Der registergestützte Zensus in Deutschland: Historische Einordnung und Bedeutung für die Bevölkerungswissenschaft Der registergestützte Zensus in Deutschland: Historische Einordnung und Bedeutung für die Bevölkerungswissenschaft Rembrandt Scholz, Michaela Kreyenfeld Zusammenfassung: Im Jahr 2011 führte Deutschland nach mehr als zwanzigjähriger Pause wieder einen Zensus durch. Die Vorgaben der Vereinten Nationen, nach der Länder mindestens alle zehn Jahre eine Volkszählung veranlassen sollten, waren längst überschritten und von Seiten der Bevölkerungswissenschaft wurde schon länger eine neue Zählung gefordert, um die Berechnung demografi scher Indika- toren wieder auf eine solide Basis stellen zu können. Mit dem Zensus 2011 kam Deutschland der Forderung einer aktuellen Zählung nach und beschritt zugleich mit einem registergestützten Zensus einen neuen Weg. Im Gegensatz zu den skandi- navischen Ländern, die auf eine lange Tradition der Registerdatenanalysen und der Verknüpfung von Registerdaten zurückblicken können, stellte in Deutschland, wo die Zusamme nführung von Registern durch die gegebenen rechtlichen Rahmenbe- dingungen stark eingeschränkt ist, ein registergestützter Zensus ein ambitioniertes Projekt dar. Dieser Beitrag diskutiert nach einer historischen Einordnung die Bedeu- tung des Zensus 2011 für die Generierung zentraler demografi scher Daten. Insbe- sondere werden die fortgeschriebenen Ergebnisse des alten Zensus 1987 mit den Ergebnissen des Zensus 2011 verglichen, um mögliche systematische Fehlerquel- len zu eruieren, welche die demografi schen Indikatoren und Analysen verzerren. Schlagwörter: Demografi sche Kennziffern · Registerdaten · Zensus 1 Einleitung Die Bedeutung des Zensus für die demografi sche Forschung ist unumstritten. Der Zensus liefert Schätzungen zum Bevölkerungsbestand nach Alter, Geschlecht und Region. Diese Informationen fl ießen in die Berechnungen von demografi schen Maßzahlen, wie den Mortalitäts-, Migrations-, Nuptialitäts- und Fertilitätsziffern, ein. Zudem beeinfl ussen die Zensusdaten unmittelbar die Ergebnisse von amtlichen und nicht-amtlichen Befragungsdaten. Der Zensus gibt den Auswahlrahmen für die Stichprobenziehung des Mikrozensus vor, welcher wiederum den Hochrechnungs- Federal Institute for Population Research 2017 URL: www.comparativepopulationstudies.de DOI: 10.12765/CPoS-2016-08de URN: urn:nbn:de:bib-cpos-2016-08de2 Comparative Population Studies Selected Articles in German Vol. 41 (2016): 3-34 (Erstveröffentlichung: 22.08.2017) • Rembrandt Scholz, Michaela Kreyenfeld4 rahmen für sozialwissenschaftliche Befragungsdaten darstellt. Die Bedeutung des Zensus geht jedoch weit über diese enge demografi sche und sozialwissenschaftli- che Relevanz hinaus. Zum einen liefert der Zensus die räumlich gegliederte Einwoh- nerzahl, die für die Planung kommunaler Infrastruktur essenziell ist. Zum anderen werden auf Grundlage der Zensusergebnisse der Länderfi nanzausgleich und der kommunale Finanzausgleich festgesetzt, nach dem die Umverteilung der öffentli- chen Mittel zwischen den einzelnen Bundesländern und den Kommunen erfolgt. Zensusergebnisse sind ebenfalls für die Bestimmung der Wahlkreise für die Bun- des- und Landtagswahlen, für die Sitzverteilung in Gemeinde-, Kreis- und Landräten und in gewissem Maße auch für die Sitzverteilung im Bundesrat relevant. Der deut- sche Zensus ist damit, ähnlich wie die Zensen anderer Länder, weniger eine Daten- erhebung für die Zwecke demografi scher und sozialwissenschaftlicher Analysen, sondern vor allem ein Politikum oder wie es Prewitt (2003: 1) formuliert: „... census is a drama at the very center of our political life.“ Die politische Dimension des Zensus dürfte sich in kaum einem anderen Land stärker manifestiert haben als in Deutschland. Gezeichnet von den Auseinander- setzungen um den Volkszählungsboykott 1983 und die Verschiebung der Zählung in das Jahr 1987 setzte sich Deutschland mehr als eine Dekade später dafür ein, dass die Leitlinien der Europäischen Gemeinschaft zur Durchführung eines Zensus im Jahr 2001 unverbindlich blieben (Grohmann 2011). Deutschland war das einzige EU-Land, welches diese Unverbindlichkeit nutzte und zur Jahrtausendwende kei- nen Zensus durchführte. Im Jahr 2008 ratifi zierte die EU eine neue verbindliche Durchführungsverordnung zum Zensus 2010/11, der sich diesmal auch Deutschland anschloss. Deutschland entschied sich, im Unterschied zu den bisherigen „traditio- nellen“ Zensen, für einen registergestützten Zensus. Dieser Schritt war angesichts der Erfahrung mit der Volkszählung 1987 verständlich, dennoch beachtlich, da in Deutschland, anders als in den skandinavischen Ländern, wo standardmäßig Re- gisterdaten für Zensuszwecke genutzt werden, kein zentrales Bevölkerungsregister besteht und dessen Etablierung bis heute nicht ernsthaft zur Diskussion steht. Auch eine einheitliche Identifi kationsnummer für Personen wie z.B. eine Sozialversiche- rungsnummer, die in den skandinavischen Ländern genutzt wird, um die verschie- denen Register zu verbinden, existiert in Deutschland bis heute nicht.1 Dazu kam eine rechtliche Situation, festgelegt in § 21 des Bundesstatistikgesetzes, welches strenge Aufl agen bei der Verknüpfung der Register der Bundesstatistik vorsah (sie- he BstatG (1987) und ZensG (2011)). Ziel dieses Beitrags ist es, den registergestützten Zensus 2011 aus Sicht der de- mografi schen Forschung zu diskutieren. Nach einer historischen Einordnung des Zensus 2011 (Abschnitt 1) versuchen wir in Abschnitt 2 die Genauigkeit der Popu- lationszahlen des Zensus 2011 zu eruieren. Abschnitt 3 befasst sich mit den sys- 1 2007 wurde eine einheitliche Steueridentifi kationsnummer eingeführt, die bislang jedoch keine Bedeutung für die systematische Zusammenführung der Registerdaten hat. Allerdings wurden im Zuge der Einführung der Steueridentifi kationsnummer Korrekturen und Vervollständigun- gen von Adressen in den Einwohnermelderegistern durchgeführt. Der registergestützte Zensus in Deutschland • 5 tematischen Fehlerquellen der Fortschreibung und der Bedeutung des Zensus für demografi sche Kennziffern. Im abschließenden Abschnitt 4 setzen wir uns kritisch mit der Frage auseinander, welchen Gewinn der Zensus 2011 für die Bevölkerungs- forschung gehabt hat und welche Potenziale möglicherweise ungenutzt blieben. 2 Volkszählung in Deutschland: Eine historische Einordnung 2.1 Die Entwicklung des modernen Zensus in Deutschland bis 1939 Zensusdaten sind neben Kirchenbüchern seit jeher die zentrale Basis für demografi - sche Analysen. Dieser Umstand kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass nicht das genuine Interesse an demografi schen oder sozialen Prozessen hinter der Entwick- lung des modernen Zensus stand. Die Geschichte der statistischen Erfassung von Bevölkerung wie auch die Erhebung ausgewählter Strukturmerkmale der Bevölke- rung sind unmittelbar mit der Entwicklung der öffentlichen Verwaltung verbunden und können dementsprechend kaum von den Interessen der politischen Akteure getrennt werden. Zunächst galt das Augenmerk der Erhebung der Größe der Bevöl- kerung, der Anzahl der Steuerzahler und der wehrfähigen Bevölkerung. Erst später wurden auch die Haushaltsstruktur sowie Merkmale der Haushaltsmitglieder wie Beruf, Bildung, Familienstand oder Staatsangehörigkeit in den Zensusdaten erfasst (Gehrmann 2009; Grohmann 2000, 2011; Rothenbacher 1997). Volkszählungen im Gebiet des heutigen Deutschlands gibt es seit dem Mittel- alter. Allerdings wurden die ersten Zählungen zumeist nur durch einzelne Städte durchgeführt. Systematische Zählungen für ganze Regionen fanden, mit unter- schiedlicher Zielsetzung und Regelmäßigkeit, seit dem Beginn des 19. Jahrhun- derts statt. Im Zentrum des Interesses standen die Feststellung der Bevölkerung am Wohnsitz (de jure) und später dann die tatsächlich ortsanwesende Population (de facto) zu einem Zeitpunkt (Gehrmann 2009). Demografi sche Ereignisse wie Ge- burt, Heirat und Tod wurden lange Zeit vornehmlich durch die Kirchen erfasst. Im Zuge der Reformation wurden zudem von den Kirchen so genannte protestantische „Seelenregister“ oder „Martinilisten“ und katholische „Status animarum“ geführt, aus denen sich teilweise die Zusammensetzung der Haushalte bzw. die Familien rekonstruieren lassen. Diese Zählungen wurden von Geistlichen in vielen Regionen vorgenommen und sind, wenn auch sehr bruchstückhaft, bis heute erhalten (siehe bspw. Baten/Szołtysek 2014). Anfänglich waren es in erster Linie Städte, die in unregelmäßigen Abständen Zählungen durchführten. Mit dem Wiener Kongress und der Gründung des Deut- schen Zollvereins wurden jedoch systematische, einheitliche und regelmäßige Zählungen zur Erhebung der Bevölkerung vorgenommen (Grohmann 2000; Zahn • Rembrandt Scholz, Michaela Kreyenfeld6 1900).2 Der Hintergrund für diese Entwicklung war vor allem, dass der Beitritt der einzelnen Staaten zum deutschen Zollverein eine Kostenbeteiligung der Mitglie- der an den Militärausgaben vorsah, welche entsprechend dem Bevölkerungsanteil proportional zu den jeweiligen Staaten berechnet wurde. Damit ergab sich für die Mitgliedsstaaten des Zollvereins die Notwendigkeit regelmäßig Zählungen durchzu- führen, um den Bevölkerungsbestand feststellen zu können. Darüber hinaus dienten die Erhebungen dazu Steuerlisten zu erstellen, um die Kopf-, Grundbesitz-, Gewer- be-, Einkommen-, Feuerstellen-, Haushalt-, Armen-, Kriegs- und nicht zuletzt die Kirchensteuer zu erheben. Eine Beteiligung aller Einwohner an den Gemeinkosten, wie der Waisen- und Armenfürsorge, wurde über Bürgerlisten bzw. Einwohnerlisten realisiert. Die Etablierung des Vereins für deutsche Statistik 1846 und des Statistischen Zentralbureaus in Frankfurt nach 1848 gaben wichtige weitere Impulse für die Ent- wicklung der unabhängigen Statistik mit einheitlichen Standards. Mit dem Zensus 1864 wurde bspw. der Haushalt als Erhebungseinheit eingeführt (Gehrmann 2009). Die letzte Volkszählung des Deutschen Zollvereins von 1867 gilt zudem als Vorbild für alle nachfolgenden Volkszählungen in Deutschland und anderen europäischen Staaten. Es war eine Volkszählung mit Haushaltslisten, die die ortsanwesende De- facto-Bevölkerung und die zum Stichtag nicht anwesenden Einwohner umfasste.3 Die Trennung der Aufgaben von Kirche und Staat und die Gründung des Deut- schen Kaiserreichs 1871 haben den amtlichen Volkszählungen in Deutschland ein- heitliche Qualitätsstandards und eine einheitliche Systematik gegeben (Michel 1985). Mit diesem Prozess ging auch einher, dass nicht mehr die Kirchen, sondern nunmehr auch staatliche Institutionen demografi sche Ereignisse wie Geburt, Tod und Eheschließung dokumentierten und diese Informationen an die statistischen Ämter weitergaben. Die amtliche Statistik wurde als unabhängiger Teil der Verwal- tung entwickelt und musste für die Erfüllung vielfältiger Verwaltungsaufgaben die Datengrundlagen zur Verfügung stellen. Ab 1871 wurde in regelmäßigen Abständen von vier bzw. fünf Jahren in allen Regionen Deutschlands eine Zählung durchge- führt, deren Abstände ab 1900 auf zehn Jahre ausgeweitet werden sollten (für einen Überblick über die Zensen in Deutschland siehe Tabelle A1 im Anhang). 2 Mit dem Bundesmatrikel 1818 wurden die Impulse für eine einheitliche Bemessung der Kosten des Landsturms gesetzt. 1834 wurde von Preußen, Bayern, Hessen-Darmstadt, Hessen-Kassel und Württemberg der Deutsche Zollverein gegründet und Zählungen wurden alle drei Jahre durchgeführt (Gehrmann 2009). Sie erstreckten sich zunächst über vier Wochen, ab 1843 über drei Tage und ab 1858 auf einen Bestand am Stichtag. Es handelte sich um die Zollabrechnungs- bevölkerung, welche oft mit der Erhebung der polizeilichen Melderegister oder Steuerlisten verbunden wurde. Die Zählungen wurden zudem teilweise gekoppelt mit Gebäudezählungen, Viehzählungen und der Erhebung der Personen im Wehrdienstalter. 3 Die ältesten bis in die heutige Zeit vollständig erhaltenen Volkszählungsunterlagen in Deutsch- land sind jene des Herzogtums Mecklenburg-Schwerin (Großherzogliches Statistisches Amt 1898; Manke 2005; Scholz 2013). Für das Herzogtum Mecklenburg-Schwerin existieren Urbele- ge der handschriftlich ausgefüllten Erhebungsbögen, die Haushaltslisten nach den Gemeinden mit Angaben zu Namen, Alter, Geschlecht, Familienstand, Konfession und Tätigkeit/Beruf des Haushaltsvorstandes und weiteren Merkmalen für die Zählungen der Jahre 1819, 1867, 1890 (teilweise) und 1900 enthalten. Der registergestützte Zensus in Deutschland • 7 Durch den ersten Weltkrieg wurden die Zählungsmodi unterbrochen, und es wurden in den Kriegsjahren nur Notzählungen durchgeführt, die vor allem zur Ver- waltung der Notversorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln dienten. Ein un- rühmliches Kapitel nimmt in den folgenden Jahren die für 1938 geplante und 1939 durchgeführte Volkszählung ein (siehe dazu ausführlich Wietog 2001). Zwar gehen Historiker mittlerweile davon aus, dass die Volkszählung 1939 nicht für die Identifi - kation und Deportation von Juden verwendet wurde, was allerdings in erster Linie darauf zurückgeführt wird, dass die Daten der Zählung relativ spät aufbereitet wor- den waren und andere Quellen zur Identifi kation von jüdischer Abstammung und Glauben zur Verfügung standen. Allerdings weist Ehmer (2013: 74) darauf hin, dass von Seiten des Statistischen Reichsamtes durchaus Publikationen existieren, in de- nen auf Basis der Volkszählung 1939 die Anzahl der in Deutschland verbliebenen Ju- den generiert und auf die „Effektivität antisemitischer Verfolgung“ verwiesen wird. 2.2 Volkszählung im getrennten Deutschland Nach dem zweiten Weltkrieg führten die vier Besatzungsmächte bereits im Jahr 1946 eine Zählung durch (siehe Tabelle A1 im Anhang). Bis 2011 sollte es jedoch die letzte einheitlich durchgeführte Volkszählung in Deutschland bleiben. Ab 1949 wur- den in der amtlichen Statistik in den beiden Teilen Deutschlands getrennte Wege beschritten. Während in Westdeutschland ein föderales System der Verwaltung und Statistik auf Länderebene eingeführt wurde, setzte die DDR das zentrale Statistik- system fort (Fischer 1994; Oettel 2006; Statistisches Bundesamt 1999). In der DDR erfolgte die Erhebung von Volkszählungsdaten dezentral, die Aufbereitung zentral in der Zentralverwaltung für Statistik (später „Statistisches Amt der DDR“). Die re- gionalen Daten der Bezirke, Kreise und Gemeinden wurden nach zentraler Zusam- menführung und Auswertung der Verwaltung wieder zur Verfügung gestellt. Seit Mitte der 1970er Jahre wurde in der DDR nach dem Vorbild der skandinavischen Länder ein zentraler Einwohnerdatenspeicher etabliert. Dieses Bevölkerungsregis- ter umfasste alle Einwohner und war mit den Bewegungsmengen Geburt, Tod und Wanderung verbunden. Die letzte traditionell durchgeführte Volkszählung der DDR des Jahres 1981 zeigte eine nur geringfügige Abweichung des fortgeschriebenen Registers von der Stichtagsbevölkerung der Volkszählung (20.000 Personen bei 16,7 Mio. Einwohnern). Die letzte Registerzählung des zentralen Einwohnerdatenspei- chers wurde am 3. Oktober 1990 durchgeführt. Die Einwohnerzahlen des Register- abzugs wurden als Anfangsbestand der Bevölkerungszahlen der „Neuen Länder“ in die nun gemeinsame bundesdeutsche Bevölkerungsstatistik eingepfl egt.4 Im Gegensatz zur DDR wurden (und werden) in der Bundesrepublik die Erhe- bungen und die Aufbereitung der amtlichen Daten dezentral auf Ebene der Län- 4 Die Daten des Einwohnerdatenspeichers (Bevölkerungsregister) der DDR und die Fortschrei- bungsdaten der Bundesrepublik konnten weitgehend problemlos zusammengeführt werden, da die beiden Datensätze relativ gut vergleichbar waren. Beispielsweise waren die Einschluss- kriterien von ortanwesender Bevölkerung und die Einbeziehung von ausländischen Militärange- hörigen in den beiden Teilen Deutschlands gleich. • Rembrandt Scholz, Michaela Kreyenfeld8 der durchgeführt. Die Zusammenfassung der Ergebnisse auf Bundesebene erfolgt durch das Statistische Bundesamt. Allerdings existiert kein zentrales Einwohner- melderegister.5 Die Populationszahlen für die Bundesrepublik werden allein auf Basis der Volkszählungen, die in der Vergangenheit als klassische Haushaltbefra- gungen konzipiert waren, erhoben und mit Hilfe von Bevölkerungsfortschreibungen aktualisiert. Eine Zäsur stellt zweifelsfrei die Volkszählung 1987 dar, die nicht nur auf Grund des so genannten „Volkszählungsurteils“ verfassungsrechtliche Konse- quenzen hatte (Grohmann 2000). Der Volkszählungsboykott wie auch die nach 1983 folgende Klagewelle gelten als wesentliche Gründe, warum sich die Bundesrepub- lik Deutschland nicht an dem EU-weit geplanten Zensus 2001 beteiligte (Eppmann 2004). Gleichwohl wurde unmittelbar nach der Volkszählung 1987 damit begonnen, konkrete Möglichkeiten eines registergestützten Zensus zu erörtern (Bierau 2001; Eppmann 2004; Eppmann/Schäfer 2006). 2.3 Zensus 2011 Im Jahr 2011 führte Deutschland schließlich nach mehr als zwanzigjähriger Pause einen Zensus durch. Im Unterschied zu den vorangegangenen Zensen wurde dieses Mal der Weg eines registergestützten Zensus beschritten. Für die Bestimmung der Populationszahlen wurden vor allem die Daten aus den dezentral geführten kommu- nalen Einwohnermelderegistern verwendet. Ein Problem stellten insbesondere die Übererfassungen (Karteileichen) und Untererfassungen (Fehlbestände) in den Ein- wohnermelderegistern dar, wobei die Ursachen der Fehler vielfältiger Natur sind. Neben Problemen der Erfassung von Personen mit mehreren Wohnsitzen sind Fort- züge von Personen ins Ausland eine der zentralen Fehlerquellen in den Registern. Im Gegensatz zu Binnenwanderungen, bei denen die Einwohnermeldeämter seit etwa dem Jahr 2000 Zu- und Fortzüge automatisch untereinander abgleichen und es gesetzlich vorgeschriebene Pfl ichten gibt, beim Umzug eine Ummeldung bei den Ämtern vorzunehmen, unterliegen Fortzüge ins Ausland keiner „amtlichen Kontrol- le“ (Bucher 2014: 150).6 Auch das Verhalten und die Praxis in den einzelnen Einwoh- nermeldeämtern bedingt die Qualität der Register. In den Einwohnermelderegistern des Bundeslandes Rheinland-Pfalz bestehen bspw. relativ geringe Unterschiede zwischen Fortschreibung und neuen Zensusdaten, da dieses Bundesland bereits in den 1970ern ein „landesinternes Rückmeldeverfahren bei den Binnenwanderun- gen“ einführte (Bucher 2014: 150). Zudem führt und pfl egt Rheinland-Pfalz ein Lan- deseinwohnerregister.7 5 Zwar wurde die Etablierung eines zentralen Einwohnermelderegisters durch Wolfgang Schäub- le (CDU) im Jahr 2008 in die Diskussion gebracht (Der Spiegel 2008), seitdem aber nicht wieder ernsthaft aufgegriffen. 6 Im Jahr 2000 wurde das Verfahren sukzessive umgestellt. Seit etwa 2004 wurde das Verfahren der automatischen Abgleichung von Ab- und Anmeldungen fl ächendeckend angewandt. 7 Weitere Länder mit Zentralen Einwohnerregistern sind die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen wie auch das Bundesland Thüringen. Der registergestützte Zensus in Deutschland • 9 In einem komplexen mehrstufi gen Korrekturverfahren wurde für den Zensus 2011 versucht, Fehler in den Daten, die von den Meldeämtern an die Statistik übermittelt wurden, zu bereinigen (Berg 2011; Diehl 2012; Michel 2004).8 Zur Überprüfung der Qualität der Einwohnermelderegister wurde zudem eine Haushaltsstichprobe ge- zogen, die u.a. dazu diente, die Informationen aus den Melderegistern durch eine mündliche Befragung abzugleichen. Allerdings wurde die Haushaltsstichprobe nur für Gemeinden mit über 10.000 Einwohnern genutzt, um die Qualität der Register- daten zu eruieren. Begründet wurde die Entscheidung damit, dass der Zensustest gezeigt hatte, dass „es in großen Gemeinden mehr Ungenauigkeiten in den Mel- deregistern gab als in kleinen Gemeinden“ (Statistisches Bundesamt 2015: 27). In kleinen Gemeinden wurde nur bei Unstimmigkeiten zwischen den Angaben aus den Melderegistern und den Angaben aus der Gebäude- und Wohnungszählung Korrek- turen vorgenommen, sodass tendenziell weniger Fehler korrigiert wurden. Zudem bedingt das Verfahren generell, dass eine Übererfassung eher aufgedeckt werden konnte als eine Untererfassung, da bei der Untererfassung Personen nicht erfasst sein können, für welche keine Angaben zum Abgleich vorliegen und die daher nicht systematisch gesucht wurden. Auf Grund des Fortschreibungsfehlers in den Bevölkerungszahlen wurde ver- mutet, dass insbesondere die Mortalitätsziffern im höheren Alter, die Sterberaten der ausländischen Population und die Fertilitätsziffern der ausländischen Bevölke- rung, die auf Basis der Fortschreibung generiert wurden, verzerrt waren (Kibele et al. 2008). Entsprechend gespannt wurden die neuen Populationszahlen des regis- tergestützten Zensus 2011 erwartet. Diese Erwartung wurde auf Grund des langen Zeitraums, der zwischen Erhebung und Veröffentlichung der Daten verstrichen ist, jedoch getrübt. Der Stichtag des Zensus war der 9. Mai 2011. Die ersten zum Teil vorläufi gen und hoch aggregierten Ergebnisse standen im Mai 2013 zur Verfügung. Die ersten Daten nach Alter und Geschlecht wurden jedoch erst im Januar 2014 publiziert. Im April 2015 wurden schließlich die endgültigen Ausgangsdaten der Be- völkerungsfortschreibung des Zensus 2011 veröffentlicht. Zwischen Erhebung und Publikation der endgültigen Ergebnisse lagen damit vier Jahre. Obwohl klar war, dass die verwendeten Daten eine Nettoabweichung der Bevölkerungszahlen von etwa 1,5 Millionen zum Stichtag beinhalteten, musste entsprechend noch bis zu vier Jahre nach dem Zensus mit den Daten der Fortschreibung auf Basis der Volkszäh- lung 1987 gerechnet werden, da den neuen Daten „ein inhaltlicher oder juristischer Vorbehalt“ (Bucher 2014: 149) anhing. Auch das Statistische Bundesamt musste für die 13. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung und für die Sterbetafeln 2010/12 auf die endgültigen Zensusdaten warten, die nach Alter, Geschlecht und Staatsbürgerschaft sehr spät zur Verfügung standen. In internationalen demografi - schen Datensätzen, wie der Human Fertility Database (HFD) und der Human Morta- 8 Auf Grund des so genannten „Rückspielverbots“ wurden die vom Statistischen Amt durchge- führten Korrekturen jedoch nicht an die Einwohnermelderegister zurückgegeben, sodass die Bevölkerungszahlen des Zensus von jenen in den Einwohnermelderegistern zum Zensus-Stich- tag abweichen können (Kaus/Mundil-Schwarz 2015). • Rembrandt Scholz, Michaela Kreyenfeld10 lity Database (HMD), wurden ebenfalls bis vor Kurzem noch die „alten“ Fortschrei- bungsergebnisse verwendet.9 3 Wie genau sind die Populationszahlen des Zensus 2011? Nach der aktuellen Zählung belief sich die amtlich festgestellte Bevölkerungszahl der Bundesrepublik Deutschland am Stichtag des 9. Mai 2011 auf 80.219.695 Personen (Statistisches Bundesamt 2014c). Die Genauigkeit der Angabe der Bevölkerungszahl kann jedoch kaum darüber hinwegtäuschen, dass die Bevölkerungszahl in Deutsch- land – ebenso wie dies für die meisten anderen Länder auch der Fall ist (Hillygus et al. 2000: 17) – das Produkt einer komplexen Schätzung darstellt.10 Während es aus Sicht der Forschung naheliegen würde Sensitivitätsanalysen durchzuführen, um die Robustheit der Schätzung zu eruieren, verlangt die politische Dimension des Zensus eine eindeutige, amtlich festgestellte und möglichst unanfechtbare Bevölkerungs- zahl. Trotz (oder vermutlich gerade aufgrund) des komplexen logistisch anspruchs- vollen Verfahrens und der vordergründigen Genauigkeit der Angaben werden die Zensusergebnisse besonders von jenen Gemeinden in Frage gestellt, die sich durch den Zensus benachteiligt sehen. Angriffsfl äche lieferte der aktuelle Zensus vor al- lem durch die systematisch unterschiedliche Behandlung von kleinen und großen Gemeinden (Christensen et al. 2015; Rendtel 2015; Statistisches Bundesamt 2015). Für die demografi sche Forschung stellt sich die Frage, inwiefern der Zensus 2011 die Populationszahlen präzise abbildet. Obwohl die Verfahren der Datengenerierung in diversen Publikationen des Statistischen Bundesamtes beschrieben wurden (Sta- tistische Ämter des Bundes und der Länder 2004; Statistisches Bundesamt 2015) und in verschiedenen Kommissionen, wie der Zensuskommission und ihren Unter- arbeitsgruppen, mit Vertretern der Wissenschaft im Vorfeld diskutiert wurden, sind die Möglichkeiten der Wissenschaft, die Qualität der Zensusdaten zu überprüfen, äußerst begrenzt. Aufgrund der Komplexität des Verfahrens und aufgrund der Tat- sache, dass die Wissenschaft letztendlich nur die endgültigen Zahlen analysieren und das Verfahren, das diese Zahlen generiert, nur über sekundäre Quellen rekon- struieren kann, kommt die Validierung des Zensus einer „Detektivarbeit“ (Rendtel 2015) gleich. 9 In der HFD (http://www.humanfertility.org/) und HMD (http://www.mortality.org/) werden de- mografi sche Daten von verschiedenen Ländern der Erde vergleichbar aufbereitet und der wis- senschaftlichen Gemeinschaft und der interessierten Öffentlichkeit zum „Download“ zur Ver- fügung gestellt. Da ein hoher Anspruch an die Vergleichbarkeit der Daten nicht nur zwischen den einzelnen Ländern, sondern auch über die Zeit gelegt wird, wird angestrebt, die durch die Fortschreibungsfehler in Deutschland entstandenen Verzerrungen über eine Rückrechnung auszugleichen. Auf Grund der relativ späten Bereitstellung der neuen Zensusergebnisse konnte erst kürzlich mit der Rückrechnung begonnen werden. 10 Eine Zensuszahl ist eine Schätzung der Bevölkerung, die von der zeitlichen Erfassung der Be- wegungsmengen, also der Meldung von Geburt, Zuzug, Wegzug und Tod, abhängt. Die Bewe- gungsmengen, welche die Bevölkerungszahl im Register zum Stichtag beeinfl ussen, benötigen teilweise einen Zeitraum von bis zu einem halben Jahr, bis sie vollständig gemeldet und bear- beitet sind (Hannemann/Scholz 2009). Der registergestützte Zensus in Deutschland • 11 Im Folgenden unternehmen wir den Versuch, die Bevölkerungszahlen des Zensus 2011 zu „eruieren“. Eine komplette Validierung der Daten ist nur bedingt möglich, da verlässliche externe Daten fehlen (siehe jedoch Abschnitt 4.2: Externe Validierung von Zensus 2011 und Fortschreibung am Beispiel der Hochaltrigen). Auch können Sensitivitätsanalysen nicht durchgeführt werden, da hierzu ein Zugang zu den Da- ten der Einwohnermeldeämter und der Haushaltsbefragung nötig wäre, auf deren Basis die Bevölkerungszahlen generiert wurden. Zwar hat das Statistische Bundes- amt die Haushaltsbefragung mittlerweile für wissenschaftliche Analysen zugängig gemacht und plant ebenfalls die Zensusdaten als Individualdatensatz verfügbar zu machen. Da alle Hilfsmerkmale aus Datenschutzgründen zum frühestmöglichen Zeitpunkt gelöscht wurden, ist es jedoch unmöglich, selbst wenn die Individual- daten des Zensus einmal der Wissenschaft vorliegen werden, die Berechnung der Einwohnerzahlen nachzuvollziehen. Uns liegt zur Bewertung des Zensusergebnisses 2011 lediglich das Fortschrei- bungsergebnis auf der Grundlage des vorangegangenen Zensus 1987 vor. Aus Man- gel an besseren Alternativen schließen wir uns im Folgenden dem Vorgehen von Bucher (2014), Rendtel (2015), Christensen et al. (2015) und Kaus/Mundil-Schwarz (2015) an, die die Bevölkerungszahlen des Zensus 2011 mit denen der Fortschrei- bungsergebnisse des Zensus 1987 verglichen haben. Zwar haben wir kein valides externes Maß, um die Qualität des einen oder anderen Datensatzes abzuschätzen. Jedoch können wir aus der Systematik der Abweichungen gewisse Rückschlüsse darüber ziehen, welche Faktoren es sind, die die Zensusergebnisse verzerren. Als Datenbasis dienen die vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen des Zensus 2011 zum 9. Mai 2011 und die Daten des Fortschreibungsbestandes des Zensus 1987 zum jeweiligen Jahresende (Statistisches Bundesamt 2013b, 2014a/b). Im Rahmen des Zensus 2011 wurde eine Befragung durchgeführt, die 10 % der Haushalte in Deutschland umfasste, um zusätzliche Informationen, die in den Regis- tern nicht verfügbar waren, zu erhalten. Zudem diente die Stichprobe dazu Fehler in den Melderegistern zu identifi zieren. Bisherige Evaluationen haben im Wesentli- chen gezeigt, dass für die kleineren Gemeinden, für die Korrekturen im geringeren Umfang vorgenommen wurden, das Zensusergebnis weniger von der Fortschrei- bung abweicht und große Gemeinden im Durchschnitt stärkere Abweichungen zu verzeichnen haben (Bucher 2014; Christensen et al. 2015). In Abbildung 1 haben wir dieses Ergebnis in Form eines Scatterplots repliziert. Jeder der in der Grafi k abgebildeten Punkte entspricht einer Gemeinde. Insgesamt sind es etwa 11.000 Ge- meinden, die in der Abbildung dargestellt sind. Die Ordinate bildet die Differenz zwi- schen Zensus 2011 und den „alten“ Fortschreibungsergebnissen ab. Die Abszisse umfasst die Bevölkerungszahl in der jeweiligen Gemeinde. Aus der Abbildung wird ersichtlich, dass die relative Variation für kleinere Gemeinden deutlich höher ist als für größere Gemeinden. Auch wird erkennbar, dass die Variation sprunghaft mit einer Einwohnerzahl von 10.000 Personen zurückgeht. Abbildung 2 stellt das Ausmaß der Abweichungen zwischen Zensus 2011 und Fortschreibung systematisch für kleine und große Gemeinden gegenüber. Die Ab- szisse gibt die relative Differenz zwischen Zensus und Fortschreibung wieder. Auf der Ordinate ist die Anzahl der Gemeinden dargestellt. Die Abbildung zeigt, dass • Rembrandt Scholz, Michaela Kreyenfeld12 große Gemeinden deutlich weniger Abweichung zu verzeichnen haben. Im Durch- schnitt ergibt sich für große Gemeinden eine relative Differenz zwischen Fortschrei- bung und Zensus von 2,27 %, bei den kleinen Gemeinden von 0,48 %.11 Politisch brisant an diesem Befund ist, dass der Länderfi nanzausgleich von der Bevölke- rungszahl abhängig ist und kleine und größere Gemeinden unterschiedlich stark in den einzelnen Bundesländern vertreten sind. Rheinland-Pfalz hat bspw. relativ viele kleine Gemeinden; Nordrhein-Westfalen im Gegensatz dazu relativ wenige Gemeinden mit unter 10.000 Einwohnern (für eine Darstellung der Abweichungen nach Bundesländern siehe Abbildung A1 im Anhang). Dadurch, dass große und klei- ne Gemeinden unterschiedlich auf die Länder verteilt sind, könnte es sein, dass Abb. 1: Relative Differenz (in Prozent) zwischen Fortschreibung 1987 und Zensus 2011 nach der Größe der Gemeinden am 09.05.2011 Quelle: Statistisches Bundesamt 2014a/b 11 Die Mittelwerte wurden berechnet, indem für die Populationszahlen der jeweiligen Gemeinde, laut Zensus 2011, gewichtet wurde. Der registergestützte Zensus in Deutschland • 13 Bundesländer mit einem größeren Anteil von kleineren Gemeinden eine geringere Korrektur der Bevölkerungszahl durch den Zensus erfahren haben (siehe dazu aus- führlich Christensen et al. 2015; Rendtel 2015). Der sprunghafte Rückgang der Vari- ation bei 10.000 Einwohnern spricht dafür, dass die Methode einen systematischen Einfl uss auf die Bevölkerungszahlen hatte. Eine Entscheidung, ob die unterschied- lichen Abweichungen zwischen Fortschreibung und Zensus nach Gemeindegröße nur an dem Verfahren liegen oder auch die Qualität der Fortschreibung eine Rolle spielt, die mitunter in kleinen Gemeinden besser sein könnte, kann an dieser Stel- le nicht getroffen werden.12 Davon unabhängig ist davon auszugehen, dass durch Abb. 2: Anzahl der Gemeinden (Ordinate) nach relativer Differenz zwischen Zensus 2011 und Fortschreibung 1987 (Abszisse), nach kleinen Gemeinden (unter 10.000 Einwohner) und großen Gemeinden (10.000 und mehr Einwohner), in % 0 500 1.000 1.500 2.000 2.500 -15 -10 -5 0 5 10 15 kleine Gemeinden große Gemeinden alle Gemeinden Anmerkung: Die Einteilung in große und kleine Gemeinden erfolgte nach der Einwohner- zahl der Fortschreibung. Quelle: Statistisches Bundesamt 2013b 12 Die Altersstruktur und der Ausländeranteil sind wesentliche Aspekte, die die Qualität der Ein- wohnermelderegister der Gemeinden beeinfl ussen. Da der Ausländeranteil in den kleinen Ge- meinden im Durchschnitt niedriger ist als in großen Gemeinden, sind die Register der kleinen Gemeinden weniger durch nicht dokumentierte Wegzüge von Ausländern beeinträchtigt. Zu- dem ist die hoch mobile Altersklasse der 20- bis 39-jährigen Personen in den kleinen Gemein- den schwächer besetzt als in großen Gemeinden (siehe Abb. A3 im Anhang). Auch dieser As- pekt dürfte die Qualität der Register der kleinen Gemeinden positiv beeinfl ussen. • Rembrandt Scholz, Michaela Kreyenfeld14 das angewandte Verfahren die Bevölkerung insgesamt in Deutschland etwas über- schätzt wurde, da in den kleineren Gemeinden die Bevölkerungszahlen nicht nach unten korrigiert wurden.13 4 Qualität der Bevölkerungsfortschreibung 4.1 Unterschiede zwischen Zensus und Fortschreibung nach Alter, Geschlecht und Staatsangehörigkeit Obwohl der Zensus 2011 nur ein Schätzwert der Populationszahlen für das Jahr 2011 ist, der möglicherweise die Populationszahlen der kleinen Gemeinden leicht über- schätzt, ist er dennoch die einzige Messlatte, um die Qualität der Fortschreibung zu bestimmen. Mortalitätsziffern im höheren Alter konnten in der Vergangenheit nicht mehr auf Basis der Bevölkerungsfortschreibung geschätzt werden, da bekannt war, dass die Populationszahlen in der Fortschreibung im höheren Alter deutlich verzerrt waren (Kibele et al. 2008). Eine wesentliche Ursache für die Überschätzung der Populationszahlen sind Fortzüge in das Ausland, die nicht verbucht, damit in der Wanderungsstatistik nicht erfasst und in der Bevölkerungsfortschreibung somit nicht berücksichtigt wurden. Vor diesem Hintergrund geben die Abbildungen 3a und 3b die Differenzen zwischen Zensus und Fortschreibung nach Geburtsjahr und Geschlecht für Aus- länder und Deutsche wieder. Auf der Abszisse sind die Abweichungen zwischen Fortschreibung und Zensus für Männer dargestellt und auf der Ordinate für Frauen. Jeder einzelne Punkt in der Grafi k gibt einen Geburtsjahrgang wieder. Je näher die Werte in der Nähe des Nullpunkts des Koordinatensystems liegen, umso besser passen Fortschreibung und Zensusergebnisse zusammen. Positive Werte bedeu- ten, dass der Zensus 2011 die Populationszahlen nach unten korrigiert hat. Negative Werte zeigen entsprechend eine Korrektur nach oben an. Werte auf der Diagonalen bedeuten, dass die Verzerrungen bei Frauen und Männern gleich sind (siehe auch Abbildung A2 im Anhang für eine zweidimensionale Darstellung). Betrachtet man zunächst die Muster für Deutsche (Abb. 3a), ist bemerkenswert, dass bei den jüngeren Jahrgängen eine Korrektur nach oben vorgenommen wur- de. Bspw. wurde der Jahrgang 2009 durch den neuen Zensus leicht (um 0,5 %) nach oben korrigiert. Der Jahrgang 2009 war zum Zeitpunkt des Zensus etwa zwei Jahre alt, sodass der Fortschreibungsfehler eigentlich gering sein sollte. Vermut- lich erklärt sich die negative Abweichung für die jungen Geburtsjahrgänge in der nicht eindeutigen Erfassung des Merkmals Staatsangehörigkeit für Personen mit doppelter Staatsangehörigkeit. Abbildung 3a zeigt zudem eine stärker zu den Män- 13 Allerdings wurde auch nicht systematisch nach nicht registrierten Personen gesucht, was eine Unterschätzung bedingen könnte. Nach unserem Kenntnisstand gibt es keinerlei Anhaltspunk- te, um das Ausmaß einer möglichen Unterschätzung durch nicht registrierte Personen einzu- schätzen. Ein weiterer Grund für eine Unterschätzung der Populationszahlen im Zensus könnten noch nicht verbuchte Wanderungen und Geburten sein (siehe dazu auch Fußnote 10). Der registergestützte Zensus in Deutschland • 15 nern verschobene Abweichung, welche sich nicht symmetrisch im Koordinatensys- tem einordnet. Für die Geschlechterunterschiede gibt es unterschiedliche Gründe. Zum einen spricht die nicht proportionale Veränderung der Abweichung der Zen- susergebnisse für geschlechtsspezifi sche Unterschiede im Wanderungsverhalten. Zum anderen mag es sein, dass Frauen und Männer eine andere „Disziplin“ bei der behördlichen Um- und Abmeldung an den Tag legen. Des Weiteren ist auch nicht auszuschließen, dass eine unterschiedliche Korrektur nach Geschlecht bei der „Re- gisterertüchtigung“ erfolgt ist. Abbildung 3b gibt die Ergebnisse für die ausländische Population wieder. Zu beachten ist hier, dass für Ausländer eine Achse mit einem anderen Wertebereich verwendet wurde als für die deutsche Population (Abb. 3a), da die Abweichung zwi- schen Zensus und Fortschreibung für Ausländer deutlich größer ist als für Deutsche. Bei den Ausländern weichen die Zensus- und Fortschreibungsdaten insbesondere Abb. 3a: Darstellung der relativen Abweichung des Zensus 2011 von der Fortschreibung auf Basis des Zensus 1987 bei Männern und Frauen nach Geburtsjahrgängen für Deutsche Quelle: Statistisches Bundesamt 2014a/b • Rembrandt Scholz, Michaela Kreyenfeld16 im hohen Alter voneinander ab. Eine derartig auffallende Schiefl age können wir bei der deutschen Population nicht feststellen. Ähnlich wie bei der deutschen Popula- tion ergeben sich auch bei der ausländischen Population bei den Männern höhere Abweichungen als bei den Frauen. Beispielsweise ergibt sich für den Geburtsjahr- gang 1950 für ausländische Männer eine Abweichung zwischen Fortschreibung und Zensus 2011 von 12 %. Beim Geburtsjahrgang 1940 beträgt der Unterschied 17 %, und beim Geburtsjahrgang 1930 sind es fast 50 %. Für die hochaltrigen Personen, die 1921 oder früher geboren worden sind, ergeben sich Abweichungen von über 600 %, die in der Abbildung nicht mehr dargestellt sind. In der Zusammenschau kann man feststellen, dass die neuen Zensusergebnisse vor allem die Populationszahlen der ausländischen Bevölkerung im hohen Alter kor- rigiert haben. Zudem sind die Werte für Männer stärker verändert worden als jene für Frauen. Für die Fertilitäts- und Mortalitätsforschung hat der neue Zensus damit Abb. 3b: Darstellung der relativen Abweichung des Zensus von der Fortschreibung auf Basis des Zensus 1987 bei Männern und Frauen nach Geburtsjahrgängen für Ausländer Quelle: Statistisches Bundesamt 2014a/b Der registergestützte Zensus in Deutschland • 17 eine sehr unterschiedliche Bedeutung. Für die Berechnung von Fertilitätsindikato- ren werden in der Regel nur die Bevölkerungszahlen von Frauen im Alter von 15 bis 49 Jahren verwendet. Für diese Gruppe ergeben sich die geringsten Abweichungen zwischen Zensus und Fortschreibung, sodass der Einfl uss des neuen Zensus auf die Maße der Fertilität gering sein sollte. Verzerrt waren in erster Linie die Fertilitätszif- fern nach Staatsangehörigkeit, die auf Basis der Fortschreibung generiert wurden (siehe dazu Pötzsch 2016; zur Nieden/Sommer 2016). In der Mortalitätsforschung führen die neuen Zensusergebnisse zu einer erheblichen Korrektur der Sterbezif- fern im höheren Alter. Zudem dürften sich die Pfl egeraten deutlich verändern (siehe dazu Tabelle A2 im Anhang). Da das Statistische Bundesamt keine Rückrechnungen zur Korrektur der Populationszahlen nach Alter anvisiert, müssen Sprünge in den Zeitreihen der demografi schen Indikatoren hingenommen werden, die nach Ge- schlecht und vor allem nach Staatsangehörigkeit unterschiedlich ausfallen. 4.2 Externe Validierung von Zensus 2011 und Fortschreibung am Beispiel der Hochaltrigen Prinzipiell liefern nur Zensus und Fortschreibung Informationen über die Bevölke- rungszahlen in Deutschland. Allerdings existieren indirekte Verfahren, auf Basis de- rer man aus alternativen Datenquellen Populationszahlen generieren und somit die Qualität von Zensus und Fortschreibung plausibilisieren kann. Eine derartige Quelle sind die Sterbefälle im höheren Alter. Da die Sterbefälle nach Alter sich relativ sicher aus der Sterbefallstatistik herleiten lassen, kann indirekt aus dem Sterbealter auf die Anzahl der Personen nach Geburtsjahrgängen und Geschlecht in den Vorjahren geschlossen werden. Dies ist ein indirektes Verfahren, welches auf der Annahme beruht, dass in sehr hohem Alter die internationale Wanderungsaktivität gering ist. Allerdings kann diese Methode nur für jene Jahrgänge angewandt werden, die be- reits verstorben sind, und muss damit auf das sehr hohe Lebensalter begrenzt blei- ben. Trotz dieser Einschränkungen haben Sensitivitätsanalysen für verschiedene Länder gezeigt, dass diese Methode qualitativ bessere Bevölkerungszahlen liefert als die Daten von Fortschreibungsergebnissen (Jdanov et al. 2005). In Abbildung 4 haben wir die Differenz der Fortschreibung von der auf Basis der Sterbefälle berechneten Anzahl der Personen im Alter 90 und älter dargestellt. Die Werte des Zensus sind mit einem Kreuz eingezeichnet. Wie aus der Abbildung er- sichtlich, sind die Werte des Zensus und der auf Basis der Sterbefälle berechneten Population fast deckungsgleich, was prinzipiell für die Qualität der Zensusergebnis- se im höheren Alter spricht. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass sich hier erneut die Schiefl age der „alten“ Fortschreibung bestätigt. Im Alter 90 und älter ergeben sich im Jahr 2008 Abweichungen zwischen Fortschreibung und den „tatsächlichen“ Werten von über 30 %. Abbildung 4 gibt auch die Differenz zwischen Fortschreibung und der auf Basis der Sterbefälle berechneten Population für die zurückliegenden Jahre wieder. Zu den Zeitpunkten der Volkszählungen sind die Abweichungen sehr gering, um dann mit zunehmendem Abstand zum vorangegangenen Zensus steil anzusteigen. Bei den Männern steigen die Differenzen bspw. von 0,6 % im Zensusjahr 1987 auf etwa • Rembrandt Scholz, Michaela Kreyenfeld18 25 % im Jahr 2011 an. Allerdings zeigt sich auch eine sehr uneinheitliche Entwick- lung über die Zeit. Vor allem reduzieren sich im Jahr 2008 schlagartig die Unter- schiede. Diese erratische Entwicklung erklärt sich sehr wahrscheinlich durch die Bereinigungen der Register. Zum einen wurden in den Jahren 2007 bis 2010 im Zu- sammenhang mit der Einführung der Steueridentifi kationsnummer die Einwohner- melderegister bereinigt (Kaus/Mundil-Schwarz 2015). Zudem wurden im Rahmen der Zensus-Tests in den Jahren 2001 bis 2004 so genannte „Registerertüchtigun- gen“ durchgeführt, die wahrscheinlich mit der Bereinigung des Ausländerzentral- registers in den Jahren 2001 bis 2003 in Zusammenhang stehen. Die Registerer- tüchtigungen dürften vor allem Registerüberhänge von Personen, die nicht mehr in Deutschland leben, aufgedeckt haben. Diese Personen wurden im Zeitraum 2001- 2004 und 2007-2010 aus den Registern entfernt, indem sie als „Verzug unbekannt“ (für Deutsche) und „Verzug in das Ausland“ (für Ausländer) gekennzeichnet wurden. Um zu verstehen, warum die Bereinigungen die Fortschreibungsergebnisse be- einfl usst haben, muss man berücksichtigen, dass die Wanderungsstatistik, die für die Fortschreibung verwendet wird, auf den Einwohnermelderegistern beruht. Die Abb. 4: Relative Differenz im Alter 90 Jahre und älter (in %) zwischen der fortgeschriebenen Bevölkerung und der berechneten Bevölkerung aus den Sterbefällen bei Bezug auf die Fortschreibungsbevölkerung 0 10 20 30 40 50 1 9 8 7 1 9 8 8 1 9 8 9 1 9 9 0 1 9 9 1 1 9 9 2 1 9 9 3 1 9 9 4 1 9 9 5 1 9 9 6 1 9 9 7 1 9 9 8 1 9 9 9 2 0 0 0 2 0 0 1 2 0 0 2 2 0 0 3 2 0 0 4 2 0 0 5 2 0 0 6 2 0 0 7 2 0 0 8 2 0 0 9 2 0 1 0 2 0 1 1 Jahr in Prozent Frauen Männer x x Zensus 2011 (Männer) Zensus 2011 (Frauen) Quelle: Eigene Berechnung nach Human Mortality Database (http://www.mortality.org/) Der registergestützte Zensus in Deutschland • 19 Korrektur hat daher die Wanderungsstatistik beeinfl usst.14 Problematisch ist zum einen, dass die Korrektur der Register zu einem bestimmten Zeitpunkt nach 2001 durchgeführt wurde, obwohl der Registerabgang durch nicht verbuchte Wande- rungen, die wahrscheinlich in den 1990er Jahren erfolgt waren, entstanden war. Darüber hinaus ist besonders unglücklich, dass die Korrekturen nicht als solche ausgewiesen wurden, sodass für die Jahre 2008/2009 nicht mehr rekonstruiert wer- den kann, ob in Deutschland tatsächlich die Nettozuwanderung negativ gewesen ist oder diese allein durch die Korrektur „produziert“ wurde. Da die Wanderungs- statistik auch in die Fortschreibung einfl ießt, wurden durch die Korrektur zudem indirekt die Bevölkerungszahlen der Fortschreibung verändert und damit die Basis zur Berechnung von demografi schen Kennziffern. 5 Fazit Ähnlich wie in anderen Ländern auch erfüllt der Zensus in Deutschland multiple Funk- tionen. Für die öffentliche Verwaltung sind der Zensus und die Fortschreibungser- gebnisse Grundlage für die Planung der lokalen Infrastruktur, die Wohnstandort- und Verkehrsinfrastrukturentwicklung, Verkehrsplanung, Versorgung mit medizinischer und Pfl egeinfrastruktur, Schulplanung, Bildungs- und Kulturförderung, Kostenpla- nung von Sozialleistungen, Energieversorgung etc. (siehe ZensG 2011 § 1).15 Für die demografi sche Forschung sind die Populationszahlen des Zensus zentral, da mit diesen Mortalitäts- und Fertilitätsziffern generiert werden können. Darüber hinaus kommt dem Zensus für die sozialwissenschaftliche Survey-Forschung eine wichtige Bedeutung zu. Zum einen haben die Einwohnerzahlen nach Gemeinde, Geburtsjahr und Geschlecht eine unmittelbare Relevanz bei der Ziehung von Einwohnermelde- stichproben. Zum anderen liefert der Zensus den Auswahlplan, auf Basis dessen die Zählbezirke für den Mikrozensus eingeteilt werden. Dieser wiederum liefert den Rahmen für die Generierung von so genannten „post-stratifi cation weights“, die standardmäßig in sozialwissenschaftlichen Surveys zur Verfügung gestellt werden, um die Befragungsdaten an die im Mikrozensus vorgegebene Bevölkerungsstruktur anzupassen. Ist der Zensus über die oben genannten Aspekte hinaus von Bedeutung für die demografi sche und sozialwissenschaftliche Forschung? Das Potenzial des Zensus für weitergehende wissenschaftliche Forschung ergibt sich vor allem durch die gro- 14 In der Beschreibung der Migrationsstatistiken heißt es dazu: „Für die Jahre 2008 und 2009 ist zu berücksichtigen, dass aufgrund der bundesweiten Einführung der persönlichen Steuer-Identifi - kationsnummer im Jahr 2008 umfangreiche Bereinigungen der Melderegister in diesen beiden Jahren vorgenommen wurden, die zu zahlreichen Abmeldungen von Amts wegen geführt ha- ben. Da der Umfang dieser Bereinigungen aus den Meldungen der Meldebehörden statistisch nicht ermittelt werden kann, bleiben der tatsächliche Umfang der Fortzüge in den Jahren 2008 und 2009 sowie die Entwicklung gegenüber den Vorjahren unklar“ (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge 2015: 13). 15 Gesetz über den registergestützten Zensus im Jahre 2011 (Zensusgesetz 2011, ZensG 2011) in der Fassung vom 8. Juli 2009. • Rembrandt Scholz, Michaela Kreyenfeld20 ßen Fallzahlen, die es erlauben würden, regionalisierte Analysen durchzuführen. Da bis dato (und damit fünf Jahre nach Zensus) jedoch noch nicht geklärt ist, wie und ob regionalisierte Individualdaten des Zensus zur Verfügung gestellt werden, dürften mit zunehmender Dauer die Zensusdaten für die wissenschaftliche For- schung unattraktiver werden. Gleiches gilt für die zusätzliche Haushaltsbefragung, die ebenfalls für wissenschaftliche Mikroanalysen erst kürzlich zugängig gemacht wurde. Mittlerweile liegen aktuellere Mikrozensus-Ergebnisse vor, die ein ähnliches bzw. zum Teil größeres Potenzial für familiendemografi sche Fragestellungen lie- fern als die Haushaltsbefragung des Zensus. Die (fi nalen) Einwohnerzahlen nach Alter und Geschlecht, die insbesondere für die Generierung von demografi schen Kennziffern relevant sind, sind mit einer Verzögerung von vier Jahren veröffentlicht worden. Zum Vergleich: In Schweden, wo systematisch Bevölkerungsregister auf- gebaut wurden, werden die fi nalen Bevölkerungsdaten nach Alter und Geschlecht innerhalb eines Jahres publiziert. Ein Argument für einen registergestützten Zensus war es, dass dieser kosten- günstiger und effektiver durchgeführt werden kann, da die notwendigen Daten be- reits in den Registern vorlägen (Bierau 2001: 335; Eppmann 2004). Die komplexen Verfahren, die notwendig waren, um die verschiedenen Register zusammenzubrin- gen, stellt diese Vorstellung in Frage. Sicherlich ist die fehlende Transparenz und die mangelnde Nachprüfbarkeit der Zensusergebnisse teilweise den spezifi schen recht- lichen Rahmenbedingungen in Deutschland geschuldet. Allerdings stellt sich durch- aus die Frage, ob nicht die Möglichkeiten der Registerverknüpfung überschätzt wor- den sind. Selbst in Norwegen, wo über einen langen Zeitraum hinweg systematisch ein Haushaltsregister aufgebaut wurde, sind erst mit dem Zensus 2011 die Daten der Haushaltsregister für den Zensus verwendet worden (Zhang/Hendriks 2012). Es überrascht schon, dass Deutschland, das nicht auf Erfahrungen mit Haushaltsre- gistern zurückgreifen kann, gleich in der ersten Runde die Haushaltsinformationen über die Registerdaten in einem hoch komplexen Verfahren generiert hat (Vorndran 2004). Letztendlich sind die Möglichkeiten des registergestützten Zensus 2011 nicht genutzt worden, um ein Haushalts-, ein Bevölkerungs- (wie dies beispielsweise in der Schweiz der Fall war) oder ein Verwaltungsregister langfristig aufzubauen und zu pfl egen. Neben der gesellschaftspolitischen, demografi schen und sozialwissenschaftli- chen Relevanz kommt dem Zensus auch eine zentrale politische Bedeutung zu, da auf Basis der durch Zensus und Fortschreibung festgesetzten Einwohnerzahlen der Finanzausgleich zwischen Gemeinden und Ländern berechnet werden und darüber hinaus der Zuschnitt der Wahlkreise für die Bundestags- und Landtagswahlen be- stimmt wird. Diese „Doppelnatur“ des Zensus hat vor allem die unerwünschte Ne- benwirkung, dass eine Kritik am Zensus, die allein wissenschaftlich begründet sein mag, sich zwangsweise immer auch der Gefahr aussetzt, für politische Zwecke von jenen instrumentalisiert zu werden, die Nachteile aus den Zensusergebnissen hin- nehmen mussten. Einwohnerzahlen sind ein Politikum und eine sachliche und wis- senschaftliche Auseinandersetzung mit der Generierung der Populationszahlen ge- staltet sich entsprechend schwierig. Erstaunlich ist dennoch die große Vehemenz, mit der sich Politiker über die Zensuskorrekturen der Einwohnerzahlen beschweren Der registergestützte Zensus in Deutschland • 21 (siehe für Berlin bspw. Rennefanz/Zylka 2013), während die gravierenden Mängel in den Fortschreibungsdaten in der Vergangenheit stillschweigend hingenommen wurden. Auch mit dem Zensus 2011 wurde erhebliche Energie auf die Anfechtung der Einwohnerzahlen verwendet (Statistisches Bundesamt 2016), während eine politische Auseinandersetzung über die Verbesserung der Melderegister und der Fortschreibung weitgehend ausgeblieben ist. Fakt ist, dass die Probleme, die die Populationszahlen in der Fortschreibung verzerrt haben, bis heute nicht behoben wurden. Damit ist auch für die Zukunft zu erwarten, dass die systematischen Fehler wieder im Abstand zum Zensus ansteigen werden. Danksagung Wir danken Harald Utne (Senior Adviser Population Statistics, Statistics Norway) für wertvolle Hinweise zur Haushaltsgenerierung im norwegischen Zensus. Gunnar Andersson (Stockholm University, Demography Unit) danken wir für Informationen zu den schwedischen Registern. Für die Unterstützung bei der Erstellung der Abbil- dungen 3a und 3b möchte wir uns sehr herzlich bei Rainer Walke (Max-Planck-Insti- tut für demografi sche Forschung) bedanken. Für die sprachliche Durchsicht danken wir Lena Klein (Hertie School of Governance, Berlin). Für wertvolle inhaltliche Kommentare danken wir den Gutachtern und der CPOS-Redaktion. Literatur Baten, Jörg; Szołtysek, Mikolaj 2014: A golden age before serfdom? The human ca- pital of Central-Eastern and Eastern Europe in the 17th-19th centuries. 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E-Mail: kreyenfeld@hertie-school.org URL: https://www.hertie-school.org/de/fakultaet-forschung/fakultaet/profi le/michaela- kreyenfeld/ Eine Übersetzung dieses begutachteten und von den Autoren autorisierten deutschen Originaltex- tes durch das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung ist unter dem Titel „The Register-based Census in Germany: Historical Context and Relevance for Population Research“, DOI 10.12765/ CPoS-2016-08en bzw. URN urn:nbn:de:bib-cpos-2016-08en8, auf http://www.comparativepopu- lationstudies.de verfügbar. Eingegangen am: 26.10.2015 Angenommen am: 22.03.2016 • Rembrandt Scholz, Michaela Kreyenfeld26 D e u ts ch e s R e ic h E in w o h n e r Q u e lle (i n 1 .0 0 0 ) 1. D e ze m b e r 18 71 41 0 5 8 K a is e rl ic h e s S ta ti st is ch e s A m t (1 8 7 5 ): D ie V o lk sz ä h lu n g im D e u ts ch e n R e ic h e v o m 1. D e ze m b e r 18 71 . V ie rt e lja h re sh e ft e z u r S ta ti st ik d e s D e u ts ch e n R e ic h s, R e ih e 1 , B a n d 1 4 , H e ft 3 , A b t. 3 , S . V I. 3 -4 9 . 1. D e ze m b e r 18 7 5 4 2 7 2 7 K a is e rl ic h e s S ta ti st is ch e s A m t ( 18 7 8 ): D ie V o lk sz ä h lu n g im D e u ts ch e n R e ic h e v o m 1 . D e ze m b e r 18 7 5 . S ta ti st ik d e s D e u ts ch e n R e ic h s, M o n a ts h e ft e , R e ih e 1 , B a n d 3 0 , H e ft 4 , 2 . T e il, S . 3 -2 3 . 1. D e ze m b e r 18 8 0 4 5 2 3 4 K a is e rl ic h e s S ta ti st is ch e s A m t (1 8 8 3 ): D ie V o lk sz ä h lu n g im D e u ts ch e n R e ic h e a m 1 . D e ze m b e r 18 8 0 . B a n d 5 7, V e rl a g v o n P u tt ka m m e r & M ü h lb re ch t, B e rl in , S . 7 6 -1 17 . 1. D e ze m b e r 18 8 5 4 6 8 5 5 K a is e rl ic h e s S ta ti st is ch e s A m t (1 8 8 8 ): D ie V o lk sz ä h lu n g i m D e u ts ch e n R e ic h a m 1 . D e ze m b e r 18 8 5 . S ta ti st ik d e s D e u ts ch e n R e ic h s, N e u e F o lg e , B a n d 3 2 , B e rl in , S . 9 6 -1 2 3 . 1. D e ze m b e r 18 9 0 4 9 4 2 8 K a is e rl ic h e s S ta ti st is ch e s A m t (1 8 9 4 ): D ie V o lk sz ä h lu n g a m 1 D e ze m b e r 18 9 0 i m D e u ts ch e n R e ic h . S ta ti st ik d e s D e u ts ch e n R e ic h s, N e u e F o lg e , B a n d 6 8 , B e rl in , S . 3 1* , 4 4 -7 1. 2 . D e ze m b e r 18 9 5 5 2 2 7 9 K a is e rl ic h e s S ta ti st is ch e s A m t (1 8 9 7 ): D ie B e v ö lk e ru n g d e s D e u ts ch e n R e ic h s n a ch d e r V o lk sz ä h lu n g v o n 2 . D e ze m b e r 18 9 5 . V ie rt e lja h re sh e ft z u r S ta ti st ik d e s D e u ts ch e n R e ic h s, V e rl a g v o n P u tt ka m m e r & M ü h lb re ch t, B e rl in , S . I. 2 7- 2 8 . 1. D e ze m b e r 19 0 0 5 6 3 6 7 K a is e rl ic h e s S ta ti st is ch e s A m t (1 9 74 ): S ta ti st is ch e s J a h rb u ch f ü r d a s D e u ts ch e R e ic h . 2 4 . J a h rg a n g 1 9 0 3 , G e o rg O lm s V e rl a g , N a ch d ru ck , B e rl in , S . 6 . 1. D e ze m b e r 19 0 5 6 0 6 41 K a is e rl ic h e s S ta ti st is ch e s A m t (1 9 0 6 ): D ie V o lk sz ä h lu n g a m 1 . D e ze m b e r 19 0 5 . V ie rt e lja h rs h e ft z u r S ta ti st ik d e s D e u ts ch e n R e ic h s, B a n d 1 5 , H e ft 4 , S . IV .2 9 8 -3 0 1. 1. D e ze m b e r 19 10 6 4 9 2 5 K a is e rl ic h e s S ta ti st is ch e s A m t (1 9 13 ): S ta ti st is ch e s J a h rb u ch f ü r d a s D e u ts ch e R e ic h . 3 4 . J a h rg a n g , V e rl a g v o n P u tt ka m m e r & M ü h lb re ch t, B e rl in , S . 8 -9 . 1. D e ze m b e r 19 16 k. A . k. A . 5 . D e ze m b e r 19 17 k. A . k. A . 8 . O k to b e r 19 19 6 0 4 12 S ta ti st is ch e s R e ic h sa m t (1 9 2 2 ): S ta ti st is ch e s J a h rb u ch f ü r d a s D e u ts ch e R e ic h . 4 2 . J a h rg a n g 1 9 2 1/ 2 2 , V e rl a g fü r P o li ti k u n d W ir ts ch a ft , B e rl in , S . 4 -5 . A n h a n g T a b . A 1: V o lk sz äh lu n g e n in D e u ts ch la n d s e it 1 8 71 n a ch E in w o h n e rz ah l ( in T au se n d ), T e rr it o ri e n u n d Q u e lle n Der registergestützte Zensus in Deutschland • 27 D e u ts ch e s R e ic h E in w o h n e r Q u e lle (i n 1 .0 0 0 ) 16 . J u n i 1 9 2 5 6 2 4 10 S ta ti st is ch e s R e ic h sa m t (1 9 2 8 ): V o lk sz ä h lu n g . D ie B e v ö lk e ru n g d e s D e u ts ch e n R e ic h s n a ch d e n E rg e b n is se n d e r V o lk sz ä h lu n g 1 9 2 5 . T e il I - E in fü h ru n g i n d ie V o lk sz ä h lu n g 1 9 2 5 , T a b e lle n w e rk . S ta ti st ik d e s D e u ts ch e n R e ic h s, B a n d 4 0 1, I , B e rl in , S . 17 4 -2 9 5 . 16 . J u n i 1 9 3 3 6 5 2 18 S ta ti st is ch e s R e ic h sa m t (1 9 3 7 ): S ta ti st is ch e s J a h rb u ch f ü r d a s D e u ts ch e R e ic h . 5 6 . J a h rg a n g 1 9 3 7, V e rl a g f ü r S o zi a lp o li ti k, W ir ts ch a ft u n d S ta ti st ik , B e rl in , S . 16 -1 7. 17 . M a i 1 9 3 9 7 9 3 7 5 S ta ti st is ch e s R e ic h sa m t (1 9 4 2 ): S ta ti st is ch e s J a h rb u ch f ü r d a s D e u ts ch e R e ic h . 5 9 . J a h rg a n g 1 9 41 /4 2 , B e rl in , S . 2 4 . 2 9 . O k to b e r 19 4 6 6 4 5 0 1 A u ss ch u ß d e r D e u ts ch e n S ta ti st ik e r fü r d ie V o lk s- u n d B e ru fs zä h lu n g 1 9 4 6 ( 19 4 9 ): V o lk s- u n d B e ru fs zä h lu n g v o n 2 9 . O k to b e r 19 4 6 i n d e n v ie r B e sa tz u n g sz o n e n u n d G ro ß -B e rl in . V o lk sz ä h lu n g - T a b e lle n te il. D u n ck e r & H u m b lo t, B e rl in -M ü n ch e n , S . 7 2 -7 3 . D D R E in w o h n e r Q u e lle (i n 1 .0 0 0 ) 3 1. A u g u st 1 9 5 0 18 3 8 8 S ta ti st is ch e s B u n d e sa m t (1 9 5 2 ): S ta ti st is ch e s J a h rb u ch f ü r d ie B u n d e sr e p u b lik D e u ts ch la n d . W ie sb a d e n , S . 12 -1 3 . 3 1. D e ze m b e r 19 6 4 17 0 0 3 S ta a tl ic h e Z e n tr a lv e rw a lt u n g f ü r S ta ti st ik ( 19 6 7 ): E rg e b n is se d e r V o lk s- u n d B e ru fs zä h lu n g a m 3 1. D e ze m b e r 19 6 4 . S ta a ts v e rl a g d e r D e u ts ch e n D e m o kr a ti sc h e n R e p u b lik , S . 3 5 -4 9 . 1. J a n u a r 19 71 17 0 6 8 S ta a tl ic h e Z e n tr a lv e rw a lt u n g f ü r S ta ti st ik (1 9 7 3 ): S ta ti st is ch e s J a h rb u ch 1 9 7 3 d e r D e u ts ch e n D e m o kr a ti sc h e n R e p u b lik . 18 . J a h rg a n g , S ta a ts v e rl a g d e r D e u ts ch e n D e m o kr a ti sc h e n R e p u b lik , B e rl in , S . 41 7. 3 1. D e ze m b e r 19 8 1 16 7 0 5 S ta ti st is ch e s B u n d e sa m t (1 9 9 4 ): A u sg e w ä h lt e Z a h le n d e r V o lk s- u n d B e ru fs zä h lu n g e n u n d G e b ä u d e - u n d W o h n u n g sz ä h lu n g e n 1 9 5 0 b is 1 9 8 1. S o n d e rr e ih e m it B e it rä g e n f ü r d a s G e b ie t d e r e h e m a lig e n D D R , H e ft 1 5 , W ie sb a d e n , S . 2 2 -3 6 . 3 . O k to b e r 19 9 0 16 0 3 3 R e g is te rz ä h lu n g d e s E in w o h n e rd a te n sp e ic h e rs ( B e v ö lk e ru n g sa n za h l b e zi e h t si ch a u f d e n 3 1. 12 .1 9 9 0 ) T a b . A 1: F o rt se tz u n g • Rembrandt Scholz, Michaela Kreyenfeld28 B R D E in w o h n e r Q u e lle (i n 1 .0 0 0 ) 13 . S e p te m b e r 19 5 0 4 7 6 9 5 S ta ti st is ch e s B u n d e sa m t (1 9 5 2 ): S ta ti st is ch e s J a h rb u ch f ü r d ie B u n d e sr e p u b lik D e u ts ch la n d . W ie sb a d e n , S . 2 5 . 2 5 . S e p te m b e r 19 5 6 5 3 1 9 8 S ta ti st is ch e s B u n d e sa m t (1 9 5 9 ): S ta ti st is ch e s J a h rb u ch f ü r d ie B u n d e sr e p u b lik D e u ts ch la n d . W ie sb a d e n , S . 2 9 . 6 . J u n i 1 9 61 5 6 1 74 S ta ti st is ch e s B u n d e sa m t (1 9 6 4 ): S ta ti st is ch e s J a h rb u ch f ü r d ie B u n d e sr e p u b lik D e u ts ch la n d . W ie sb a d e n , S . 3 4 . 2 7. M a i 1 9 7 0 6 0 6 51 S ta ti st is ch e s B u n d e sa m t (1 9 7 2 ): S ta ti st is ch e s J a h rb u ch f ü r d ie B u n d e sr e p u b lik D e u ts ch la n d . W ie sb a d e n , S . 3 5 . 2 5 . M a i 1 9 8 7 61 0 7 7 S ta ti st is ch e s B u n d e sa m t (1 9 9 0 ): B e v ö lk e ru n g u n d E rw e rb st ä ti g ke it . V o lk sz ä h lu n g a m 2 5 . M a i 1 9 8 7. F a ch se ri e 1, H e ft 3 , T e il 1, W ie sb a d e n , S . 2 0 -3 1. 9 . M a i 2 0 11 8 0 2 2 0 S ta ti st is ch e Ä m te r d e s B u n d e s u n d d e r L ä n d e r (2 0 14 ): E rg e b n is d e s Z e n su s 2 0 11 z u m B e ri ch ts ze it p u n k t 9 . M a i 2 0 11 . O n lin e L in k: h tt p s: // e rg e b n is se .z e n su s2 0 11 .d e /# S ta ti cC o n te n t: 0 0 ,B E V _1 1 _1 ,m ,t a b le . T a b . A 1: F o rt se tz u n g Der registergestützte Zensus in Deutschland • 29 B e v ö lk e ru n g 3 1. 12 .2 0 11 E re ig n is se 2 0 11 R a te n p ro T a u se n d d e r B e v ö lk e ru n g f ü r 2 0 11 F o rt sc h re ib u n g d e s Z e n su s 2 0 11 F o rt sc h re ib u n g d e s Z e n su s 19 8 7 F o rt - sc h re ib u n g d e s Z e n su s 2 0 11 F o rt - sc h re ib u n g d e s Z e n su s 19 8 7 D if fe re n z G e b u rt e n S te rb e - fä lle P fl e g e - fä lle G e b u rt e n S te rb e - fä lle P fl e g e - fä lle G e b u rt e n S te rb e - fä lle P fl e g e - fä lle 0 -4 3 3 8 6 5 8 6 3 4 0 8 7 6 2 2 2 1 7 6 - 2 4 0 8 12 5 18 - 0 .7 3 .7 - 0 .7 3 .7 5 -9 3 4 9 7 3 2 6 3 5 15 7 8 9 1 8 4 6 3 - 4 6 3 2 6 6 6 9 - 0 .1 7. 6 - 0 .1 7. 6 10 -1 4 3 8 8 9 0 9 4 3 9 0 7 5 3 7 1 8 4 4 3 5 2 3 11 2 8 5 4 7 0 .0 0 .1 7. 3 0 .0 0 .1 7. 3 15 -1 9 4 0 2 7 9 4 6 4 0 8 0 4 6 2 5 2 5 16 12 7 13 3 9 5 2 3 4 0 9 3 .2 0 .1 5 .8 3 .1 0 .1 5 .7 2 0 -2 4 4 8 2 2 0 7 7 4 9 5 9 9 2 0 13 7 8 4 3 8 0 8 41 1 0 3 4 2 1 3 5 6 16 .8 0 .2 4 .4 16 .3 0 .2 4 .3 2 5 -2 9 4 8 5 5 4 0 7 4 9 9 0 6 0 2 13 5 1 9 5 18 1 3 4 9 1 9 2 2 18 2 7 9 3 7. 3 0 .4 3 .8 3 6 .3 0 .4 3 .7 3 0 -3 4 4 8 0 9 9 5 4 4 9 4 2 9 14 13 2 9 6 0 2 2 7 0 2 9 2 0 3 1 16 4 41 4 7. 2 0 .4 3 .4 4 5 .9 0 .4 3 .3 3 5 -3 9 4 6 4 9 4 4 6 4 7 8 5 1 71 13 5 7 2 5 12 5 7 7 8 2 6 0 7 16 5 74 2 7. 1 0 .6 3 .6 2 6 .3 0 .5 3 .5 4 0 -4 4 6 1 6 6 6 3 0 6 3 6 3 1 5 4 19 6 5 2 4 3 3 0 41 3 5 6 5 2 4 9 2 3 5 .4 0 .6 4 .0 5 .2 0 .6 3 .9 4 5 -4 9 6 9 9 8 7 6 0 7 1 3 7 6 3 4 13 8 8 74 1 7 7 5 7 9 4 7 3 7 1 7 7 0 .3 1. 1 5 .3 0 .2 1. 1 5 .2 5 0 -5 4 6 3 2 4 0 8 0 6 4 2 2 9 5 3 9 8 8 7 3 10 7 15 3 8 0 4 8 4 2 1 0 .0 2 .4 7. 7 0 .0 2 .4 7. 5 5 5 -5 9 5 4 6 5 5 9 2 5 5 5 0 0 5 4 8 4 4 6 2 - 2 4 0 0 7 6 2 0 9 2 - 4 .4 11 .4 - 4 .3 11 .2 6 0 -6 4 4 8 3 1 5 7 0 4 8 9 8 2 41 6 6 6 71 - 3 3 1 3 3 8 5 7 61 - 6 .9 17 .8 - 6 .8 17 .5 6 5 -6 9 3 9 8 4 7 4 4 4 0 3 9 5 4 3 5 4 7 9 9 - 4 3 2 0 3 11 4 5 0 4 - 10 .8 2 8 .7 - 10 .7 2 8 .3 7 0 -7 4 4 9 5 2 5 4 4 5 0 0 1 2 5 5 4 8 7 11 - 5 6 5 6 3 2 3 8 9 8 2 - 11 .4 4 8 .3 - 11 .3 4 7. 8 7 5 -7 9 3 3 9 6 9 7 2 3 4 3 8 5 2 8 41 5 5 6 - 9 9 3 9 0 3 3 7 0 5 8 - 2 9 .3 9 9 .2 - 2 8 .9 9 8 .0 8 0 -8 4 2 3 3 3 4 3 1 2 3 6 7 6 8 4 3 4 2 5 3 - 11 7 1 3 9 4 8 4 8 18 - 5 0 .2 2 0 7. 8 - 4 9 .5 2 0 4 .8 8 5 -8 9 1 3 4 6 8 8 8 1 3 7 2 7 11 2 5 8 2 3 - 15 1 4 71 5 2 2 0 0 1 - 11 2 .5 3 8 7. 6 - 11 0 .3 3 8 0 .3 9 0 + 5 4 5 4 3 3 6 6 0 8 2 9 11 5 3 9 6 - 2 8 9 3 5 6 3 8 1 9 11 - 5 3 0 .5 7 0 0 .2 - 4 3 7. 9 5 7 7. 9 T o ta l 8 0 2 8 4 4 8 0 8 1 8 4 3 7 4 3 1 5 5 9 2 6 3 6 6 2 6 8 5 8 5 2 3 2 8 2 5 0 1 4 41 8 .3 10 .6 3 1. 2 8 .1 10 .4 3 0 .6 T a b . A 2 : V e rg le ic h d e r J ah re se n d b e st än d e d e r B e vö lk e ru n g n a ch F o rt sc h re ib u n g d e s Z e n su s 19 8 7 u n d Z e n su s 2 01 1 u n d au sg e w äh lt e n B e w e g u n g sm e n g e n a ls a u ch a u sg e w äh lt e r R a te n je 1 .0 0 0 P e rs o n e n n a ch A lt e r Q u e lle : S ta ti st is ch e s B u n d e sa m t 2 0 1 3 a, 2 0 1 4 a/ b , u n d w e it e re P u b lik at io n e n d e s S ta ti st is ch e n B u n d e sa m te s • Rembrandt Scholz, Michaela Kreyenfeld30 Abb. A1: Anzahl der Gemeinden (Ordinate) nach relativer Differenz zwischen Zensus 2011 und Fortschreibung auf Basis des Zensus 1987 (Abszisse), nach kleinen Gemeinden (unter 10.000 Einwohner) und großen Gemeinden (10.000 und mehr Einwohner) und Bundesländern, in % 0 100 200 300 -15 -10 -5 0 5 10 15 kleine Gemeinden große Gemeinden Baden-Württemberg 0 100 200 300 400 500 -15 -10 -5 0 5 10 15 kleine Gemeinden große Gemeinden Bayern Brandenburg Hessen 0 100 200 -15 -10 -5 0 5 10 15 kleine Gemeinden große Gemeinden Mecklenburg-Vorpommern Niedersachsen 0 100 -15 -10 -5 0 5 10 15 kleine Gemeinden große Gemeinden 0 100 -15 -10 -5 0 5 10 15 kleine Gemeinden große Gemeinden 0 100 200 -15 -10 -5 0 5 10 15 kleine Gemeinden große Gemeinden Der registergestützte Zensus in Deutschland • 31 Abb. A1: Fortsetzung 0 100 -15 -10 -5 0 5 10 15 kleine Gemeinden große Gemeinden Nordrhein-Westfalen 0 100 200 300 400 -15 -10 -5 0 5 10 15 kleine Gemeinden große Gemeinden Rheinland-Pfalz Sachsen Sachsen-Anhalt 0 100 200 -15 -10 -5 0 5 10 15 kleine Gemeinden große Gemeinden Schleswig-Holstein Thüringen 0 100 200 -15 -10 -5 0 5 10 15 kleine Gemeinden große Gemeinden 0 100 200 -15 -10 -5 0 5 10 15 kleine Gemeinden große Gemeinden 0 100 200 -15 -10 -5 0 5 10 15 kleine Gemeinden große Gemeinden Anmerkungen: Berlin, Hamburg und Bremen wurden aus der Darstellung ausgeschlos- sen, da es für Stadtstaaten keine Variation nach Gemeinden gibt. Saarland wurde ausge- schlossen, da die Anzahl der Gemeinden für dieses Bundesland gering ist. Quelle: Statistisches Bundesamt 2013b • Rembrandt Scholz, Michaela Kreyenfeld32 Abb. A2: Relative Differenz zwischen Zensus 2011 und Fortschreibung des Zensus 1987, nach Geschlecht, Alter und Staatsangehörigkeit -10 0 10 2010 2002 1992 1982 1972 1962 1952 1942 1932 1922 Jahr Männer Frauen in Prozent Deutsche -10 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 2010 2002 1992 1982 1972 1962 1952 1942 1932 1922 Jahr Männer Frauen in Prozent Ausländer Quelle: Statistisches Bundesamt 2014 a/b Der registergestützte Zensus in Deutschland • 33 Abb. A3: Anzahl der Personen an allen Personen (in 1.000) (Ordinate) nach Alter (Abszisse) und Gemeindegröße -5 0 5 10 15 20 0 5 10 15 20 25 30 35 40 45 50 55 60 65 70 75 80 85 90 95 100 >10.000 Einwohner < 10.000 und weniger Einwohner Differenz Quelle: Statistisches Bundesamt 2014b Published by Prof. Dr. Norbert F. Schneider Federal Institute for Population Research D-65180 Wiesbaden / Germany 2017 Managing Editor Frank Swiaczny Assistant Managing Editor Katrin Schiefer Copy Editor (Selected Articles in German) Dr. Evelyn Grünheid Layout Beatriz Feiler-Fuchs E-mail: cpos@bib.bund.de Scientifi c Advisory Board Paul Gans (Mannheim) Karsten Hank (Cologne) Johannes Huinink (Bremen) Michaela Kreyenfeld (Rostock) Marc Luy (Vienna) Notburga Ott (Bochum) Peter Preisendörfer (Mainz) Nikola Sander (Groningen) Zsolt Spéder (Budapest) Comparative Population Studies www.comparativepopulationstudies.de ISSN: 1869-8980 (Print) – 1869-8999 (Internet) Board of Reviewers Martin Abraham (Erlangen) Laura Bernardi (Lausanne) Hansjörg Bucher (Bonn) Claudia Diehl (Konstanz) Andreas Diekmann (Zurich) Gabriele Doblhammer-Reiter (Rostock) Jürgen Dorbritz (Wiesbaden) Anette Eva Fasang (Berlin) E.-Jürgen Flöthmann (Bielefeld) Alexia Fürnkranz-Prskawetz (Vienna) Beat Fux (Salzburg) Joshua Goldstein (Berkeley) Sonja Haug (Regensburg) Hill Kulu (Liverpool) Aart C. Liefbroer (The Hague) Kurt Lüscher (Konstanz) Emma Lundholm (Umeå) Nadja Milewski (Rostock) Dimiter Philipov (Vienna) Roland Rau (Rostock) Tomáš Sobotka (Vienna) Jeroen Spijker (Barcelona) Olivier Thévenon (Paris) Helga de Valk (Brussels) Heike Trappe (Rostock) Michael Wagner (Cologne)