Focus 2003.tif 226 Foot! on Gern/an Silldiu Book Reviews 227 BARBARA GLAUERT-HESSE (I-Ig.). "hh !ehnt nlicb sebr !loch Deinm blaUfn Briejm. " Rtlintr" Iorio Rilke, Chin Go/~ Briifu.'tchJtl G ouingcn; Wallstcin, 2000. 223 S. EU R 19,00. Die Korrespondenz zwischen Rainer Maria Rilke lind dc c Dichtecin Claire Gall \Vud in diesem Band zum C [S[CIl Mal aus den im Literarurarchiv in l-ofarbach am Neckar aufbewahrtcn Origina lhandschriften vcroffemlichr. On dec ersten Begegnung zwischen clem damal s 43jahrigen Rilke und dec 28jiihrigen Claire Studer war Munchen, im Revolutionsja lu 1918. CI:un~ Gall iSI in Niirnberg geboren und in Munchen aufgewachsen. hCWHel 19 11 dell Schweizer Verleger Dr. Heinrich Sluder. Nneh secbs Jahrcn lasS[ sic sich von ihm scheiden und iibcrsiedelt in die Schweiz. In Genf 1eeO{ sie den Dichter Iwan Goll kennen lind gellt mit Ihm nach Lausanne, dann nach Zu rich, Ascona und zuletz-r nach Paris. Beide sind Emigranten, beide sind schriftstellerisch ding, publizicren pazifis tische Artikel und begru!1en die 1918er NovemberrevolUlion in MUnchcn. Noeh im Novembcr eill Claire Sruder nach i\[unchen, urn die dorugen Verhilenisse zu prUfen, aber ihre Reise hal auch cincn weiteren G rund: hcimlich ho fft sic auf eine Begegnung mit clem beri.ihmten Dichter, clem sic im Sommer 191 8 ih.ren c.rsu:n GediclHbancl MilwtlJ gesandt halte. Zm Zeil wohnt Hilke namlich in lI[unchcn, hat abcr Sehnsucht nach der ruhigen Schweiz, die in scincn spiiteren Lebensjahren seine \'(/ahlhcimat wi rd. Hier erhiiit Hilke Claire Srudcrs " jSlchweizer Grune", die er l1 0ch am selben Abend beantwortcr: "Ich bin, seir lange, c.in Freund Ihrc( GediclHc t ... ] e.s lag an den Umstanclen der Zeit, class mein widd.ich gcfUhher Dank niche zur Allssp~chc bm. Dies nun personlich nachholcn zu durfen, ist cine unverdienrc Vergunsugung fur mich" (5). I3eide aurkrn sich uber ihre erste Begegnung - Rilke in seinen Driefc:n, Claire Studer, die von Rilke von jet".tt an Liliane genannt wird, III einem Gedcnkaufsatz, "Rilkc: tt les femmes," cler nach Rilkes Tod am 8. Januar 1927 erschien. Ocr Gcdcnkallfsatz. der nach den Briefen auch i.n cliesem Band veroffcl1llicht wird, ist Claire Studers erste o ffcnwche Erinnerung an Rilke, dessen Gedichte ihr Leben lang eine besondere Wirkung auf sie allsiibten. Ocr zwcile Tcil dcs Aufsatzes bringt ihre Erinnerungcn 228 rom! 011 GtmlQII StuditS an di~ ersrc Beg~gnung hervor. An einem \,(/imenag cilt~ sie zu Rilkes Atelier, "dessen riesigcs Fenster auf dem Gloekenrurm einer Kirehe hinausging: aueh hier war der Dichter ein Nachbar Gattes" (88). In ihrer Vedegenheit verweilr sic cine Srunde im Erdgesehoss des glcichen Hauses, in dec Wahnung von Paul KIee. Hier fassl die junge Diehterin ein wenig Mut, wahrend ihr die Gartin des Maiers eine Sehussel SauerkIaut serviert. Sie beschreibt ausfuhrlieh Rilkes Zimmer, "die Zelle cines Einsiedlers", in dem der D ichter ihr "schmal, fast korpedos" erscheinr (89). Es wird ihr bange, sie glaubl cine Vision zu crleben LInd finde r sieh bald auf der ScraBe mil zwei Geschenken in ihIen Handen: "in der linken hane ich cinen aus Russlancl starrunenden IUcinen Altar, den man falren kaunte, in deI R.echten ein Gedichr" (89). Nach Tagen, oder vielleicht zwci, dIei Wachen veruauter Gemeinsam keit, wie die Herausgeberin angibt, reis! Claire Sruder nach Berlin weiter (195). Von diesem Zeitpu nkl an beginnt der Briefu.echsel, der zwar oft unterbrochen wi rd, aber nm am Ende von Rilkes Leben, 1925, entgiiltig aufhort. Wiihrend Claire uncl lwan Gall mit Ob~rsetzungsarbeit~n in Paris urn ihre Existenz kampfen, findet Rilke seinen berUlunten Turm, das Chateau de Muzat bei Si~rre, in dem ~r seine bedeutenclsren Werke, Dit SOlUttt an Orpl;(U! und die DJlinmr Ekgien vallender. Wie die I-Ierausgeberin Glauert- Hesse formuliert, lcrm Claire Studer "ihre Gefiihl~ fiir Gall und fur R.i lke zu [eilen" (197). Tn Paris sueht sie heimlich Rilkes "weillen Elefam" im Jardin du Luxembourg (31) und triiUlm yon clem Haus, das Rilke und t-ofahe in Paris bewohmen (198). Ein~n gewichtigen Ameil der teils auf cleutsch teils auf franzosiseh gefiihrten Korrespondenz bilden unveroffentliehte Gecliehte, wi~ Studers "Le Bouleva rd Nost.algique" (47-48) und Rilkes "A Liliane" (5 1-53), Obe rsetzun~p roben von den beid~n, Ausstellungsbeschreibungen und Srud~rs Beriehte uber d ie fr:mzosischen li[erarischen und kiinsclerischen Neuerschc.inungen_ Es geht meht nur um Literatur und Kunst in den Briefen, da auch die Ereignisse des Alltags wie z. B. cine Oarmoperation und dec Tod von Liliancs Vate r behanclelt werden. Naeh einem Brief vom 11. Juli 1920 tri(( ein dreijahrig~s Schweigcn zwischell den beiden ein. 1921 heiraten Claire SnIder und Jw-an Gall in Paris. Das Schweigen ende( 1923, als Rilke ein Buchlein von Claire Goll mit ihr~n Gedichren ~rhalr. Posrwendend Book Reviews 229 begrund~t Rilke die Ursaehe des dreiJahre anclauernden Schweigens: "dass mein Schweigen so vorhahen konnte, lag 11M an diescm E rgriffensein durcll die Arbeit; ni~ hab ieh so ungeheuc re Stlirme des Ergriffenwerdens durchgttnacht, leh war ein Ekmem, Liliane, und konnte alles, was eben Elemente konnen" (36)_ Nach zwel Wochen bekommt dec Dicht~c eine verstandnisvoll~ Anrwort aus Pans: " ich verstehe, dass Ou nicht schr~iben kann test wah rend Dich Gatt berlihne" (38). {I. [i t dcm nachsren Brief schickt Hilke DieSolltlie an Orphtll! nach Paris. Auf die schwarmerischen Antwonen kammr aber kcine Ruekmeldung aus dem allen Tutln . Das Schweigen crkb r Liuane wi~ eine Strafe: "ich bitte Dich wie ein Kmcl: schenk mir einen Brief," schreibt sie in ih[~m dcittcn Versuch (4 1). Ocr Briefwechsel wird wiedecbelebt und 1925 findet sagar cin Wiedersehen in Paris stan. Oer letzte Brief von Liliane ruft dieses Tre ffen in Erinnerung: "Auch wenn du wiisstest ( ... ] wic ll"aurig ich daruber bin, dass wir UIIS gerade in einem Augcnblick wiedersahcn, da der Korpe r seine Mudigkcitauch auf das Gefiihl tibcnrug. Seelisch abgemagert" (12). Claire Golls Briefe, in denen sie Rl1ke oft ilnen "Halbgatt" nennt. evoziercn Bettina von Arnul1S Licbesbriefe an den greisen Goethe. A.hnlich wie Bettina von Arnim wud Goll auch von dem allen Dichter zuruckgewiesen. In ihrem Gcclenkaufs;m: chara klerisien GoU tre ffend Rdkcs Frauenbeziehungcn: " ICII" zieht di~ Frauen an und lehm sie zugleich abo Die besehworendstc Einladung emhiilr schon die Abwchr, denn es waf in ihm ebenso viel vom t'>'loneh wie vom VecfUh rer" (88). Dami! erlJart sie den Widecspruch, dass Rilke UOtz der Sammlungen von Frauenbriefen in seinen Schubladen 11I~ ZlI ciner inneren Harmonie dieser Vcrhaltnisse bm. Neben cltn 58 Briefen lind dem Gedenkau f$acz "Rilke er les femmes" cnrhiilr das Buch auch einige FoLOs sowic das bisher unverOffentliclue und lange v~[sehollen geglaubte Manusk.ript GifUhlt. Vem l'Oll Clain Sluder, cine ausfiihrltchc Bibliographie und beachtenswert grundlich recherchierte Anmerkungen zu den Briefen mit vielen imeressanlen Infarmationen. Schtie6lich versorgt G lauert-I-Iesses Nachwon den Leser mit biographischcn i\ngaben und eine r decaillierten Chronologie des Briefwcchsds. Das Buch ist cmpfeh lenswcn fur aile, dic cine schwarmerischc, intelligenrc Frau und den becuhm ten Dichtec durcLl ihre Augen kcnnen lernen 230 m&hrcn. ullra Terizia Va.r UniL-tr:fity of Cinnnnati fimts on Gmnflll S'fldiu BARBARA HON1GMANN. D(lHJQ~ dann lind dOl/orh. Munchen: I-lanser, 1999. 136 S. EUR 14,90. "Jeh bin nicht Annd" (5). Mil ctiesem Zital aus Max Frischs Stiller beginnt Barbara Honigmann Ihe Buch DamalI, donn und tianorh. Wie Prischs Text die T hematik dec Selbstfindung und Selbstzweifel zur Grundlage hat. so suchr auch die Erziihlerin in Honigmanns Buch naeh sich selbst. Sic suchr jedoch niell[ nu r sich selbst, vielmehr gcht es urn HOnigmanns Theffia dec jiidischen Idemirat. Honigma nn selbs[ ist 1949 in Ost-Berlin geboren, wohin mee Eltern, judiscbe Emigranten. aus clem englischen Exil zuciickgekehn waren. Nach ihrcm Studium dec Thearerwissenschafren aroeitctc sie als Dramawrgin und Regisseurin. Ihc Bueh Elne Litbe auS Nirhts (1993) beschafogr sich hauprsachlich mil diesem Abschruu ihres Lebcns. Schon in diesem Texterschien es schwierig, eine k1are Trennungslinie zwischen Autorin und lch-Erzah1erin zu ziehen und 5011 dem Leser in Honigmanns neusten Buch DOII/als, dallll lind danach aucb nicht einfacher &Uen. Seic 1976 bellicigt sic skh als freischaffende SchrifmcUenn und Malerin; ncbenbei i$ ~ sie auch noch Muner. Ihr Umzug 1984 nach StraRburg bezeichner eine dl1lmatische Wendling in iheem Leben, da sic aus "einer iammervoUen Oiaspol1l in Ostherlin" llusbrach, urn das .,dsassische Judentum", ihe ,Jemsalem", gegen eine Gemeinde von mdu als 15.000 Juden einzutauschen (58). So lUg! sie heute von der anderen Seite des Zaunes nach Demschland heruber; nicht ZlI weit entfernt. damil sie alles noch klar erkennen kann, abe.r doch weit genug um Abstand zu halten. Dafllols, dOl/lIl/nd dfllJach bestehe aus neun Kapitcln, die vcrsuchen, leilweise zusammenhangend, leil\\."eise lose ane.inandergereiht. die Lebensschnipsel der judischcn Idencitat dec Autorin zusammenzuffigen. Ocr Autorin, oder der Erziihletin? Das schmale Blichlein ist zwar niche als re.ine Autobiographic zu vecsrehen, doch Book Reviews 23 1 versucht es. rekonstruierend, clem Leser in drei de r neun Kapitcln die FamiliengeschlChte Honigmanns zu erzahlen. Oas Oamals 1St die. Geschichte des sich vblllg in Demschland assimllierten ji.ldischcn G roflvarers und dl:s Lcbens der Eltc:rn. Thcmatik ist das Scbweigcn. lIue Mutter Lizzy verkl:hn ntlr mit ibresglc:ichen, Sl}[icht nicln tiber ibre jodiscbe J-Ierkunft und verschweigl ihrc~ Vergangenheit. Lizzy schmciBt jede Ennnerung, gcnau WIt aile Briefe, die Sit erhah, safan weg. Es gibt kcin Damals, sondern nor das Jetzt. Und so blcibr der Erzahlerin nichtS Andercs ubng als einzelne Inseln des EXII· Meeres zu besicbtigen, urn der Vergangenbeit ihrer Familie und somit Ihrer eigenen habhaft zu werden. Es gehr aber auch urn das Dann. fn diesem O:"lnn, oder auch jeret und heule, gebt es urn dte Erziiblerin SelbSl. Sie port.cauert ihren Aill ag. Waschmaschine, Ilerd, lb re Kinder und Frcunde werden clem Leser vorgesteUt. Besondere Betonung legt sic dabei auf ihren Torakurs, in welchem sic unci ihrc: Frcundinncn ihr Juden(u1TI In einer Weise prakti2icrcn, die sic "koscher IigIH" !lennen (68). Die Exk1usivitat d.eses Kurses - UO(Z vieler Anfragen, werden ketnc weiteren Mitglieder in diesem Kms aufgenommen - vermitteh dem Leser den Beigeschmack \'on Hermeneuuk, die sich gegen aUes Andere abgrcnzen m6cIHe. Obwohl aUe Teilnehmer des Kurses clas gleiche Z iel haben, namlich sich ein Verslindnis fUr die lora zu verschaffen, fuhlt sich die E[zilhlerin auch hier als dn "bullIer Vogel", der nicht richlig - in der glelchen An, wie cs die Er.lahlerin ncnn[ _ III die Gruppc passl, oder vielmehr passen rn6dllc (70). Weiterhin beschrcib[ sic rcAckcierend cine weirere Ebene ihrcs Lebens, welche 51Ch zwischen Pinsel, Farhe, Le.inwand lind Schriftstellerei bewegt. Zum cinen wird hier ihre Intc01ion deutlich, namlich, class sie ihre Geschicille tr.t:ahlen mOchte, \\r.IS lhr versagt gcbliebcn war und weilerhin, was es bedeulet zu schn:lucn. Obct ihre eigene Tht:menfindung hilt sie fest: .. 1 ... 1 doch hal wohl jcd~[, der sch relbt, von Anfang an sein Thema, oder besser gesagt: sem Thema hat ib n" (49). Dem Leser werden die Konfliktt: diescr zwd Ebenen, Muller und Kunsclerin, detaillicn aufgezelchnet. \X'asc!lInaschine anschmcilkn, oder doch lieber zull\ Pmsel greifen, SChCllll eine der Leilfragen zu seill, wobei manchmal dann dach die Waschmaschine siegt. 232 FoOls on CtT11Jan SIJldiu Tn di~sem re.ilweise zu rein gezeichneten Selbstportriit prnllen Welten aufeinander. Das Damals mischt sich immer wieder in das Dann ein und die Anspriiche def Pamilienmitgliedcr storcn das kreauve Ieh. Daraus ergibt sich der locken~ Mosaik-Stil des Ouches. Man gcwinnt den Eindruck. class die Erzahlerin nkht nur sich SeibSl portritieren, sondem sich durch das Schreiben, das Fixieren des Damals und des Dann, gleichzeicig selbs( ddi.nieren mOehte. Abcr was ist mit clem Danach? Honigmann Hisst es den Leser nieht wissen. Aber gaoz Un Dunkeln bleiben wir nicht. denn cinco H.lOweis gibt sic im ierztell San dennoch. Es wird rohig sei n; s ic iSI zur Rllhe gekommen. VieUeicht hat sic 5ich mit den Schnipseln, die ill( die Vcrgangenheit unzusammenhiingend Iiegengelassen hat, aUeine durch das Aufheben und Zusammenkleben, abgefunden und zu sich selbst gefunden. So kann sie im oann und Danach mit recht sagen: "leh bin rucht Annd" Andrta En,gth Unm:rtlfJ oj Cincinnati UNOA HORNER. Unttr Nochbarn. Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 2000. 192 pp. EUR 8.50. Many novels are meant to transport the reader to destin:nions that provide insight into the human condition. In Ulf/er Nochbarlf, Unda !-I orner takes the reader to the Berlin of both past and present, portraying both rhe city and the main cha racter as they move through me last twenty years. Born in 1961 and a resident of l3erlin since 1982, Horner's familiarity with the Berlin landscape is readily apparent, as is her understanding of the people who populate the Clry in this deceptively simple yet complex novel. DIvided intO chapters, lhe novel moves through twenry years of the narrators life, and that of Berlin, beginning with her first visi t to Berlin on a class trip. After smelling th e distinctive odor of the camel exhibit at the Berlin 'Zoologischer G:uten' StOp, a smell that becomes for the first person narrator synonymous wllh aroval and departure in Berlin, the namltor distances herself from her da:;smares. As she leaves the pOSt war reconstructed Berlin, Book ReViews 233 she recognizes her destiny as both a resident and a wriler III the surviving parts of old Berlin. As an adult, her evcnrual return to Berlin becomes the first of many moves tha t depict her emotiona l growth process. Each new apartment becomes a sracion o n the road to self-recognition and acceptance. Along the: way Ihe narrator's encoumers with her neighbors provoke memories of her fam ily, their effect on her development., and self-examinauon of her current circumstances. As the: narrator moves from apanment to apartmem, Ilorner transitions be£wecn the exterio r, corporeal landscapes of Berlin and lhc interio r landscapes of memory and reRection. In all easily accessible writing style, Ilorncr cleverly conSl!UClS the novel in individual chaplers with titles such as 'Schwanensee,' 'Seemann' and 'Meine Perlen.' Often these chapters represent a new apartment, as weU as a new depth of self-understanding for the narrator. Many of the chapters ha,'C the suength to stand alone as short slOries. Ilorner subtly binds the chapters together by repeaung a It itmouf from a previous chapter. For example, III the chapter enutlccl Seemann the narrator becomes intimately involved with her neIghbor and they often dine at a candle lit restaurant. As the narrator lights her cigarette from a candle o n the table, her lover warns her that doing so foreteUs the desuuction of a sador. In the nex t chapter, l\!ellle Peden, the reader encounters a seif-deslCuctive man, who carries hIS possessions in a sailor's duffel bag. The narrator's encounters wah neighbors of markedly differing pcrsonaliue:s and CIrcumstances allow Ho rner to explore the breadrh of the human experience while: p rovidmg [he narnttor with a method o f sel f-rapprochement. The narrator's first neighbor is a reclusive: man, whose amhoritauve manner provides I lo rner with the o pponumty [0 explore elements of the Nazi past. The narrator's friendship with the openly homosexual Bernhard prOVides Il orner the opportunity (0 explore tolerance and sexuality. The shy technocrat \Xfolfgang faCIlitates the narrator's reRections on her chosen profession and the craft of wming. 111e narrator's Interactions with her female neighbors invite Horner's examination of mOther­ daughte r relationships, as well as thc scrutiny of the powcr struggle between mother and daughter. Through these aSSociations, the narrator discovers her tendency to distance herself from lIlumate 234 FotuJ on German Studies relationships. With each aparunem, [he narrawe delves deeper into her psyche until she realizes that her continuous movement has been an auempr to distance herself from intimate emononal relationships. In the protagonist'S nnal apartment, set against the landscape of a post-reunification Berlin uncler construction, the na[[a{Or realizes that she must achieve her own rapprochement by making her aparunenr a home where she faces dle various elements that make her who she is. The narrator, like Berlin itself, must consuuct a cohesive whole from the parts. Unda Horner is the aUlhor of essays, magazine a[cide~, short stories, and books; among them are: 1m Dreicck: L'cbubeziehllngen von Nielzsrhe biJ Dura! (editor, 1999), Die rea/en Frauen der SUrTfaliJlm (1998), Madame Man Ray: Phclographimlul dtr Avanlgarde ill Paris (2002). Unler Nachham is Horner's first novel. Susan Kigbt Univmity of Maryland, Col/tge Park lKA HOGElrMARSHALL. DaMim IInlenngs. Ein delltsches Lebm. Berlin: Orlanda, 200t. 154 S. EUR 8,90. Ein erster Blick auf den Buchumschlag mag verwirren - wie passe das zusammen? Oer Tire! Daheim unlerwegs. Ein deutsches Leben lieEe den Verdacht der Deutschriimelei aufkommen, wenn er nicht umrahmt ware von einem Spielreif in den Handen cines schwarzen t-.Gdcbens, das dem Leser unsicher und verhalren enrgegen liichdt. Ganz rech c. Es geht tarsachlicb um ihr deutsches Leben, odee besse r urn ihren Kampf urns Obuleben in einem Land, wo sie gleichzeitig "daheim" und doch "nie angekommen" iSI (12). Der Buchumsch!ag verweist bereits auf das Dilemma det Autorin Ika Huge1-i'-farshall, das nicht nur das Buch, sondern auch ihr Leben durchzieht: die Sehnsucht nach einem Zuhause in Deutschbnd, clem Land wo sie geboren und aufgewachsen ist uncl doch permanem Ausgrenzung erfah[{. Oiese Sehnsuchl fiihn sie a~f Suehe: nach dem afro-amerikaruschen Valer, nach gesellschaftlicher Akzeptanz, nach der eigenen Idemila(. Mil einfaeben Wonen und erbarmungslose r Scharfe beschreibl Book Reviews 235 die Autonn in 14 Kapiteln - weder durch Oberschrift noch durch Zahlen gekennzeichnel und von Prolog und Epilog umschlossen - chronologisch die wlchrigsten Starionen ihees Lebens: Vo rgeschichle der Eltern, die fruhen Kinderjahre in einem bayrischen Dorf, Heim, Schule, Ausbildung, Beruf, Studium, E he, Akrivismus usw. lmmer wieder wi.!d de! Leser Zeuge von dirckrer oder indirekter Diskriminierung, Demutigung, Sch merz, Selbsrzwcife.l abcr auch von wnehmendem Stolz, Selbstsichcrheit llnd Akzeptanz. In die amobiographische Erzablung sind Briefe, aurhentische Tex le und Gedichte von May Ayim und dec Autodn selbsl eingestreu l. Oem Text folgt cine Reihe von Foros von Hi.igel-Marshall, Freunden und Familienmitgliedern sowie schlieBlich die Obl.!rsctwngen der z.T. auf Englisch verfassten Briefe. Ziel der Autorin ist VOr ailem, die "invisible (wo)mcn"l ins Licht dCJ: offentlichen Aufmerksamkeit zu rucken, ihre ExiSlenz wm Bewusstsein ail derer zu bangen, die alles Andersartige noch immer ignoricrcn. Gleichzeitig sctzt die Autorin - die inZw1schen zahlreichen Beinage zu ancirassistischer Bewussrsems- und Bildungsarbcit vCJ:offendicht hal und seil 1990 als Pressereferentin im Orlanda Frauenveclag in Berlin arbeitet - ein bemerkenswertes Zcichen von Starke, Durchsetzungsvermogen und Selbstbewusslscin fiir all jene Opfer von Isotierung und Diskrimi..nierung, die in diesem Beispiel Trost SOWle das Gefuhl der Zugehorigkeit und Umerstiirzung finden mogen. Es gcht dec Autorin weder ausschlieBlich um pcrsonliche Erfahrung noch um eine rein politische Agenda. Ihre individuellen Edebnisse geben wiederh olt Anstofi ZlI Reflexione n uber die demsche, genauer die weiBe, deutsche Gesellschaft. Der sonst eher nuchterne Erzah!stil der Amorin wird dabei immer wieder 1I0lerbrochcn von intimen GefUhlsaufierungcn, die der Verletzung, dem Schmerz und dem tl1isstrauen,die sich i.iber die gut 40 Jahre ihres Lcbens angestaut haben, Ausdruck geben. Oer dann oft emotionale und anklagende Ton macht es schwer, sich dem undirferenzienen Uneil Hugel-MarshaUs zu steUen. Auch der weiBe (deutsche) Leser wird hier also auf Grund seiner I lautfarbe djskriminien. Es wi.!d ihm nicht vorgewocfen, "dumm, umcrentwickelc, primitiv, unzivilisiert, unberechenbar, uiebhaft" (51), " hasslich, unmoralisch" oder "schmut".tig" 2U scin (86), wehl aber "Abschcu und , So der Titcl der englischen Oberse[;tung. Imulbk Woman. Crouill!, Up RItuk in r;~,.ma", (Zoom. 236 Foals on German SII/diu GleichgiUtigkeit" (12), Diskriminierung, Ausgrenzung, Ablehnung une! Rassismus (106). Huge!-l'I'[arsha lls Erkenntnis in bewg auf d ie Voructe.i1e dec Deutschen - "man sieht immer nur das. was m an sehen will" (125) - schenkt sic se1bst in DalklHJ unletwegJ leider wenig Beachrung. Srauclessen wiLd mit gleichen pauschalen Vorunel1cll und Abgrenzung begegner: "Aile Weillen Sind rnssistisch" (47). Ob das der \'(leg des aufeinandcr-Zugehens und der Begegnung 1St, bleibt ft:2g1ich. Dennoch, Dahein! unterwegJ ist ein Muss - fU r jedes Mitghed eHlC[ geseUschafilichen Mehrheit, sci es in Deutschland odee anclerswo. Nich t dec ijtcrarische Anspruch macht die Bedeurung des Suches aus, sandeen das Pliidoycr fUr Selbstcrkenntn is und -e.rfahrung, Orfenheit und Tolernnz sowle die Tatsache, dass es neben Werken wie Farln behnlull (Kathacina Oguntoye, ~ (ay Ayim, Dagmar Sch u lz) oder Ntger; Ntger; SchornJJeinjtger (Hans J. Massaquoi) noch immer dnes dec Raritaten ist, das die Offentlichkeit mit ihfen personhchen Erfahrungen \!on Rassismus, Diskrimmierung und Ausgcenzung In Deutschland konfrontien. SIIJanne Lenni Ullivmity of Cillal/nali MARTINA KESSEL Langtu.'tik. ZUIfI Ulflgang IfIlt Zeit und Ce.fohkn ill Dtllluhland 110m pann 18. biJ !(!1m friihen 20. Jahrhulldtrt. GotDngen: WaUstein, 200 l. 411 S. EUR 39,00. In der iibersanigren Gesellschaft des 21. Jahrhunclerts wircl, so Ma rtina Kessel, "LangeweiJe primar als Problem einer Konsum­ unci Freizeitgesellschaft oder als Problem der Arbeirslasigkeit und Jugendkriminalitil! diskucien" (338). Nicht so Un 18., 19. und fruhen 20. Jahrhundert. M.it ihrem Buch ulIgtu-'ti/e, das cine gekiirzte Fassllng dec im Wintersemester 1997/98 am Fachbereich Geschichtswlssenschaften der Freien Universi(at Bcdin eingereichten Habilir:ationsschrift isl, stelh die Historikerin Martina Kessel eine umfassende und keineswegs langweilige Untersuchung der Bedeurungsgeschichte des \'(/orres "Langeweile" zur Verfiigung und diskutiert Langeweile in Beziehung zu Konzepten wie Book Rl!views 237 Melancholie, Arbeirsethos, IvruRe und Mul1iggang, Selbs!konlCOile, Zei t usw. In der l\na lyse gelu sic au f die "disku rsiven Bcdclirungen von Langeweile von der Aufklarung bis wm ErSlen 'l:tellkrieg" t in (7) und heb! auf der einen Seite den sich veriinderndcn Gebrauch des Begriffes Langeweile heevor. Auf der anderen Sene bespridu sie anhand von unzahligen Be.isplelen Langeweile 1m KOIueXl des palaren Gesch leclnerverhiiltnisses und schilder! die Ancignllng des Begriffes und den Umgang mil ihm bei biirgerlichen und adligcn Mannern und Frauen. Das Bueh ist in fii n f Kapitel gegliederl, von dencn das erste Kapilel die Begriffsgeschichte sowle das semanusche Umfeld behandek Kessel weist zunachst darauf hin, class L:lIlgcwc:.ile als selbsrancllger Begriff au f das Jahr 1537 wruekzuftihrcn ist, abe r bis ins 18. Jahrhunden lediglich eine temporale Konnotauon beinhahete (19). Daran anschlieRend geh t sie auf die Begriffe der minelalterlichen Acedia, des franzosischen EnnUle, def Melancholie und schlieRlieh dec mit L.2ngeweile verbundcnen Begriffe Acbeil, MuRe und MiiRiggang ein. Abschlielknd befass( sle sich mil den lexikalischen Eintragen des Begnffes. Das zweite Kapitd is t das Basiskapitel fiif die d rel folgenden. Die Aurorin bcleuebtet :.:unaehsl die in clef Aufklarung vecanken en Auffassungen dec I...angewelle, die, ausgehend von dem Franzosen Dubas, zunachst als Mangel von Geruhlen und Lcidcnsehaften \"erstanden wurde. 1m 18. Jahchunden mussten Lc.idenschaflen unci Gefiihle abec g1eichzeitig immer 1m Gleichgewichl Illie der Selbstkanuolle bezuglich dec Tugenden wie Arbeitsc:thos, Zu kunflsoriencierung u nd einem kontrollierten Umgang mil Sexualitat gesehen werden . Femer, so Kessel wener, kalln Langewcile nie losgel6st von cler Umwelt betrachtet werden, clenn diese bnn das Individuum einerseirs emweder unter- oder uhcrfordern als auch andererseits miL ihren sozialen Nocmen lind Anforderungen inl Gegensatz w clen indlViduellen Wiinschen stehen und somil Langeweile llt:rvorrufe n. Sich beziehend auf die Oenker und Dichter der Zeit fass! Kessel cles Weite ren zusammtn, dass die Diskussion um legilime und nichtlegllime LangeweiJe un 18. Jahchunden begann, dass Arucit allein Langeweile nieht veruelben bnn, sofern diese weder befriedigend und freiwillig noch zeitlich begrenzl ist unci somil Freiraunl fiir Freizeit schafft. D ass schlieOhch durch die 238 Foals on German SlIuJitJ Verbindung von "Ze.irversdindnis und Zukunftshoffnung, FleiB und Ehrgeiz, Sensibi!itat lind Selbstkontro!1e" dec ideale Mann enrstehe, der abet, um LangeweiJe zu vermeiden und dadurch gesellschaftli ch ausgeschlossen zu werden, eineo Funken Indivirlualiral behalten und sich gegebenenfalls uber die Normen c1ec Gesellschaft hinwegsetzen mlisse (89). Die Konsuuktion von Welblichkeu und der Gebrauch von Langeweile in def \'(!elt adliger und burgerlicher Frauen lSI Thema des da nen K apitels, und als Kehrseite dieses Abschnitts untersucht Kessel in Kapitel vier Langeweue im Konrex[ von Mii nnlich keit anhand dec Erfahrungen von ~ Hinne rn der Oberschk ht und sucht samic gekonm die E rkennmisse aus clem driueo Kapuel zu ko ntexrualisieren. Anhand von zah lreichen Bdspielen geht Kesse l zunachs[ auf die Diskurse zur normativen Ko osuu ktio n von Weibliehkeir ein. LangeweiJe wird in der Beziehung zwischen dec Frau, die fur sich keine Idendrar beanspruehen kann und sieh dem Mann unterzuordnc:n hat, und Ihrer Abbiingigkeu von, der GegenwartseehaJtung fUe und ihrer PflichterfUlIung gegenlibe.r dem zukunftsorienrien en und strebenden Mann diskurien . Die Aufgabe dee Frau sei es, selbs tlos clem Man n die Langeweile zu vercrciben, sieh uber ihre Siruauo n nicht zu beklagen unci sich i:iber ih ren Mann zu definieren. 1m Gegensa tz dazu de fi niett sich der zunachs[ als ausgc\.\oogene: Pecso ntieh keir ko nzi pien e Mann im Verlauf des 19. Jahrhundeets ausschlie13lich uber die Arbeit und emw:ickelt sieh zu dem von Kessel als "Arbeirssoldaren" bemelrcn Mann (193). Durch diese Umschichrung kann der bishee als ganzheidich versrandene Mann nur in Verbindung mit der Frau, dec dec Bereich der Emooo nen zugeschrieben wurde, als solcher gesehen weeden bon. Oieses neue:rliche Selbstverstandnis der F rau serzl die Frauenbewegung in Gang und laSS l die fordernden Stim men, die eine freiere Gcstalrung des Raumes der Frau, d.h. Zugang zu Bildung, Arbeitsmoglichkeite n usw. p ro pagierten, lauter werden. 1m leczten Kapitei wird besonders die Zeit naeh 1848 naher beleuchtet. Es setzt sich mit den Langewei1ediskllrsen 1m Zusam menhang mn dem Verhal tillS zwischen Individuum und Gesellschafr und Individuum und Policik auseinander. Kessel hah hier fest, dass \\ihrend in der Au fkHirung und zu Beginn des 19. Jahrhunden s die " richt.ige Pecsonlichkeit" im Zentrum der Book Reviews 239 Langeweilediskurse stand, gegen Ende des 19. Jah chundens und im fruhen 20. Jahrhunclert die "bestehende Gcsell schafl" mit ihren lahmenden sozialen Konventionen" in der Kritik stand, allch wenn die Enrstehung diesee Konvenrio nen rucht thematisicn wird (338). Diese knappe und der Vielschichtigkeit der Um ersuchung nieht gereclHwerdende Zusammenfassung iassr berens crkennen, mu welcher Material fU lle Kessel sich auseinandergcsc tzr hal. Beisplele aus dee L.iteratur ebcnso Wle aus dec Kulturgesch idlte, Padagogik und Theologic UOlermauern ibre Behauptungen und anhand der vie r Beispiele Rosa ~ layreder, Friedrich Nietzsche, Hein rich t-. lann und Kurt I·Wler tllustriert die AU[Qrin am Sehluss abermals die Erkenntnisse, die cinc n Q uerschniu def ca. 170 Jahte bilden. Nidll nur fiie G eschichtswissenschafuer ist dieses Werk cine Bereicherung, da es sich sowohl auf rein geschichdiche als auch lnerarische und kulrurgesehichtliehe Q ueUen srutzl. Selbs[ wenn man sich niehl direkt mit der Them atik der LangeweLie auseinandersetzt, bit ten die Kapitel drei, vier und runf einen Uberblick Liber die D iskucse zur Ko nsuukrion von Weiblichkeit und ~ lan nlichkeit in dcr untersuehten Zeitspanne. Besonders werrvo ll 1St hiernir das an eine Z lisammen fassling angesehlossene gur 55 Seiten ~ta rke Qucllen. und Litcrarurverzeichnis. Sabine Siu'trn Unh'lrntJ of Alberta ANGELA KRAUSS. lV'tggeklij?l. Frankfurt :\. M.: SlIluk amp, 2002. 1 0~ s. EUR 12,90. " Der Mensch kann, wenn er Lust hat, aJles machen odce gar nichlS" (18). Zwischen diesen beiden Lusrzustanden, clem Auf und Ab dcs Seeienlebens, bewegt slch d ie Erzahlerin in Angela ivauf\' neues{em \'(Jerk I/?eggehl)fl hin und her. Sie erwaeht Cines Mu rgens und findel ih re Umweh veriindcn - keines dee Mobd:iriickc: siein sie an, sic wied igno ricrt. Doeh als sie wenig spater aus dem Haus tri ll , fi ndet sie die \'(feh wie immer. Sie wl.fd erwaeter, be\\'Undert und begrlilk 1m Cafe Sweetie verbdngt sie mehr Zeit aJs andere Gas le: sic beobacbret, schiel l III d ie Zeirungen anderer Leutc, macht Bckanntschaften und L 240 FootJ on German Studiu stoRt dnen ihr unbekanmen Mann VOl den Kopf. als sie ihm doen Brief anvertrau[. Minclesrcns einmal 1m Jahc ziehr es die wahlenn in den Zoo, und zwa.r immer dann, wenn sie erwas nicht verstehen kann. Das Gefuhl habe u\ den SOer Jahren begonnen, sich in den 90crn versurkt und selt dem grolkn Jah[es~chsel passiece es immer 6fter. Umernimmt sic nich ts dagegen, befOrchtct sic. class dieses Gefiihl der Vemiinclnisiosigkeir ooeh illr ganzes Leben erfassen konnte. Sie kommt verston Un Zoo an, kaum geh t sie durch die Drehriir und hort dIe Tiere schreien, vcrstehr sic - sic isr Expcrcn. 1m Zoo denkl sic nicht, h:!t keine t-,'leinungen oder Erfahrungen. Ihfe Jugendfreundin Tine kommt ihl 111 den Sinn, mit dec sic als Kind alles behercschte - die Wiese, den Wald, den Garten und die Mauer. Auch in ihrcm neuesten Text befasst und konzentriert sieh KrauO auf die ihr eigene und bewahne Art mit der liberaus poerischen Wiedergabe von \,