltenheit des eigenen Ichs. Verstärkt wird diese 
Unfähigkeit der Wahrnehmung des individuellen Selbst außerdem durch den 
einströmenden Lärm einer ruhelosen städtischen Umgebung, wie sich in Gerrit Engelkes 
Gedicht „Seele!“ erkennen lässt:  
 

Straßenbahnschienen klirren, 
Hundert Sensen umschwirren, 
Fabriken umrauchen dich, 
Im Ohre gellt dir: - Messerstich51 
 

Wie sich angesichts dieses Titels vermuten lässt, handelt es sich bei dem hier 
angesprochenen lyrischen Du um die eigene Seele, die innerhalb des Gedränges der 
Großstadt an Hörbarkeit verliert. Als Ursache dieses seelischen Leidens lässt sich das 
nervenfordernde Einströmen städtischer Impressionen ausmachen, welches mithilfe des 
Reihungsstils dargestellt wird. In der Aufzählung diverser Sinneseindrücke zeigt sich die 
Überbeanspruchung der sensuellen Wahrnehmung, wobei insbesondere in den Versen 4 
und 5 auffällt, dass die Aufnahme einzelner auditiver Reize noch möglich ist, ihr 
Zusammenhang jedoch nicht erfasst werden kann:  
 

Im Ohre gellt dir: -Messerstich,  
Geschäft, Diebstahl, Geld, Brand-  
 

 Von der Intensität seiner Außenwelt überwältigt, fehlt es dem Individuum an Sensibilität 
gegenüber dem eigenen Inneren. Dass sich diese beeinträchtigte Wahrnehmung des Selbst 
negativ auf den Zustand der Seele auswirkt, wird deutlich, wenn Engelke schreibt: 
 

 
49 Anz, Literatur der Existenz, 106. 
50 Simmel, „Die Großstädte und das Geistesleben,“ 122. 
51 Gerrit Engelke, „Seele!,“ in Deutsche Großstadtlyrik vom Naturalismus bis zur Gegenwart, hg. Wolfgang Rothe 
(Stuttgart: Reclam, 1973), V. 1-4, 187-188. 



220 
 

Die Wände stürzen über dir ein:  
Du verkümmerst, wirst klein und gemein52  
 

Indem die Gefahr einer seelischen Verkümmerung als Folge der großstädtischen 
Impressionsflut thematisiert wird, zeigt sich, dass das angespannte Verhältnis des 
Menschen zu seinem Lebensraum ebenso die Beziehung zum eigenen Innenleben 
gefährdet. 
 
Fazit 
Wie unter eingehender Betrachtung der sprachlichen Bildlichkeit des Expressionismus 
festgestellt werden kann, nimmt die kritische Haltung gegenüber Kultur und Fortschritt 
eine zentrale Thematik in den Werken der Großstadtlyrik ein. Diese expressionistische 
Kulturkritik ist auf eine ökologische Perspektive zurückzuführen und wird vor allem durch 
Metaphern zum Ausdruck gebracht, die auf das angespannte Verhältnis zwischen dem 
Menschen und seiner selbstgeschaffenen großstädtischen Umgebung verweisen. Die 
Relevanz der expressionistischen Kulturkritik kann insbesondere durch eine 
weitergehende Untersuchung der dämonisierenden Metapher erkannt werden. 
Ausschlaggebend hierfür war die Erkenntnis, dass die darin enthaltene bildliche 
Darstellung der Großstädte nicht nur, wie häufig angenommen, auf eine Verbindung zum 
Dämonischen und Mythischen, sondern auch auf einen Bezug zum Menschlichen 
zurückzuführen ist, der bisher oft übersehen oder vernachlässigt wurde. Ein wichtiger 
Hinweis auf diese zweite Deutungsebene der expressionistischen Metaphorik ergibt sich 
aus der exemplarischen Analyse von Georg Heyms Gedicht Die Dämonen der Städte. Neben 
anatomischen Gemeinsamkeiten zwischen Heyms vermeintlichen Dämonen und dem 
menschlichen Körper lässt sich auch anhand ihrer Bewegungen und ihres Verhaltens 
erkennen, dass das zerstörerische Unheil der Großstädte mit ihren menschlichen 
Erschaffern in Beziehung gesetzt wird. 
 
Indem der Mensch als Urheber von Leid und Elend in der expressionistischen Bildlichkeit 
erkannt wird, eröffnet sich eine neue Deutungsebene, auf welcher sich die Kritik am 
menschlichen Fortschrittsdrang offenbart. Von dieser neuen Ebene der Deutung aus 
betrachtet, zeigt sich auch in der nachfolgend analysierten dynamisierenden Metapher 
sowie in der Untersuchung des Simultanstils das prekäre Verhältnis des Menschen zum 
eigenmächtig erbauten urbanen Lebensraum. Metaphorisch bringen die untersuchten 
expressionistischen Gedichte zum Ausdruck, wie sich die Großstadt, beschleunigt durch die 
Hand des Menschen, verselbstständigt und sich in ihrer gesteigerten Eigendynamik der 
Kontrolle ihres Schöpfers entzieht. Dabei wird beispielsweise in Lichtensteins Punkt, wenn 
das lyrische Ich die Schnelllebigkeit seiner städtischen Außenwelt und den Verfall des 
eigenen Ichs beklagt, deutlich, dass Geborgenheit und Schutz – mit Gehlen ließe sich hier 
von der „Lebensdienlichkeit“ der zweiten Natur sprechen – dem Fortschritt zum Opfer 
gefallen sind und der eigentliche Nutzen der Kultur somit in die Beeinträchtigung, 
Beschädigung und Bedrohung des Lebens umschlägt.  
 

 
52 Engelke, „Seele!,“ V. 6-7, 187-188. 



221 
 

Dieses Unbehagen an der Großstadt wird im Expressionismus auch häufig im Reihungs- 
bzw. Simultanstil ausgedrückt: Der nervenfordernde Überfluss an Reizen wirkt sich auf die 
Wahrnehmung und Reaktionsfähigkeit des Individuums aus und hat zur Folge, dass 
sinnstiftende Zwecke der Großstadt ebenso wenig erfasst werden können wie die 
Zusammenhänge der großstädtischen Außenwelt insgesamt. Indem die Impressionen der 
Großstadt im Reihungs- bzw. Simultanstil aneinandergereiht und unter Auslassung von 
Reflexionen geschildert werden, spiegelt sich in dieser Technik die Wechselhaftigkeit 
städtischer Eindrücke sowie der daraus resultierende Verlust von Kohärenz und 
Reaktionen.  
 
Neben der beeinträchtigten Beziehung zu der räumlichen Umgebung offenbart sich in der 
expressionistischen Lyrik zudem eine Aversion gegenüber der sozialen Außenwelt. Wobei 
insbesondere in Anbetracht des Werkes Außensteher 1 von Dichterin Mechthilde 
Lichnowsky deutlich wird, dass die großstädtische Gesellschaft als Bedrohung der 
Individualität und Identität wahrgenommen wird. Das soziale Verhalten der 
GroßstädterInnen, das in den lyrischen Reflexionen erkannt werden kann, erweitert das 
angespannte Verhältnis zum eigenen Lebensraum somit um einen weiteren Aspekt. 
 
Anhand der vier gesetzten Schwerpunkte wird deutlich, dass die 
Expressionismusrezeption besonders im Hinblick auf Großstadtlyrik noch blinde Flecken 
hat: Jenseits der ausgetretenen Pfade stiltypologischer Interpretationen zeigt sich hier, 
welch eigentümlich-komplexer Außenweltbezug sich in den (deutschen und 
österreichischen) Großstädten entwickelte. Dieser Außenweltbezug, der vielfach von 
Angst, Machtlosigkeit und Zerstörung geprägt ist, eröffnet eine bis hierhin vernachlässigte 
Deutungsebene, die als ökologisch erfasst werden kann und durch die die 
expressionistischen DichterInnen auch zu uns hier und heute noch sprechen: Denn nicht 
zuletzt angesichts wachsender Megaregionen und Megacitys im 21. Jahrhundert wird ihr 
Unbehagen an der selbstgeschaffenen zweiten Natur der Großstadt auch in unserer 
Gegenwart und Zukunft noch von großer Bedeutung sein. 
 


	Das menschliche Gesicht der Großstadtdämonen
	Die dämonisierende Metapher – Der Urheber großstädtischen Unheils in seiner wahren Gestalt
	Wie Schifferbärte stehen um ihr Kinn
	Die Wolken schwarz vom Rauch und Kohlenruß.
	Ihr langer Schatten schwankt im Häusermeer
	[…]
	Den einen Fuß auf einen Platz gestellt,
	den anderen gekniet auf einen Turm,
	ragen sie auf, wo schwarz der Regen fällt8F
	Sie [die Dämonen der Städte] lehnen schwer auf einer Brückenwand
	und stecken ihre Hände in den Schwarm
	der Menschen aus.
	wie Faune, die am Rand
	der Sümpfe bohren in den Schlamm den Arm
	Wir [die Städte] wälzen den plumpen steinernen Leib darüber,
	Hinein in der Städte pochendes Herz.
	Ob lebend, ob tot, wir halten sie fest
	An unsere steinernden Brüste gepreßt.
	Bis unsere Stirnen die Sterne berühren
	Und die Menschen, aus ihrer Qual sich zu retten, […]
	Gebeugte Männer, verzweifelte Frauen
	Ziehen dahin in schwarzen Ketten18F
	Er streckt ins Dunkel seine Fleischerfaust.
	Er schüttelt sie. Ein Meer von Feuer jagt
	Durch eine Straße. Und der Glutqualm braust
	Und frißt sie auf, bis spät der Morgen tagt.

	Die dynamisierende Metapher: Die verhängnisvolle Eigendynamik der menschlichen Schöpfung
	Die wüsten Straßen fließen lichterloh Durch den erloschenen Kopf. Und tun mir weh. Ich fühle deutlich, daß ich bald vergeh – Dornrosen meines Fleisches, stecht nicht so.
	Die wüsten Straßen fließen lichterloh Durch den erloschenen Kopf. Und tun mir weh. Ich fühle deutlich, daß ich bald vergeh – Dornrosen meines Fleisches, stecht nicht so.
	Die Nacht verschimmelt. Giftlaternenschein Hat, kriechend, sie mit grünem Dreck beschmiert. Das Herz ist wie ein Sack. Das Blut erfriert. Die Welt fällt um. Die Augen stürzen ein.22F
	Die Nacht verschimmelt. Giftlaternenschein
	Hat, kriechend, sie mit grünem Dreck beschmiert.
	Wir flammten schon. Und suchen leise zu verglimmen,
	Weil wir noch furchtsam sind vor eigner Glut.
	Und unsre Nerven flattern, irre Fäden
	Im Pflasterwind, der aus den Rädern bricht.
	In Kaffeehäusern brannten jähe Stimmen
	Auf unsre Stirn und heizten jung das Blut25F
	Wir haben uns dem Tage übergeben
	Und treiben arglos spielend vor dem Wind26F

	Der Simultanstil – Die fragmentarische Wahrnehmung einer zersplitterten Außenwelt
	Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut,
	In allen Lüften hallt es wie Geschrei.
	Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei
	Und an den Küsten – liest man – steigt die Flut32F
	Der Asphalt dunkelt und das Gas schmeißt sein
	Licht auf ihn. Aus Asphalt und Licht wird Elfenbein.  (…)
	Autos, eine Herde von Blitzen, schrein35F
	Die meisten Menschen haben einen Schnupfen.
	Die Eisenbahnen fallen von den Brücken.37F

	Wie seelische Anpassungen an das Großstadtleben die Beziehung zwischen Individuum und sozialer Außenwelt beeinträchtigen
	Wir sind, die im Freien einzeln, dunkel stehen.
	Warum klagen wir, die wir im Freien stehen?
	An den Lampen scheint es hell und lebt sich hart40F
	Tore sind und breite Treppen uns verschlossen,
	Spät nach Mitternacht bewegt uns unverdrossen
	Menschenscheu rasch unser letzter Gang
	Über Straßenleere, die man frisch begossen,
	An den vollen Häusern dieser Stadt entlang.42F
	Straßenbahnschienen klirren, Hundert Sensen umschwirren,
	Fabriken umrauchen dich,
	Im Ohre gellt dir: - Messerstich50F
	Im Ohre gellt dir: -Messerstich,
	Geschäft, Diebstahl, Geld, Brand-
	Die Wände stürzen über dir ein:
	Du verkümmerst, wirst klein und gemein51F

	Fazit


