Focus 2001.tif 84 Fo::us a, Germall Swdies Gernuny. 1870-1900." If-&*ug-a1SS Faml1iar NuJ:"!lit'Ith-o,tllryPaUet1lS UJ l\7estmf EI~arJ t1x UruaiSIa1eS. Ed. IIOl KOItzndson and Ans-tide R. Zolberg. Princcton: Princetan UP, 1986.351-93. Peitsch, !-kImm. wlmroduction." In I-Icinrich Mann, 7beL~ Sllhp:t. Ed. HelmUl PellSch. Ncw York: Conunuum, 1998. vii-xvii. Robenson, Ritchie. 71x jewsh ~etJal' tI'I GemunL/lemJl~ 1749-1939. EtlWripa­ tDia,rJ UJ DiJarum. New York: Oxford UP, 1999. Rumold, lUint:r. "Rue .. ding Hcinrich MliUl'S Der UrteTtan; The Seeds cf F:ucism, orS.tire u Anuclperfen: .. (\XI]ho are the real barbanans?" (182).1 tch denke aber, es geht mehr darum, daß die Preußen aIOJ Barbaren sind, daß sie nicht anders sind als die, die sie verurteilen, da diese Verurteilung ja nur ihr eigenes negatives Potential wiedenpiegel~. A nbnnJente Bdder: Effi lOri ehe Frendell Daß die Wahrnehmung Effis, was Fremdes und Fremde bet rifft, von der abweicht, die Geen von ilUlstelten repräsentiert, ist schon angesprochen wo rden. ZWJr hat sie auch einige der gesellschaftlichen Vorurteile veri nnerlicht. Aber für sie gelten trotzdem noch persönliche Idemifibtionsmodelle; dariiberhinaus zeigt sie eine gewisse Sensibilität dafür, daß Fremdbilder auch etwdS mit einem selbst zu run haben. Im Gegensatzloll ihrem Mann hegt sie eine starke Faszim.tion fürd.ls ,Aparte,' das Unge'io\>ühliche, für eine besondere Mischung aus Schönheit und GewagtheiL Als sie noch vor der Hochzeit mit ihrer Muner zusammens itzt , äußert sie den \Xlunsch n.lch einem japanischen Benschirm und einer roten Ampel fürs Schlafzimmer (2M). Der sex-uellen Konnotation dieser Gegenstände nicht ge\vahr, denkt sie es sich "schön und poetisch [ ... ] alles in einem roten Schimmer zu sehen" (27). Daß Frau von Briest dar.luf hinweist, nun könnte Effis Vorliebe Hir solche Dinge für "schlechte Erziehung'" halten, zeigt. daß es in Preußen galt, bestimmte Dinge d urch Erz.iehung auszumerzen bzw. aus dem öffemlichen Leben verschwinden zu lassen (27). Bei Effi, dem .Naturkind/ sind eben diese Dinge noch nicht eindeutig negativ belegt, weshalb ihre Reaktionen gege nüber gesellschaftlich fragwürdigen Iru,alten oft noch pos itiv, zumindest ambiva­ lent ist. Sie ist z. B. zlU1ächsl von der inte rnationalen Kessiner ß evöikenUlg e nnückt lUld findet alles "ganz apart [ ... ] wie sechs Romane," da sie sich ein aufregendes Gesellschaftsleben erhofft (44). Eine ähnliche Reaktion zeigt sie. als ihr Innstenen die Geschichte von Maria Trippel erzähl!. Verglichen damit, erscheint ihr ihr Hohen-vemmener Leben l.mgweilig: .,Nie was Apartes" (85). Innstetten wamt sie jedoch vor Aparten, da er meint, daß es Unglück bringe (86). Er riit Effi außerdem zur Vorsicht gegenüber Crampas, denn auf diesen sei "kein rechter Verlaß, eigentlich ln gar nichts, am wenigsten mit Fr.menu (148). Effiemprmdel die Bedrohung, Fremdbilder in Theodor Fomanes Effi Bnesl 93 die von Crampas ausgeht, durchaus, was Siell z. B. darin zeigt, daß sie ihm von dem Gedicht Die Gcttesmmer enähh. Dadurch asoziien sie ihn mit einer ihr drohender Gefahr (153). Sie fühlt sich aber auch zu Crampas hingezogen, da sie eben diese Gefahr aufregend findet. Die Aussicht, beim Schaukeln sliirun zu können, ließ sie sellon als Kind .,einen Schauer süßer Gefahr" empfinden, was deutlich illr ambivalentes Verhältnis zu diesem 111ema und damit allgemein dem gesellschaftlich Unpassenden zeigt (119). Effis Liebe zu Aufregung und Gefahr muß natürlich in eine r so strengen Gesellscha ft wie d er preußisc hen zu Problemen führen, da Fehltritte erba rmungslos geahndet we n:ien (s.o.). So ist es kaum ver'l\1.ln­ derlich, cl.iß im Roman an mehreren Stellen cl.is Ausl,md .lls bessere Ahe l'­ native angesehen wird. Effi sehnt sich aber schon vor der Affäre mit Vdmp;\S danach, Preußen zu verlAssen. Als sie bei einem ihrer Spaziergänge ausntht lind auf die Ostsee hinausblida, unternimmt sie in Gedanken eine Reise bis zur Mitternachtssonne, und dabei crfJ.ßt s ie .,Sehnsucht, das alles zu sehen" (110). Sie ist z.u diesem Zeitpunkt hochschw.mger und hat AngSt vor der neuen, ihr von der Gesellschaft z.uged.lchten Rolle. Ddß ihre Sehnsucht eigentlich ein Fluchtversuch ist, zeigtloich d.lrin, wie sie sie selbst hinterher bewertet: "Es ist Sünde, d.lß ich so leichtsinnig bin und solche Gedanken habe und mich wegtr.iumc, w.ihrend ich doch J.Il d.ls nächste denken müßte" (110). Daß sie außeNIem noch d.lriiber nachdenk., ob ihre Leiclusinnigkeit vielleicht bestr.lfen und ihr Kessiner Leben ausgelöscht werden könnte, scheim in kcUlem Verh:iltnis zu ihrer "Sünde" zu stehen. Ihre Sehnsucht nach dem Nordkap ist also 'V.'esentlich mehr als ein Tagtr.llllll. Sie "''eist auf die im preußischen \,