Focus Fall 1994.tif Dramatlkermnm und Zeitstücke: Em V~smt'S Kaplt~' der Th.?atergeschlchu 'VOn der \l't'eunanor Republik bis zur NachkrIegszeit (Stuttg:m: Metz.ler, 1993). Works C iled Buder, E. M. The Tyranny 0/ Gruce owor Gennany. ßoswn: Beacon Pr~, 1958. Ernst, Frilz.. Iphl~nei4 und and~ Essays. Munich: Oldenbourg, 1933. Joh:um, Ernst, ed. II~ LAngntr. Mem Thema und Mem Echo. Dannstadt: JUSlUS von Liebig, 1979. Jantz., Harold. "The Myths about Amerika: Origins lind Extensions." 1956. Reprinled in DeldSchlands {,terarudm Ammkab,ld: Neuere ForschungetJ zur Amerdtareuption der deutschen Literatur. Ed. Alexander Ritter. H ildesheim: Olms, 1977. ]7·49. Langner, IIse. Iphl~nleSmithkehrr he,m. In Dramen 11. Ed. Eberhard Günter Schulz. Würz.hurg: Berstadtverlag, 1990. Malsch, Wilfried. "From Dream tO Nigh tmare: Politicallmages of the USA in German 20th Century Writings." Universlty o/04yton Rnllew 21.3 (1992),3-16. Oster)e, I leinz D. "A Lost Utopia? 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Wallrnann als wich­ tigste AUlorin unserer zeitgenössischen Liter.atur gefeiert und wurde bisher mit vielen Preisen geehrt. l "Brigiue Kronauer ist mit Sicherheit zur Zeit eine der anerkanntesten deutschen Schrihstellerinnen-viel­ leicht die anerkannteste" (Zacharias Abendzeitung). Der Weg z.um Erfolg der Wahlhamburgerin war jedoch müßig und geprägt durch ein zehnjähriges Warten auf Anerkennung. Während dieser Zeit übersah sie derdeutsche Literaturbetrieb, und alle größeren Verlage sch ickten ihre Manuskripte, meist unkommentiert, zurück. Seit 1974 verlegte Brigitte Kronauer in K.1einstverlagen1 und gründete im seihen Jahr mit Dieter Asrnus und Armin Schre iber in Hamburg den "Dreibein Verlag." Don verlegte sie 1977 Vom Umgang mit der Natur. Erzii"ltmge'l. Viele illrer ersten Arbeiten haben Werkstaucharakter und dienten der Erarbeitung ihrer späteren Romanthemen. Warum sie ihren litera­ rischen Durchbruch 1980 mi t ihrem Ersdingsroman Frau Milh/enbeck im Gehiius, der bei Klett-Coua erschien, schaffte, wird erst mit ihrer weiteren künstlerischen EntfallUng und einem veränderten Literatur­ ve rständnis erkennbar. Dieser Erfolg basierte zum einen auf ihrem Wechsel des literarischen Genres von Erzählungen zum Roman, zum anderen auf dem Erscheinen in einem renommierten Verlag, ganz sicher Fonn on Litu«tur Vol. I. No. 2 (1994) '" rOCUJ on LHeratur aber paßte sie ihre Schreibweise nicht dem 'Zeitgeist' an (Zacharias Börsenblatl). Während in den 60cr Jahren Literarur als radikale Gesell­ schaftskritik und als Kritik bürgerlicher literaturisthetik verstanden wurde und in den 70ern von der Suche nach einer neuen Subjektivität in der Literatur auch Schreibweisen wie die Autobiographie, Fnauen­ lucratur und V2terliteratur dominierten, produzierte Kroootuer Liter.llur, die 3m Formalen orientiert war. Dieses struktureUe Exptri ment,eren, welches eine Suche nach einer neuen Literatur darstellte, erschwerte ihr das Partizipieren im literarischen Geschehen dieser Zeit. Erst mit der Tendenzwende zu Beginn der SOer Jahre, wo der Gegen­ stand der Literatur wieder sie selbst in, und der experimentielle Um­ gang mit der eigenen Wahrnehmung zum Programm der Schriftsteller­ Innen wird, kann der ava11lgardistischen Schreibweise Kronauers Beachtung geschenkt werden. l In ihren Werken ist ein Aushau und eine Eilt wicklung ihres Schreibstils z.u verfolgen, aber an keiner Stelle eine Anpassung an Trends in der Gegenwartsliteratur zu fiuden. Der Anspruch an ihre Leser bleibt kontinuierlich hoch und damit bleibt roe Lesersch:aft trotz :aller Honorierungen ihrer Werke limitiert und elitär. Der Umf:ang ihrer Romane steigt und mit ihrem uO\'er­ kennb:aren Stil einer präz.isen, :artifiziellen Konstruktion produziert die Autorin Literatur, die -durchk:alkuliert ist bis in den letzten Sau, so etwu wie nüssige Mathematik" (Cramer). Du Markante ihrer Prosa ist eine symmetrische TextkonSlruktion, eine sich wiederholende Mouvwahl, eine auffällige Verwendung von Sprache, und das Tragen dieser durch die jeweiligen Hauptfiguren. Diese Komponenten schaffen eiue neue Erz:ihlweise in der Litentur. Diese Merkm:ale, die wieder­ holend exemplarisch aufgegriffen und im einzelnen untersucht werden sollen, ziehen sich durch alle ihre Texte. Als Textbeispiele habe ich Frat~ Miihlet1beck 1m GehällJ, ihrem Debüuoman, sowie Rila Miimtcr uud Bentlener &genschlilzegewählt, da diese Romane ihre bisher wich· tigsten Produktionen darstellen. Sie selbst nennt sich eine "Konstruktionsfanatikerin, n die ihre Leser mit sprachlicher Akribie und präziser Struktur konfrontiert, welche auf das Pendant des Alhagsthemas ihrer Romane treffen (Achermann). Der Rom:an Fr,," Miihlenbeck im Gebälls besteht aus sechs mit römischen Ziffern gekennzeichneten Kapitel und einem nicht num· merierten SchlußkapiteL Diese sechs Kapitel teilen sich wiederum in vier mit Ja[eimschen Ziffern bennanten Unterkapitel auf. Diese mit I· Stilistische Elemente 111 der Prosa \"on Kronauer 143 2-3-4 gekennzeichneten Unterkapitel erschemen dreim:al pro Kapitel. Da ihre Bezifferung wiederholt wird, erscheinen sie gleichwert.ig.Jedes Unterkapitel verkörpert einen eigenständigen Enählstrang. Die ersten drei Erzählstränge gehören Fnu Mühlenbeck; der vierte einer jungen Lehrerin. Alle vier Handlungsstriinge schildern Alltagsbegebenheiteo der Figuren, die erlebt und konstruiert sind. Der Roman RHa Altinster weist eine m:ukante Dreiteilung auf, die keiner Anfang-Höhepunkt-Ende-KollStruktion entspricht. Im emen Tell benutzt die Ich-Erzihlerin :alle weiteren Personen, um sich von einem olympischen Standort aus z.u präsentieren, indem sie mit musternden Blicken scharf beobachtet und kleinste Begebenheiten jeglichem Orts-und Zeitkontext enthoben subjektiv präsentiert. Das Motiv vom Aulbrechen der Obernäche der Dinge ist auch ein Mühlen· becksches t landlungssymptom.ln Teil 1I konstituiert sich die Protago­ nistln als 'ich, Rita Münster' und nähert sich dem Zentrum des Ro­ mans, ihrer Begegnung mit Horst Fischer, dem Auslöser ihrer Identi· tätskrise und Impuls für ihre im Text strukturierten Wahrnehmungs­ muster. Teil IU bildet mit Kindheitserleblllssen chronologisch den Beginn ihres Daseins aber an abschließender Stelle auch den Raum für ihre persönliche Erklärung. Erst jeul k:Uln sie aussprechen, was in Teil LI bereits als Handlung fragmentarisch vorlag. Der Roman Bentten" &genschiitze ist in sechs Kapitel gegliedert, in denen sich Matthias ROlh zu zentrieren versucht. Er kämpft zu· nehmend gegen den Verlust seiner Identität an und flieht in die Romane Joseph Connds auf der Suche nach dem 'Conradschen Urerlebnis.' Mit jedem Kapitel geling.t es seinem Bewußtsein etwas mehr, einen körperlichen Zerfall zu inszenieren. Zur symmetrischen Struktur des Romans ist die Anlage des Romans im Roman eine z.usätzliche Kon· struktion, die die Identitätskrise der Hauptfigur verdeutlicht, welche sich hinter Conrads Romanreahtät in l lalluz.inationen aunösl. Die Struktur des Romans entspricht auch in diesem Text der Konstruktion von Wirklichkeit durch die Hauptfiguren. Mit einem Anspruch auf maximaler Modernität und dem Negieren von Moral· und Ideologiebezligen in der Literatur nahm ßrigitte KrOI13Uer den Nouveau Roman (gan7 besonders Natalie Saurraute) als einen Ausgangspunkt für ihr eigenes Schreiben. Es gibt in der Prosa Brigitte Krollauers keinen Erzähler, der die \'(/ahrheit verkündet, weil die Autorin genau die Wahrheit in Frage stellt. Sie knüpft damit an ,,, J v .... .., VI, L...~Cj ... l,.' Erkenntnisse von Alain Robbe-Grillet an: (Dlie Id~ der Wahrheit (hat] in der Geschichte der Völker einz.ig und allein der Unterdrückung gedient. ... Es liegt an der Idee, cbß es e'ine Wahrheit gibt. Denn die Wahrheit ist 'einzig: So ist es doch? Wenn es eine Wahrheit gibt, gibt es keine andere. Darum gibt es d,e Wahrheit. ... Und wenn es die Wahrheit gibt, dann war sie vor mir da und wird sie nach mir da sein, und dann kann ich in dieser Geschichte nichts bewirken. (Robbe-Grillet 13) Kronauers Figuren funktionieren nach dem Prinzip von Robbe­ GriJlel: Sie erschaffen sich ständig eine neue Wahrheit. Sie produzieren Realität, indem sie traditionelle Erkläru ngsmuster, die die Abbildung der Realität sofort SllUkturieren, als 'Formeln' sichtbar machen.\ Nach diesen Formeln, die einzeln und in unterschiedlicher Kombination auftreten können, verläuft das Leben ihrer literarischen Figuren. Licht und Glanz, als dem, das Leben erst ermöglicht, steht die Finsternis gegenüber. Sieg lind Niederlagen, Masse lind Einzelner, Schläfrigkeit und Ekstase, Distanz und Nähe, NalUr und Künstlichkeil ziehen sich als Leitmotive durch ihre Texte. Damit entsteht eine Ambivalenz von Chaos und Ordnungsstreben, die für den Rezipienten verwirrend ist. Der Leser weiß, vorausgesetzt er kennt Kronauers Literaturverständnis, daß er mit jedem 'Deja-vu'-Erlebnis wieder in die Falle gegangen ist, denn es ist Kronauers "erste Erwanung an Literatur, das Gewohnte ungewohnt, das Ungewohnte vorstellbar zu machen" (Kronauer "Auftritt" 20). Folgende Motive zählt Kronauer zu den wichtigsten für ihre Pro­ duktion von Literatur: 1) die Dinge aus der vergangenen Zeit zu retten, 2) gegen die Übermacht der Natur (der Wlrklichkeit, in die wir geboren werden) anzugehen, 3) die uns umgebende chaot ische Umwelt zu ordnen, bzw. ihr eine Ordnung entgegenzustellen, 4) gegen die Übermacht der Literatur (alter geschriebenen und gesprochenen Sprachformen und der damit verbundenen Denk- und Gerühlszwänge) anzugehen, 5) die Dinge einzeln und deutlich, noch nicht Gesagtes vorhanden zu machen. (Kronauer • Auftritt~ 20) :'tthstlsche t.lemente 111 aer l~rosa von t\ronauer Es sind die Hauptfiguren in Kronauers Texten, die diese Motive auf literarischer Ebene tragen. Sie erleben in einem Identitätsverlust und auf der Suche nach Definitionsmöglichkeiten den Kampf gegen oben genannte Übermächte (Rita Münster, Matthias Roth). Sie entziehen sich dem sozialen Leben, um im Wallfnehmungsrausch mit einer frap­ pierenden Wahrnehmungsschärfe Profanes zu erhellen (Frau Mühlen­ beck). Bilder und Assoziationen aus allen Lebensbereichen begegnen ihnen auf der Suche nach der Leidenschaft im Lehen, denn erst und nur diese erweitert ihre Horizonte (ganz hesonders Mauhias RoLh). Verschiedene Variationen eines Themas werden pluralistisch auf­ genommen und negieren die Existenz einer einheitlichen Imagination. Den Ausgangspunkt des Nouveau Roman erweiternd, ist dabei die Frage nach moralischer Venretbarkeit und Weltbildern irrelevant. Kronauers Hauptfiguren stehen allen anderen Figuren im Text konträr gegenüber, da sie ihre Umwelt durch geschärfte Aufmerk­ samkeit aller Sinne wahrnehmen. Sie plazieren ur-menschliche Lebens­ prinzipien in den Mittelpunkt gegenwärtiger Zivilisation. Von be­ sonderer Wichtigkeit sind Blicke, die dem Menschen als Zugang zur Weh cfjenen. Kronauers Beleuchtungsstralegien agieren im Text wie sezierende Laserstrahlen, die das genaue Hinsehen, das analytische Be+ trachten des lesers schulen. Die Autonn verwendet eine Sprache, die Bestandteil ihrer Kon­ struktion ist. Ein beliebtes Stilmiltel ist die Litanei. Was den Eindruck pejorativen Sprachgebrauchs erweckt, ist das Verdeutlichen \'on ln­ halten, gegenseitiges Abgrenzen von Bedeutungen und das Bewußt+ machen semantischer Überlappungen. Diese Sprache weist auch gram­ matische Unzulänglichkeiten sowie das Vermischen von umgangs­ sprachlichen mit hochsprachlichen Elementen auf und wird selbst zum Erzäh lgegenstand. Sie ist gleichzeitig Ausdruck dafür, daß außer­ sprachliche impressionen ständig präsent sind. Die durch Demontage und Neuaufbau von sprarhlicher Realitätsorganisatioll bedingte, lästige Umständlichkeit kulminiert und wird abgekürzt im Bild. Bildlose Umständ­ lichkeit ist im bestell Falle nichts als komplizierte Gescheit­ heit. Die im Bild sublimierte, zur Anschaulichkeit hin sich vereinfachende wiederum gehl gewollt das Risiko des Changierens, der Uneindeutigkeit als keiner Losung wön­ lieh gehorchende Gestalt, die ein hundenprozentiges Ver­ ständnis unmöglich macht. (Kronauer "Natur" 59) "" rocus on L..tCeralllr Durch diese AU lorimemion entstehen Texte, die Text und Meta­ text zugleich sind, da die Autorin Romantheorie erzählend anwendet. Die Komplexität die5er Texte kann nur erfaßt werden, wenn der Rezi­ pient auf verschiedenen Bewußtseinsebenen liest, da eine Mischung von Reflexion und Erzähltem vorliegt. Besonders in Rita Münster kon­ struiert die Titelfigur sprachljch Realität, die durch Vergegenwärtigung eine Gleichzeitigkeit :llIer Vorkomnisse schafft. Wäre Sprache so kon­ zipiert, müßte der Erzählgegeost:md nicht in Abläufen, sondern simuJ· lan cr7_ählt werden. Obwohl Sprnche nur eine chronologische Ab· bildung realer und konstruierter Wirklichkeit bieten kann und in jedem Falle nur einen begrenzten Ausschnitl dieser darstellt, entsteht doch unmittelbar ein Gesamtbild, wie rs beim Betrachten eines Kunstwerks gleicl17eitig präsent ist, und sich heim Lesen eines Textes erst zu­ nehmend entwickelt. Kronauers penib ler Umgang mit Sprache öffnet neue, realistische Lesarten. \V/as bei Frau Mühlenbe<:k im Traum abschließend eskaliert, führt bei Matthias Roth zu einer 'unio mystica': "Er konnte der Hand­ langer der Dinge werden. Er mußte sie ansehen, mit seinen Blicken wie mit Pfeilen und Messern 111 sie stoßen, bis zu ihrem feurigen, nüssigen, lebendigen Kern ... , schmolz sie ein und sich selbst mit ihnen" (275). Kronauers Figuren haben die Fähigkeit im Traum oder in ihrer Imagination sich mit der Umwelt zu verbinden. Die Autorin schärft das Verständnis des Rezipienten für den Umgang mit dem, was ihn umgibt. Sie entspricht mit ihren Texten der These, daß jede Wahrnehmung, noch bevor das vom Wahr­ nehmenden, falls überhaupt, registriert, strukturiert wird, da das menschliche Gehirn dem Chaos der Weh nicht gewachsen ist. Aus diesem Grunde bedient sich das Gehirn des Menschen schützend der Funktion, Eindrücke in Systemen zu verarbeiten, die eine konstruierte Wirklichkeit darstellen, welche als solche oftllicht verstanden w ird. Der Mensch begni.igt sich unbewußt mit Abbi ldungen. Aus dieser automatischen Strukturierung resultiert im menschlichen Bewußtsein, ebenfalls unbew·ußt, ein Streben nach Kausalzusammenhängen, nach Affinitäten. Kronauer bricht genau diese Struktur von' Anbng, Höhepunkt, Ende' auf, ohne den Spannungsbogen dabei ersch laffen zu lassen. Auch bei dieser Neuerung kommt den Hauplfiguren höchSte Bedeutung zu. Diese Abweichung ist für den Rezipienten ungewohnl. Wiederum ist der Kampf, den die Hauplfiguren bei der Konfrontation mit Strukturaunösungen durchleben, unerläßlich, denn "in einer Stilistische Elemente in der Prosa von Kron;luer 147 Wandlung des Begreifens \·on Wi.rklichkeit" liegen "die unerlä~lic~en Konsequenzen für das Litenllurverständnis" (Kronauer .. jtevoluuon 3). Durch die präsumtive Existenz eines Ursach("-Wirkung·Denken.~ der." potentiellenen Vorhandensein von KausalzusammenhäI,gen,. erhält die Kategorie 'Zeit' eine determinierende Funktion, um ElltWlckJunge.n aufzuzeigen. Dabei kann die Kausalitiit linear verlaufe~, wenn die Ursache zeitlich vor der Wirkung exiStien. Die Kausabtat .kann a~r auch renexiv sein und kreisfönnig ,"crlauren. Dann kalln dIe Ursac~e entweder die Wirkung auslösen und ständig neu bedif,~.en, ~er dle alleinige Vorstellung der potentiellen Wirkung, die imagifla~e WIrktmg, kann rückwirkend Handlungen bewirken. Damit wird sie selbst zur Ursache und war bereits vor der Idee vorhanden.' Kroflauers Haupt­ figuren überwinden zunehmend diese Denkweise. Ohwohl sie der strukturierten Wahrnehmung eine eigene Ordnung elltgege~steJjen, renektieren die Figuren gelebte Wirklichkeit nur frag111entans~~. Brigitle Kronauers größtes Potential ist ihre Kunst zu e~ähle~. Betrachtet man ihre unkonventionell enähhen Texte. stellt SIch die Frage, was und warum sie erzählt. Der Rezipient findet kei~en durch­ gängigen Handlungsstrallg, dafür aber Textstrukturell, die so I.ange irritieren, bis kein Zweifel dann bleibt, daß weder eitle