2 Focus on German Studies 18 ARTICLES 3 AUF DER SUCHE NACH GLÜCK IN INGO SCHULZES AUF DER SUCHE NACH GLÜCK IN INGO SCHULZES: 33 AUGENBLICKE DES GLÜCKS BERIT JANY EINLEITUNG P olitische Veränderungen schaffen wirtschaftliche Gelegenheiten und eine neue soziale Ordnung. Doch wie steht es mit dem Glück bei solchen Systemumbrüchen? Diesem Thema widmete sich Ingo Schulze in seinem Erstwerk 33 Augenblicke des Glücks (1995), in welchem er eine Vielzahl von verschiedenen Glücksmomenten im postkommunistischen St. Petersburg beschreibt. Ein Reichtum an Stilarten ermöglicht es ihm dabei, völlig unterschiedliche Stoffe, Motive und Perspektiven darzustellen. Anhand von Ingo Schulzes Debütwerk werde ich der Frage nachgehen, welchen Einfluss der Systemwechsel von der kommunistischen Diktatur zur frühkapitalistischen Demokratie auf das Seelenleben und die Glückserfahrung der in diese politische Veränderung involvierten Personen hat. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, ob politische und ökonomische Transformationen im Werk dargestellt werden, die sich prägend auf die Glückssuche und Glücksfindung auswirken. Meine Analyse des Glück-Themas in Schulzes Kurzgeschichten orientiert sich am traditionellen Verständnis von Glückseligkeit, wie es in den nikomachischen Ethiksätzen von Aristoteles definiert wurde. Danach ist das seelische Glück, Eudaimonie, das höchste Ziel des Menschen. Nur durch eine äußere Disposition und einen tugendhaften Lebenswandel ist ein wahres Glücksgefühl möglich. Ebenso fließen gegenwärtige Verstehensansätze von Glück, insbesondere Dieter Thomäs Konzept der subjektiven Glücksempfindung, in die Untersuchung ein. Thomä befasst sich in seinem Werk Vom Glück in der Moderne mit der Diskrepanz zwischen der Unverfügbarkeit des Glücks und der zeitgenössischen Sorge um Selbsterhaltung und Selbstbestimmung. Darüber hinaus dienen sozialpsychologische Studien, besonders Jonathan Haidts The Happiness Hypothesis, als wissenschaftliche Basis für die Betrachtung der im Werk 4 Focus on German Studies 18 geschilderten Manifestationen menschlicher Glückszustände. In den Episoden der 33 Augenblicke des Glücks skizziert der Autor verschiedenartige Auffassungen von Glück, die ich anhand der philosophischen und sozialpsychologischen Verstehenskonzepte untersuchen werde. Die Analyse der Glücksmomente gewährt einen Einblick in die Komplexität und Themenvielfalt, die Schulzes Kurzgeschichtensammlung repräsentiert. Trotz wachsendem Interesse an Ingo Schulzes Werk und einer Anzahl von Beiträgen zu seinen späteren Erzählungen und Romanen befasste sich die Germanistik bislang weniger intensiv mit dem Debüt des Autors. Literaturwissenschaftliche Beiträge sowie Schulzes Interviews geben kaum Aufschluss über die philosophische Orientierung der Glücksmomente in seinem Werk. Doch gerade dieser Kurzgeschichtenband ermöglicht eine Untersuchung der Verflechtung von traditionellen Strukturen und Elementen der russischen Kultur mit modernen Leitgedanken der westlichen Gesellschaft. WECHSEL VON SYSTEMEN Der Wechsel von einem System zu einem anderen ist ein komplexer Prozess, der wirtschaftliche, politische und soziale Konsequenzen mit sich bringt, die tiefgehende Veränderungen für jeden einzelnen Menschen des sich umgestaltenden Landes bedingen. Diese Erfahrungen der Umstrukturierung eines kommunistischen Systems hin zu einem kapitalistischen Staat gelten als Ausgangspunkt und Ideenvorlage der Kurzgeschichten in Ingo Schulzes Erzählband 33 Augenblicke des Glücks. Der Übergang vom Kommunismus zum Kapitalismus Jelzins hatte enorme politische und ökonomische Auswirkungen auf die russische Bevölkerung und erinnert aufgrund der elementaren Restrukturierung an den Systemwechsel des Landes zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Ähnlich dem Wandel im Zuge der Industrialisierung stand Russland am Ende des letzten Jahrhunderts vor dem sozialen Kollaps, der großes Elend verursachte und die Menschlichkeit in Frage stellte. Der postkommunistische Staat befand sich in einem gesellschaftlichen Chaos, welches sich erst mit den Jahren auflöste. Doch eben jene „blutigen, brutalen Jahre 1992/1993/1994, in dem der wildeste Kapitalismus ausbrach nach über 70 Jahren ohne Privateigentum“ (Kasaty 344), verwendet Schulze als zeitlichen 5 AUF DER SUCHE NACH GLÜCK IN INGO SCHULZES Hintergrund seiner 33 Augenblicke des Glücks und begibt sich mit dieser literarischen Arbeit auf die Suche nach vielfältigen Glücksmomenten, die er in seinen Kurzgeschichten über St. Petersburg einfängt. Ein ganzes Spektrum an Glücksaugenblicken entwickelt sich aus der chaotischen Lage des Landes und reflektiert verschiedene Auffassungen vom Glückskonzept. Hierbei muss jedoch hinzugefügt werden, dass der Umbruch zum post-kommunistischen System nicht Schwerpunkt von Ingo Schulzes Werk ist, sondern vielmehr als Stoffvorlage verstanden werden sollte, in der der Autor das universelle Thema von Glück ableitet und ihm eine gegenwärtige Gestalt verleiht. 33 AUGENBLICKE DES GLÜCKS Ingo Schulze war 1993 Augenzeuge des unberechenbaren Kapitalismus, der St. Petersburg und ganz Russland zu Beginn der 1990er Jahre, kurz nach dem Ende von Gorbatschows Präsidentschaft, einnahm. Er ging Anfang 1993 ins ehemalige Leningrad, um dort ein kostenloses Anzeigenblatt, Priwjet Petersburg, aufzubauen, welches sich an das 1990 von ihm gegründete Altenburger Wochenblatt anlehnte. In einem Interview beschreibt Schulze die enormen Widersprüche, die in St. Petersburg durch die hohe Inflation und den Einzug der westlichen Konsumwelt eng nebeneinander zu erleben waren; „die Superreichen und das Heer der Armen, die westlichen Geschäfte und die leeren Staatsläden“ (Leipzig 21). Während seiner Zeit in der ‚Stadt der weißen Nächte’ machte er sich Notizen und sammelte Ideen, die er später in Altenburg und Berlin literarisch verwirklichte. Die Kurzgeschichten verarbeiten Eindrücke, die während seiner journalistischen Tätigkeit entstanden, wobei lediglich kurze Momente die Ausgangspunkte bilden, die phantasievoll und detailliert in den Geschichten fortgeführt werden. Unter Verwendung seiner Beobachtungen der politischen und wirtschaftlichen Umstrukturierungen Russlands widmet sich Ingo Schulze alten, traditionellen Geschichten von Liebe und Tod, die er auf gegenwärtige, gesellschaftliche Muster projiziert und sie so für den zeitgenössischen Leser interessant macht. Er verwendet spezifische Stile, Motive, Phrasen und Vorstellungen aus alten Märchen, 6 Focus on German Studies 18 Heiligenlegenden, Ikonengeschichten und anderen literarischen Erzeugnissen, die größtenteils aus der russischen Kultur und Geschichte stammen. Neben Leitgedanken der Schauerliteratur der Romantik, insbesondere von E.T.A. Hoffmann (vgl. Leeder 142), finden sich in Schulzes Erstlingswerk Bezüge zu dem russischen Schriftsteller Vladimir Sorokin und dem Moskauer Konzeptualismus. Innokenty Urupin schildert einige der intertextuellen Bezüge in Schulzes Werk zu der russischen „Soc-art“, die zu einer Distanz des Autors zum eigenen Erzählstoff führen (30-31). Schulze selbst gesteht, die russische Kunstbewegung sei eine Art „Katalysator wie auch Geburtshelfer“ für ihn gewesen (Leipzig 26). Durch die Beschäftigung mit dem Moskauer Konzeptualismus gelangte er zu der Einsicht, dass ein erfolgreiches Schreiben von Erzählungen besonders dann möglich ist, wenn er sich als Autor, d.h. als stilprägende Einheit zurücknimmt und die Schreibweise aus dem erzählenden Stoff ableitet (vgl. Köln 7). In seiner Leipziger Vorlesung beschrieb er seinen neuen Standpunkt, die Abkehr von einem einzelnen charakteristischen Stil und nur einer Sichtweise, mit dem Vergleich, er sei nun als Autor „nicht mehr die Sonne, sondern der Sputnik“ (26). Eben diese Vielfalt an Positionen und Stimmen gestattet es ihm, in 33 Augenblicke des Glücks jene unterschiedlichen Konzepte von Glück herauszuarbeiten. Er selbst meint in diesem Zusammenhang, dass „so wie sich eine Auffassung vom Glück an der anderen relativiert, sollte sich ein Stil, eine Geschichte an der anderen relativieren“ (Leipzig 26). Anhand repräsentativer Textbeispiele werde ich im Folgenden die im Buch dargestellten Glücksauffassungen analysieren. MENSCHLICHE TUGENDEN ALS GLÜCKSBRINGER Bereits in der griechischen Antike wurde Glück über tugendhafte Handlungen definiert. Aristoteles verknüpfte in seiner Eudemischen Ethik Glück mit einem tugendhaften Leben, in welchem der Mensch sein Mittelmaß aufgrund seiner Vernunft findet und somit Glückseligkeit erreicht. Die Verbindung von Glück und Tugend wurde in der Geschichte der Philosophie weiter diskutiert, so dass wir auch bei Immanuel Kant 7 AUF DER SUCHE NACH GLÜCK IN INGO SCHULZES den Gedanken der sittlichen Tätigkeit als Ausgangspunkt für Glücksverwirklichung wieder finden. Selbst in gegenwärtigen philosophischen Glücksdiskursen werden die Themen Moral und Tugend wiederholt erörtert. Parallelen zur Vorstellung, Glück durch tugendhafte Handlungen zu erlangen, d.h. durch eine innere und selbstlose Haltung Gutes zu tun, finden sich in einigen von Ingo Schulzes 33 Augenblicke des Glücks wieder. Jedoch setzt er sich mit dem Prinzip der Eudaimonie, dem Erlangen von Glücksseligkeit durch einen tugendhaften Lebenswandel, oft spielerisch auseinander und nähert sich diesem Thema mit Ironie. Der Altruismus der Handlungen, die in den Texten zu Glückserfahrungen führen, wird in Frage gestellt, wie z.B. in der 20. Kurzgeschichte, in der die Hauptfigur nur scheinbar ein gutes Werk vollbringt. Der Protagonist der Geschichte, Florian Müller-Fritsch, spürt, wie er kurz vor seinem Tod steht und spendet daher einer armen Frau den Inhalt seiner Geldbörse. Doch das Bild des aufopfernden, Almosen gebenden Helden trügt. Florian beginnt den Apriltag mit Gedanken an den Tod. Er keucht, hat Atemnot und nimmt den Geruch des Todes an seinem eigenen Körper wahr: „was (er) jetzt roch, war endgültig“ (Augenblicke 152). Trotz großer Schmerzen begibt er sich unter größter Anstrengung zur Arbeit in seinem Büro. Im Moment der Todesnähe realisiert er, dass er der Nachwelt nichts hinterlassen kann. Jedoch eröffnet sich ihm in diesem Augenblick eine Möglichkeit, seinem Leben einen Sinn zu verleihen. Er beobachtet, wie eine Frau, die, wie er vermutet, ihre letzte Habe beim Hütchenspielen verlor, die Spieler um Erbarmen und Hilfe anfleht. Daraufhin sieht er seine Chance, eine gute Tat zu vollbringen und vor seinem Tod Glückseligkeit zu erreichen. Als er die Not der Frau erkennt, überkommt ihn ein letztes Mal Gefühle von Überlegenheit und Männlichkeit: „er spürte es warm und leicht zwischen seinen Beinen“, und er lächelt, als er den Entschluss ergreift, ihr zu helfen (Augenblicke 154). Die Konstellation des deutschen Büroangestellten und des Schicksals der mittellosen Einheimischen, auf das er durch seine Tat Einfluss nimmt, deutet auf die sozialen und wirtschaftlichen Umstände des Landes während des politischen Wandels in den 1990er Jahren hin. Als Repräsentant des westlichen Systems zieht Florian seinen Nutzen aus der hilfsbedürftigen Lage des Volkes und sucht persönliche Erfüllung und Befriedigung in seiner Mission im 8 Focus on German Studies 18 Osten. Seine Absicht sich aufzuopfern – „ihr galt sein Opfer“ – beflügelt ihn und verleiht ihm ungeahnte Kräfte, mit denen er zu ihr läuft (Augenblicke 154). Seine Nahtod-Erfahrung erweist sich als glückliches Erlebnis, und er stirbt mit „lächelnde(r) Fratze“ (Augenblicke 155). Die Verwendung des Wortes ‚Fratze’ und das darauf folgende Zerschmelzen und Versickern seines Körpers, das surrealistische Bilder evoziert, gibt dem Glücksmoment eine groteske Gestalt und eine negative Konnotation. Ingo Schulze thematisiert in dieser Erzählung das Erlangen von Glück durch tugendhafte Handlungen. Florian wird sich des Mangels an persönlicher Lebenszufriedenheit bewusst und ergreift Initiative, um Erfüllung in einer guten Tat zu finden. Hierbei handelt es sich um das traditionelle Glücksverständnis, nach welchem der Mensch eine innere Haltung aufbaut, die ihn zum Agieren anregt. Florians Dasein wird bis zu dem Zeitpunkt der wohltätigen Handlung keineswegs als geglückt bewertet. Er verspürt keine „besonderen Gefühle und Gedanken“ und meint, seine Träume wären „immer nur anderen zuteil geworden“ (Augenblicke 152). Seine äußere Verfassung, geprägt von Schweiß, Gestank und Atemnot, reflektiert den inneren Zustand des Unwohlseins. In diesem Moment jedoch verspürt er die Kraft tugendhaft zu handeln. Diese „eudaimonistische Vernunft“ (Höffe 126) führt zur aufrichtigen Handlung und letztendlich zum Gefühl eines gelungenen Lebens. Die Glückserfahrung des Protagonisten lässt sich in Bezug zum Konzept der aristotelischen Magnanimitas setzen. Florian strebt mit seiner Tat nach Überlegenheit und „Hochherzigkeit“ (Aristoteles 128). Gleichzeitig zeigt die Erzählung jedoch, wie Florians Verhalten einer egoistischen Motivation entspringt. Dabei relativiert die Geschichte das authentische, wahre Gefühl des Glücks, wie es aus dem Kontext der Tugendethik hergeleitet wird. Der Zustand der körperlichen und seelischen Befriedigung, wie er in den nikomachischen Schriften beschrieben wurde, steht im Widerspruch zum Mangel altruistischer Impulse des Protagonisten. Darüber hinaus ist Florians Sinneswandel, der sich im Laufe der Erzählung vollzieht, Indiz für die Unbeständigkeit seiner handlungsfähigen Lebenshaltung. Das Selbstverständnis der tugendhaften Handlungsweise ist nicht in seinem Charakter verankert, sondern findet nur durch den nahenden Tod Antrieb. Florians aufopferungsvolle Tat, die Tugend der Hilfsbereitschaft und 9 AUF DER SUCHE NACH GLÜCK IN INGO SCHULZES Nächstenliebe, findet nur statt, nachdem er mit seinem Leben abgeschlossen hat, sich des Todes ist gewiss und von der Idee getragen, etwas Bleibendes zu hinterlassen. Es stellt sich die Frage, ob Bekehrung, Befreiung oder Selbstbetrug am Ende eines verfehlten Lebens zur tugendhaften Handlung führen. HEILIGENLEGENDEN UND DER EINZUG DES KAPITALISMUS In der 15. Geschichte seines Debütwerkes befasst sich Ingo Schulze mit der St. Nikolaus Legende und überträgt diese auf den politischen und gesellschaftlichen Alltag Russlands. Dabei behält er den legendenhaften, märchenverwandten Stil bei, der eine Ironisierung des politischen und wirtschaftlichen Wandels der ehemaligen Sowjetunion ermöglicht. Vergleichbar mit der Nikolaussage über die Ausstattung dreier Jungfrauen wird in der Kurzgeschichte die Notlage einer Familie beschrieben, deren Mutter den Ehemann verloren und nun allein für ihre drei Töchter zu sorgen hat. Das geringe Einkommen als Wäscherin sowie der Versuch, sich zu prostituieren bringen nicht genug Geld ein, um den Kindern ein sorgenfreies und materiell abgesichertes Leben zu gewährleisten. Um ihre Kinder vor Hunger zu bewahren, ergreift Antonia daher letztendlich den Entschluss, ihre älteste Tochter Vera zu Beginn des folgenden Jahres in das käufliche Liebesgeschäft einzuführen. In der Nikolauslegende begegnen wir ebenfalls einer Familie, die aufgrund von Armut den Töchtern keine würdige Heirat ermöglichen kann und sie notgedrungen zu Prostituierten machen will. In der Heiligenlegende bewahrt Nikolaus die jungen Frauen vor dem Schicksal durch eine großzügige Goldspende - in Schulzes Kurzgeschichte rettet ein amerikanischer Betriebsdirektor mit Dollarnoten die Tochter vor dem Sexhandel. Vor dem russischen Hintergrund der Geschichte nimmt die amerikanische Währungseinheit den außerordentlichen Symbolstatus des Goldes ein und wird in eine Matrjoschka platziert, einem Gegenstand, der die russische Kultur repräsentiert. Vergleichbar mit der Missionsabsicht der historischen Figur des Nikolaus bekehrt der westliche Unternehmer die Not leidende Familie und verbreitet eine neue Weltanschauung. Dabei ersetzt der Autor die christliche Botschaft der Legende mit der kapitalistischen Ideologie. Die Mutter behandelt den Amerikaner namens ‚Nico’ wie einen Heiligen, als sie ihn im Betrieb 10 Focus on German Studies 18 erneut sieht, sie „fiel vor ihm nieder, küßte seine Hände“ (Augenblicke 108). Doch anders als in der Heiligensage nimmt der Retter der Familie in der Kurzgeschichte die älteste Tochter zur Frau. Das Bild der Hochzeit des westlichen Betriebsunternehmers mit der osteuropäischen Frau forciert eine politisch motivierte Interpretation der Geschichte. Unter den Nachwirkungen des Kommunismus leidend, ändert sich die Lage der Familie erst durch das Auftreten des Amerikaners, dem Vertreter des westlichen Kapitalismus’. Die Marktwirtschaft hat in der Figur von Nico personifiziert in Russland Einzug gehalten und vermählt sich mit der noch jungen und unerfahrenen „Tochter“ Russland. Doch hier hört die Geschichte nicht auf, sondern der Erzähler führt sein ironisches Spiel mit der Aufzählung der Töchter und deren Ehen mit dem Amerikaner fort. Der Humor in der Kurzgeschichte wird durch die wiederholte ‚Aufreihung’ der Töchter erzeugt. Wie bei einer Matrjoschka-Figur, deren Besonderheit es ist, beim Öffnen der Hohlkörper immer wieder eine nachfolgende weibliche Holzfigur zu entdecken, finden sich in der Erzählung analoge Momente, in denen die Rangfolge der Familienmitglieder geschildert wird: „als Vera starb, heiratete Nico ihre schöne Schwester Annuschka, und als Annuschka starb, heiratete Nico die noch schönere Tamara“ (Augenblicke 108). Die hier gewählte Sequenz kann durchaus im Sinne einer Kolonisation verstanden werden. Die Westmacht erschließt den osteuropäischen Raum, indem sie ihr Wirtschaftssystem in der russischen Gesellschaft einführt. Dabei entsteht die Ironie der Geschichte durch die Projektion der Konsumgesellschaft auf der interpersonellen Ebene. Die Töchter werden Konsumgütern gleichgesetzt, für die der Amerikaner nach dem Gebrauch einen schnellen Ersatz findet. Im ironischen Spiel mit der religiösen Sage kommt es in der Erzählung zu einem Austausch des christlichen Elements der Heiligenlegende mit dem kapitalistischen Konzept. Bezug nehmend auf die Verbindung von Glück und dem Glauben an eine höhere Instanz verarbeitet die Kurzgeschichte die Nikolaussage und transferiert legendenhafte Wesenzüge auf das geschichtliche Ereignis des wirtschaftlichen Umbruchs, der mittels des amerikanischen Unternehmers ironisiert dargestellt wird. „Wie lange (Antonia) so glücklich lebte“ ist am Ende des modernen Märchens unklar, verläuft sich im „Dunkel“ und lässt somit Zweifel an der Glücksfindung im 11 AUF DER SUCHE NACH GLÜCK IN INGO SCHULZES Wechsel der wirtschaftlichen Systeme aufkommen (Augenblicke 108). Die Erzählung weist dabei Parallelen zur gegenwärtigen Glücksforschung in der Sozialphilosophie auf. Das Empfinden von Glück wird nicht durch selbstständiges und tugendhaftes Handeln hervorgerufen, sondern durch den plötzlich eintretenden Umstand aus einer Notlage gerettet zu werden. Das zufällige Aufeinandertreffen der Personen und der daraus resultierende Finanzsegen für die Töchter korrespondiert also mit Dieter Thomäs These der situativen Glücksmomente, wonach diesem Glück das Handeln fehlt, da es „nicht geschaffen wird, sondern zuteil wird.“ (267) Das zu Beginn geschilderte Schicksal der Familie lässt Mutter und Töchter als passive Figuren erscheinen, denen nur durch die Handlung des Amerikaners Glück zuteil wird. Das tugendhafte Verhalten Nicos wird jedoch nicht in den Vordergrund gestellt bzw. verliert durch seine anschließenden Ehen mit den Töchtern an Gewicht. Das scheinbare Glück der Familie ergibt sich demnach ausschließlich aus der Erlösung von der Existenznot. Thomä sieht in der Sorge um den Selbsterhalt und dem Streben nach ökonomischer Bedürfnisbefriedigung im modernen Zeitalter eine potentielle Verlustmöglichkeit der wahren Glückserfahrung. Seine Analyse des Hedonismus der Moderne wirft die Frage auf, ob es sich bei der plötzlichen finanziellen Absicherung der Familie tatsächlich um Glück oder lediglich um individuelle Befriedigung existentieller Bedürfnisse handelt. Darüber hinaus betrachtet Thomä die „Dualität von Selbsterhaltung und Selbstbestimmung“ in der neuzeitlichen Gesellschaft als problematisch für die Verwirklichung von Glück (131). Jedoch schließt der politische Hintergrund der Erzählung einen Konflikt zwischen dem Glücksstreben und autonomen Ansätzen aus. Die russische Gesellschaft wird in einem Abhängigkeitsverhältnis zum westlichen System geschildert, in dem sich die weiblichen Hauptfiguren der patriarchalischen Struktur willig fügen. In der naiven Verehrung des Westens als Glücksbote, gibt Russland während des Einzugs des Kapitalismus seinen Anspruch auf Selbstbestimmung auf. ELEVATION UND IKONISIERUNG 12 Focus on German Studies 18 In einigen Geschichten spricht Ingo Schulze das Thema der Ikonisierung an, das in der russischen Kultur und orthodoxen Kirche eine deutliche Präsenz hat. Insbesondere in der letzten Erzählung wird die Anbetung einer scheinbar gewöhnlichen Person, die durch eine außerordentliche Handlung einen Heiligenstatus einnimmt, verarbeitet. Diese Verehrung der handelnden Figur kann unter Anwendung von Jonathan Haidts Konzept der Dreidimensionalität, die er zur Aufstellung seiner Glückhypothese verwendet, theoretisiert werden. Der Sozialpsychologe Haidt geht davon aus, dass menschliches Leben durch drei Dimensionen bestimmt ist: einer horizontalen Ebene, basierend auf soziale Nähe, einer vertikalen Achse, bestehend aus Hierarchie und Status, und einer dritten, völlig andersartigen Komponente, die er ‚divinity’ nennt (vgl. 183). Diese dritte Dimension ist nicht notwendigerweise an eine Religion gebunden. Momente von „uplift und enlightenment“ können gleichermaßen durch nicht-religiöse Orte, Ereignisse oder kulturelle Artefakte hervorgerufen werden (vgl. Haidt 183). Darüber hinaus registriert Haidt in allen Religionen heilige Plätze, besondere Festtage und religiöse Aktivitäten, die zu einer moralisch aufrichtenden Stimmung beitragen (vgl. Haidt 192). Haidt untersuchte in mehreren Experimenten besondere Gefühlausprägungen, die sich unter dem Einfluss solch erbaulicher Zustände entwickeln. Einerseits beschrieben die Testpersonen „open, warm, or glowing feelings“ (194). Zum anderen regte sie die moralisch gehobene Haltung und Handlung dazu an, selbst aktiv zu werden und gute Werke zu vollbringen (vgl. Haidt 194). Haidts Glückstheorie handelt daher von Elevation, bei der ausschlaggebende Taten wie tugendhafte oder gemeinnützige Handlungen physische Veränderungen im menschlichen Körper hervorrufen. Zum Beispiel löst die Ausschüttung des Hormons Oxytocin Gefühle von Liebe, Gelassenheit und Fürsorge aus und regt gleichzeitig zu Eigeninitiative an (vgl. Haidt 195-97). Die letzte Kurzgeschichte der 33 Augenblicke des Glücks schildert ein solches Erlebnis von Elevation. Der Erzähler der Geschichte wird Zeuge der religösen Verehrung einer Frau, die eine aufopfernde Tat begeht, indem sie einem zerlumpten und im Sterben liegenden Mann ein letztes sexuell befriedigendes Erlebnis bietet. Die Menschenmasse, die sich um die sich entblößende Frau und den alten Mann gebildet hat, sieht in ihr eine Heilige und Retterin Russlands. Sie 13 AUF DER SUCHE NACH GLÜCK IN INGO SCHULZES verehrt sie wie eine lebendig gewordene Ikone, singen und verneigen sich vor ihr und brennen Sträuße von „honiggelben … dünnen Kerzen“ der Art ab, wie man sie in orthodoxen Kirchen vorfindet. Auch beim Ich -Erzähler entwickeln sich starke Emotionen von Dankbarkeit, Liebe und Bewunderung, die Haidts Theorie des von moralisch aufrichtenden Momenten verursachten Glücksgefühls widerspiegeln. Dem Erzähler strömen Tränen, „wie seit Kindertagen nicht mehr“, und er „wollte die Erde küssen, wollte niederknien, damit der Gesang nie mehr verstumme“ (Augenblicke 263). Diese Impulse der Eigeninitiative steigern sich jedoch in eine extreme Verehrung der Person. Schulze ironisiert die Ikonisierungsszene, indem er erzählt, wie die aufopfernde Handlung der Frau unverzüglich kommerzialisiert wird. Sobald das Publikum die junge Dame als Heilige identifiziert, finden sich mehrere Personen, die sich an ihrer exzessiven Verehrung bereichern. Nach Beendigung des Spektakels und dem Tod des Alten spenden die Zuschauer der Frau Geld, während diese sich als eine gefeierte Person präsentiert und „nach allen Seiten Kußhände“ verteilt (Augenblicke 266). Der Autor spielt mit der Vorstellung der Ikonenanbetung, indem er deren hysterische Lobpreisung darstellt und diese gleichzeitig mit dem Kommerz in Verbindung bringt. Die russische Gesellschaft im Wechsel der Systeme hält nach wie vor die Tradition der Anbetung von Ikonen aufrecht und schöpft daraus Momente des Glücks. Jedoch entsprechen die vom Erzähler wahrgenommenen Gefühle des Glücks nur teilweise dem authentischen Erlebnis von Elevation. Die emotionalen Veränderungen, die als Reaktion auf das Erleuchtungserlebnis vom Erzähler detailliert geschildert werden, korrespondieren mit Haidts Forschungsergebnissen zum hormonellen Wandel bei dreidimensionalen Glückserfahrungen. Doch ist die gottesähnliche Verehrung der Frau nicht auf eine tugendhafte Handlung zurückzuführen, sondern sie wird durch einen moralisch fragwürdigen Akt ausgelöst. Die Diskrepanz zwischen dem Geschehen und dem emotionalen Reflex der Zuschauer erzeugt dabei die Ironie der Geschichte. Anlehnend an Haidts Beobachtungen löst der Augenblick der Elevation Eigeninitiative bei den Anwesenden in der Kurzgeschichte aus. Initiatives Handeln wird in Form von Spenden umgesetzt. Die Schilderung der kommerziellen Ausnutzung dieser wohltätigen Impulse des Publikums trägt gleichfalls zur Ironisierung des 14 Focus on German Studies 18 Glücksmoments bei. Auch in dieser Geschichte entstellt der Autor die wahre Glücksempfindung, indem er ein traditionelles Ritual aus dessen religiösem Kontext herauslöst und im Alltag des russischen Systemwechsels ansiedelt. Dabei behält er eine Anzahl religiöser Symbole und eigentümlicher Verhaltensweisen bei, die allerdings den neuen Umständen nicht entsprechen und infolgedessen exzessiv und verzerrt wirken. Die Verbindung traditioneller und moderner Elemente findet sich auch auf der Ebene des philosophischen Glücksdiskurses wieder. Die Erzählung vereint das Glückseligkeitsverständnis aus der Tugendethik mit dem situativen Empfindungsglück neuzeitlicher Ansätze. Die detaillierte Beschreibung der aufopfernden Tat, in der die Heldin durch ihr menschliches Handeln einen Zustand des seelischen Glücks erfährt, verdeutlicht die Nähe zum Eudaimonie-Prinzip. Jedoch liegt die gute Tat außerhalb der Parameter ethischer Tugenden, wie sie in Aristoteles’ nikomachischen Schrift formuliert wurden. Der spontane Akt der Frau überschreitet das von den sittlichen Tugendgesetzen vorgeschriebene ‚richtige Maß’, welches aus Beständigkeit und Mittelmaß besteht. Auch ihre Verhaltensweise nach der Tat entspricht nicht den Vorstellungen eines glückerfüllten Lebens im traditionellen Sinne. Stattdessen reflektiert sie den Auftritt einer modernen Ikone und lässt egoistische und sensationsfördernde Beweggründe für die Tat vermuten. Die Reaktion der Zuschauer und des Erzählers korrespondiert mit der Auffassung des situationsbedingten Glücks in philosophischen Analysen des modernen Zeitalters. Die völlige Hingabe zum situativen Glücksmoment, die durch das traditionelle Ritual der Ikonenverehrung intensiviert wird, verdeutlicht ein subjektives Glücksverständnis. Die Beobachter des Spektakels verspüren plötzlich ein Wohlbefinden, ohne dass sie aktiv an dem Glück verursachenden Vorgang beteiligt sind. Diese Glückserfahrung entwickelt sich aus einem Augenblick, in dem weder materielle Sicherheit noch Autonomieansprüche eine Rolle spielen. Thomäs Überlegungen folgend ist das moderne Konzept des Empfindungsglücks jenseits utilitaristischen Strebens nach Selbsterhaltung und Selbstbestimmung angelegt. Das Glück wird dem St. Petersburger Publikum einfach zuteil. Nur wenn man sich von der Absicht trennt, das Glück selbst erschaffen zu wollen und „sich statt 15 AUF DER SUCHE NACH GLÜCK IN INGO SCHULZES dessen in die Unverfügbarkeit des Glücks findet,“ ist ein spontaner Glücksmoment möglich (Thomä 269). ZUSAMMENFASSUNG Vor dem Hintergrund der politischen Ereignisse in Russland Anfang der 1990er Jahre, reflektieren die kurzen Prosatexte in Schulzes Erstling 33 Augenblicke des Glücks unterschiedliche Facetten von Glück. Die verschiedenen Sujets, die unter Verwendung einer Vielfalt von stilistischen Modellen dargestellt werden, verdeutlichen die Relativität des Glücksempfindens. Zufriedenheit, Glückseligkeit und Erfüllung ergeben sich aus situationsbedingten Handlungen und sind von der subjektiven Wahrnehmung abhängig. Der Systemwechsel in Russland spiegelt sich in den Erzählungen auf mehreren Ebenen wieder. Der wirtschaftliche Umbruch und der Einzug des Westens in die ehemalige Sowjetunion bilden den sozial-politischen Rahmen der Kurzgeschichten. Gleichzeitig entlehnt Schulze traditionelle Strukturen und Erzähltechniken aus der russischen Kultur, die als Folien für die literarische Bearbeitung von Spannungen, Leiden, Ängsten und Nöten dienen, die im radikalen Frühkapitalismus der 90er Jahre entstehen. Darüber hinaus verbindet er spielerisch alte und neue Auffassungen des Glückskonzepts vor dem Hintergrund des Systemwechsels. In der Schilderung der Glücksmomente setzt sich Schulze kritisch mit dem philosophischen Prinzip der Eudaimonie auseinander, indem er ein verzerrtes Bild der Glückseligkeit entwirft. Der Bruch mit dem nikomachischen Konzept der Lebenserfüllung ergibt sich in den Geschichten aus dem Zweifel an der Aufrichtigkeit der scheinbar tugendhaften Handlungen. Dieses Misstrauen entsteht überwiegend durch eine Verknüpfung des Glückserlebnisses mit dem Akt der Geldspende. Der Transfer des traditionellen Glückprinzips auf die wirtschaftliche Lage des Landes führt zu einer Ironisierung, die durch die Beschreibung von übersteigerten Gefühlsregungen intensiviert wird. Die Zusammenführung der eudaimonistischen Theorie mit dem Streben nach ökonomischer Selbsterhaltung verursacht eine Diskrepanz im Glückskonstrukt. Selbst das moderne Konzept der subjektiven 16 Focus on German Studies 18 Glücksempfindung ist durch den Kommerz entstellt und verliert an seiner authentischen Wirkung. Im Wechsel der Systeme finden sich Augenblicke, in denen Glückserfahrungen vom bisherigen Verständnis von Erfüllung und Lebensfreude abweichen und durch den Einzug des westlichen Kapitalismus Verzerrungen erfahren. ANMERKUNGEN 1. Aristoteles bezeichnet die Glückseligkeit als „eine der vollkommenen Tugend gemäße Thätigkeit,“ (40) d.h. „das menschliche Gute ist Thätigkeit der Seele, gemäß ihrer Vortrefflichkeit (Tugend)“ (22). 2. Thomä analysiert den utilitaristischen Ansatz der „Doppelung von Bedürfnis und Befriedigung“ (145) und schlussfolgert, „das dualistisch verspannte Bild subjektiver Zielsetzungen und objektiver Bedürftigkeiten in der Moderne (führe) dazu, daß vom Glück … Zerrbilder entworfen werden“ (269). 3. „So ist denn also die Tugend die vorsätzliche Fertigkeit, welche in unsern subjektiven Trieben und Neigungen die Mitte hält, bestimmt durch die Vernunft“ (59). 4. In der Kritik der reinen Vernunft erklärt Kant sein Glücksverständnis wie folgt: „Glückseligkeit ist die Befriedigung aller unserer Neigungen … Das praktische Gesetz, aus dem Bewegungsgrunde der Glückseligkeit nenne ich pragmatisch (Klugheitsregel); dasjenige aber, wofern ein solches ist, das zum Beweggrunde nichts anderes hat, als Würdigkeit, glücklich zu sein, moralisch (Sittengesetz)“ (729). 5. Julia Annas (The Morality of Happiness, 1995), Christine Vitrano (“Happiness and Morality”, 2008) und Steven M. Cahn (“A Challenge to Morality”, 2009) befassen sich in ihren Werken zur Tugendethik mit der Korrelation zwischen Glück und Moral. Otfried Höffe (Lebenskunst und Moral, 2007) setzt das eudaimonistische Glück basierend auf der Tugendethik mit dem Streben nach Autonomie in Beziehung. 6. „Der Zustand, der sich nach Befriedigung eines Bedürfnisses einstellt, ist untauglich für das Glück“ (145). 17 AUF DER SUCHE NACH GLÜCK IN INGO SCHULZES 7. Aristoteles setzt die ethische Tugend mit der sittlichen Tätigkeit gleich, deren Mittelmaß nicht in der Natur des Menschen verankert ist, sondern durch Gewohnheit (Ethos) erlangt wird (vgl. 45). QUELLENVERZEICHNIS Aristoteles. Nikomachische Ethik. Übers. Adolf Stahr. Stuttgart: Krais & Hoffmann, 1863. Annas, Julia. The Morality of Happiness. New York: Oxford University Press, 1995. Cahn, Steven M., Murphy, Jeffrie G. „Happiness and Morality.” Explor- ing Ethics. An Introductory Anthology. Hrsg. Steven M. Cahn, New York: Oxford University Press, 2009. 63-69. Haidt, Jonathan. The Happiness Hypothesis. New York: Basic Books, 2006. Höffe, Otfried. Lebenskunst und Moral. Oder Macht Tugend Glücklich? München: C.H. Beck, 2007. Leeder, Karen. „Another piece of the past: Stories of a New German Identity.” Oxford German Studies 33 (2004): 125-147. Kant, Immanuel. Kritik der reinen Vernunft. Hrsg. Raymund Schmidt, Hamburg: Felix Meiner, 1971. Kasaty, Olga O. Entgrenzungen. Vierzehn Autorengespräche. München: Edition Text + Kritik in Richard Boorberg Verlag, 2007. Schulze, Ingo. „Poetikvortrag Köln 2000.“ Ingo Schulze Texte. Februar 2010: http://www.ingoschulze.com/text_poetikvortrag_koeln.html. 5 Mai 2011. ---. Tausend Geschichten sind nicht genug. Leipziger Poetikvorlesung 2007. Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 2008. 18 Focus on German Studies 18 ---. 33 Augenblicke des Glücks. Aus den abenteuerlichen Aufzeichnungen der Deutschen in Piter. München: Deutscher Taschenbuch Verlag, 1997. Thomä, Dieter. Vom Glück in der Moderne. Frankfurt: Suhrkamp, 2003. Urupin, Innokenty. „33 Augenblicke des Glücks; Überlebenschancen im Raum St. Petersburg.“ Germanistische Mitteilungen 57 (2003): 29-40. Vitrano, Christine. „Happiness and Morality.” Happiness: Classic and Contemporary Readings in Philosophy. Hrsg. Steven M. Cahn und Christine Vitrano, New York: Oxford University Press, 2008. 267- 271.