































Feldenkrais Research Journal • volume 1 (2004)

Article

Zur eigenen Sprache kommen:
Scientists meet Feldenkrais teachers.
Überlegungen zu einem notwendigen Dialog

Werner Schacker
Dip. Ed.

Abstract
Im Dezember 2002 trafen sich führende Wissenschaftler und Feldenkrais-Lehrer in Paris zu einem Dialog
(1) . In einer entspannten, angenehmen und anregenden Atmosphäre hörte sich eine Gruppe von
Feldenkrais-Lehrern aus aller Welt vier Tage lang interessiert Vorträge an. Das war ein wichtiger Anfang,
aber noch kein wirklicher Dialog. Ich habe mich von diesen Vorträgen und Gesprächen mit Kolleginnen
und Kollegen anregen lassen, ein paar Gedanken zum Verhältnis Feldenkrais und Wissenschaft
aufzuschreiben. Dies ist eine persönliche Antwort, die ebensoviel mit dem, was mir dort begegnet ist -
und was ich dort vermisst habe -, zu tun hat, wie mit meinem persönlichen und beruflichen Hintergrund.
Andere würden andere Antworten finden. So könnte ein weiterführender Dialog entstehen. Meine
Gedanken sind eher assoziativ und fragmentarisch als systematisch. Sie wollen eine Diskussion anregen,
nicht etwas belegen und begründen.

Keywords
Feldenkrais, scientific method, experience, knowledge, embodied life, Soma

Copyright ©: The copyright for this paper remains with the author(s).

Please cite: (First published in the) Feldenkrais Research Journal, volume 1; 2004.

Service marks: The terms Feldenkrais®, Feldenkrais Method®, Awareness Through Movement®, ATM®,
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conventions, they will not be service marked in the entire text as may be required in nonacademic use,
but only for the first and most prominent use of the terms. In recognition that these phrases are formal
terms referring to specific practices within the Method, and to the Method as a whole, capitalization of all
the words in each term has been retained.

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Feldenkrais Research Journal 1 (2004) 
® 2004 by the author 

 
Zur eigenen Sprache kommen 
Scientists meet Feldenkrais teachers.  
Überlegungen zu einem notwendigen Dialog 
von Werner Schacker 
 
Im Dezember 2002 trafen sich führende Wissenschaftler und Feldenkrais-Lehrer in Paris zu 
einem Dialogi. In einer entspannten, angenehmen und anregenden Atmosphäre hörte sich eine 
Gruppe von Feldenkrais-Lehrern aus aller Welt vier Tage lang interessiert Vorträge an. Das 
war ein wichtiger Anfang, aber noch kein wirklicher Dialog. Ich habe mich von diesen 
Vorträgen und Gesprächen mit Kolleginnen und Kollegen anregen lassen, ein paar Gedanken 
zum Verhältnis Feldenkrais und Wissenschaft aufzuschreiben. Dies ist eine persönliche 
Antwort, die ebensoviel mit dem, was mir dort begegnet ist - und was ich dort vermisst habe -
, zu tun hat, wie mit meinem persönlichen und beruflichen Hintergrund. Andere würden 
andere Antworten finden. So könnte ein weiterführender Dialog entstehen. Meine Gedanken 
sind eher assoziativ und fragmentarisch als systematisch. Sie wollen eine Diskussion anregen, 
nicht etwas belegen und begründen. 
 
Wissenschaft und Feldenkrais 
 
Ein Feldenkrais-Lehrer erwirbt in seiner Ausbildung ein „Wissen“, auf das er in seiner Praxis 
zurückgreift und in einem Lernprozess gemeinsam mit seinen Klienten weiterentwickelt. Es 
ist ganz offensichtlich von anderer Art, als das, was traditionell in der „Wissenschaft“ii als 
Wissen gilt. Das macht einen Dialog schwierig und interessant zugleich.  
Die Feldenkrais-Methode ist zuerst einmal eine experimentelle Praxis, die von bestimmten 
expliziten und impliziten Grundannahmen geleitet wird, in die eine Reihe unterschiedlicher 
Erfahrungen/Konzepte/Theorien.....iii eingegangen sind. Das geschieht bis heute weitgehend 
unsystematisch, weitgehend ungeklärt und eher nach persönlichen Vorlieben und Zufällen. Es 
herrscht, wie Petzold das kritisch angemerkt hat, „eine relative Stagnation, was Forschung, 
theoretische Modellentwicklung, klinische Erprobung ... anbelangt.“(Petzold 2001, S.233)  
Zugleich gibt es einen gewissen Druck, sich wissenschaftlich zu legitimieren, verbunden mit 
der Hoffnung nach besserer gesellschaftlicher Anerkennung. Und, zumindestens bei mir, 
einen Wunsch nach einem theoretisch plausiblen Konzept für die Feldenkrais-Methode, das 
auf der Höhe der Zeit ist und unsere Praxis vertieft und bereichert. Gemeint sind hier nicht 
Wirksamkeitsstudien, die sicher ihren Wert haben und z. B. für eine Etablierung im 
Gesundheitssystem notwendig sind. Solche Studien helfen bei der Entwicklung einer 
wissenschaftlich fundierten, dialogfähigen Konzeption allerdings nicht viel weiter. Ein 
Nachweis der Wirksamkeit  bedeutet ja nicht notwendiger Weise, dass man die 
Wirkmechanismen verstanden hat.  
In „Abenteuer im Dschungel des Gehirns“ hat Moshè Feldenkrais geschrieben, dass die 
Arbeitshypothese dieser Fallbeschreibung „irgendwo zwischen Intuition und der 
Glaubenslehre einer kommenden Wissenschaft“ liegt (Feldenkrais1981, S.7). Von dieser 
kommenden Wissenschaft sind wir immer noch weit entfernt. Aber die Bedingungen dafür 
sind besser geworden. Eine solche Wissenschaft lässt sich nur im Dialog entwickeln. Mir geht 
es hier um einige Möglichkeiten und Bedingungen eines solchen Dialogs mit den 
unterschiedlichen Wissenschaften und was Feldenkrais-Lehrer und Wissenschaftler dabei 
voneinander lernen könnten. Ich werde bei der Feldenkrais-Praxis beginnen, um dann zu 
skizzieren, wie sich daraus eine eigene Sprache entwickelnde könnte.  
 
 



 
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Unterschiedliche Praxis-, Erfahrungs- und Wissensformen 
 
Die Feldenkrais-Methode ist eine Praxis, eine praktische Kunstiv, Bewegung so zu nutzen, 
dass ein grundlegender Lernprozess angestoßen wird. Es wird immer wieder betont, dass es  
dabei nicht nur um mehr Beweglichkeit im Sinne einer Physiotherapie geht, sondern um mehr 
Selbstbewusstsein und reiferes Verhalten. v 
Natürlich gehen wissenschaftlich gewonnene Erkenntnisse in diese Praxis ein.  Aber die 
Entscheidung, das eine oder andere zu tun, der nächste Schritt, hängt nicht von externen 
Regeln, äußerem Wissen und bestimmten Techniken ab, sondern von der lebendigen 
Erfahrung zwischen den Beteiligten im Kontakt. Das ist eine experimentelle Situation. In 
dieser Situation geht es aber nicht, wie in einem wissenschaftlichen Experiment, um 
objektivierbare Daten, sondern um den nächsten passenden Schritt in einem Lern- und 
Wachstumsprozess. Das Wissen, das sich dabei entwickelt, verdankt sich einem hohen Grad 
der Genauigkeit der Wahrnehmung und der entwickelten Bewusstheit.vi  Es ist zutiefst den 
existenziellen Vorgängen verpflichtet, durch die hindurch es zustande kommt. 
Alles was wir von anderen Wissenschaften aufnehmen, müsste in dieses Wissen integrierbar 
sein und an diese Vorgänge zurückgebunden werden können.  
Geht man vom ge-/erlebten Leben aus, einer Phänomenologie des Spürens und Erfahrens, 
dann sind Begriffsordnungen Unterscheidungssysteme zweiter Ordnungvii. Wenn wir 
versuchen mit Begriffen Ordnung zu schaffen, dann ordnen, systematisieren wir unser 
Erleben, unsere Erfahrungen. Jede Übertragung einer Erfahrungsordnung in eine 
Begriffsordnung ist prinzipiell ärmer als die gelebte Erfahrung. Die Begriffsordnungen der 
Naturwissenschaften sind denkbar weit von uns zugänglichen Erfahrungen entfernt. Zwischen 
dem Erleben von Angst und was man davon in Worte fassen kann und einer 
wissenschaftlichen Beschreibung dessen, was dabei in der daran beteiligten Amygdalaviii 
vorgeht besteht ein nicht überbückbarer Unterschiedix. Die Begriffsordnungen der (Natur)-
Wissenschaften sind deshalb nicht so einfach in die Praxis eines Feldenkrais-Lehrers zu 
übertragen.  
Jedes Wort, jeder Satz, jede Bezeichnung, die wir finden, um eine Erfahrung zu repräsentieren 
und zu verkörpern, macht diese Erfahrung ärmer und deutlicher zugleich. Deshalb müssen, 
die Begriffe/Konzepte und die Sprache immer wieder zurückgebunden werden an das Erlebte, 
Erfahrene ..... an die Prozess, und sich daraus wieder weiter entwickeln. Es ginge also darum, 
aus dieser Praxis heraus eine eigene Sprache zu finden, die systematisch, methodisch, genau, 
empirisch, ....., und doch anders ist als die Sprache einer Dritte-Person-Wissenschaft. Ich bin 
sicher, dass es bei den Feldenkrais-Practitioner einen reichen Schatz von Erfahrungen, Wissen 
und Wahrnehmungsfähigkeiten gibt, der noch gar nicht wirklich entdeckt und zur Sprache 
gekommen ist. Und der auch für Wissenschaftler interessant ist.  
 
Exkurs: Körper/Leib/Soma 
 
Die Naturwissenschaften sind in den letzten zweihundert Jahren dadurch erfolgreich gewesen, 
dass sie alles, was sie beobachten und womit sie sich wissenschaftlich beschäftigen, 
auseinander nehmen, isolieren, um es genau und exakt zu untersuchen und zu messen. Das 
Ganze soll dann aus den Einzelteilen wieder zusammengesetzt werden. Die 
Naturwissenschaften behandeln den Körper dementsprechend wie eine Maschine, dessen 
Einzelteile man getrennt untersuchen und dann irgendwie wieder zusammensetzen kann. Das 
ist ein sehr erfolgreiches Modell in unserer Geschichte. Unser lebendiger Körper, wie wir ihn 
von innen erleben, kommt darin nicht vor. 
Dieses erfolgreiche, aber auch begrenzte Modell, hat durch den Systembegriff eine 
grundsätzliche Kritik erfahren, der den Zusammenhang und die Wechselbeziehungen eines 
Ganzen in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit rückt. Das ist ein zweites erfolgreiches 



 
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Modell geworden und in der Wissenschaft heute gar nicht mehr wegzudenken. Und weil es 
etwas zu thematisieren erlaubt, was vorher ausgeblendet wurde, übt es eine gewisse 
Faszination, auch auf Feldenkrais-Lehrer, aus. Ich glaube, dass wir noch ein drittes Modell 
brauchen.x Denn in den beiden ersten Modellen kommt auf unterschiedliche Weise, unser 
lebendiger, gelebter, von innen gespürter Körper/Leib..... gar nicht vor. 
Jedes dieser Modelle trägt zum Verständnis etwas bei. Es geht also nicht darum zwischen 
ihnen zu wählen, sondern eher sie miteinander ins Spiel zu bringen. Ansätze zu einem solchen 
dritten Modell und seine möglichen Verbindungen zu den anderen Modellen gibt es schon.xi 
Ich möchte hier daran anknüpfend ein paar Überlegungen zum lebendigen Körper/Leib 
vorstellen, um ein Gefühl dafür zu entwickeln, warum es für die Feldenkrais-Methode 
notwendig ist, ein weiteres Konzept vom menschlichen Körperxii zu haben, als in den 
Naturwissenschaften üblich. 
Der lebendige Körper/Leib ist eine Zeitgestalt. In ihm ist auf besondere, noch kaum 
verstandene Weise, die Geschichte der Evolution, unserer Gattung, die besondere Geschichte 
unserer Kultur in der wir leben mit unserer individuell gelebten Geschichte verwoben. Der 
Leib ist Gedächnis. Er bewahrt die Erinnerung an diese Geschichte. Gedächnis gibt es auf 
allen Ebenen der Evolution und ist nicht an ein Bewusstsein gebunden. Unser Leib reicht 
tiefer als unser Bewusstsein. Er ist verkörperte Geschichte, bis in die Physiologie. In dem 
objektivierbaren Körper ist das nicht auffindbar.  
Lebendige „Systeme“ sind bewegte Beziehungsgefüge, die nur in Beziehungen existieren und 
sich in und durch sie entwickeln. Jedes beobachtbare Verhalten und jede beobachtbare 
Struktur zeigt/verkörpert.... die bis zu diesem Zeitpunkt gelebte Beziehungsgeschichtexiii. Das 
gilt auch für ein Nervensystem, das Gehirn, wie für jedes andere Organ. Hüther nennt z.B. das 
Gehirn ein Sozialorgan.(Hüther 2001, S.18)xiv Wenn wir mit einem solchen „System“, dem 
lebendigen Körper/Leib arbeiten, dann kommt die Antwort, die wir erhalten, wenn wir etwas 
tun/sagen.... aus dieser Geschichte und bringt einen bestimmten Prozess vorwärts oder 
blockiert ihn. Jeder Schritt ist die Fortsetzung einer bestimmten Geschichte.  
Es ginge also darum, den lebendigen/gelebten Körper/Leib als bewegtes Beziehungsgefüge 
wahr-zunehmen und auch theoretisch und konzeptionell ernst zunehmen.  
Neue Lebensmöglichkeiten, neue Lebens- und Bewegungsmuster haben natürlich immer auch 
eine entsprechende neurophysiologische Grundlage, aber diese erklärt/begründet/verursacht....  
sie nicht.  
Moshé Feldenkrais hat in seinen konzeptuellen Überlegungen einen wichtigen Schritt getan, 
weg vom Maschinenmodell des menschlichen Körpers. „He put the human brain in the 
organism.“ (Wildman S. 9) Das hat, schon bei ihm, zu der Tendenz geführt, über Menschen 
zu sprechen, als wären sie ein (Nerven-) System.xv  In seiner Theorie bleibt er damit dem 
Dualismus seiner Zeit verhaftet, auch wenn er ihn in seiner Praxis überwunden hat. 
 
Zur eigenen Sprache finden. 
 
Wenn wir in einen Dialog mit anderen treten wollen, müssen wir sagen können, was uns in 
unserer Arbeit wichtig ist, welche Erfahrungen wir dabei machen und zu welchen 
Erkenntnissen wir dabei kommen. Wir müssen dazu unsere eigene Sprache entwickeln und 
einüben. Das ist nur im Dialog möglich. Wir stehen damit nicht allein und nicht ganz am 
Anfang. Andere Methoden/Verfahren/Wissenschaften ... stehen oder standen vor ähnlichen 
Problemen. Die Integrative Bewegungstherapie von Petzold oder die integrative 
Bewegungslehre von Moeglingxvi sind z.B. Versuche, eine eigene Sprache im Gespräch mit 
verschiedenen Disziplinen zu entwickeln. Auch Moshé Feldenkrais hat seine Methode im 
Dialog mit den unterschiedlichsten Gesprächspartnern entwickelt. Wir müssen heute einen 
Schritt darüber hinausgehen und die Kluft zu überwinden versuchen, die weiterhin besteht 
zwischen dem in unserer Praxis eingebettetem Wissen und der Darstellung dieses Wissens.   



 
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Wie lässt sich eine solche Sprache finden, die die ganze Subtilität unserer Erfahrungen 
ausdrücken kann? Ein erster wichtiger Schritt ist sicher das Schreiben von Falldarstellungen, 
die schriftliche Dokumentation unserer Arbeit.xvii Die Praxis der Video-Aufnahmen, die sich 
inflationär ausgebreitet hat, hat die sprachliche Dokumentation der Arbeit ganz verdrängt oder 
gar nicht erst entstehen lassen. Man stelle sich einmal vor, Moshe Feldenkrais hätte viel mehr 
Fallbeschreibungen, wie „Abenteuer im Dschungel des Gehirns“ geschrieben, statt die 
Dokumentation seine Arbeit den Videos zu überlassen. 
Das Verbalisieren und Schreiben ist entscheidend für jede seriöse Erforschung subjektiver 
Erfahrung. Man muss allerdings erst lernen, möglichst nahe an der gelebten Erfahrung zu 
bleiben, sich vor allen schnellen Formulierungen zu hüten, geduldig dabei zu bleiben. Dann 
kann sich eine Sensibilität  für die Nuancen entwickeln, die zwischen Erfahrung und ihrer 
Verbalisierung existieren. Es könnte sich eine Sprache entwickeln, die aus der Erfahrung 
kommt und immer wieder zu ihr zurück geht, statt ein Kommentar über die Erfahrung zu sein. 
Das ist auch immer wieder ein Schritt hin zu mehr Bewusstheit.  
Aber die Sprache kann nicht nur ausdrücken was wir schon wissen, sondern wir können mit 
ihrer Hilfe auch einen Zugang zu dem finden, was in unserer Praxis implizit da und vielleicht 
nur vage spürbar ist, was wir aber noch nicht sagen können, was vielleicht noch nie versucht 
wurde zu sagen. So entstehen neue „Daten“ und Konzepte, die dann mit den üblichen 
Konzepten und Daten verbunden werden können.  
Der Philosoph und Psychotherapeut Gendlin hat im Rahmen der Psychotherapie ein sehr 
interessante Methode entwickelt, die er Focusing nennt. Er geht dabei von einer alltäglichen 
Beobachtung aus, die jeder Mensch immer wieder macht, häufig ohne diesen Vorgang 
bewusst wahrzunehmen. Ich schreibe z.B. jetzt einen Satz hin und bleibe dabei stecken. Ich 
habe ein unbestimmtes Gefühl, das er so noch nicht stimmig ist. Ich versuche es mit anderen 
Wörtern, die ich auch verwerfe. Sie sagen immer noch nicht ganz, was ich sagen möchte. 
Dieses undeutliche Gefühl – Gendlin spricht vom „felt-sence“ – ist offensichtlich genauer, als 
das, was ich jetzt aufschreiben kann, enthält mehr, als ich bis jetzt in Worte fassen kann. Wie 
weiß ich dann, dass ich den passenden Satz gefunden habe? Ich spüre es in meinem Körper! 
Focusing ist der methodisch geleitete Prozess, sich diesem „felt-sense“ zuzuwenden und das 
in ihm implizite weiter zu bringen.xviii Was hier für das Zusammenspiel von leiblichen 
Empfindungen und Sprache gesagt wurde, lässt sich natürlich auch auf Bewegung übertragen. 
So gibt es ein impliziten Gefühl für gute Bewegung, für die Stimmigkeit einer bestimmten 
Bewegung in einer Situation. 
Gendlin überträgt dieses, aus der psychotherapeutischen Situation heraus entwickelte Modell, 
auch auf die Entwicklung von theoretischen Konzepten.xix  
 
Dialog 
Ein Dialog lebt von Unterschieden und von gegenseitiger Anerkennung und Respekt. Er setzt 
die Bereitschaft auf beiden Seiten voraus, zu lernen, sich in Frage zu stellen, vielleicht 
liebgewordene Gewohnheiten aufzugeben. Sind wir dazu bereit? Wenn wir das Eigene in  
unserer Arbeit ernst nehmen, dann können wir in diesen Dialog etwas wichtiges einbringen. 
Dazu müssen wir es, wie gesagt, angemessen formulieren können.  
 
In den letzten Jahren ist in den verschiedensten Disziplinen der Körper, die Bewegung und 
die subjektive Erfahrung neu entdeckt worden. Oft allerdings in einem akademischen 
Rahmen, ohne entsprechende Körpererfahrung. Feldenkrais-Lehrer könnten einen 
selbstbewussten Teil dieser Bewegung sein, in die sie ihrer vielfältigen Erfahrungen mit 
Bewusstheit und Bewegung einbringen.  
 
 
 



 
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Vielstimmigkeit des Dialogs 
 
Die Wirklichkeit ist vielstimmig. Jede Methode, jedes Konzept, jede Theorie bringt etwas 
anderes Eigenes mit. So entsteht ein vielstimmiger Chor, der mehr ausdrückt als eine einzelne 
Stimme. Für uns gibt es viele mögliche Gesprächspartner. Wir sollten nicht nur auf die 
Naturwissenschaften setzen. 
Unsere Praxis ist gewissermaßen immer schon interdisziplinär und vielstimmig, denn wir 
haben es immer mit lebendigen Menschen zu tun, die sich in die disziplinären Grenzen und 
Zergliederungen nicht einordnen lassen. Das ist unsere Stärke. Unsere Glaubwürdigkeit als 
Feldenkrais-Lehrer in diesem Dialog wird auch davon abhängen, dass wir fähig sind, zu 
sagen, wie wir uns und die Welt erleben, und dann auch zu leben, was wir sagen, und immer 
wieder bereit sind, zu lernen aus dem, was wir erleben. 
 
 
 
 
Literatur 
 
Feldenkrais, Moshè. (1881): Abenteuer im Dschungel des Gehirns. Der Fall Doris. Frankfurt 
am Main: Suhrkamp 
 
Feldenkrais, Moshè. (1985): Die Entdeckung des Selbstverständlichen. Frankfurt am Main: 
Insel. 
 
Feldenkrais, Moshè. (1989): Das starke Selbst. Anleitung zur Spontaneität. Frankfurt am 
Main: Insel. 
 
Gendlin, Eugene T. (1993): Die umfassende Rolle des Körpergefühls im Denken und 
Sprechen. In: Deutsche Zeitschrift für Philosophie, 4/1993. Berlin: Akademie. 
 
Gendlin, Eugene T. (1999): Focusing in der Praxis. Eine schulenübergreifende Methode für 
Psychotherapie und Alltag. Leben lernen 131. Stuttgart: Pfeiffer bei Klett-Cotta. 
 
Hüther, Gerald. (1997): Biologie der Angst. Wie aus Stress Gefühle werden. Göttingen: 
Vandenhoeck & Ruprecht. 
 
Hüther, Gerald. (2001): Bedienungsanleitung für ein menschliches Gehirn. Göttingen: 
Vandenhoeck & Ruprecht. 
 
Hüther, Gerald. & Bonney, Helmut. (2002): Neues vom Zappelphilipp. ADS: verstehen, 
vorbeugen und behandeln. Düsseldorf/Zürich: Walter. 
 
Johnson, Don Hanlon Ed. (1997): Groundworks. Narratives of Embodiment. Berkeley: North 
Atlantic Books. 
 
LeDoux, Joseph. (1998): Das Netz der Gefühle. Wie Emotionen entstehen. München, Wien: 
Hanser 
 
Moegling, Kaus (Hrsg.) (2001, 2002):Integrative Bewegungslehre I-III. Kassel: Prolog 
Verlag. 
 



 
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Petzold, Hilarion (1988): Integrative Bewegungs- und Leibtherapie Bd. I/1 und I/2. 
Paderborn: Junfermann. 
 
Petzold, Hilarion. (2001): Überlegungen zu Praxeologien – körper- und bewegungsorientierte 
Arbeit mit Menschen aus integrativer Perspektive. In: Steinmüller, W./Schaefer, 
K./Fortwängler (Hrsg.) (2001): Gesundheit – Lernen – Kreativität. Alexander-Technik, 
Eutonie Gerda Alexander und Feldenkrais als Methoden zur Gestaltung somatopsychischer 
Lernprozesse. Bern: Hans Huber. 
 
Wildman, Frank : Emotional Learning: Developing Emotional Intelligence.  
Feldenkrais Journal Issue # 4 
 
                                                 
i Learning, brain and movement: A dialogue between leading scientists and Feldenkrais teachers. !2- 
15 Dezember  in Paris. Die beteiligten Wissenschaftler waren: Prof. Esther Thelen, Prof. Beatrix 
Vereijken, Prof. Blandine Bril, Prof. Klaus Schneider, Prof. Alain Berthoz.  
ii Ich setzte hier Wissenschaft in Anführungszeichen weil ich hier auf Unterschiede in den 
Wissenschaften nicht eingehen kann. „Die“ Wissenschaft gibt es nicht! Statt dessen gibt es selbst 
innerhalb der „exakten“ Wissenschaften eine Vielzahl  konkurrierender Konzepte, Theorien, die, oft 
auf der gleichen Datenbasis, zu ganz unterschiedlichen Interpretationen und Einschätzungen 
kommen. Das gilt besonders für so junge Disziplinen wie die Kognitionsforschung oder die 
Gehirnforschung. Wer also hier nach Orientierung und festem Halt sucht, wird schnell enttäuscht 
werden. Auch das ist ein Grund, nach etwas eigenem für die Feldenkrais-Methode zu suchen. 
iii Ich benutze hier, wie ich das von Gendlin gelernt habe, öfter eine Kette von Wörtern anstelle eines 
einzigen Wortes, um mich von keiner bestimmten Formulierung einschränken zu lassen und um das 
Offene, Suchende und noch Unfertige zu betonen. Die fünf Punkte lassen Platz für andere mögliche 
Wörter. Platz auch für Ihre eigenen Wörter, Vorstellungen und Assoziationen. So kann etwas Neues 
entstehen. (Vgl. z.B. Gendlin 1993) 
iv Jede „Kunst“ bildet ihren eigenen, vorwiegend praktischen, Wissenskanon aus, der „am eigenen 
Leib“, in praktischen Zusammenhängen, erworben werden muss. Er lässt sich nicht aus Büchern 
lernen. Man nehme als Beispiel die Kochkunst. Es ist möglich ein außerordentlich guter Koch zu sein, 
ohne etwas über Lebensmittelchemie und chemische Reaktionen im exakten naturwissenschaftlichen 
Sinne zu wissen. Sonst wären die Lebensmittelchemiker die besseren Köche. Die Kochkunst ist älter 
als die Lebensmittelchemie und sicher elaborierter, differenzierter, feinerer Unterscheidungen fähig. 
Auch in dieser Kunst hängt die Qualität von einem differenzierten Wahrnehmungsvermögen, einer 
Verfeinerung, Kultivierung und Bildung der Sinne wesentlich ab. Natürlich wird ein guter Koch auch 
etwas über chemische Prozesse wissen wollen und dieses Wissen wird dann auch in seine Arbeit 
eingehen. 
v Vgl. Moshé Feldenkrais (1985, 1989) 
vi Darum geht es ja in der Feldenkrais-Ausbildung. Das ist eine ganz andere berufliche Sozialisation, 
als die eines Wissenschaftlers. Auch bei diesen gibt es natürlich hoch differenzierte Formen der 
Wahrnehmung, von deren Unterscheidungsvermögen auch Feldenkrais-Lehrer lernen können. 
vii Vgl. Kersting, H.J.: „Man sieht nur das, was man sieht“ (Humberto Maturana) Beobachtungen 
zweiter Ordnung zur „feldenkrais zeit“. (in diesem Heft) 
viii Die Amygdala ist Teil des Limbischen Systems und hat eine zentrale Bedeutung für die Entstehung 
von Emotionen.. Vgl. z.B.: Hüther (1997), LeDoux (1998). 
ix Das ist nicht nur für uns ein Problem sondern auch z.B. in der Bewusstseinsforschung:  wie können 
z.B. Erste-Person-Daten mit Dritte-Person-Daten verbunden werden. 
x Vgl. Gendlin 
xi Vgl. z.B. die Arbeiten von Gendlin und Varela. Viele ihrer Arbeiten kann man im Internet finden. 
xii Das gilt natürlich auch für entsprechend andere Begriffe, die in der Feldenkrais-Arbeit von 
Bedeutung sind, z.B. Bewegung. Wie muss Bewegung verstanden werden, damit Bewusstheit durch 
Bewegung einen ausweisbaren Sinn macht? Bewegung als Fortbewegung zu definieren reicht nicht 
aus. 
xiii Wer die Schriften von Maturana kennt, wird vielleicht merken, dass diese Formulierungen 
Rückübersetzungen seiner Überlegungen zu autopoietischen Systemen sind.  
xiv  „Noch immer finde ich es spannend, was es in so einem Gehirn alles zu zerlegen, zu messen und 
zu untersuchen gibt. Aber ich glaube inzwischen nicht mehr daran, dass es uns auf diese Weise 
jemals gelingt zu verstehen, wie ein Gehirn, gar ein menschliches Gehirn, funktioniert. Im Gegenteil: 



 
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Diese Art von Forschung verleitet uns dazu, immer gerade das, was wir besonders gut zerlegen, 
messen und untersuchen können, als besonders wichtig für die Funktionsweise des Gehirns zu 
achten.“ (Hüther 2001, S.9) 
xv Interessanterweise war es auf dem Kongress in Paris eine renommierte Wissenschaftlerin, Prof. 
Esther Thelen, die Feldenkrais-LehrerInnen darauf aufmerksam machen musste, dass sie nicht mit 
einem Nervensystem, sondern mit einer Person arbeiten. 
xvi Moegling, K. (Hrsg.) (2001 u. 2002), Petzold (1988) 
xvii Vgl. z.B. das Projekt „Groundworks. Narratives of Embodyment” von Don Hanlon Johnson u.a. 
(Johnson 1997). 
xviii Das ist natürlich hier eine sehr verkürzte Darstellung. Eine gute Einführung ins sein Denken 
vermittelt das Buch Focusing in Aktion (Gendlin 1999). Dort gibt es auch ausführliche 
Literaturhinweise. Zur Funktion des Leibes in der Sprache schreibt er: (a) Der Leib ist (hat, fühlt, lebt 
...) ein Implizieren weiterer Ereignisse. (b) Der Leib hat Intentionalität, d.h., er hat (fühlt, weiß, ist, 
impliziert ...) Situationen.. (c) Der Leib hat Sprache auf implizite Weise in sich. (Situationen sind 
darüber hinaus ineinander implizit enthalten.) (d) Die Wörter stellen sich zum Aussprechen ein, sie 
kommen zu uns auf eine leibliche Weise, manchmal fließend, manchmal nach einem ..... Wenn die 
Wörter nicht kommen, sind wir blockiert und müssen auf sie warten. (Gendlin 1993, S. 702) 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
xix „Wir brauchen nicht nur den Felt Sense und die Begriffe, die in ihm schon implizit sind. Wir brauchen auch 
die systematischen Begriffe und begrifflichen Zusammenhänge. Viele von uns glauben, es gäbe ein Entweder-
Oder, als ob man durch Begriffe/Konzepte sofort die erlebte Situation verlieren müsse. Es ist aber umgekehrt: Je 
schärfer die Begriffe/Konzepte, desto mehr können sie die erlebte Situation fortsetzen und weiterführen. Ob sie 
das tun, kann man aber nur wissen, wenn man beides, Begriffe/Konzepte und Erleben, beibehält. Wir brauchen 
neue systematische Begriffe/Konzepte, die so sind, dass sie das Erleben beibehalten (...).“ (Gendlin, 1999, S. 
129)  
 
 
 
 
 
 

Kurzbiographie: 
Diplom-Pädagoge. Feldenkrais-Ausbildung bei Mia Segal.  Aus- und Weiterbildung in Gestalt-

Therapie, Hypnosetherapie (MEG), Energetische Psychologie. Arbeitet in freier Praxis in Darmstadt 
(als Feldenkrais-Lehrer seit 1989). 


