Soren ————— Greek, Roman, and Byzantine Studies 50 (2010) 87–94 © 2010 Søren Lund Sørensen Eine Anspielung auf Kallimachos im 3 Makkabäerbuch Søren Lund Sørensen N SPÄTEREN JAHREN hat 3 Makkabäerbuch viel mehr Beachtung von Wissenschaftler in dem antiken Judentum und den klassischen Studien gefunden als früher. Seitdem Gruen 1998 sein Buch Heritage and Hellenism: The Reinvention of Jewish Tradition veröffentlichte,1 sind die judäischen hellenisti- schen Autoren, die vor Josephus und Philon von Alexandria geschrieben haben, neu beurteilt geworden. Früher wurden sie wegen ihrer offensichtlich fiktiven und historisch unpassenden Elemente gering geschätzt. Jetzt erhalten sie vielmehr Auf- merksamkeit für ihre literarischen Qualitäten. Einer davon ist 3 Makk, das über fiktive Verhältnisse be- richtet. Die Leser der klassischen Autoren finden im 3 Makk eine Menge Material in Zusammenhang mit Polybios und juristischen und monarchischen Dokumente des ptolemäischen Ägyptens. Johnson hat Gruen gefolgt und hat ein Studium vom 3 Makk gemacht, mit dem sie die Qualitäten des Buches hervorhebt und die klassische Auffassung 3 Makk als ein Werk, in welchem antisemitische Gefühle gegenüber den Judäern und Hass gegen die Hellenen beschrieben werden, verlässt.2 Es ist interessant, 3 Makk aus dem Blickwinkel eines klas- 1 E. S. Gruen, Heritage and Hellenism: The Reinvention of Jewish Studies (Berke- ley 1998). 2 S. R. Johnson, Historical Fictions and Hellenistic Jewish Identity: Third Mac- cabees in Its Cultural Context (Berkeley 2004). Vgl. auch S. R. Johnson, “Third Maccabees: Historical Fictions and the Shaping of Jewish Identity in the Hellenistic Period,” in J.-A. A. Brant et al. (edd.), Ancient Fiction: The Matrix of Early Christian and Jewish Narrative (Atlanta 2005) 185–197. I 88 KALLIMACHOS IM 3 MAKKABÄERBUCH ————— Greek, Roman, and Byzantine Studies 50 (2010) 87–94 sischen Philologes zu schauen und auf die literarischen Kennt- nisse des Autors zu fokussieren. Der Autor war zweifellos ein Bürger der hellenistischen Alexandria, wahrscheinlich in dem ersten Jahrhundert v. Chr., und dieser Artikel will auf den An- fang des Buches fokussieren. Hier folgt 3 Makk 1.1–5: Als aber Philopator von den Entflohenen erfuhr, dass Antiochos die von ihm beherrschten Gebiete erobert hatte, berief er die gesamten Truppen ein, sowohl die Fußtruppe als auch die Rei- terei, und nahm zugleich seine Schwester Arsinoë mit und eilte hinaus bis zu den Wohnplätzen von Raphia, wo Antiochos und seine Leute ihr Lager aufgeschlagen hatten. Ein gewisser Theo- dotos beabsichtigte, den hinterlistigen Anschlag auszuführen, und nahm die tapfersten der ihm vorher anvertrauten ptole- mäischen Schwerbewaffneten mit sich und ging bei Nacht zum Zelt des Ptolemaios hinüber, um ihn allein zu töten und dadurch den Krieg zu beenden. Den hatte Dositheos, der (Sohn) des Drimylos genannt wird, der Abstammung nach ein Jude, der aber später die (Befolgung der) Satzungen aufgab und den von den Vätern überkommenen Geboten entfremdet wurde, weg- geführt und hatte irgendeinen Unbedeutenden sich in dem Zelt niederlegen lassen, den es traf, die jenem (zugedachte) Ver- geltung zu erhalten. Als aber eine gewaltige Schlacht entbrannte und die Sache des Antiochos günstiger stand, ging Arsinoë hin und trieb, nachdem sie die Haarlocken losgebunden hatte, die Truppen unter Wehklagen und Tränen eifrig an, sowohl sich selbst als auch den Kindern und Frauen furchtlos zu helfen, und versprach, wenn sie siegen, jedem zwei Minen Gold zu geben. Und so geschah es, dass die Feinde im Handgemenge ver- nichtet, viele aber auch als Kriegsgefangene festgenommen wurden.3 Die Verse erzählen über eine der berühmtesten Schlachten der hellenistischen Zeit, die Schlacht von Raphia, die im Jahr 217 v. Chr. zwischen Antiochos III dem Grossen (223–187 v. Chr.) und Ptolemaios IV Philopator (221–205 v. Chr.) über 3 T. Knöppler, ”Makkabaion III (Das dritte Buch der Makkabäer),” in W. Kraus und M. Karrer (edd.), Septuaginta Deutsch: Das griechische Alte Testa- ment in deutscher Übersetzung (Stuttgart 2009) 718. SØREN LUND SØRENSEN 89 ————— Greek, Roman, and Byzantine Studies 50 (2010) 87–94 Koile-Syrien ausgekämpft wurde. Polybios beschreibt auch die Schlacht (Polyb. 5.79–86), und die Unterschiede zwischen diesen beiden Berichten (man soll die Raphiastele nicht ver- gessen) sind, zusammen mit den seltsamen Figuren Theodotos und Dositheos Sohn des Drimylos, im Mittelpunkt der Unter- suchungen über die ersten Versen gewesen. Entweder hat der Autor vom 3 Makk Polybios’ Version des Kampfes umgear- beitet, oder er hat die Berichte aus einer anderen Quelle für die Ereignisse, z. B. Ptolemaios von Megalopolis, genommen.4 Das Interesse dieses Artikels am Anfang des Buches ist an- ders, nämlich die Figur von Arsinoë, die Schwester und (später) die Frau von Ptolemaios Philopator. In Polybios’ Bericht reitet Arsinoë zusammen mit Philopator durch die Reihen von ptole- mäischen Truppen, und sie fordern sie zum Kampf auf und versprechen ihnen eine Belohnung (Polyb. 5.83). Im 3 Makk spricht Arsinoë, nicht Philopator, und die Rede ist hier in der Mitte der Schlacht platziert (1.4). Diese Änderung verstärkt die Wirkung der Rede, weil Arsinoë hier den hart bedrängten Ägyptern Mut zuspricht. Das hat, wie es von anderen bemerkt ist, eine emotionale Funktion.5 Aber es gibt auch Unterschiede zwischen den Reden in Polybios und im 3 Makk: die Klage und die Tränen, die Lockerung des Haares und die Auffor- derung zum Kampf und zum Schutz ihrer Frauen und Kinder gibt es allein im 3 Makk. Es ist nur die Belohnung, zwei Minen Gold für jeden, die eine Parallele in Polybios findet (5.83). Die Arsinoë vom 3 Makk ist interessant, und vor allem hat Croy Bemerkungen zu ihrer Rolle im Buch gemacht.6 Er er- klärt uns, dass die Lockerung des Haares durch eine Königin oder eine Prinzessin das höchste Zeichen der Trauer sei. Croy hat da sicherlich Recht, aber es gibt bei Arsinoë mehr zu be- achten. Es ist eigentlich nicht nur das Haar, sondern auch die Locken (πλόκϰαµοι), die von der jungen Arsinoë gelöst werden (3 Makk 1.4): 4 Johnson, Historical Fictions 124–125, 192–202. 5 N. C. Croy, 3 Maccabees (Leiden 2006) 39–41. 6 Croy, 3 Maccabees 40–41. 90 KALLIMACHOS IM 3 MAKKABÄERBUCH ————— Greek, Roman, and Byzantine Studies 50 (2010) 87–94 ἡ Ἀρϱσινόη ἐπιπορϱευσαµένη τὰς δυνάµεις παρϱεκϰάλει µετὰ οἴκϰτου κϰαὶ δακϰρϱύων τοὺς πλοκϰάµους λελυµένη βοηθεῖν ἑαυτοῖς τε κϰαὶ τοῖς τέκϰνοις κϰαὶ γυναιξὶν θαρϱρϱαλέως ἐπαγγελλοµένη δώσειν νικϰήσασιν ἑκϰάστῳ δύο µνᾶς χρϱυσίου. In Zusammenhang mit den Ptolemäern hat das Wort πλόκϰα- µος besondere Bedeutung. Hier darf man behaupten, dass der Autor vom 3 Makk etwas Anderes andeutet als nur Trauer. In der Tat ist es wahrschein- lich, dass es hier eine Anspielung auf das berühmte Gedicht von Kallimachos, Coma Berenices, gibt (fr.110 Pf.; Catull. 66). Denn man soll nicht vergessen, dass die Arsinoë, die die Sol- daten zum Kämpfen auffordert, die sogenannte dritte Arsinoë in Ägypten ist, die von etwa 235 bis 205 v. Chr. lebte. Sie ist keine andere als die Tochter von Berenike II (273–221 v. Chr.), die Schwester und Gattin des Ptolemaios III Euergetes (246– 222 v. Chr.), auf die sich das Gedicht von Kallimachos bezieht. Es gibt also eine Parallele zwischen dem Geschwisterpaar Berenike und Ptolemaios in Kallimachos’ Gedicht und dem Geschwisterpaar Arsinoë und Ptolemaios im 3 Makk. Eigent- lich ist Berenike nicht die Schwester von Ptolemaios gewesen. Sie war die Tochter von Apama und Magas von Kyrene. Trotzdem fasst Kallimachos mehrere Male Berenike als Tochter von Ptolemaios II und Arsinoë auf (Suppl.Hell. 254.2; Callim. fr.111.45; Catull. 66.22). In Kallimachos’ Gedicht, das vom Buch 4 seiner Aitia stammt, verspricht Berenike den Göttern, eine Locke ihres Haares zu widmen, wenn ihr Mann mit heiler Haut vom Krieg zurückkehrt. Ptolemaios III ist im Krieg erfolgreich, und die Locke wird im Tempel von Aphrodite Arsinoë platziert. Von hier verschwindet die Locke aber, und Konon, Mathematiker und Astronom, erklärt, dass sie jetzt als Sternbild am Himmel auftritt. Der Krieg, der von Ptolemaios III geführt wurde, ist der sogenannte Dritte Syrische Krieg (246–241 v. Chr.). Diesen Krieg hat Ptolemaios gegen die Seleukiden geführt und ge- wonnen. Im 3 Makk ist Ptolemaios IV auch mitten im Krieg mit den Seleukiden, diesmal dreht es sich um den Vierten Syrischen Krieg (219–217 v. Chr.), und auch diesmal finden SØREN LUND SØRENSEN 91 ————— Greek, Roman, and Byzantine Studies 50 (2010) 87–94 die Kampfhandlungen in Palästina und Syrien statt. Wie das Abschneiden (und die folgende Widmung) von der Locke in Coma Berenices, hat die Lockerung von den Locken im 3 Makk den Sieg zur Folge. Es gibt also eine Parallele zwischen der Leistung von Berenike bei Kallimachos (im Dritten Syrischen Krieg) und der Leistung von Arsinoë im 3 Makk (im Vierten Syrischen Krieg) und zwischen der Locke von Berenike (Kalli- machos) und den Locken von Arsinoë (3 Makk): Callim. 110.62 Βερϱενίκϰειος κϰαλὸς ἐγὼ πλόκϰαµος, 3 Makk 1.4 τοὺς πλοκϰάµους. Kallimachos hat sowohl das Wort κϰόµη als πλόκϰαµος ver- wendet. Wenn die Locke selbst spricht, nennt Kallimachos sie πλόκϰαµος.7 Wenn sie von anderen Locken redet, benutzt er das Wort κϰόµη (110.51). πλόκϰαµος ist also das zentrale Wort in Kallimachos’ Gedicht. Im 3 Makk 1.4 steht πλόκϰαµος. Dieses Wort tritt nur einmal in Septuaginta auf, und zwar hier im 3 Makk. Man findet es nie im Neuen Testament oder bei Philon von Alexandria. Jedoch findet man bei Philon λιπαρϱοπλόκϰα- µος, aber hier zitiert Philon den griechischen Dichter Pindar.8 Bei Josephus gibt es nur die Form πλοκϰαµίς, aber das Wort bezieht sich hier auf die Locken von einem Mann (AJ 19.30). In judäisch-griechischen Texten scheint πλόκϰαµος also nicht sehr häufig aufzutreten. Ein seltenes Wort ist πλόκϰαµος doch nicht in der griechischen Literatur. Man findet oft πλόκϰαµος bei Homer, den übrigen Epikern, und Euripides, insbesondere in der adjektivischen Form εὐπλόκϰαµος.9 πλόκϰαµος wird aber nie in Zusammenhang mit einer Widmung wie die bei Kal- limachos benutzt. Es ist wahrscheinlich, dass Kallimachos die Widmung von Berenikes Locke auf einer Stelle bei Homer modelliert hat. Im dreiundzwanzigsten Buch der Ilias gibt Achilleus Patroklos eine seiner Locken, die er eigentlich dem Fluss Spercheios gewidmet hatte (23.141–151). Nichtsdesto- 7 Fr.110.47, 62. Kallimachos benutzt auch das Wort βόστρϱυχος (8). 8 Phil. Aet.mund. 121; Pind. fr.33e S.-M. 9 πλόκϰαµος nur einmal bei Homer, aber εὐπλόκϰαµος 29 Male. Bei Euripides tritt εὐπλόκϰαµος nur einmal auf, aber πλόκϰαµος 17 Male. 92 KALLIMACHOS IM 3 MAKKABÄERBUCH ————— Greek, Roman, and Byzantine Studies 50 (2010) 87–94 weniger anwendet Homer hier nicht πλόκϰαµος, sondern χαίτη (141) und κϰόµη (146, 151). Abschneiden von Locken war sehr gewöhnlich bei Trauer, Begräbnissen, und bei Hochzeiten.10 Obwohl die Abschneiden und Widmung von Locken ein ge- wöhnliches Motiv in der griechischen Literatur war, gibt es keine Parallele zu der Stelle in Kallimachos’ Gedicht, die so auffallend ist wie die im 3 Makk. Die zwei Syrischen Kriege, die zwei ptolemäischen Geschwisterpaare, und die Bedeutung der Locken von Berenike und Arsinoë deuten alle auf einen thematischen Zusammenhang hin.11 Man darf also behaupten, dass der Autor vom 3 Makk (oder seine Quelle) mit dem Wort πλόκϰαµος etwas Besonderes an- deuten will; und das scheint eine Anspielung auf die Coma Berenices zu sein. Man könnte behaupten, dass der Autor vom 3 Makk nur das Thema von Kallimachos’ Gedicht kannte und nicht das Gedicht selbst, aber es ist gar nicht unwahrscheinlich, dass er das Gedicht von Kallimachos gekannt hat. Kürzlich haben Cousland, Croy, und Hacham überzeugend dafür argu- mentiert, dass sich 3 Makk stark auf die Bacchantiden von Eu- ripides bezieht, sowohl in Bezug auf Sprache wie auf Thema, und haben satirische Charakteristika im 3 Makk angedeutet.12 Bereits Harris hat 1919 überzeugend argumentiert, dass es im 3 Makk metrische Fragmente von griechischen Tragödien gibt, und es ist allgemein akzeptiert, dass 3 Makk ein sehr raffiniertes Vokabular verwendet.13 Schon die Dichterkollegen vom 3 10 Z. B. Aesch. Cho. 6–7; Eur. Tro. 1182–1184, El. 91; Ap. Rhod. 4.27– 28. K. Gutzwiller, “Callimachus’ Lock of Berenice: Fantasy, Romance, and Propaganda,” AJP 113 (1992) 369–373. 11 Das Epigram von Damagetos (Anth.Gr. 6.277; no. 1 G.-P.), das bei Gutzwiller, AJP 113 (1992) 372, zitiert wird, erwähnt auch ein Abschneiden von Arsinoës Haar. 12 J. R. C. Cousland, “Dionysus theomachos? Echoes of the Bacchae in 3 Maccabees,” Biblica 82 (2001) 539–548; Croy, 3 Maccabees; N. Hacham, “3 Maccabees: An Anti-Dionysian Polemic,” in Brant, Ancient Fiction 167–183. 13 J. R. Harris, “Metrical Fragments in III Maccabees,” BJRL 5 (1919) 195–207; C. L. W. Grimm, Kurtzgefasstes exegetisches Handbuch zu den Apo- kryphen des Alten Testamentes IV (Leipzig 1857) 214–215; C. W. Emmet, “The SØREN LUND SØRENSEN 93 ————— Greek, Roman, and Byzantine Studies 50 (2010) 87–94 Makk, Philon, Theodotos, und Ezekiel, haben Kallimachos, Apollonios, und Lykophron gekannt und haben auch Wörter von den klassischen und hellenistischen Epikern und Tragikern in ihren Gedichten benutzt.14 Zu diesen Beobachtungen kann man vielleicht jetzt hinzufügen, dass der Autor vom 3 Makk wahrscheinlich auch seinen Kallimachos kannte und ihn in einer ins Auge fallenden Stelle seines Buches benutzt hat. Jetzt darf man überlegen, warum der Autor vom 3 Makk diese Anspielung auf Kallimachos’ Gedicht gemacht hat. Kal- limachos hat selbst oft Anspielungen auf Homer verwendet.15 Das hat er sicherlich wegen literarischer und ästhetischer Ab- sichten getan. Kallimachos wollte seinem Leser zeigen, dass er Homer bis in die Fingerspitzen kannte. Die gleiche Absicht haben die judäischen Dichter Philon und Theodotos auch ge- habt, als sie Anspielungen auf Homer, Kallimachos, und Apol- lonios in ihren epischen Gedichten platziert haben. Das gilt sicherlich auch für den Autor vom 3 Makk, wenn er Themen und Wörter von Euripides und Kallimachos benutzt. Vielleicht wollte der Autor nicht nur seine Leserschaft auf das Gedicht von Kallimachos hinweisen, aber auch damit seine persönliche Meinung anführen. Hier folgt eine Hypothese. Das ganze Buch ist ein Beweis für die Macht des judäischen Gottes. Er gibt Acht auf sein Volk, aber er sorgt auch für das ptolemaïsche Königreich. In der Schlacht von Raphia ist es der Judäer Dositheos, der Ptolemaios das Leben rettet.16 Dositheos ___ Third Book of Maccabees,” in R. H. Charles (ed.), The Apocrypha and Pseudepigrapha of the Old Testament I (Oxford 1913) 161–162; M. Hadas, The Third and Fourth Books of Maccabees (New York 1953) 22–23; H. Anderson, “3 Maccabees,” in J. H. Charlesworth (ed.), The Old Testament Pseudepigrapha (New York 1985) 510; Croy, 3 Maccabees xiii–xiv. 14 Sogar haben Philon und Theodotos seltene Wörter in derselben metri- schen Position wie Homer, Kallimachos, und Apollonios platziert. Vgl. auch S. L. Sørensen, “Duo poetae minores Iudaici” (dänisch), Aigis 8 (2008) 18–25, 40–44. 15 Siehe z. B. A. Rengakos, ”Homerische Wörter bei Kallimachos,” ZPE 94 (1992) 21–47. 16 Dass Dositheos “die (Befolgung der) Satzungen aufgab und den von 94 KALLIMACHOS IM 3 MAKKABÄERBUCH ————— Greek, Roman, and Byzantine Studies 50 (2010) 87–94 spielt im 3 Makk eine wichtige Rolle, aber im Polybios’ Bericht tritt er überhaupt nicht auf. Der judäische Gott zeigt im ganzen Buch dem König, dass er das judäische Volk nicht fürchten soll, sondern dass die Judäern treue Bürger sind. Ar- sinoë hat im 3 Makk eine ähnliche Funktion. Die Lockerung ihrer Locke führt den Sieg im Vierten Syrischen Krieg herbei genau wie das Abschneiden von Berenikes Locke im Dritten Syrischen Krieg. Aber hier gibt es ein wichtiger Unterschied zwischen 3 Makk und Kallimachos’ Coma Berenices. In Kal- limachos’ Gedicht hat Berenike ihre Locke den heidnischen Göttern gewidmet. Diese Götter haben ihr und ihrem Bruder den Sieg gegeben. Im 3 Makk gibt der judäische Gott den Sieg zu Ptolemaios. Der Autor vom 3 Makk hat also die Widmung von Berenikes Locke an den heidnischen Göttern in der Lockerung (und Widmung) von Arsinoës Locke an dem judäi- schen Gott verändert. Auf diese Weise wird der judäische Gott der Beschützer der Ptolemäern, und die heidnischen Götter sind überflüssig geworden. Hoffentlich kann diese Untersuchung ein Baustein zu der Rehabilitierung vom 3 Makk sein, die Rehabilitierung die mit Gruen und Johnson begonnen hat. In dieser Weise wird der Autor vom 3 Makk in seinen Kontext als Teil der intel- lektuellen judäischen Elite in Alexandria im ersten Jahrhundert v. Chr. platziert.17 August, 2009 University of Copenhagen soerenl@hotmail.com ___ den Vätern überkommenen Geboten entfremdet wurde,” ist hier umsonst. Dositheos ist immer noch ein Teil des Volks des judäischen Gottes. 17 Contra B. Bar-Kochva, Pseudo-Hecataeus, On the Jews: Legitimizing the Jewish Diaspora (Berkeley 1996) 176, der den Autor vom 3 Makk “a moderate con- servative” nennt. Ich bedanke mich bei C. G. Tortzen und D. Bloch, die mir mit diesem Artikel geholfen haben.