Focus 2001.tif 34 Falts a1 Germall Studies "Das Männerphamom der Frau. a Frarrziska zu Reu,.,low A /tubirgmphisdX5. Ecl. byElse Revemlow. Frankfurt: UIlstem 1980.119.35 - - -. ~ Viragmcs oder Hetären?" Franziska ,11 RI?"~ A l(u:hirgmPlJisrhes. Ed. by Else Revendow. Frankf1ll1.: U11srcin, 1980. 236-49. Sch.aefer! Od~. "Die S:hwabinger Gräfin." lJeIasd:Je ZeuJI1R 27 Aug. 1958. Srrulh, Sldoru,:!. A Pa>f/CS rf \Varl'nJ A Jtl~'Y MtUfJJuliryall:l che F~lfif SeJfReprew~un Bloomington: Indi.lna lW',1987. Watanabe-O Kelly, Helen. 7he Ombridg! H/Storyq GemwlLueralJm! , . .Ca.mb~dge; Gl.1nbridge UP, 1997. W'elgd,Slgnd . . DoubleFocus: On [he f-futoryof \Xbmen's Writing." Felllnzst A escJX!1ltJ. Ed. by Gisela Ecker. Boston: Beacon P. 1985 ~m . . Wirsing, Sibylle. "Das,pewagte Vergnügen, ohne Gepäck zu reisen." Fmnkfin1& A 1Ig?l11.'l11! 2 Oct. 1976. Wer ist dieser Büchner? Aspekte zur Rezeption Büchners und seines D a17tan in1 neunzehnten Jahrhundert Martin BäUl11eJ und Stefan Manns L " ls GeorgBliclmers Geschidnsdrama Dal1l(.IIli Taiim Frühjahr 1835 Eil im VerIJgj.D. Sauerländer in FrJnkfurt 3m Mall erschien, en~eugle es keine nennenswerten \'{IjrJ...-ungen. Abgesehen von einigen k'lraeiligen Imcre~~ensbekllndunge n sließ es weitestgehend auf Ableh nung und Desimeresse und wurde bJld schon \\~eder vergessen. Es w.tl" aUen vonm die konservative Kritik in einem reSI3Ur,1liven Deutschland. die dem \,(hk "mangelnde [ ... ] O nginalität" vonvuf und es voreilig ab "dramatisiertes Kapitel des Thiers" disqualifizie rte (Biichner 350).1 Diese ablehnende T--laltung kennzeichnete nahez.u zwei DOllel des neunzelulten Jahrh~U1den und Kar! GUlzkow, der sich selbst als Entdecker und PrOlege des jungen SchrifLstclienalemes wahme, mußte einsehen, daß das von ihm so hoch geschätzte und viel gelobte HSlOrienclrJ.ma beim Publi1."l.lm durchfiel.! Auch eine erneute i\l.lOage des Dramas,eingebunden in die von Biichners Bruder Ludwig 1850 edierte, aber "i.iberhastet, dilettantisch und unzuvertissig in die Öffentlichkeit" (Goltschnigg 10) geworfene erste Wcrkausg.lbe Biichners trug nicht dazu bei, daß er auf breitem liler.uischcm Felde wiederentdeckt wurde. E rst d ie von Kar! Emil Franzos herJ.usgegebene Edition Grorg Bii.:brer S SdJ11Juhe Werke lOri Hmrlsdmfien, die erstmalig auch das \'Xfoyzeck­ Fragment enthielt und 1879 in Frankfmt am MJ.in erschienen W.Ir, löste eine unvermutet intensive und letztlich bis in dIe heutige Zeit anhJ.ltende "Büchner-Renaissance" JUS, wie Dietllur Gotschnigg aufgez.eigllm (15). D och war das Publikum ebenso gründlich und gewissenhaft wie die Gesamu llsgabe vorbereitet ,vorden: Franzos verwies bereits in einem 1875 i.n der \'ifJener Freien Ne/Km Presse vorJb erschienenen, semiblen Ponnit des Autors auf die für i1lJl so charakteristische Ve rbindung von Dichtung Focus aJ GermulI Sflldi es Volumc 8 (100 1) 36 FrotS al Germall Studies und sozial-revolutionärem Enga.~ement (Goltsdmigg l 5), und verandene damit das Bild Büchners in der Offentlichkeit grundlegend. Insbesondere der i'.Iaturalismus sollte als erste literarische Strömung Biichners CEuvre rezipieren. Gerhan Haupunann bekundete oftmals seine große Verehnl.llg und kiinstlerische Nahe zu Büch.ner. Angesichts der erst spät einsetzenden Rezeption' und eine r merkv.iirdigen Re:z.eptionsgeschichte drängt sich dIe Fldge nach dem ,Warum' lllUTliuelbar auf. Erst jetzt, in derZeit katastrophaler Allswirl-."ungen eines ö ko no mischen sozialen Wandels, bekam die staats- und gesellschafts krit..ische. sozialistisch-agitatorische Stimme Büchners das nötige Gewicht, um das Bewußtsein der Zeitgenossen zu dll rchdnngen. Zum anderen aber war diese Zeit auch d ie Zeit einer Wissenscha h skrise, in dessen Verlauf eine d.as neunz.ehme Jahrhunden so einflußreich und maßgeblich prägende Slrömung in die inteUeh-lUel1e Krilik geriet : der Historismus. I\1"icht zufällig fällt das Erscheinen der ersten ernsthaften li nd z.ugleich erfolgreichen \Xbkedicion Büchners in diesen Paradign~n"tl.t!C hsel, der seinen bei&ndsten und nachhaltigsten Ausdruck in F riednch Nietzsches Zuezter UnztJt[priißer Betr.uJJlJ0"f, fand: VaIJ NlazDl/nl NacbceJ der H IStone ji;r d'lS LeJ:el erschienen 1874. In dieser grundlegenden Kritik . m Zusu nd der historischen \'iflSsenschaften bilden sich die Diskursstriinge ab. die auch die Büchne r-Rezeption im späten nemlzelU1ten J.lluhunden begleiteten. 1I. I\'ietzsche "'-':.lr 1874 rucht der erste, der den HlStonsmus kritis ierte. Aber er war einer der ersten, der eine umfassende Beschreibung de r Probleme vornahm, die aus de r empirischen GeschichtSwissenschah enmehen konnten. Ausgangspunkt von l\'ierzsches Kritik 1St seine Erkenntnis, daß das Leben se lbst , daß die Geschich te ni cht kausa l-logisch zusammenhängend ist. \X7iclHig ist für ihn , "dass die Kenntnis der VertangenJleit zu allen Zeilen nur im Dienste der Zuh.-tmft und Gegenwart" z.u gebrauchen ist (Nieusche 1: 168). Hierin trifft er sich eigentlich mit den Theoretikern des Histo ris mus, behauptet allerd mgs , d.lß ihre Herangehensweise grundlegend falsch sei. Er stellt also die Frage, ob Geschichte als strenge WLSsenschaft möglich sei und w gleich dem Leben dienen könnte, und verneint sie aus drei Gründen: Das betrachtete Ereigllls "ist für den , der es erkannt hat, tOl," da der Betrachter eben auch alle Ungerechtigkeiten i.n diesem erkannt hat und es somit nicht mehr dem Wer ist d ieser Büchner? 37 Leben dienlich macben kann. Eine Betrachtung eines Ereignisses is ß ' n"d' E cl .. ü h und ist somit eine An von Lebcns- Absc.hlu un am n e mogc, " rf I f··h Abrechnung," weshalb die Geschichte nie regieren da. ,s~m el n ge u ':'- cl ß U d cl "eßlich ist das Leben selbst unhlstonsch, und somit wel en nm. n S lll . ·· 1 I WISsenschaftlichkeit für die Geschichte nur möglich, wenn sie mc u me lr dem Leben dient (253). . , . ik unkt In dem folgenden A1ISSChniU sind die wesemlichen Km p .. e, die Nietzsche gegen die Geschichtswissenschaft he rvo rbringt , zusammengefaßt: Schnell ein Blick auf unsere Zeit! \Vrr erschrecken, :nr ~li~hen .. L " ,....L:_ : ~ , olle Klarheit alle NJ.lürlichkeit und R.t!lIlhelt Jener ZUI1.lCK.: .. v IUI I ..., .., ... . be Beziehung von Leben und Historie, wie vefWU"n, WIe ubennc n, wie unruhig OUlhet jetZL dies Problem vor unseren .Augen! [. : .) Es ist[ . . . ] ein [ ... ] Gestim, ein leud llcndes lIn? herrliches "1:zusammenhang verschwinden und nur als reines \'(IOIt existie ren . Autoren versuchten (bere its im historischen Roman), hi~tOristisch· positivistische Darstellungsweisen wie z. B. Kataloge bzw: Auf:tählungen in ästhetischen Verfalrren anzuwcnden, anfangs umdds historistische Ziel der Wahrheit durch Vollständigkeit zu erreichen. In dem M,lße aber, in dem derGI.ube dU die Möglichkeiten der Vollständigkeit scbv."ll.nd, fühnen die weiteriun beibehaltenen hislOristischen Verfahren zu einem Phänomen, das m.Hl als "Lexenuutonomie" (Saßler 2, 32) bezeichnen kann. Stdlt des lnlulls bestimmter Won· oder Salzsequenzen wu rde die Form, dIe t-.1ateridlit:it der Sprache, das VeIf.lhren selbst wichtig. Die VerbinJung von Signilikdnt und Signifikat zerbrach, übrig blieb nur der Signifilunt. ~!dn spricht hier von "Te1l."tu ren;· d. h. sprachlichem Materidl in seine r spezifischen Verkniipfung, ohne hermeneutisch struk·turierende Elemente (B,ßb 31), Doch derdnige Texturen stellen erst dJS Ende einer l:ingeren Ent'tl,~cklul1g d.r. Eine der erstell Richtungen der Liter.lIur, die diese VeIf,l hrenerproble, warder Naturalismus. Dessen Forderung !uch TOtd~lät einerseits lmd Det.ll.lrealismus andererseits war nicht einzulösen, dbergerdde deswegen konnte sich die DelJ..i1(ülle \o"t'rselbsländigen und zu Julonon-x:.n Lexemen "'erden. "Z"'eifellos k.mn maul ... ] bereits [ ... ] in [H.llIptm.UUlS] \X'ebern ( ... ] jenen Det.lilrealismus erkennen, der als Gesamtcrschei.nung in seiner Konsequenz zu Lexcm.\utollomie und Isolierung der Lexeme fühn" (B,ßi" 108), Versucht man nun, dieses Verfahren auch in BüdUlers Werk zu suchen, so wird ITlJ.n fündig einerseits in der Slruktur von D.m/alS Tal, andererseits in Büchners im.mense r Zitatenmomage, in der er aus versch.iedellsten- fi1.1:ionalen und nichtfiktionalen- Texten VCrsdlzstiicke elllnirrulll, die er anemanderreihl bzw. in semen eigenen Tc:\1. llltegrien. Dabe i ist er zwar nicht der ersle, der Zitate verwendet, aber gerade seine lit erarischen Zilate funktionieren vielle ich t nicht mehr nur als FCXltS (Il Germall Sllldies Konnolationsminel; wichtig an ihnen ist überwiegend, daß sie Ziule sind. Die semantische Seite der Sprache sIeht mchr rrehr im Vordergrund, es trelen spielerische Elemente hinzu. Dabei enthält natürlich diese Spielerei durchaus wieder eigene Bedeutungen, zeigt z. B. die ßeliebigkeit der Anschauungen, dIe End remdung, unter der die Revolutionäre um Damon leiden, und de r SIe durch Rhetorik und Zynismus entgegenzutreten \"ersuchen, v. I Büchner ninm1t die historistische Arbeimechnikvorweg und wird zugleich in der Epoche der einsetzenden Historismuskritik v.~ederel1ldedtt und begeisten gefeien, Dieses offensichtliche Paradoxon jedoch ist zu voreilig gefällt. Denn ob\\'Ohi Büchnerden Historismus vorwegzunehrren scheint, stellt er sich zugleich als dessen Überwinder dar, der das l-buptproblem des i-fislOrismus auf seine \Veise zu lösen scheint: den im Fah1.ensammeln v-erlorengegangenen AnschlußderGeschichte an das Leben, clie mangelnde Nutzbarmachung der Historie für die Gegenwan, sowie den Selbstbelnlg objektiver \XrlSsenschafllichkeil im Felde der GeschichtsWlssenschaft. Btiehner trotzt der Gefahr eines histOrischen BedeUluugsvakuums, indem er den histonschen Danlon mit eigenen subjeh1.iven Einfällen, mit D)~lamik und unterschwelligem kritischem Quellenkommemar agieren ti.&.. Die Quellen werden hktionalisien und erhalten damit eine vo n der geschichtlichen Realität losgelöste Eigenreferenz, die letztlich eine Bedeutung inl fiktiondien Te),.1. wieder herstellt, die dem historistischen Quellenverfahren fremd bleiben murt Btichner ist kein l-listoriker, der die Geschichte erklären und begreifbar machen will, sondern Schriftsteller, der durch die Geschichte Amv..unen Zll geben versucht. In dem schon einmal erwähillen Brief vom 28. Juli 1835 sch reibt Biichner, als "dr.urutischer Dichter" sei es seine höchste Aufgabe "der Geschichte, wie sie sich wirklich begeben, so nahe als möglich zu kommen." Im selbem Brief erklän er: Der dr,lIlutische Dichter ist in meinen Augen nichts, als ein GeschichtSschreibe r, steht aber iil::er letZterem dadurch, dJß er WlS die Geschichte zum zweiten Mal erschafft und uns gleich unmittelbar, stan eine trockene Erzählung zu geben, in das Leben einer Zeit hinein versetzt, uns Stall Cllarakterisliken Cllaraktere, wld Stillt Beschreibungen Gestalten gibt [. , .]. (Büchner 305) \'(Ier ist dieser Büchner? 43 . . Ni·h S'. hn z m Historismus und Dieses Zitdtbe.zeugt zumemen die a e uc crs ~ d' . f Kl ft die dessen Impetus zum anderen aber offenbJrt es aue 1 I~ ~e e u, . 1 b 'd~n herrscht. Büchner ist kein Hislonsuker, sonder.n l.WlSC teD el " " di Qu 11 sondern dIe SchriftSteller, und somit steht für ihn ~cht e . e entreue, GeschichtS-\Xlirkung im Minclpunh.1. semer Arbeit. Ub·· . cl d . . h 1 V . nd erWlIl er es Büchner priisenllert SIC a s orrelle,r ~ .' " Historismus zugleich. Diese Ambiguität ist es, dle Sich m ~eU1er "RenaLS­ sance" ZlJm]ahrhundel1.ende widerspiegelt, in einer Zeit, ddlc AuS~ge a~ d b"" ':chen Usllmatismus des n.eunz.ehnlenJahrlulll ens suc te llll em lIry,erl1 -r . k b ß cl ' ls für die der jlll10e Mediziner alls Hessen Vorblldchara a..er eSJ ~ CI ; sozial revoluti~närer Schriftsteller lind Gründer der Sektion er Gesellschaft der Menschenrechte" in Gießen und a!s A~llordes Hess~dJe11 " "._.- . d 1 "eßlich vor der p'lnikularstaatlichen Staatsr.lISOn Lan::ll7..U:Il aglene 1.10 sc 111 nach Straßburg floh, I· . 1 S · . 1 G h,- 1-l.mpumnn vor dem n,l\ur.l tSlISC lcn o ermnene SIC 1 er ,L " 1 V . D h'" des Krahl>'enie(s)" und des "unvergesshche(n erclIl" ure " ." 0 " 108) Denkmal(s1, das [Büchner1 ( ... ] hinterlassen hat (Lepprn.lßn " ~4_4 ________________ ~~:oa:.~a:'~G:e~r~"~,a~'~'~S~"~'d~,~·r~s __________________ 1 _____________________________________________________ __ formulicnc. " . D;~ [eleolo.gisch~, auf ein beStimmtes Ziel erichrere feschlc~~mterpretauo~, die über Jahrhunderte hinweg von kler~kaler und d egen:Ohd e~ ~cht betneben wurde, stellt eben genau das Programm dar von em ~IC . as urg.enu~ und de: von ihm gcu-agene Historismus ab c'Wandt ~ltel um C 1 1n ~lgenes, .. hlSt.ollSch rundlcnes BC'WUßlScin zu entwickeln. g 1, ans h Erhau~~~cred~ Besp~hung des Historismus findet sich bei Rüscn. Als Quell au Je ~ elSp~.e Mlcncn die 1819 gegründete Einrichtung zur deutschen . Lb:am ung,}c cna.1V'L:t Gemunz:reHlSllJna, sowie die franzäsist;he lB'}l UlS d n gerufene E ale ,:,!a~deda. C!>aTti3, die sich dem Erfassen, Katalo ~ier;n "Qua K ll ommen.t~~ren'ddes samthchen, 10 Ihrer nationllien Geschichte noch pJsenten e erunatenaJs WI men. ~ .L I Für eine ausführliche Aufzählung sämtlicher verarbeiteter QueUen siehe !\'La}'er. ' Liter.llurverz.e.ichnis ~~her, M({itzet al. HistorJsmrs lorilueransdX!Moierrf!. Tübingen: Niemeyer 1996 ue ner, ~~~~, i~~;~ um BrUfe· Hg. Kar! Pörnbacher, Cl al. 6. Auf!. Mii~chen; Goltschni;g, Dietnlllr. !\.141eJialtenZI/T Rezept.m· um lYl"uk,fl7iJfJ3dl/thter""--'Biid. ~ro~berg: ScnpLOr, 1974. ~6 )/"l!11. Jaeger, Fnednch und Jörn Rüsen. GesdJuhl.e des HlSlOru . E' E;..t:-d. ~Iünchen; eH Beck, 1991. 1/14. ur ","mol? t.~~~;'h~:~ftL~~ r"tt H,~ltpUlw~j?fe BuwoJi)/R. Berlin: UlIstei.n, 1996. , .. ae "g. "u,mtons ,lU. ~ 810)1"1:.'1": DJntons Tod DII! rTmllerarhit ImSd.lou!J! E m 7JJeller·Leswllm. Frankfurt· Sch~"sp·"l F: .,. un, 1980. 13.7.L ." ~alLl\.- Nietzsche, ~rie~rich . . SamlidJe Werke- KncicheSClldieJllltSf}ll:c in 15 Bänden. Hg. GIOrglO CoUI und Mauino Mominari Band 1 & 6 M" I cl 1980. '. unc len: tv, Rii~en,Jörn: Kafwrrocvn::ndes HlStalsmtS. Frankfurt a.M.: n.p., 1993 TIuers, L~~lSL·A~o~phe.B f/okhtare de 1:/ Riuil/llcn Fmn;aise 10 Bde. Pari;: n p 18 J 3. . . eLpz~: roe aus 18-16 . . , - VLl'tor, KarL ~Dle~ellen von Bijchne~ Geschichrsdrama Dmtab' Tr·J« E _, . 3-1 (1933): 357.79. ' U .. I'I"XP"/OI \X'ittkau, Anncue. H/jtOlnmlS: Zt«GesdJu»tedes B~ 1011des Prrii. C··· Vandenhoek & Ruprecht, 1992. ein. oltmgen: D igging D eep: The Pas t Revis ired in Works o[ E lfriede Jehnek and Heiner Müller Dagmar Jaeger Wie sind wir so gc,,"urden, ,,"~e wir hculc sind?" (\Xblf 2<1). U 11 a time tllat seelllS obsessed wilb remen;bering the past b)' build­ ing mliseUillS, memorials and monuments,' one might ask if this obsession works against a time of general amnesia or if Ihis obsession is lhc vcry product of allU1esia. In loday's cullllre, thc construClion of Illernory cullivates thc past for the prcsem. Questions of Jl,nion,d and personal idemity have ansen that are fundamemally bound tO .. collective alld personal memory. lllUS, the wayin which v.--c organize the pJSt ,lraund us, thc contem and form of what we rcmcmber has to do with who wc arc alle! want to be, bOlh aS individuals alld as analion. Tha\ is tO sa)\ a cOflStruetion of PJ.st evcnts for the present that generJles di:.course.s of remembr,lIlce defining and conslituling national idemilY is nOl hing less dun a political issue. Questions such as "\'(lho creates and constnlCts me mor)'?" amI "For whal plU"pose?" become importam qt1estlolls 10 ask in .1 time con­ cerned with reorganizing its PJ.St around itself. These ques tio l1s, I pro­ pose. are essent ial questions for thc two works 1 would like 10 discllSS here, WdkenJ-/eimby Elfriede Jelinek and GeI1lUl'll..1 To:J m /3e,{m by Hemcr Müller. 80th textS wcre mitten fo r the theater aod both revisit the Gernun pasl. 80th te}.1.S recoostruCt lhe past lhrough a collective memory ponra~d in collective subjecls. I ask how MüHer and Jelinek le}.walize the past; in arher words, wltich memory they activ,ne and for what reJ.Soll. 1 ultimatelyargue that Jelinek's and t-.i1üHer':. reactivalioo of memory brings tO life a suppressed and repressed collective mem0I)' Dig­ ging deep iota two nations' pasLS (East Germanyand AUSlIiJ), which hap­ pens in a very literal sense in the two plays, questions anational identity FrotS (ßl Gerll/ tlll Sludies Volume 8 (200 1)